I5Z8 SchoonrIans.
* Schoon - Jans (Anton)/ geb. i 65 Z. oder
55 . Von Leopold I. wurde er zu seinem Kammer-maler ernannt. Zu seinem Besten gehören seineBildnisse der ersten Hofbedienten damaliger Zeitzu Wien , und einige Altartafeln, die man daselbstund in andern Stadien der Oestreichischen Mo-narchie von ihm antrifft. Mit Erlaubniß dortigenHofes nahm er einenRufnach England an, und Iio-rillo V. 5 o 8 . glaubt, er sey der Sevonyans, denWalpole S- 3 / 5 . anführt, und von dem es beydiesem letztern heißt, es werden einige Bildnisseund Verzierungen in Little-Montagehouse von ihmaufbewahrt. Aus England kehrte-er nach Holland zurück. Das übrige erzählt das Lex. Nach Hei-ne cke zIachr. I. 8Z. kam er nach Berlin aufseiner Rückreise aus Italien über Wien und Hol land , und malte dorr einige Damenbildnisse alsTürkische Sultaninen; und heißt es I. c. „Er warein sonderbarer Mann, und konnte nirgends langebleiben". Nach Wien gieng er das zweytemal 1716.In deutschen Gallerien sieht man von ihm: Inderjenigen zu München : Den keuschen Joseph inLebensgröße, und das Brustbild einer alten Frau,mit einem Buch in der Hand. Zu Düsseldorf einst: Laban, wie er mit Jacob auf fernere siebenJahre unterhandelt, in Beystand des Engels Ra-phaels, und der — Lea, und (als Pendant) Jobvom — Teufel geplagt (7/ 9" hohe, (? 1" breiteBilder); die Wiederaufnahme des verlorenen Sohns( 5 < hoch, Z/ breit); ein Narciß (/si 8" hoch, 6^ 8"breit); dann sein eigenes Bildniß, und dasjenigeeines Mädchens, mit einem Vögelchen auf derHand. Zu pommersfelden eine Cleopatra mir demPocal und der Perle. Zu porsdam den Kronprin-zen Friedrich Wilhelm als junger David, sehredel und groß, mit entblößter Brust und Beinen,und mit der Schleuder in der Hand. „DasColorit'' (sagt Oesterreich , der unsern KünstlerDirector der Malerakademie zu Wien nennt) „ brücktmit vieler Kunst und Starke die Natur aus". Dannebendaselbst die Decke eines kleinen Cabinets, aufgoldenem Grund, sehr angenehm gemalt. SeinBildniß, ebenfalls von ihm selbst gemalt, befin-det sich auch in der Galerie zu Florenz , und istvon F. Gregori gestochen; eben so jenes aus der Ga-lerie zu Düsseldorf in dem bekannten Werke überdieselbe. Dann kennt man nach ihm von Thourn-eiser diejenigen des Kaiser Josephs l. und Fried-rich Augusts, Königes von Polen . In neuernTagen: Die Vestalen, ein schönes Blatt, in Roth»kreidcnmanier, von H. Sinzenich. Noch
ließ uns jüngsthin über diesen Künstler einer un-srer Freunde Folgendes zugehn:
„Daß man in manchen Quellen der Kunstge-schichte unsern Maler in irriger Schreibart trift,beweist gegenwärtiges Supplement, wo er alsCboonjans, und dann das Lex. wo er gar alsSquoniam vorkömmt. Das in letztern angezeigte,von Lhourneiser nach ihm gestochene Bildniß desKönigs August ist selten; vielleicht irrt aber dasLex wenn es ebenfalls Thourneisern den Stich desBildnisses Kaiser Joseph I. zuschreibt. Wir lesennämlich in einem Kupferstichverzeichnisse: Jose-phus I. zu Pferde in Lebensgröße; über ihm dieGerechtigkeit und das Glück in den Wolken,§cüoo»-Aa»5 pmx, Ki/ran so. 1694. auf
8. großen Regalblättern zum Zusammenlegen. AuchRost I. 280. nennt ein Bildniß Joseph 1 . vonKilian, aber ohne Namen des Malers."
* Schoor, s. Schor.
Gchoore, s. unten Schure.
* Gchooten, auch Schoren und Scho-
tanus (Franz von). Derselbe war eigentlich einMathematiker und Philosoph und lebte zu Amsterdam und Leiden, wo er zwischen 1627. und iv 5 i. blü-het«, und 1649. als Professor Matheseos an letz-tem Orte stand. Er war Herausgeber mehrerermathematischer Werke; wie z. B. der Kriegsbau-kunst des S Marokois, und dann der: 6<-c>-merria a /(err. 4 ". 649. und b)<i. nov.
Hmstel. 65 g. Und bey diesem letztern Werke ist
Schorer.
es, wo sich das im Lex. angeführte, von ihm selbst(1644 ) geetzte Bildniß des Cartestus, ohne wet-tern Namen als den seinigen, befindet
* Gchooren (Georg oder Joris van). Nachihm hat I. Suyderhoef das Bildniß des Gottes)gelehrten A. Heidanus gestochen.
* — — od. Schoren (Hubert van). Vonihm kennt man z B. das Bildniß des Gottesgerlehrten I. Lassenius, ohne weiter» Namen alsden seinigen. Ohne Zweifel ist er derselbe, denBasan (Lä. seo.) H. Schonte hcißt, der nacheigenen Zeichnungen mehrere Ansichten von Am sterdam gestochen habe, und eben so mir dem Zeich-ner und Kupferetzer H. Schoure der nämliche, vonwelchem der Winklersche Ganrkatalog eine Folgevon 12. perspektivischen Ansichten der vornehmstenholländischen Dörfer, mit artigen Figuren stafrfirt, anfuhrt.
Schoper (Johann). So nennt Doppel-mayr, ohne Weiteres, einen 1670. verstorbenenGlasmaler zu Nürnberg .
* Schöpf, s. Schoepf oben und im Lex.
Schoppfer oder Schopp (G. H ). Ir-gend ein Kunsiverzeichmß führt von einem solchenschwarz geruschte Handzeichnungen (Bären undPanther) in qu. 4 ". an. Sollte vielleicht sein Nameeigentlich Schöpf seyn?
Schor, auch Schorer (Andreas), ersteresist sein richtiger Name, gebürtig von Augsburg ,kam als ein armer Mann nach Sangerhausen inSachsen , und ernährte sich hier mit der Mahle-rey. Er erlangte großen Reichthum, und starbendlich i 635 . als Bürgermeister in genannter Stadt.S. Müllers Chronik von Sangerhausen .(Leipzig und Frankfurt i? 3 i.) S. 209.
*— — (Hans), Bildnißmalcr zu Augs burg
, wo er ansäßig war, arbeitete daselbst umi 586 mit vielem Fleiße. D. Custos hat nach ihmetwas uns Unbekanntes gestochen, v. SteetenRunst- Gerverb- und Handwerksgeschichrevon Augsburg (Augsburg 1779 -) S. 280.
* — — (Joh. Ferdinand). Seine ausführ-liche Lebensgeschichte bey Pelzei, aus welcher derkurze Art. des Lex. gezogen ist, verdient nachge-lesen zu werden, und zeigt in einem neuen Bey-spiel , was deutsche Rechtschaffenheit und Fleißeines einzigen Mannes Alles zu leisten vermag.
* — — (Joh. Paul und Egidius). Lanzi(Lei. terr. II. 191.) heißen sie Scor. Joh. Paulwurde in Italien gewöhnlich Joh. Paul Tedesco,ohne Taufnamen , genannt. Zu dem Werke Ath.Bircher's: Nusurgis universalis (storuse i 65 o.Fol.) hat er das Titelkupfer und ein Brustbild desErzherzogs Leopold Wilhelm von Oestreich, Gou-verneurs von Belgien und Burgund , gezeichnet;das erstere hat Baron, das letztere P. Pontiusgestochen. Hinwieder gab Tbeod. Matham nachseiner Zeichnung (äel. stomso) ein allegorischesTitelkupfer zu Bircher's: Nuntius subtsrraneus(-zmstelvti. i6t)5. Fol.). — Von Egidius kenntman auch das Leben und die Wunder des H. Tho-mas von Villanova, auf Blattern. Hinwie-der soll nach ihm Barch. Krlian ein großes The-senblatt: jusepkus, ^rcinciux ^.ustrlse gestochenhaben.
Schorer (Andreas), s. oben Schor.
— — (Gottfried), ein Malen,, geb. (entwe-der zu Augsburg oder Verneig) i 554 - und 1686.unverheirathet gest. 1« Venedig . Seiferr'sStammtafel gelehrter Leure Th. II. Sei»Geschlecht, Isttter. L Oen. 8. M. 6.
— — (Hans Christoph). In derBreslauer-Sammlung der jIarur- und Lunstgeschichte,