Schulz.
von »8o8. ein kalligraphisches Blatt von seinerHand zeigte.
* Schulz ( ), hieß Christ. Gottfried,
nicht Johann Gottfried , wie er bisweilen irrigerscheint, Kurfürst!. Sächsischer Hofkupferstecher(wie er bereits 1789. bey Meusel II. genanntwird), auch damals schon Mitglied der Akade-mie der bildenden Künste zu Dresden und Ber lin , und seit 1780. Professor der Kupferstecher-kunst in Dresden , geb. daselbst 1749. (nicht 42.wie es bey Basan ^<l. sec. heißt). Von seinemVater, einem Gürtler, lernte er dies Handwerk,und stand nachher als Geselle fünf Jahre langbey ihm. Allein während dieser Feit studirte erauch auf der Akademie die Zeichnungs- und Ku-pferstecherkunst In der erstem war Hukin, inder letztem vornehmlich Camerata sein Lehrer.Um sich in dieser zu vervollkommnen, unternahmer, auf Ermunterung des Generaldirektors vonHagedorn, und, da er sich durch ein glücklichesTalent auszeichnete, auf Kosten des Hofes, 1770.die Reise nach Paris , und bildete sich dort unterWille und andern geschickten Meistern weiter aus.Neben dem Erstgenannten waren Aliamet, St.Aubin, Strange und le Bas seine Freunde, de-ren Rath er befolgte, und ihre Werke mit uncr-müdctem Eifer zu benutzen strebte. Da einigeseiner Arbeiten, die er für le Brun (?) verfertigthatte, bekannt wurden, erhielt er einen Ruf vonBaltoui, nach Rom zu kommen, so wie ihn hin-wieder Strange einlud, mit ihm nach Englandzu gehen. In Rücksicht der Versprechungen desH. von Hagedorn, schlug er aber beydes aus.Also nach einem zehnjährigen Aufenthalte zu Pu-riö, kehrte er nach Dresden zurück, wurde baldals dasiger öffentlicher Lehrer seiner Kunst ange-stellt, erndtere dort von da an reichliche Früchteseines Fleißes und seiner Geschicklichkeit ein, undlebte, unsers Wissens, noch daselbst in i8n.Meusel N R L- Rost II. 202 - 4. Diebeßte Litteratur seiner Blatter findet sich bey er-sterm. Erstlich derjenigen, die er vor seiner Reisegen PariS nach Hustn, Carl Loch, Schenau,u. s. f. geliefert. Dann seine Arbeiten zu Paris ,nach Mad. le Brun, Durameau, L. Giordauo,Graf, Grenze, Kymli, Lairesse, W. (». K. F.)Mieris, Jul. Pivi, Rubens , Schalken, Tara-val. Seit seiner Rückkehr in Dresden , nach H. Carracci , Angel. Kaufmann Moeglich, Rem-brandt, G. Ren«, R- Sanzio, M. Viani undWizani. Andre thun noch Grebber hinzu. Zuseincin Beßren zählt Rost l. c. aus der erstenEpoche: Das Mädchen mit dem Hunde, und denalten Heinrich, beyde nach Hutin; Ceres, Halb-figur, nach Loth; Eüoix äe l» Ceinture (spä-terhin le jsune Virtuose) und: ^0 et jupttor(1770.), beyde nach Schenau. Aus der zweytendie Bildnisse Joseph II. nach Kymli (1778.), unddes gelehrten Bauers, I. C- Palitzsch (j. 6. ?a-ilscü, l^hilosoptrus), nach Graf; dann die be-lauschte schlafende Hirtin nach Mieris, den Kochnach Schalken, Nessus und Dejanira nach Ru bens , die Bacchantin die sich zum Opfer bereitetnach Taramasse, Amor der seine Mutter liebkostnach Pivi. Aus der dritten Epoche: Venus,welche Amorn die Flügel bindet, nach Mad leBrun; liegende Venus mit zwey Amorinen, nachViani; die große Bestall», Halbfigur, nach An-gelika, den Christus-Kopf, nach Carracci , und einEcce-Homo, nach Guido: Diese letztem fünf«,nebst dem schon in Paris verfertigten vorgenann-ten Blatte, nach Pipi, alle für den III. Banddes Dresdner-Gall:riewerks. Als vorzüglich in-deß für eben diese Sammlung bemerkt die All-gem. Amistzeit. S. 18. eine Madonna nachRaphael, und heißt solche „eine Ausnahme indieser sonst so unbefriedigenden Sammlung". Nochnennt Meusel I. c. von «einen späthern Arbei-te». Ansichten von Sächsischen Gegenden (2).Bl.) in Aabcrli's Manier gearbeitet, weiche (wieaus einer Ankündigung des Künstlers selbst in
Schulz. 1559
Meusel's N. Miscell. XI. 3 / 1 - 73 . erhel-let), von nicht ganz gleicher Größe und Preiswaren, und nämlich 22. mit 4. Thlr. das Blatt -zwey andre mit 1. und das letzte größte, Dres den von der Morgenseite, mit 6. Thlr. bezahltwurden; dann 6. Böhmische Prospekte, gezeich-net von Klotz, geetzt von Wizani dem jüngern,und unter Aufsicht unsers Schulze colorirt. Undendlich heißt es daselbst: „Außerdem sind unterseiner Leitung von seinen Scholaren, deren erimmer eine Anzahl beschäftigt und unterstützt,noch eine Menge großer und kleiner Sachen ge-stochen worden; z. B. die Kupfer zu Cooks Rei-sen, Bildnisse für die Bibl. der Schönen Wissen-schaften, einige Kalenderblätter, diejenigen zuntModell- und Zeichenbuch", u. s. f. Unter seineSchüler zählt man den jüngern Balzer zu Prag ,und die Leipziger-Kupferstecher Böttcher u. Brück-ner. Haymann. „Seine Schüler" (sagt Ha-sche Magaz. I. 2i5.) „laßt er zugleich zeichnen."Im Tüb. Morgenbl. »8ug. S. 6bo. heißt esvon unserm Künstler, daß er seit einiger Zeit für-dauernd an Gichtschmerzen leide, und dadurch ander Vollendung einiger großer Geschichtsblätterfür Artaria in Mannheim gehindert werde. Un-sers Wissens hat er indeß auch noch in ganz neu-ern Lagen für Becker'« Augusteum gestochen.S. indessen oben den Art. .fr. Schulze. Oc>nk.über ihn auch Reller S. 106—bo, wo sich eben-falls eine gute Litteratur seiner Blatter bis -788.dann ein Verzeichwß seiner damaligen Schüler,G. W. Hullmann's, F. T. Uhlemann's, I. F.M. Schreyer s, und (hier heißt es, der Gebrü-der- Dalzers findet, seine Kunst aber überhauptso charaklerisirt wird: „Seine Zeichnung ist sorichtig als sein Stich, den er nach der Beschaf-fenheit seines Originals jedesmal abzuändern ver-steht, beydes weich und kräftig".
Schulz (Christoph), s. unken Johann Christ.Schulz.
* — — (Daniel). Nach ihm hatten auchW. Hondius und I. Falk (164Ü. und 02.) dieBildnisse Polnischer Könige und Großen gesto-chen. Uebrigens bemerken wir noch, daß unterdenen, welche letztrer uud Ph. Kilian von Breß-lauischen Rathsgliedern nach ihm gegeben, derVorname G. steht, woraus «nan schließen könnte,der Art. im Lex. betreffe zwey verschiedene Künst-ler. Die Fabel vom entfiederten Pfau hat, wiewir glauben, Daniel selbst geetzt.
— — (D.), vielleicht aus der Familie desvorgenannten Daniels. In der: Russischen u.Sächsischen Belagerung und Bombardirungder Stadt Danzig (Coln 1755. 4 °.) findet mansowohl von lym nach dem Leben gezeichnet undvon G. P. Busch gestochen, die in 1724. gesche-hene Bombardirung von Danzig , als auch dasallegorische Litelkupfer, was C. Frissch nach sei-nem Entwürfe in Kupfer gebracht hat.
— — (EliaM, Bau-und Mäurermeister vonPosen, aus dein Bunzlauer-Weichbilde in Schle-sien gebürtig, baute von 170Z—b. die H. Kreuz-kirche zu Lauban auf. G Hoffmann Lerbensgeschichre der Pastoren zu Lauban (da-selbst 17»/. L°.) S. 4g.
— — (Friedrich Sigmund), Maler, geb.172Z. zu Torgau , wo sein Vater Goldschmiedwar. Seine Bildung zum Künstler erhielt er inSachsen (d. h. wohl zu Dresden ), ließ sich end-lich in Görlitz nieder und starb dort 177h. Ecwar ein geschickter und in, Treffen glücklicherBilbnißmaler, führte dabey einen feinen Pinsel-strich, und besaß eine meisterhafte und anziehendeFarbengebung. Lausirzisches Magazin,Jahrg. 1776. S. Es. »nd Grro's Oberlaufi-tzlsches Schriftsteller- und AünstlerlexiconBand III. S. 797. — Die Bildnisse des Dresd-ner- Hof- und Justizsekrekärs Joh. Heinr. Hell-