Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1469
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Schale.

füll von ihm befindet sich in der Galerie zu Wien .Einen solchen (eines der bessern Blatter nach die-sem großen Gegenstand) hat Gmelin (»78a.) ge-stochen. Von ihm selbst schön geetzt und mit demGrabstichel vollendet nennt der Winklersche Gant-katalog eine traldigke Landschaft mit einem Rei-senden, »nd das Brustbild eines Bacha (wie manglaubt des Grafen Bonneval); lctztres selten. Ei-ner, später erhaltenen Notitz zufolge, hatte dieserKünstler, ehe er nach England und Holland gieng,eine weit feurigere und geistvollere Manier; alleindie dortigen Liebhaber hielten ihn zu einer fleißi-gem und gelecktem an, gegen welche er jene frü-here bessere verließ und sogar verachtete, aber auchdarüber — das Gesicht verlor. In seiner neuenManier dann soll er verschiedene niederländischeMeister auf's Täuschendste nachgeahmt haben.Von seiner Hand besaß H. Alexander Ryhiner inBasel , nebst mchrern Zeichnungen, einen nachdem Leben gemalten schwarzen spanischen Hengst,gesattelt und gezäumt, von einem Edelknaben inspanischer Tracht geführt; ein ganz vortreflichesBild.

Schale ( ). Nach einem uns sonst ganz

unbekannte» Künstler dieses Namens hat Gl. Mar-chaud zwey Blätter: !i> völuite, 8ujet galant,und Is Eonvrction gestochen. Lcolo

Bllem. Oben s. v. Marchand werden die Urbil-der eben dieser Blatter einem Schaller zuge-schrieben.

Schalenbevger (Michael). Ein solcherwurde 1622. während der unseligen Zeit des Knip-per - und Wipverwcscns, als aufferordenrlicherMünzmeistcr von der Stadt Nürnberg bestellt.MrlI's hlüimbergische Münzbelustigungen,l. ib6.

Schaler (I. L.), ein Maler, der vermuthlichin der ersten Halste des XVlI. Jahrhunderts zuUlm lebte. Luc. Kilian hat mehrere Bildnisse da-siger Gottcsgelehrtcn nach ihm in Kupfer gebracht.

Schalbaß, s. unten Schallbas.

Schalitz (Joh. Heinrich), beißt im: Ierzrle-benden LerpZ'g 170h. .S. 07. ein Glas- undWachskünstler daselbst in 1704.

Schalk (Madame), ein noch (1804,) lebendeKupfer- und Schrifkstecherin zu Mainz , derenArbeit sehr gerühmt wird.

— — ( ). So nennt auch Fiorillo (V.

56 ?.) einen englischen Bildnißmaler aus der Mittedes XVlll. Jahrhunderts unter denen, welcheeben nichts Besondres geleistet, und mehr oderminder sklavische Nachahmer von Knellcr und Ri-chardson waren.

* Schalken (Georg). Derselbe war Sohneines Rektors der Universität Dortrecht , und stu-dirte die Humaniora. Von ihm heißt es bey Ma-rkier.- »Er war einige Zeit Rcmbraiidts Nachah-mer; dann aber bildete er sich einen ihm eigenenGeschmack". Nach England gieng er gegen Enddes XVll. Jahrhunderts. Dort konnten ihn erstseine vertrautesten Freunde und Gönner überzeu-gen, daß er's in lebensgroßen Bildern mit Kncl-lern u. a. nicht aufnehmen dürfe. In seinem Aeus-sern war er zurückstoßend und barsch, wurde aberdennoch von den Engländern mit Auszeichnungbehandelt, und gewann große Summen. Schondas Lex. erzählt (etwas unverständlich), daß erden König Wilhelm von einem Nachtlicht beleuch-tet malte, und den Monarchen das Licht so langehalten ließ, bis ihm der Talg die Hände beträu-felte. Daß überhaupt (wie ebenfalls schon dasLex. bemerkt) die Hände)» s. Bildern plump waren,läßt sich begreifen, wenn die Anekdote wahr ist,daß er einer Englischen Dame (we'che sehr schöneHände hatte, und es ohne Zweifel wußte) , alsihr Kopf fertig war, und sie ihn fragte: Ob ernun auch, um ihre Hände zu schildern, nöthig

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habe, sie zu .sehen, zur Antwort gab: Das seyüberflüßig, da er gewohnt sey, alle seine Händenach denjenigen seines — Knechts zu malen. Ro-bert Graf von Sunderland beschäftigte ihn zu Alt-horp; ein Meisterstück von ihm hängt in der Ga-lerie zu Windsor (Fiorillo V. 5 > 5 .), und in derzu Oxford der Dodleyanischen Bibliothek anliegen-den Gemälde- Galerie sieht man die kleinen Bil-der seiner sieben Todsünden. II. 220.

In Frankreich besaß einst der Herzog von Orlcansvon ihm vier Bilder; unter diesen eine Manns-person, die einer Dame einen Ring schenkt, eben-falls vom Wachslicht beleuchtet. In der Galeriedes Museum befindet sich eine H. Familie vonseiner Hand, welche bey Landen XlV. 12). ineinem Umrisse abgebildet ist, der freylich von demCharakter eines solchen Meisters wenig geben kann.Dort wird bemerkt: Nachdem Schalken in Hol-land zurückgekehrt, habe er, um viel Geld zu ge-winnen, flüchtiger als bisher gemalt; was aber,weit entfernt seinen Werken etwas an ihrem Werthezu benehmen, denselben vielmehr eine Grazie '?)und Leichtigkeit gab, woran es ihnen sonst man-gelte. Unter den Französischen Kunsteroberungenaus Deutschland , sah man auf einer dießfäüiacnAusstellung zu Paris am r 4 - -Okt. 1807. (als Iabrs-tage der Schlacht bey Jena ) auch zwey Bildervon ihm: Einen St. Hieronymus , und einereuende Magdalena. Tüb. Morgenblarr 1807.S- ingö. In Deutschland besitzen von Schal-ken: Die Galerie zu Mien ein Mädchen, dasein Licht in eine Laterne steckt; zu ihrer SeiteSpieler und Schmaucher. Diejenige zu Mün-chen zwey H. Familien mit Engeln, und einebüßende Magdalena, lebensgroße Halbfigur (wasbey unserm Künstler selten in), ein Nachksiuck.Männlich urtheilt von ihm , daß, nebst der Wahr-heit des Effektes, eine angenehme L jchtigkcit über-haupt zu seinen Vorzügen gehöre, und fetzt dann(etwas köstlich) hinzu: „Seine Werke gefallendem Kenner mehr, als sie ihn befriedigen " Düs-seldorf (wo sich Schalken eine Zeitlang in Dien-sten des Knrfnrsten Johann Wilhelms von derPfalz aufhielt) hatte einst: Eine Verspottung Christi,4, ro" hoch, Z' lv" breit; dann zwey büßendeMagdalenen (eine vielleicht die schon oben in Mün-chen genannte; die andre, welche ihren Schmuckvon sich wirft, letztre von einem himmlischen Licht-strahl beleuchtet ; die fünf klugen und fünf thö-rigtcn Jungfrauen („sehr natürlich gemalt", sagtder ehrliche Joseph Barsch ; endlich ein Mäd-chen , das dem andern das Licht ausbläst. Salz-thalum einst 5 . Bildnisse: Eines alten Philosophen,vor ihm Bücher und ein Todtenkopf; eines Jüng-lings der einer Maske den Finger in den Mundsteckt; eines Mädchens, das ein Kohlbecke» an-bläst; eines jungen Manns mit larcm Glase ; end-lich ein halb nackendes Frauenzimmer im Nachden-ken, ein altes Weib neben ihr, lebensgroße Halb-fignren; Lasse! die Frau im Evangelio, die denwiedcrgcfunbnen Groschen ihren Freunden beymLicht sehen laßt. Die Figkwen stellen den Künst-ler selbst und seine Familie vor. Dann das Bild-nis; seiner Fra», mit einem Eisenknchen in derHand. Hirsch ing's Hxashr. v. Aunstjaiiim-lungeii V. 2)6. Sansscuict' einen fischendenKnaben; der Prinz von Preussen, eine schönejunge Dame, die sich wahrsagen läßt. l)om-mersfelden am Meisten!(/. Bilder ; danintcreine Flora, Syrinx und Pan lebensgroß, Jupi-ter erscheint Ecmelm mit. Blitzen (Juno schauthinter einem Vorhänge.zu), eine Kränzcbindcrin,u. s. f. Wie genau er überhaupt die Wirkungendes Lichts und zwar nicht etwa bloß des Kerzcn-sondern auch des — Sonnenlichts studirt, undwie wahr er solches darzustellen gewußt, führtman das Mädchen an, dessen Gesicht sein Lichtdurch ihren vo» der Sonne beschienenen Fächer,»»nd ein'Anderes, welche das seinige fast ganzdurch einen cramoifin rothe» Vorhang erhalt.Gestochen und (noch mehr» geschabt nach unsermKünstler haben: I. M. Ardcll, F. Basan, P,