Schadow.
Schad ow. 1465
Bey Meuse! u. a. werden noch von ihm diejenigendes Professor I. H. L. Meicrrotto (1801.), vonKotzebue (1802.), vom Grafen von Hoym (180/.),von der Schanspielerin Fleck, theils in Gyps,theils in Marmor genannt Dann ebenfalls beyMensel, als bloß in Gyps ausgeführt: Ein zumJüngling heranblühender Knabe, im Costum einesRömischen Opferknabcn, der am Altare der Ein,tracht Weihrauch streut; auf dem Basrelief dieEinweihung der Psyche. Ferner: Zwey allegorischeFiguren, Geduld und Hoffnung, zu einem Monu-mente für den Grafen von Hoym in Schlesien.Endlich noch irgendwo- von seinen altern Arbeiten,ein Denkmal, welches Büschings Wittwe (179h.)ihrem Gatten auf seinem Grabe in dessen Gartenerrichten ließ. — Im Tüb. Morgenbl. 1807.S. 688. hieß es wieder: „Schadow arbeitet nochimmer an den Modellen zum Monumente Friedrichdes Großen". In des Künstlers Werkstätte sahmatt noch 1808. eine Figur von vorzüglichem Stu-dium: Dieselbe stellte ein nackendes Mädchen aufdem Ruhbette aus Träumen erwachend vor, Armund Kopf auf ein Kissen lehnend; wobey seine Ab-sicht nicht waltete, eine Göttin, sondern vielmehreine schöne, wollustathmende Sterbliche zu bilden.Dann im Berliner-Salon dieses Jahrs eine ko-lossale Büste von Luther , und ein Modell zu einerStatue desselben. Schon ungefehr ein Jahr vordem Ausbruche des letzten Französisch-PreußischenKrieges fieng nämlich Schadow an, sich mit dembekannten Denkmal auf Luther zu beschäftigen, undentwarf eine Bildsäule desselben, mit der offenenBibel in der Hand; durchwanderte dann achtdeutsche Städte, und zeichnete dort alle noch vor-handene achte Abbildungen dieses Unsterblichen.Nach diesen führte er einsweilen jenes kolossaleBrustbild aus, und entwarf die Zeichnung zu einemRelief, welches das Anschlagen der Theses widerden Ablaß darstellen sollte. Mancherley Volk, daszum Feste kömmt, schaut die Handlung mit an; inden Lüften sind Engel, die das Evangelium ent-schleyern; an einer andern Stelle der Genius desMönchsthumes u.s. f. walchs Leben Luthers hatteihn zuerst zu diesem Unternehmen begeistert, mitdem er über zehn Monate zubrachte. »Dasselbewar" (heißt es in der oft angeführten BiographieS. no.) „bey der allgemeinen Lähmung mitge-lähmt worden; man muß aber hoffen daß es beydem allgemeinen neuen Leben auch wieder regewerden wird". Und im Tuhing. Morgenbl.1807. 56 . „An dem Tage, wo die Sieger zuBerlin einrückten, wurde der damalige Kunstsalongeschlossen. Man hakte ja nun auf ganz andereDinge zu schauen und zu achten Es waren sonsteinige vorzügliche Sachen ausgestellt worden; wiez. B. Gchadorv's zwey Büsten von Luther ,Vorstudien zu dem vielbesprochenen Mannsfeldi-schen Monument, dessen Fond nun (wird etwasseltsam hinzugesetzt) unbedenklich (?) an die ver-armten, überall hart mitgenommenen lutherischenPrediger vertheilt werden mag " *) Noch liestman (wieder in jener Biographie): »Ueber Na-tionalphysiognomien, über den Wachsthum desmenschlichen Kopfs, und über den Unterschied inden Gesichtszügen von Mann und Weib, hatSchadow mancherley Materialien gesammelt, alsBelege zu Betrachtungen, die zu allgemeine» Re-sultaten führen können, und die er einst **) derWelt mittheilen wird". Endlich, anziehend genug:«Sein Haus und seine Werkstätte, welche er derGroßmut!) seines geliebten Monarchen verdankt,sind ganz für sein Kunstfach eingerichtet. SeinHang zum Schönen und Glänzenden hat ihn frey-lich in der Auszierung etwas weit über das Noth-wendige hinausgeführt. Dieß ist aber die Art sei-ner Landleute, der Berliner. Dadurch erhalten
sie das Ansehen der Reichen, während ihr Tischkärglich besetzt, ihre Dienerschaft kaum aufzufin-den, und ihre Garderobe ausser dem — mehr Bür-sten und Waschen, sich vom Schneider - und Haar-kräusler-Gesellen-Anzug nicht unterscheidet. Unddoch, man sage was man will: In Berlin machendie Kleider nicht den Mann, sondern die Art sichzu benehmen und sich auszudrücken", u. s. f. Auchvon SchadSrv's Zeichnungen nennt und beurtheiltz. B. die Zeitschrift: Ser/r« ll. nZ-16. einenSocrates im Kerker, auf dem dortigen Salon1800. als vortreflich. Unter den Freunden desgriechischen Weisen steht , man auch Moses Men-delssohn . Dann das Tüb. Morgenbl. 18081.G. H96. eine solche auf dem Berlinersalon diesesJahrs, in alter kräftiger Manier: Luther , wie erdie Sätze gegen den Ablaß zu Wittenberg anschlägt.Bisweilen ließ sich dieser angesehene Künstler auchzu Kleinigkeiten herab, und sah man z. B. nach ihmein von Volk artig gestochenes allegorisches Litcl-blättchen zu dem Ratender der Musen undGrazien, Derl. 1796. Die neuesten Notitzen vonSchadow befinden sich im Tübing. Morgen-blarte. So z. B. (1809. S. 9)8.) wie er imSept. dieses Jahrs, neben Tacel und Moser,die Zeichnung und Errichtung eines Sarkophagszu Haydn's Gedachtnißfeyer in der Freymäurer-loge Royal-Aork zu Berlin besorgte. Dann (I. c.i8w. S.^208.) die frohe Kunde, wie er sich voneiner gefährlichen Krankheit erholt hatte. Aufden Salon desselben Jahrs gab er zwey Basre-liefs: Ein Fürst empfängt die Huldigung der Land-stände auf dem einen, auf dem andern die Reprä-sentanten der Künste und Wissenschaften: TreflicheGedanken, charaktervoll ausgeführt (I. c. S. 10Z6.).In 1812. erscheint unser Künstler unter den neuproklamirten auswärtigen Ehren - und Kunstmitrgliedern der KK. Academie der vereinigten Künstezu Wien .
Schadow (Rudolph), auch der Jüngere ge-nannt, Bildhauer, Johann Gottfrieds ältererSohn, und desselben Schüler. Schon auf der Kunst-ausstellung zu Berlin 18«/,. sah man von ihm mehrereDuste»; dann eine Lampenträger!», und endlichdas für den Salon der vereinigten Kunstfreundezu Weimar gefertigte Relief der Szene aus einerWasserfluth, welches Alles von mehrern Kennern,in so ferne zweyde.itig gerühmt wurde, daß mauurtheilte: Bessere Hände hätten bey diesem letztem,unstreitig schönen Werke stark nachgeholfen. Gef-fsnri. Bl. Im I. 1807. heißt es von ihm imTübing. Morgenbl. (S. 86c,.): Er arbeitetemit Fleiß und Glück a» einer Copie des schönenParis zu Florenz ; ohne Zweifel nach einem Gypse.Auf dem Herliner-Salon 1808. dann waren vonihm ausgestellt: Sokrates Besuch bey der Theo-dor« (nach Lenophon lil. n.) ein Basrelief; Elek-lra und Orestes , eine Gruppe; und eine Kopie desApollo vom Belvedere, welche von seinem Fleißund aufstrebenden Talente zeugten. Tübing.Morgenbl. 1808. S. 596. Ferner auf demjeni-gen von 1810. zwey Gruppen: Julius Mansue-tus, sterbend in den Armen seines < ohns der ihnunerkannt verwundete, und Paris und Helena;beyde diese Werke, seines Vaters uno Lehrerswürdig. I. c. 1810. S. ,» 56 . In 1811. wird er,einer Nachricht aus Rom von, 26, Jan. (TübiMorgenbl. S. 226.) zufolge, nebst seinem nach-folgenden Bruder Wilhelm unter die kurz vorherdort Neuangekommenen deutschen Künstler gezählt.
— — (Wilhelm), Maler, der jüngett SohnJoh. Gottfrieds des Bildhauers. Bereits aufder ZZerliner-Kustausstellung 1808. sah man einvon ihm, in Verbindung mit Wilhelm Wach -gemaltes Altarblatt, welches von diesen beyden
''-) Unter den Kunsteroberungen, welcke im I. >807- im Schlosse ru Berlin von H. Denen requirirt, und nachParis geführt wurden, befand sich au» eine Nymphe auf einer Tygerhaut liegend, mit Castagnetten in der Rech-ten, eine sehr wohlgerathcue Nachahmung nach den Antiken, von Schadow. Tüb. Morgenbl. >807. «.675. Dann die Quadriga auf dem Bcandenburgetthor, von ihm modellirt, und von dem Kupferschmied Juryin Potsdam in Kupfer ausgtrieben. >. c. S. 9 ->- 7 .
*") Wohl nicht: »dreist", wie es durch Oruckfehier heißt.
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