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Grau, auf die überraschendste und angenehmsteArt ausgeschmückt, und einem solchen Haus gleich-sam mehr Werth gegeben. In Cabinet- Architekttursiücken hat er auch manch schönes Bild geliefert;so z. B. mehrmals das Inwendige der hiesigenDohm- und der L. F. Kirche, in einer bewun-dernswürdigen perspektivischen Haltung. Fernerprächtige Römische Rudera mit schönen Fernendarhinter. Im Lausbergischen Cabinete kann manvon erstem, und von letzter» im Ettlingischen,nebst einem Sonnenauf- und Untergang sehen".Zwey jener Spaccatcn wurden mit kür. L. bezahlt.Dem H. Churfürsten von Mainz hatte man (nichtder Künstler selbst) unverschämt 1800. st. dafür ge-federt. Mehrere seiner Landschaften wurden vonW. F. Hirt mit schönem Vieh belebt, spatere vonPforr mit westlichen Figuren stafflet. In 1783bis 178). ließ vorerwähnter H. Churfürst die An-sicht von Mainz und den umliegenden Gegendenauf 14. Bildern von ihm malen, welche fürstlichbezahlt wurden. Von ihm besitzen übrigens inDeutschland die ältern großen Cabinete nur We-niges: Cassel einst am meisten; w.ünchen nureines (wo er von Männlich ganz kurz, und bloßfür gefällige Wahrheit und Fleiß gerühmt wird);Salzthalum, wie schon erwähnt, zwcyc. Danndie Kaiser!. Galerie zu St. Petersburg dreye,außer mchrern, welche er für die Kaiserin beson-ders malte. „Eben so angenehm für das Aug',als seine Gemälde, waren dann seine Zeichnungen.Diese entwarf er mit schwarzer Kreide oder mitder Feder, und tuschte sie dann braun oder schwarzaus. Jedoch sind alle würkend, und nur ein PaarStriche hinlänglich, um den genau treffenden —Schütz der (Iarur darinnen zu bemerken". —Seine ausgeführten Zeichnungen und Gemäldepflegte er anfänglich nur durch einen Pfeil, in derFolge aber mit seinem Namen und d-m Datumzu bezeichnen, von welchen dann diejenigen von1760—7H. besonders zu empfehlen sind". ImSelbstetzen hatte er nur einen Versuch mit vierkleinen Landschaften gemacht, zweyen »ach C. Hau-psmann (nicht Hausmann), mit denen er selbstsehr unzufrieden war, und mit zwey andern nacheigener Erfindung (1783.), von welchen das eineeben auch nicht sehr gelungen ist (Einige vcrwechielnes mit dem v. Carl Schütz dem Architekt von Hohen-berg zugeeigneten Blatte). Gestoch. hinwieder nachihm haben: W. Byrne und Dunker (gemeinschaft-lich und schön) zwey Ansichten von Coblcnz; P.Mazell (zwey Ansichten des PyrmonierbadS, großeBlätter); S. Middimann (Abend); MadamePrestel 1784. einen prächtigen Wald (Vue ciuKtralenbepZsr-tkost' vortreflich in Tuschmanier;Schwarz 1786. (zwey Rheingegenden in gleicherManier); A.Zingg (Mayngegenden). Sein Rhein-fall, dessen Ansicht er aus einem Landgure desH. von Stockar genommen (ob es der von Lien-hard ist?) war, wie Hüsgen sagt, nur schlechtgerathen.
Schütz (Christian Georg, auch Georg), derJüngere, des altern Neffe, und daher bisweilenSchütz der rIeffe oder der Vetter, ebenfallsLandschaftsmaler zu Flörsheim , geboren daselbsta758. In früher Jugend nahm ihn sein Oheimin die Lehre, und trug, nebst seinen eignen natür-lichen Anlagen und seinem Fleiße, zu seiner Bil-dung wesentlich bey. Nachdem er des Pinselseinigermaßen Meister wurde, so kopirte er Nie-derländische Viehstückc, ahmte sie schön nach, undgieng dann wieder zu den Bildern seines Mei-sters über, dessen beliebte Manier er sich eigen zumachen suchte. Zu dem End unternahm er 1779. eineReise den Rheinstrom hinunter, theils um reizendeNaturscenen, theils die Werke der Kunst in Düs seldorf zu besuchen. Die von ihm aufgenomme-nen Prospekte malte er späterhin in Gouache,welche Gattung ihm vorzüglich gelang. In 1788.machte er eine zweyte Reise in schon erwähntenGegenden, und im folgenden eine andere in dieSchweiz . Seither lebte er (noch 1809.) in seiner
Schüh.
Vaterstadt. Zu feinem Neuesten gehört eine Ansichtvon St. Goar und Rheinfels (1807.), welche erdem H. Fürst Primas zugeeignet hatte. MenseltI. L. L. nach Hüsgen S. 090-94. Diesemzufolge hatte er sich, während seines Aufenthaltsin der Schweiz , das Baslersche Münsterkbal haupt-sächlich zu seinem Standort gewählt. Da in die-ser Zeit eben die französische Revolution ausbrach,welche diese angranzenden Gegenden durch ihreVolkszüge beunruhigte, so hielten ihn die Land-leute in ihrer Einfalt, so wie mehrmals seinenOheim für einen Emissair, und giengen ihn end-lich so grob an, daß er höhere Hülfe suchen mußte,die er auch erhielt. Dafür brachte er bann aberauch ein Portefeuille von Scizzen höchstanziehenrder Naturscenen aus den erwähnten Gegendenzurück, die er nach seiner Rückkehr ausarbeitete,und wozu sich häufige Liebhaber fanden. NachHüsgen hätte er auch im I. 1790. noch einezweyte Reise wenigsten bis Schaffhauscn gethan,um den Rheinfall aufzunehmen. Gestochen nachden lreflichen Zeichnungen unsers Künstlers, un-ter dem Namen Georg Schützens haben: Pre-siel die Ruinen des Schlosses Münzenberg in derWetterau , drey Blätter, jedes zu 2 fl. 5o kr.Günther die meisterhaften Blatter zu L4. Vogts38. malcrschen Ansichten des Rheins, von Mainz bis Düsseldorf , welche 1804. zu Frankfurt beyWilmans erschienen waren, und 1810. (ohne Be-nennung des Vogtischen Textes) neuerdings zu53. fi. ausgeboten wurden; hiernachst I. G.Rheinheimer, mit Fleiß und pünktlicher Nachah-mung des Originals: Ansicht von Caub , der Fe-stung Pfalz und des Schlosses Gutenfels, in ver-schiedenen Formaten und um verschiedene Preisevon 2 fl. 24 kr. bis 12 fl. Ebenderselbe: Ansichtvon Walmich am Rhein , eben so von 9—12 fl.und zwey Rheingegenden in Farben ausgemalt,v. ik fl. Zo kr. b. 22 fl. Was I. H. Schütz nachihm gearbeitet hat, s. unten, unter desselben Art.Endlich Radl (nicht Radt, wie er im Tübr'ng.Morgenbl. mehrmals heißt), 1807—9. wiedereine Sammlung der schönsten Rheinlandschaften,diese nun von 18" Höhe und 24^ Breite (undwegen welchen er 1. c. 1808. 1182. »der treue,geist- und berzvolle Maler der Natur" genanntwird), wovon aber auch jedes Blatt n fl. undilluminirt das Doppelte kostete. Auch ist unserSchütz derselbe, von dem, unter dem NamenSchütz des verrers (nicht des varers, wie er1. o. 1807. S- 1112. rubrizirt ist) häufig gerühmtwird, daß er sich um das neu errichtete Museumzu Frankfurt sehr verdient gemacht habe, u. mit des-sen Werken, so wie mit denjenigen des untenfolgenden Ioh. Georgs des Röiners, u. a. dor-tiger Künstler 1808. der Saal dieses Institutsgeschmückt war (l. c. 1808. S- 284.), und der,als Vorsteher der zweyten Klasse (bildender Künste)desselben, 181«. dort über eine reichhaltige Ge-mäldeausstellung aus der altdeutschen Schule vonSchön, Wohlgemuth, Dürer, Burgmayr, Dul-dung u.s. f. eine erklärende Abhandlung las, „diedas Ganze voll Einsicht entwickelte" (l. c. 1810.S. 376.).
* Schütz (Christ.), s. unten denselben, unterden Künstlern dieses Geschlechts, ohne Taufnamen.
— — (Franz), Landschaftsmaler, des obigenChristian Georgs des Aelrern älterer Sohnund Schüler, geboren zu Frankfurt am May»1701. zeigte schon in früher Jugend vielen Eiferfür die Kunst, und folgte seines Vaters Manier.Um 1777. machte H. Gedeon Burkhard im Kirschegarten von Basell, auf einer Reise durch Deutsch land , seine Bekanntschaft zu Frankfurt , bewun-derte seine großen Talente, nahm ihn mit sich nachHaus, gab ihm gleich anfangs Wohnung u. Tafelfrey, u. ward bald hernach des Künstlers Wohlthä-ter, Vater und Führer, bis an seinen 1781. zuGenf erfolgten frühen Tod. Dieses sind die kur-zen Hauptdaten der Lebensgeschichte eines doch inpsychologischer und artistischer Rücksicht höchst