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Der Kaffee in seinen Beziehungen zum Leben : für Haus und Familie und für Gebildete aller Stände / geschildert von Dr. Heinrich Boehnke-Reich
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Jude, erschienen, der über die Machinationen Godel Mund'sAufschluß giebt. Dieser ist wüthend über solche Treulosigkeitund ruft, sich gegen dessen Beeidigung wehrend: „HerrPräsident, jedes Wort, daß er ausmacht den Mund, ist eineLüge!" Nun erklärt Moritz Fischer: „Herr Präsident, wassoll ich Ihnen sagen, wir haben morgen e Feiertag, der istauf Ehre mehr werth, wie so e Schwören, aber ich kannIhnen sagen, blind soll ich werden auf meine zwei Augen,wenn nicht jeder Hauch aus seinem Mund eine Lüge ist."Godel Mund aber sucht ihn zu überbieten und versichert:„Hoher Gerichtshof, ich habe sieben lebendige Kinder, zweivon meiner ersten Frau, fünf von meiner jetzigen, alle sollensie insgesammt mit mir einsinken und in goische Händ' hinein-kommen, wenn nicht jedes Wort, was er red't, e Lüge ist."„Ich bitte Sie," sagt der Präsident, sich die Ohren zuhaltend,„der will auf beiden Augen blind werden, der will mitseiner Familie zu Grunde gehen, wer redet denn die Wahr-heit?" Jetzt aber ruft Fischer triumphirend: „Herr Präsident,ich werde auf der Stelle beweisen, was er sür ein Lügnerist. Fünf Kinder will er haben von seiner zweiten Frau.Acht Jahre ist er mit ihr verheirathet, davon war er vierJahre im schweren Kerker in Wien ; wo soll er fünf Kindervon ihr haben?" Und Fischer blickt um sich, die Wirkungseiner Worte zu beobachten. Resignirt sagt Godel Mund:„Mit dem soll ich mich einlassen!" Der Gerichtshof beschließtübrigens, Fischer nicht zu beeidigen. Engelbert Mathis wirdnun vernommen. Präsident: „Alle Ihre Aufzeichnungen be-finden sich in größter Unordnung. Haben Sie Bücher?"— Angeklagter: „Natürlich." — Präsident: „Ich meine nichtetwa Bücher wie Schiller, Goethe, Shakespeare , sondernGeschäftsbücher." — Angeklagter: „Nein, solche habe ichnicht." (Gelächter.) — Präsident (strenge): „Wozu gebenSie mir also solche Antworten? Ihre Privatbibliothek gehtmich nichts an. Der Sachverständige Riedl giebt an, daßder asiatische Kaffee höchstens 5 Gulden per Faß werth istund nur für Spucknäpfe gut sei." — Mathis (frech): „Diese