>543 Schubart.
1812. auf dem Hoftheater zu Cassel eine physika-lisch-optische und chemische Vorstellung, wobey,nebst einigen Automaten — und Laschenspielerkün-sten u. d. gl. auch Geistererscheinungen, wie z. B.der hochstieligen Königin von Preußen (!) erblicktwurden. »Des Herrn Professors Erklärung imWieneraccent hatten, ohne sein bescheidnes einfa-ches Wesen, den nachtheiligsten Eindruck gemacht."So heißt es im Jour»,. d. Lup. u. d. Mode.1812. Jun. S. 583 — 8 /,.
Schubart od. Schubareh (Christ.Friedr.),Maler zu Dresden , welcher der wissenschaftlichenReisegesellschaft zugegeben wurde, die KönigAugust r/Zi. unter der Leitung Hebenstreits, vor-züglich der Naturgeschichte wegen »ach Amerika sandte. In 172Z. kamen er und seine Gefährtenvon ihrer Reise zurück. Sächs Burkab. »73».S. 164. — Jccanders remarq. curieuseBriefe, XIII- und XIV. Paquet. Leipz. i?Z 5 .G. ihr. Nach ihm (X'c/rr-ün-'t äel.) hat Krüg -ner eine ausländische Pflanze, welche 1722. indem Garten von Casp. Böse zu Leipzig blühte,in Kupfer gebracht. (Da 1746. und 1726. diesePflanze nochmals Blüthen trieb, so benutzte manwieder gedachte Kupferplatte, indem man die Jahr-zahl 1722 auslöschte, und nach und nach gedop-pelt umänderte). Eben so etzte Krügner nachGchubarr's Zeichnungen 24. Tafeln zu dem latei-nischen Verzeichnisse der Pflanzen, die der Gartendes Professors A. F. Walther's zu Leipzig (lüp-sias 175h. 8°.) enthielt, Aksr.
— — (Christian Gotthard), s. Gerrerich(Ephraim Benjamin).
— — (David), Maler zu Würzen in Sach sen , wo er im Jahre 1607 an der Pest st. LV-Mamphrasius verzeich. der fünfzehendshalbhunderr Personen, so zu LVurzen von»». Januar iv«7 — 1. Jan. 1608. r-erstarben.(Leipzig 1608. 40,) S. g6.
— — (Paul), ein Gießer z» Zeitz , wo ersich »622. aus Melancholie ums Leben brachte.
* — — (Peter), s. Ebrenberg.
— — ( ). So heißt bey Retter imAnhange S. 212. ein aus Sachsen gebürtigerMiniaturmaler, geschickter ehemaliger Schüler desProfessors Camerata, der um 1788. zu Hamburg lebte. Neueres haben wir von ihm nichts ver-nommen.
litisch. Anzeiger Jahrg. »8n. S. 1072. findetsich ein Av'ertiffement von einem solchen, woriner sagt, daß er ein Maler aus Danzig sey undjetzt seinen Aufenthalt zu Freyberg, im Suchst,fchen Erzgebirge , genommen habe. Er anerbie-tet dabey seine Dienste in der Oehl - Miniatur-Pastell- und Zimmermalerey; so wie auch um Ge-genden aufzunehmen, und richtig in die modern-sten Kupfer (?) zu stechen, gegen »billige Bee»zahlung."
— — (von), zeichnete, nebst Wieland, einesehr gute Karte vom schlestschen Riesengcbirge,die 17ZO. zu Nürnberg bey Homanns Erben er-schien. Berliner Monatsschrift 1782. Bd. I.Erste Hälfte. S. 536 .
— — s. auch die gleich ff. Art. Schubert.
Schubert (Balthas.), Werkmeister; erbauteum 1629 den Thurm der Stadtkirche zu Eyben-stock im Erzgebirge . I. p. Oettel Histor. v.Epbenstoct (Schneeberg »7^8. 4°.) S. (,6.
— — (Christoph), s. ob. Schreiber (Sam.).
— — (Johann Christian). So heißt in:Dresden zur Benntiiiß seiner Häuser, oh-ne Weiteres, ein dortiger Bildhauer -798.
— — (Johann David , gewöhnlich David),geb. zu Dresden 1761. Sein Vater, ein armerOrgelbauer, aber guter Architektur-Zeichner, führ-te ihn schon als Kind zum Zeichnen an, und gabihm eine gute Erziehung. Nach desselben Tode
Schubert.
1772. nahm sich ein getreuer Vormund feiner an,und brachte ihn auf die Akademie, wo er unterder Leitung des Director Hutin's, des jungemLandschaftmalers Klaß und des Pros. Casanova,namhafte Fortschritte machte. Anfangs bestimmteer sich für das BataiUenmalen; nachwärts wähl-te er überhaupt das Geschichtliche, sah' sichaber, seiner Armuth wegen genöthigt, fast immerbloß zu Kupfern und Vignetten für die Buch-händler zu zeichnen, und daneben noch Lehrstun-den zu geben, bis er endlich 1781. eine Maler-stelle in der Porcellanfabrike zu Meisten und spä-terhin (1790. oder gi.) das Lehramt in dortigerZeichenschule erhielt, wo er, so viel seine durchübertriebenen Fleiß schwach gewordene Augen eserlaubten, im I. 1796. noch immer thätig war.Allen Kennern und Kunstliebhabern ist dieser Künst-ler vorzüglich als ein richtiger und fester Charaftterzeichner bekannt. Auch gedenkt er noch, ver-schiedene von ihm selbst geetzre Blätter herauszu-geben, in welchen er, wie wir hoffen, ganz dasausdrücken wird, was in so Manchem, was an-dere Künstler nach seiner Zeichnung für Buchhänd-ler geliefert haben, verfehlt wurde. Seine sau-bere Nadel ist schon aus Weisse's ABC Buch be-kannt. So hieß es bey Rost II. 270—72. schon1796. Noch früher (1785.) werden irgendwo vonihm angeführt: Zwölf auSgekuschte und illumi-nirte Kupfer zu Geuerks Fabeln und Erzählungen.Allein auch seit jener Zeit treffen wir ihn nichtals Stecher, sondern einzig als Zeichner, biswei-len selbst als Maler an. So zeichnete er z. B.die mehrern der 12. schönen Blätter zur Charak-teristik Luthers und Friedrich II. für den erstenBand des Pantheons der Deutschen , welcher 1794.zu Chemnitz erschienen war; dann im nämlichenJahr diejenigen zu Beckers Taschenbuch zum ge-selligen Vergnügen. Eine einsichtige Beurtheilungderselben siehe im: )ourn. kür bilclenlls Künste8.26 -29. Dort heißt: Friedrich, wie er den Kam-merdiener Glaser, der ihn hatte vergiften wollen,inö Aug' faßt (gestochen von Ringk) das gelun-genste von allen; hingegen eben dieser König, alszürnenden Richter (gestochen von Arndt) das un-bedeutendste. Die übrigen Stecher waren: Ber-ger, Dornheim , Geyser , Kohl und Schule. Inspätern Tagen dann sah' man von ihm z« B. aufdem Dresdner -Kunstsalon 1800. ein historischesGemälde in Del: Koriolans Mutter, wie sie mitdessen Gattin und Kindern ihn dem Vaterlandwieder gewinnen will, was in den Deutsche »»Runstblarrer», G, 50 — 5 i. im Ganzen, fürComposition, Zeichnung, Colorit und nüchternenAusdruck, sehr gelobt wird; ferner 1802. ein ir-gendwo ebenfalls sehr schön genanntes Gemäld:Psyche, die den schlafenden Amor beleuchtet, und(wieder nach einigem Stillstände) auf der Aus-stellung 1806. in Oel, »seinen" (heißt es in derJen. L- Z. e. a. I. B- »55 ) „längst er-erwarteten Abel", der (nach Geßner) dem kran-ken Vater den von einem Engel zubereiteten Heil-trank überbringt; ein Bild, das dort ironisch ge-nug gerühmt wird, und von dem es hinwieder(man merkt auch nicht recht in welchem Sinne)in Meusel's Archiv II. (I.) 91. heißt: Daßsolches bis auf die kleinsten Umgebungen mit Fleißbehandelt sey. Noch an einem dritten Ort wirdbemerkt, daß man die Composition nicht übel,dann aber gegen Zeichnung und Colorit, und dasColossalische der männlichen Figuren insbesondersManches einzuwenden fand. Und endlich lesenwir von ihm in den neuesten Tag?n, in einemöffentlichen Blatte, daß er, nebst Andern, für sBeckersche Augusteum „mit Fleiß und Ernst",doch nicht so gut als Matthäi, gezeichnet habe;anderwerts hinwieder gerade das Gegescheil: Daßer unter den Zeichnern für dieses Werk der beßcesey. Gestochen nach ihm sind auch die histori-schen Kupfer im Leipziger-Taschenbuch zur Frei.deauf 1802. u. s. f. Früher ein allegorisches Blattauf die Revolution, von H. Lips, welches An-fangs j. Gr. späterhin (1807.) bloß — 2 Gr. ko-