i5Z2 Schoen.
gebe« will. In ein Detail von ZZartsch's Litteraturnäher hinein zu gehn, wird niemand von uns er«heischen; einzig bemerken wir, nach der von RostI. 96—99. getroffenen Auswahl des Letzten, daßdarunter gehören soll: Line Geburt (B- N°. 4-),und die Anbetung der Könige (B. N° 6.), auchdeswegen, weil Rost wissen will, daß solche dietreusten Nachbildungen seiner zwey Gemälde in derSpitalkirche zu Colmar seyen. Dann: Christusam Kreuze, wo vier Engel in der Auft schweben,und das Blut in Kelche fassen (B- 26.), was Rostein Capitalblatt nennt, eben so wie den Tod derH. Jungfrau (L. N°. 33 .); eben so: St. Anton von den Teufeln geplagt und in die Luft entfuhrt(D N°. 4 /-), also jenes Blatt, das, nach vasari,M. Angelo. von dem Seltsamen und Mannig,faltigen der Composition desselben bewogen, inseiner Jugend soll colorirt haben, was auch sonstmehrmals copirt worden sey, so jedoch, daß sichder Urstich durch die starken Etichelzüge in der Luftbestimmt erkennen lasse; St. Jacob Major, der diechristliche Armee gegen die Ungläubigen anführt(L. 53 .), von welchem Rost vermuthet, daßsolches, als nicht ganz beendigt, Martins letzteArbeit seyn dürfte. Wir endlich bemerken noch,nach Barrsch, von weltlichen Gegenständen, weichedie ältern Künstler so selten zum Vorwürfe ihrerKunst machten, folgende, eigentlich Gattungs-stücke: Des Bauern Abfahrt zum Markt; denMüller mit seinen Eseln; die beyden Reisenden;die Rauferev zweyer Golbschmiedsjungen Endlichvon Thieren: Den Elephant, den Drachen, denHirsch und das Reh, und die Schweine. Daßalle diese Blätter von mehr und minder äussersterSeltenheit seyen, versteht sich von selbst. - DieMeister hiernächst, welche seine Blätter theils mitseinem Monogramm» theils ohne dasselbe nach-gestochen haben, sind vornehmlich: Israel vanMecken und Wencesl. von Ollmütz; dann R. deMey, N. Rosa und einer der Wierxe. Einigenennen noch den Florentiner Gherardo, und M.Wohlgemukh. Ferner kennt man nach Schon-gauers Erfindung, von W. Hollar geetzt: Einmit Eichenlaub gekröntes Mädchen, und ein an-deres, in reichem Kopfputze (beydes Brustbilder);auch ein Fuchs nach. ihm scheint von diesem Meisterzu seyn. Dann einen Erzengel Michael , ganzerStatur, das Schwert in der Rechten, und dieWaage in der Linken, ausdrücklich mit: IU.8. pinx.bezeichnet, und gestochen von Balth. Schwanczvinkler). — Daß Martin auch in Holz ge-schnitten habe, ist ein Irrthum von Vielen, derwohl bloß daher rühren mag, weil hingegen seinMeister Lupert Rüst wesentlich Formschneider war.Die (elenden) Deutschen Lunstbl. (4°) Heft l.Anz. S. 7. machen dann vollends auch Schöneinzig zu einem solchen, und wollen noch überdießwissen, daß seine Schnitte schon^igöo. (?) sehrbekannt gewesen. — Von seinen äusserst seltenenGemälden besitzen in Deutschland , unsers Wissens,einzig die Kais. Galerie zu N)ien und diejenige zuSchleisheinr. Erstre: Einen St. Sebastian amStamme mit Pfeilen durchschossen, ein ganz kleinesBild; dann ein 3 ' 2" hohes Altarblatt mit zweyFlügeln, welche einst die Deckel, der Mittelstückeausmachten; dieses mit Christo am Kreuze, dasdurch die von St. Johann unterstützte Maria um-faßt wird, nebst einem Mann und einer Frau (wohldie Stifter dieser Gelübdetafel) auf den Knieen;der rechte Flügel mit St. Magdalena die das Bal-samgcfäß trägt, der linke mit St. Veronika, diedas Schweißtuch vorweist. — Schleisheim vol-lends fünf große Bilder, von welchen von Männ-lich im Katalog der Münchner-Galerie I. 58 i. ohnesie dort zu nennen, urtheilt: Sie seyen die schönsten,welche der Zahn der Zeit und der Barbarey bis aufuns von diesem Meister erhalten habe. „Es herrschtdarin" (fährt er fort) »eine Sanftheit, Unschuld,und so hohes Ideal von unbefleckter Tugend in denweiblichen Köpfen, die alle nach der Natur gemalt
^) Die nähere Beschreibung erwarten wir in H. vonwelcher uns bisher nicht zu Gesicht gekommen ist. De
Sch oenberger.
zu seyn scheinen, daß man die Unverdorbenheit derSitten seiner Zeit (?) sehr deutlich daraus ersehenkann". Und was sonderbar ist, es soll, nebstseinem Monogramm, mit 1624. bezeichnet seyn. *)
— — ( ). So hieß ein MalerBerlin,
wo er (wie uns eine Berlinerzeitung beyläufig sagt)in »809. verstorben war.
— — ( ), ein Künstler (Maler oderPous-
sirer) an der Porzellainfabrik zu Meißen . Auf denDresdner -Kunstausstellungen 1797. u. 98. traf manschöne Sachenvon ihm, z. B. einen Liebesmarkt, an.
Schönaich (von), Lieutenant eines Chur -sachsischen Kürassierregiments. Nach seiner Zeich-nung hat man zwey in Kupfer gestochene Pläne,welche die Stellung der Preussischen und Sächsischen Armee bey Pirna im Jahre 1756. enthalten.
Schoenau (Frau von). Auf der Berliner-Kunstausstellung vom Jahre 1797. bemerkte manmit vielem Vergnügen ein von einer solchen Damein Seide gesticktes Bildniß Raphaels, und aufderjenigen von 1800. diejenigen des Kömges undder Königin. Le»-/r» II. 5 . 120. chkc.
Gchoenauee (Johann Heinrich). Don einemuns sonst unbekannten Kupferstecher dieses Namenswird irgendwo ein Bildniß von I. I. Grynäus,ohne andern Namen als den seinigen, angeführt.
Gchoenbach (Johann Gottlieb). So heißtim: Rönrgl. Dresden , ohne Weiteres, ein dor-tiger Edelfleinschneider 1728.
Schoenbachl (Franz Taver). Und so ir-gendwo ein Kupferstecher, der zu Maria Einsiedelnin der Schweiz ein Bildniß des H. Niclaus vonFlue geliefert habe.
Schoenberg, auch Schoemberg (Chri stian Gotthelf ), Kupferstecher zu Leipzig , geb. zuDresden 1760. Von ihm führt Mensel II. ver-schiedene Prospekte zussk.E.Leske's Reisen durchSachsen ( 4 °. Leipz. 785.) nach Joh. Sal. RichtersZeichnung, und zu Hirschfeld's Gartenkunst, nachSchuricht und Englischen Blättern an. In 1786.gieng er mit einem andern Künstler (LJabholz)nach St. Petersburg , und ist wahrscheinlich der-selbe Schoenberg, der daselbst 1794. die Ab-bildungen der dortigen Husirer (Ausrufer) in Aqua-tinta-Manier ( 3 . Hefte) mit Beschreibungen gab.Noch kennt man von ihm eine Landschaft mit Viehnach Berghem. Die Blätter zu Leske sind nursehr mittelmäßig. Auf derjenigen zu Hirschfeldnennt er sich Schoemberg. Neueres ist unsnichts von ihm bekannt; immerhin aber irrig, daßMeusel N. K. L. (1809) ihn noch unter den zuLeipzig Lebenden nennt. ^/§c. Oonk. Leipz. ge-lehrt. Taged. 1786. S. 125. u. ff.
Schoenberg (... von) auf Rothschoenbergund der ältere Graf Einsiedet werden 1795. alsSchüler von Klengeln zu Dresden angegeben.Alade Dresd. S. 18.
Schoenberger ( ), Zeichner und Land-
schaftsmaler zu Wien , und zwar einer der vorzüg-lichsten neuerer Zeit. Von seinen Lebensumständen»st uns so gut wie nichts bekannt, ausser daß er einSchüler von Wutky war, um 1798. sich in Böhmen befand, um die interessantesten Gegenden dortigerBesitzungen der Fürsten von Gchwarzenberg undvon Lobkowitz nach der Natur zu zeichnen; einigeJahre zu Constanz lebte, wo er sich unglücklich ver<heyrathet hatte; späterhin wieder nach Wien gieng,und in wenigen Jabren ein trcflichcs Bild nachdem andern lieferte, besonders aber in der schönenund gefälligen Landschaft unter seinen Zeitgenossenschwerlich Einen seines Gleichen hat. Auch wurdeihm ein Sonnenaufgang von der Kaiser!. Akademiezu Wien mit 1000. Dukaten bezahlt. Mehreresvon ihm führt Meusel's h». R. L. an, was
Männlich neuem Katalog der Schätze zu Schleisheimr ältere enthält solche nichr.