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Propaedeutik der Mineralogie
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Vorbereitender Tlieil der Oryktognosie.

als Atome d. h. als kleine, nicht weiter theilhare Urstoffe, ohne jedochdarüber mit mathematischer Gewifsheit zu entscheiden.

Wolzaston , die atomistischen Ansichten übergehend, entwarf, nachRichteks Vorgang, eine durch die grofsen Entdeckungen in der Scheidekunsterweiterte Tafel. Jede in dieser Tafel einem Urstoffe zukommende Zahlnennter chemisches Aequivalent.

Die Ausdrücke: stöchiometrische Tafeln, Tafeln cler chemischen

Massenreihen; Tafeln des relativen Geivichts der sich verbindenden

Massen; Täfeln der relativen Gewichte der Körper der relativen

Atoms oder chemischen Differentiale, sind Synonyme des Aus-drucks: Tafeln der chemischen Aetjuivalente.

Statt nach Drvr und Dalton den Wasserstoff als Einheit zu sezzen ,nimmt WottA ston den Sauerstoff als Einheit in den Tafeln und zwar == 10an. Diese Annahme -gründet sich auf das häufigere Vorkommen des Sauerstoffsin chemischen Verbindungen und darauf, dafs diese Verbindungen , zumgrofsen Theile, genau zerlegt sind. Daltojjs Zahl für den Sauerstoff =» 7,5(später sezte er sie==* 7) wird seltner in chemischen Verbindungen angetroffeju,und Davts Verdopplung derselben =* 15 erfordert eine Verdopplung aller-andern Verhältnifs - Zahlen, welche dann insgesammt etwas zu hoch genommensind. Wollastows Absicht bei Aufstellung der Tafeln ging hauptsächlichdahin, die darin anzufiihrenden Verhältnifs - Zahlen für die praktische chemi-sche Analyse brauchbar zu machen. Er wandte bei der Auffindung dieserZahlen die Gehre von den einfachen Faktoren (den Stüzpunkt der atomistischenTheorie) als Mittel zur Berechnung der Mengen an, welche sich nach Ricii-ikks Gesez mit einander verbinden können.

Die Behandlung der chemischen Aequivaleiite in diesenTafeln unterscheidet sich vortlieilhaft von jener , welche DAlton zurAufstellung ähnlicher Tafeln gebrauchte. Er sezt voraus, dafs bei derSchäzzung des relativenGewichts der Aequivaleiite zugleichf auch das Gewicht einer Anzahl Atome bestimmt würde, und

somit -die Gewichts * Verhältnisse der einzelnen Atome gegen einander.Dieser Annahme stehen aber große Schwierigkeiten in der Ausführungentgegen.

Das 'Verhältnifs des Sauerstoffs zu dem Wasserstoffe im Wasserdiente hier als Stüzpunkt für die Verhältnifs - Zahlen der übrigenElemente und ihrer Oxyde. Dieses Verhältnifs gründet sich aufBrors und AaaAoos Analyse, nach welcher das Wasser aus 88,286Sauerstoffund 11,714 Wasserstoff besteht, mithin = 10 Sauerstoffund nahe zu, 1,32 Wasserstoff. Die Methode, durch weiche dieZahlen-Verhältnisse in dieser Tafel ausgemittelt wurden, ist infolgenden Beispielen näher auseinander gesezt.

Die Kohlensäure. Versuche haben bewiesen, dafs ein VolunrSauerstoffgas , mit Kohlenstoff verbunden, genau ein Volum Koh-lensäure gibt. Da nun die Eigenschwere dieser Gase sezt mandiejenige des Sauerstoffgascs = 10 sich verhalten wie 10 :13,77 oder wie 20 : 27,54, so muft das Gewichts - Verhältnifsdes Kohlenstoffs = 7,54 seyn, mit 2 Verhältnifs - Therien Sauer-stoff _ 2o zu 27,54 = 1 Verbaltnifs-Theiie Kohlensäure sich ver-bindend.

Der kohlensaure Kalk. Hundert Theile desselben entwickeln imGlühefeuer 43,7 pr. 0. Kohlensäure und hinterlassen 56,3 pr. C.Kalk als Rückstand-, woraus folgt, dafs 27,54 Kohlensäure 35,46Kalk zur Sättigung erfordern, mithin dafs, die Menge des einenein Aequivalent für das andere abgebe und dafs (27,54 -f- 35,46)

= 63 der Ausdruck für den kohlensauren Kalk in Zahlen sei.

Der salzsaure Kalk. 63 Theile kohlensaurer Kalk liefern mitSalzsäure gesättigt 69,56 Theile trocknen salzsauren Kalk. Da in63 Theilen iolilensaurem Kalke 35,46 Theile reiner Kalk enthaltensind, so müssen in 69,56 Theilen trocknem salzsauren Kalke 34,1trockne Salzsaure , als Aequivalent von '27,54 Kohlensäure , vor-handen seyn.

Das kohlensaure Kali. Da die Menge von Salzsäure, welchevon 100 Theilen krystallisirtem kohlensauren Kali neutralisirt wird,50,2 Theile kohlensauren Kalk aufzulösen im Stande ist , so gehtdaraus hervor, dafs 100 Theile krystaliisirtes kohlensaures Kali einAequivalent für 50,2 kohlensauren Ksl^c sind, folglich 125,5 Theilekr. kolvlensaures Kali -das Aequivalent für 63 Theile kohlensauren Kalk.

Die Verbindungen eines Verhältnifs - Theils eines Elements miczwei und mehreren Verhältnifs - Theilen des andern Elements sindin nachstehender Tafel stets in den Noten angemerkt.

Die Kohlensäure liefert] hierzu ein Beispiel: Sie ist ein Doppel-Oxyd. (Den t r o - O xy d ) des Kohlenstoffs und das'Kohlenoxydgasein einfaches Oxyd (Brot-Oxyd) des Kohlenstoffs.

Ferner das kohlensäuerliche Kali und das kohlensaure Kali. Sieenthalten beide 1 Verhältnifs - Theil Kali und ersteres 1 Und lez-teres 2 Verhältnifs-Theile Kohlensäure,

Tafel der chemischen Aequivaleiite.

Sauerstoff .10,00

Wasser ...... 11,62

10 Theile Wasserstoff . 15,20

Phosphor .17,40.

(= 1,32 Wasserstoff 10 Sauerstoff.)(= 1,32 X 10.) 7

.ennzeich

e n.

Stickstoff . .

. 17,54.

Schwefel ....

. 20,00

(-(- 30 Sauerstoff = 50 Schwefelsäure.)

Ammoniak ....

. 21,5

(=* 17,54 Stickstoff 4" (S Th. Wasserstoff)

=» 3,96.)

1

Talkerde , . ...

. 24,6.

Kalkmetall 9 Kalzium

. 25,46.

j

Kohlensäure ,

27,54

(* 7,54 Kohle -|- 20 Sauerstoff.)

i

Natronmetall f Natriun

. 29,1.

Salzsäure ( trockne)>

. 34,1

(4* 11,32 Wasser = 45,42 salzssures Gas.)

Eisen. . . .

I !

Kalk .....

. 35,46

( 10 Sauerstoff = 25,46 Kalkraetall.) ( j

Phosphorsäure * . .

. 37,4

( = 17,40 Phosphor -j- 20 Satjerstoff.)

Salpetergas . .

. 37,54

(= 17,54 Stickstoff -f- 20 Sauerstoff.) 8

Natron , ...»

. 39,1

( 10 Sauerstoff = 29,1 Natronmetall.)

' j

Kupfer . .

. 40,0.

-1

Zink .....

. 41,0.

1

Oxydirte Salzsäure .

. 44,1

( + 1,32 Wasserstoff = 45,42 salzsaures

Gas.)

Grünes "Eisenoxyd ,

, 44,5

( 10 Sauerstoff = 34,5 Eisen.)

Salzsaures Gas .

. 45,42

(== 44,1 oxydirte Salzsäure -j-1,32 Was-

serstoff,)

Sauerideesäure

, 47,0.

Salpetrige Säure ( roihe '

47,54

(= 17,54 Stickstoff-}- 30 Sauerstoff.)

1

Köhlens äuer'l. Ammoniak 49,0

( =* 27,5 Kohlensäure -}- 21,5 Ammoniak.)

Kalimetall, Kalium .

. 49,1.

Rothes Eisenoxyd

. 49,5

('15 Sauerstoff = 34,5 Eisen.)

i

Schwefelsäure ( trockne )

. 50,0

(=20 Schwefel -f- (5 Th. Sauersroff)= 30.)

i.

Schwarzes Kupfero^yd

. 50,0

( 10 Sauerstoff = 40 Kupfer.)

1

Zinkoxyd ....

. 51,0

( 10 Sauerstoff = 41 Zink.)

Salpetrige Säure (gelbe)

57,54

(== 17,54 Stickstoff -)- 40 Sauerstoff.)

Kali .

. 59,1

( 10 Sauerstoff = 49,1 Kalimetall.)

Schwefelsäure (von I,8c

61,3

( ( ITh. Wasser) = 11,3) = 50 trockne

Eigenschwere»)

Schwefelsäure £=20 Schwefel '-j-' 30

Sauerstoff,)

Kohlensaurer Kalk

63,0

( 27,54 Kohlensäure -}- 35,46 Kalk.

. i

Köhlensäuerlicnös Natron

66,6

(-f- 27,5 Kohlensäure 4- 11,3 Wasser =

i

-i

( trocken )

1C5,5 kiystallisirtes kohiens. Natron.)

Salzsaures Ammoniak. .

66,9

(=lT.Säure4-lT.Ammoniak4-lT. Wasser.)

Salpetersäure ( trockne ) .

67,54

(=1 (Th.Stickstoff) =. 17,544- (5 Th,Sau-

1

erstoff) == 50.)

. 1

Strontian , . .

69,0.

Trockner salzsaurer Kalk

69,56

(=* 54,1 Salzsäure 4" 35,46 Kalk.)

Salzsaures Natron .

73,2

( = 34,1 Salzsäure = 39,1 Natron.)

Schwefelsäure Talkerde

74,6

( = 50,0 Schwefelsäure -}- 24,6 Talkerde.)

(trockne)

10 Theile Kohle .

75,4

( =a( 1 Th. Kohle) = 7,54 X 10.)

Kohlensaures Ammoniak

76,58

(==(2T1i. Kohlensäure) = 55,084*21,50

Ammoniak.)

|

SchwefeIsaurerKalk (trock .) 85,5

( 4- (2 Th. Wasser) = 22,64 = 108 Gyps.)

1

Kohlensäuerliches Kali

87,6

(== 27,5 Kohlensäure 4 - 59,1 Kali.)

I

t

i

Schwefelsaures Natron

89,1

( = 50 Schwefelsäure -f 39,1 Natron.)

i

(trocken)

i

Salpetersäure von 1*50

90,18

(=» 67,54 trockne Salpetersäure -|- (2Th.

1

Eigenschwere.

Wasser) = 22,64-)

i

Salzsaures Kuli . .

93,2

( 34,1 Salzsäure 59,1 Kali.)

Baryt .

97,0.

Salpc.tersaurer Kalk

103,0

(== 67,54 Salpetersäure + 35,46 Kalk.)

Kohlensaures Natron

105,54

( = (2T.Kohlensäure) = 55,08+ 39,lNa-

tron = 11,3 Wasser.)

Gyps ( krystallisirter ) «

108,14

( (2 T. Wasser -= 22,64) » 85,5 trockn.

i

schwefelsaurer Kalk.)

i

Schwefelsaures Kali

109,1

(= 50,0 Schwefelsäure + 59,1 Kali.)

Schwefelsaurer Strontian

ll9,0

(=* 50,0 Schwefelsäure -+ 69,0 Strontian.)

i

Kohlensaurer Baryt

124,5

(= 27,5 Kohlensäure -+ 97,0 Baryt.)

Kohlensaures Kali . .

125,5

( = ( 2 Th, Kohlensäure) = 55,08 + (1

Th. Kali) 59,1 (1 Th. Wasser) =»

11,52.

Quecksilber . . .

125,5.

Salpetersaures Kali . .

126,64

( * 67,54 Salpetersäure +59,1 Kali,)

Blei . . ... .

129,5.

Salzsaurer Baryt

131,0

( + ( 2 Wasser =» 22,6 ) => 153,6 krystal-

1

lisirt, aalzs, Baryt.)

Sither ......

135*0

<C\

1

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