Schuh.
nur Weniges bekannt. Einzig wissen wir, daßer sich Anfangs mit Schaumünzen- und Antiken-stechen zum richtigen Zeichner in Figuren zu bil-den gesucht, und nebenher mit Perspektive undArchitektur beschäftigt hatte. Wie es scheint,war es der Geschmack an dieser letzter», der ihnum 1778. auf den Gedanken brachte, in Aaberli-scher Manier, die interessantesten Kirchen, Pal-läste und öffentlichen Plätze dieser Hauptstadt,nebst ihren Umgebungen, den Nationaltrachten,u. s. f. nach der Natur cvlorirt zu liefern. Zudiesem Zwecke vereinigte er sich mit einem andernjungen Wiener-Künstler, I. Ziegler, und spä-terhin noch mit einem drittelt, Jancsche (richti-ger Janrscha). Schütz, als Liebhaber der Bau-kunst, wählte das Innere der Residenz, u. Zieg-ler die Vorstädte und umliegenden Gegenden.Das Werk erschien einsweilen in drey Lieferun-gen (1779—8Z.) zusammen in 36 . Bl. von i 5 "Höhe und 17" Breite (von welchen das Blattim Subscripkionspreise i. fl. §8. kr. späterhin einDrittheil mehr kostete) im Verlage von Artaria .Denselben folgte 178/). (2. K. 1787.) noch eineschöne Hauptanstcht der Stadt, vom Belvedereanzusehn; und im Verfolg noch eine neue Fort-setzung don 9. Blättern. Das Ga-sze sollte aufsteigen (s. K. es sey wirklich auf 62. gestie-gen), die auch einzeln, das Blatt zu 2. fl. ver-kauft worden; auch Bartsch habe daran gearbei-tet, u. s. f. Alles einem Katalog erwähnter Kunst-handlung zufolge. Allerdings sind diese Blättertreu nach der Natur, aber dabey mit solch har-ren Farben colorirt, daß hier das Aug' allesSanfte und Gemilderte vermißt, was man hin-gegen in den Aaberiischen Blättern (wie weitmehr noch an den spathern Nieter, Biedermannund Lory!) so sehr schätzen muß. Verzeichnisseund wahrhaft unterrichtende Beurtheilungen ver-leiben finden sich in Mensel's Miscelk. XIIl.4 —n. XX. 89—96. XXIll. 279. u. f. XXVIl.-8). u. f. Dann in Ebendess. Mus. l. 67.und ff. Immerhin verdient diese Sammlung —man möchte sagen, eben der peinlichen Treue derDarstellung, und namentlich auch wegen ihrerEtaffirung mit zeitgemassen Figuren, von Lieb-habern aufbehalten zu werden. An den ersten 36 .Blattern waren indessen nur 12. unsers Schu-tze'« Arbeit. Neben denselben kennt man nochvon Einzelnem: Zwey Landschaften mit Ruinen,dem Architekt von Hohenberg zugeeignet (1768.);zwey Souterrains, das eine mit Joseph vor Pha-rao , das zweyte mit Daniel in der Löwengrubestaffirt (1772.); eine Landschaft, mit Moses imWasser; ein allegorisches Blatt mit den Medail-lons von Maria Theresia und Joseph (1780.);ein andres auf den Tod der Erster»; all' Obi-ges nach eigener Zeichnung. Dann eine Ansichtvon Belgrad , nach dem Kapital" Macini, unddie Schlacht von Martienstie, nach dem Ingeni-eur I. Petrich. Anderwerts wird von ihm nochein Kindermord, ohne weiter» Namen als denscinigen angeführt. Dann rubrizier das Verlags-verzeichuiß des Wiener Kunst- und Jndustrie-komptoir r 8 o 4 - von ihm 3 . Blatt Architekturstücke(jedes zu 36 . Kr. 8. Gr) u. eigner Erfindung. Auchdas durch den Grafen waldstem und ProfessorAiraibei herausgegebene Prachtwerk: Oescriprio-nes ct Icones plLnticruru rariorurn Hun^arias(Vc>I. I. Viennae 1802. gr. Fol. »l. 100. gefärbtenKupfertaf.) gedenkt seiner in der Vorrede, wo esheißt, daß der nunmehr verstorbene Carl Schütz ,ber varer, die meisten Blätter dieses Theiles,nach den Zeichnungen seines Sohnes Johannradirt habe. Rost il. 3 v 4 — 5 . dichter-. M§c.G. auch den gleich folgenden Artikel.
Schütz (Carl), ein, wie wir doch fast ver-muthen, anderer Wienerkünstler dieses Namens,war Landkartenzeichner. Von seinen Arbeiten,welche ebenfalls bey Artaria erschienen, bemerken
y Nach Eberlei» S- 228. und Zo. Zweyhat eine solche. Das Lrnr-ge, w>',e wiv von
Schütz. r§5i
wir folgende: Die Königreiche Bosnien , Servi-ert, Croatien und Sclavonien 1788 (1. Rthlr.);die Moldau, Wallachei, Beßarabien u. d. Krimmnach dem General Bauer, und I. F. Schmid,gestochen von F. Müller 1789. (i. Rthlr.); Böh-men , Mähre», Schlesien und die Laust; 1790.(i. Rthlr.); Pohlen und Litthauen, von Müller ge-stochen (20. Gr.), u. s. f.
Schütz (Christian Georg), der Festere, kamschon 17)1. bey Hugo Schlegel zu Frankfurt amMayn in die Lehre, und ließ sich nachwärts 1749.(nicht 4 g.) daselbst haushablich nieder. Anfangsbeschäftigte er sich auch dort noch hauptsächlichmit Frescomalerey an den Außenseiten mehrererHäuser und in einigen Sälen. Endlich aber ge-wann seine Neigung für das Landschaftmaienentichieden die Oberhand. Bilder von Schlach-ten in dem Kabinette eines zu Frankfurt seßhaf-ten Holsteinischen Barons von Heckel, seines be-sondern Gönners, schienen ihn hiesür bestimmt,und seinen Geschmack in dieser Kunstgattung vor-namlich gebildet zu haben. Bald sah man vonihm zwey schöne Landschaften *) in ber Galeriezu Salzchalum. Alsdann ließ der Landgraf vonHessen-Caffel sein Schloß Amalienthal (nicht Ama-Uenburg) mit Landschaften und Architekturstückenvon ihm auszieren. Von da unternahm er meh-rere künstlerische Reisen an den entzückenden Mayn-und Rheinstromen, von Frankfurt an bis nachEoblenz.^In 1762. gieng er in die Schweiz, , woihn eines Tags (wie uns der ehrlicheHüsgen erzählt)eich Dauer, dessen mahlerisch gelegene Mühle erzeichne» wollte, für einen Spionen hielt, und un-sern Künstler mit einem glühenden Eisen verfolgte.(Nach Andern war es namentlich in der (kleinsten)Republirk Gcrsau, wo derselbe, als er den dorti-gen Flecken malen wollte, durch Flintenschüssedaran gehindert wurde). Nach seiner Rückkehrlebte er zu Frankfurt bis an seinen 1791. erfolg-ten Tod. In einem Nekrolog von ihm (Meu-sel's Mus. XVl. 290.) heißt es: »Wie sehrfremde und einheimische Kunstliebhaber diesen ge-treuen Nachahmer der ländlichen schönen Naturschätzten. und wie werth ihn wegen seinem gut-müthigen, sanften, menschenfreundlichen Charak-ter und geselligen Umgang auch diejenigen hielten,die keine Eingeweihte der Kunst waren, davonkönnen Frankfurts Einwohner die sichersten Zeu-gen seyn. Er war ein Freund seiner Freundeund (dies wohl ein Druckfehler) ein Feind sei-ner Feinde. Seine Seele war immer heiter,wie seine mehrsten Arbeiten. Selbst in siechen Ta-gen verließ ihn diese Heiterkeit nie". »Die An-muth seiner Landschaften" (sagt uns dann Hüs-gen in seinem bekannten treuherzigen Kunstpawis)„in der glücklichen Wahl der darin vorkommen-den schönen Gegenden, seine saftigen Vorgründe,Gebürge mit alten verfallenen Schlössern, klares,fließendes und abstürzendes Wasser, anmuthigeFormen, eine leichte Lust — Alles dies mit seinemangenehm warmen Colorit verbunden, wird beyder Nachwelt eben so willkommen seyn, als esallen Kennern in unsern Tagen ist. Wobey ichnoch erwähnen muß, daß es vielleicht wenige Ma-ler gegeben hat, die ihres Pinsels so Meister wa-ren, und mit so außerordentlicher Leichtigkeit ent-warfen , als unser Schütz , wovon ich öfters Au-genzeuge gewesen bin, u. den Mann mit Erstaunenein Stück anlegen, Eins nach dem Andern hin-werfen, und so in der Geschwindigkeit eine rei-zende Landschaft entstehen sah, ohne daß es schien,als ob er seine Gegenstände überdachte: Woheres auch kommt, daß er so Vieles gearbeitet, umeine Erdkugel damit zu decken, die aber größten-theils aus Elysiums Gefüllten (Gefihlden?) bestehenwürde. In den neuern Häusern mehrerer Reichen u.Großen unserer Stadt hat er die Wände der Säleund Etaatszimmec, theils mit gebürgigten Land-schaften, theils mit Architektur, letztre Grau in
Rheinproivekre von
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