r46o Scapff.
Giacomo Scairzy vortreflich gemalt worden".Der Bau dieser Kapelle, die im Jahre 1700. er-öffnet und eingeweiht wurde, fieng 1680. an; «vor-nach denn der Zeitraum der Existenz genannterKünstler abzunehmen ist. Zi. 0 . 8'ilesia
Gummis, u. s. f. oder (Bresl. u. Lcipz. 17Z8. 4)S. 7,67. 168. ^7».
Scapff (Joerg), s. unten Schapff.
* Scaramuccia (Aloi)s), s. den gleichfolgenden Art. Ludwig Scaramuccia, und denletzter» dieses Geschlechts, ohne Taufnamen.
* — — (Hypolithus und Siegmund), s. diebeyden ff. Art. Scarcella.
* — — (Johann Anton). Lanzi (L. N.II. 18).) nennt ihn bloß einen Schüler von Ron-calli, der indessen auch die Caracci gesehen undnachgeahmt habe. In Perugia trifft man häufigauf ihn, und rühmt indessen mehr seinen freyen,geistreichen Pinsel, als seine allzufinstre Färbung,welche in den Kirchen nur schwer ihn finden lassen.Wahrscheinlich machte er, wie noch mehrere Künstlerseiner Zeit, Mißbrauch von der Umbraerde.
* — — (Ludwig), Johann Antons Sohn,derselbe, den das Lex. unter dem Art. seines VatersAloys nennt. Basan (IL6. sec.) giebt sein Ge-bmts- und Todesjahr, nach Gewohnheit, ganzirrig in 1299. und ikM. an. Nach Gandelliniliegt er begraben in St. Nazzario in Broglio . Inseinen Werken ist Grazie in allen Theilen; und wenner sich eben nicht hoch schwingt, so berührt ereben so wenig den Boden. Bey Wareler heißtes von ihm: „ Er war einer der geliebkesten SchülerGuido's, und ahmte dessen Manier so gut nach,daß ihre Arbeiten öfters verwechselt werden. Uebri-gens gehört er zu denjenigen Künstlern, die ebennur durch Nachahmung groß waren. Gegen Endseiner Laufbahn erlosch der Charakter seiner Schulevollends bey ihm". In Perugia findet sich Vielesvon ihn« öffentlich und in Privathäusern; nebenAndern« eine in jeder Rücksicht schöne Darstellungim Tempel; in St. Marco zu Mailand , wo erVieles arbeitete, eine St. Barbara, mit viele««Figuren, schön colorirt. Seine: k"«ne2?e seipc-nell« Itsliani ammirats e stuöiato 6aMKO (?eru§lnc>) erschienen zu Pavia 167s. (nicht162/,. wie es bey Lanzi heißt). Der Abt Bianconinennt sie eine Schrift, die von guten« Künstler-Willen zeuge. Immerhin sind darin wirklich meh-rere iesenswerthe Notitzen. Lumr« k. bl. II. 171.Letztres Urtheil bestätigt auch Fiorillo l. 171—72.rügt aber die schlechte Schreibart, und den öfrernIrrthum seiner Lehren, besonders was das Stu-dium der Antiken betreffe. Geetzt von ihm mitmalerischer Rauhigkeit, die dem Holzschnitte ähnlichist, sind: Eine Madonna, die das Kind wascht,nach Hannibal, und St. Benedikt der den Teufelaus einemSteine treibt der beym Kirchenbau nichtfortrücken will) nach L. Carracci bey St. Michelsin Bosco; Venus und Adonis, wieder nach Hanni-bal, und eine berühmte Dorncnkrönnng, aus Ma-donna delle Grazie zu Mailand nach Litian, welchesFüßli (III. 26.) meisterhaft geetzt nennt. Rost IV.02—22. und >/rc.
* — — ( ). Mit: 6el. (ob
einer der Obigen? wissen wir nicht) A. V. Vonacci-
8c. bezeichnet, kennt man ein Bildniß vonManfred Septalius. Einer unsrer Freunde in-dessen schreibt es ausdrücklich dem Aloys zu.
Scarbe< ). Das Bildniß des Görlizer-Kaufmanns, E. Müller, hat Rosbach nach einemsolchen Maler, der in der ersten Halste des XVIll.Jahrhunderts gelebt habe» müßte, in Kupfer ge-bracht. Es ist dies aber ein von den» Kupferstecherunrichtig ausgedruckter Name, für einen der untenfolgenden Scharbe.
* Scarcella oder Scarfella (Hypolith),S.arsellino genannt, auch mit dein Beynamen
Scarcella.
Scaramuccia , der im Lex. unter dein Art. seinesnachfolgenden Vaters erscheint, nach Lanzi geb.i 55 i. und gest. 1621. In den Kirchen zu Ferrara finden sich von diesem berühmten Maler mehrerBilder, als sonst von manchen andern zusammen.Nachdem er die ersten Grundsätze der Kunst vonseinem Vater gelernt, gieng er nach Venedig , undstudierte dort sechs Jahre lang nach den beßtenMeistern, besonders nach Caliari. Seine Mit-bürger nannten ihn daher den Paolo ihrer Schule,vielleicht wegen seiner Geburt der H. Jungfrau zuCento, seinem St. Bruno in der Carthause zuFerrara u. a. seiner Bilder, wo er Paoleschisch seynwollte, aber dennoch von einem andern Charakterist. Offenbar wollte er in bessern« Geschmack alssein Vater arbeiten, und zwar sowohl in Absichtauf Ideen als auf Färbung; und wirklich scheinter auch den Vater auf die bessere Bahn geleitetzuhaben Mit Paolo vergliechen, erkennt man inHypolirhs Styl wohl ein Fundament von dem-jenigen dieses letztem, aber gemischt mit dem lom-bardischen, die Frucht einer gründlichen Theorie,einer frohmüthigen lebhaften Fantasie, und einer,sich zwar nicht immer gleichen, aber geistreichen stetsfertigen Hand. Daher seine vielen Bilder in derLombardie, dem Kirchenstaate, und an seinem Ge-burtsort. An letztem« preist man sehr seine Himmel-fahrt, und die Hochzeit zu Cana bey den Bene-diktinern ; eine Biet:« und einen St. Johann denTäufer in der Kirche desselben; ein Noli me längerebey St. Niccolo; im Oratorio delle Scala einPfingstfest, eine Verkündigung, und eine Epiphaniawelche er wetteifernd mit einer Darstellung derJungfrau von Hannibal malte; dann zahlloseviele kleinere Wiederholungen dieser Altarblätter inPrivathausern. Hienächst zu Rom im Campidvglio,i» den Häusern Älbani, Borghese, Corstni, Lan-cellotti. In denselben wollen Kenner überhaupteine Nachahmung Caliari's in der Erfindung , Par-meggianino's in dem Geschlanken und der Grazieseiner Gestalten, Titians in, Nackten (besonders ineinem Bacchanal im Haus Albani), Dossi's undCarpi's in dem starken Jmpaste, seinem Feuer-roth und Gelben, und überhaupt in dem lebhaftenKolorits erblicken, das sogar seine Lüfte hoch färbt.„Das was ich selbst" (sagt Lanzi) „am Allge-meinsten an ihn« bemerkte, waren gewisse graziösePhysiognomien, die er eine Zeitlang von zweyenseiner Töchter entlehnte; seine leichten Drapperien,welche ihren Gegenstand deckte», ohne ihn zu ver-hüllen; seine scharfe, fast ins Trockene fallendeZeichnung, vielleicht im Gegensatze mit BastianFilippi's seiner so schweren und rohen". k. I§.V. 220-52. In Deutschland besitzen von ihm:Die Galerie zu München : Eine büßende Magda-lena, Halbfigur, lebensgroß; Salzthalum einsteine ganz kleine H. Familie; Dresden eine Rück-kehr aus Egypten; Joseph und der junge Jesus,die sich mit Zimmcrmanliöarbeit beschäftigen; eineMadonna mit dem Kinde, und mehrere Heiligen(diese drey klein); dann aber besonders (7^ 8" breitund (? 11" hoch) einen St. Carl Borromaus voreiner H. Familie auf den Knieen, was, wie schondas Lex. bemerkt, St. Fessard für das bekannteGalerie-Werk gestochen, so wie zwey andre H.Familien, die eine Peiroleri, die andre: ImllitutorciuL puer R. Sadeler, ein angenehmes Blatt.Noch nennt der Brandessche Katalog nach ihm(aus der Düsseldorfer-Galerie) einen Christus undS«. Johann als Kinder von H. N. Schmitz: Ei»schönes Blatt; und der winklersthe eine H. Fa-milie, wo die H. Jungfrau die beyden Kinder mitihrem Gewände deckt, welches bloß mit äca,--in v. bezeichnet sey; irgend ein dritter Gant-katalog endlich: Predigt St. Johanns in derWüste, wieder von R. Sadeler.
* Scarcella (Siegmund), Mondino ge-nannt, führte ebenfalls den Beynamen Scara-muccia . Mondino (vielleicht der Kepurzre)trug er als Spitznamen. Drey Jahre in Caliari'swirklicher Schule gebildet, studierte er unermüdtt