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Vorbereitender Tlieil der Oryktognosie.
III. K e n n z e i c h e n a u s
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Vorkommen.
Kosten der übrigen sehr vergrößert liar. — Norwegen und das nachbar-liche Schweden , im Allgemeinen des Charakters ihrer Mineral - Erzeug-nisse einander so ähnlich, zeichnen sich dennoch wieder in dem Besonderenihrer Krystallisationen aus. In Schweden ist ein Mangel an schönenund mannichfaltig krystallisirten Mineralien, in Norwegen hingegen stauntman über die Pracht und Gröfse der regulären Gebilde.
Welehe seltsame Erscheinungen bieten ferner • die b e i b r e c h e n-den Fossilien dar. , So zeigt sich Sie Chabasie als ein treuerGefährte des im Flöztrapp vorkommenden , Kreuzsteins, während man nichtsÄhnliches bei dem Kreuzsteine sieht, der auf den Gängen im II a r z e r Ge-ber gangs - Gebirge oder im Urgebirge Norwegens zu Hause ist. Derglasige Feldspath , welcher im .Urgebirge auf den bekannten alten Gängenmit Fistazit, Axinit, Bergkrystall, Asbest u. s. w. angetroffen wird, führtnie Glimmer, dagegen erscheint er im Flöztrapp - Gebiete fast stets von Glim-mer und Hornblende begleitet (Vesuv , Auvergne, Ungarn , Rhein-land e).
Zn welchen interessanten Bemerkungen werden wir durch die Betrach-tungen über die Art des. Vorkommens geleitet und wieoft vermögen wir nicht schon daraus die Lagerstätte der Mineralien nach-zuweiseu? — So deuten beim (Peruanischen ) Schmaragde die gänzlicheAbwesenheit der Körnerform , die stets mit einem Ende aufgewachsenen oderan demselben abgebrochenen Krystalle, welche nie um und um krystallisirtsind (indem sie . die Entstehung des eingewachsen Gebildeten gänzlich aus-schliefsen), darauf hin, dafs jenes Fossil (in Peru ), als ein Erzeugnifs be-sonderer Lagerstätte sich finden müsse. Die Krystalle des edlen Schörls bil-den nie Drusen , mithin sind sie nicht in freien Räumen, nicht auf Gängengebildet. Der Pyrop kann blofs eingewachsen Vorkommen, denn ihm istausschließlich die Körnerförm, eigen u.' s. w.
Aus einer Vergleichung der VerbreitungderGlieder einerGattung, oder der Gattungeneiner Ordnung, ergeben sich gar oft die auffallendsten Resultate.Aus der Opal - Gattung z. B. finden sich der edle Opal und der Holz-Opal auf,äußerst wenige Punkte beschränkt, während die beiden andern Arten vielenGegenden eigen sind. —• Ähnliche merkwürdige Verschiedenheiten lassen dieGattungen der Silber - Ordnung bemerken. Mit 1 wohlthätiger Hand hat dieNatur denjenigen , welche der menschlichen Gesellschaft wesentliche Vor-theile'gewähren, eine .grpfse Verbreitung vergönnt, indessen andere Gattun-gen, deren Nuzzen sich bis jezt gr.oßentheils auf das Literesse beschränkt,dessen sie, der Naturkuudige würdigt, nur sparsam niedergelegt wurden.
■ Eben so bemerkenswerth ist ferner der Umstand, daß die Gattungen ei-ner .Ordnung, oder die Arten einer Gattung, bald eine besondere gegen-seitige Verwandtschaft andeuten , indem sie nichtnur meist auf einerlei Lagerstätte angetvoffen w~erden, sondern auch ein liäu-figes In- und Mlteinanderbrecheu wahrnshmen lassen; bald in Formationenvon ganz verschiedenem Alter Vorkommen. So findet sich der faserige Preh -nlt stets im Mandeisteine des Flöztrapp-Gebildes, nie im primitiven Gebirge,während der blättrige Freknit die Urzeit nicht verläßt und namentlich derPeriode des Schiefers angehört.
Nichc minder wichtig sind die Bande der geo^nosti-sehen Verwandtschaft, welche manche Fossilien dar-thun. Das Gediegen - Gold z. B. steht in einer bestimmten p-eoanostisclienVerwandtschaft zum Glimmerschiefer und besonders . zum Thonschiefer undSyenit-Porphyr, in welchen man es . eingesprengt findet. Ju den meisten derübrigen Gesteinsarten kommt es nie auf ähnliche Weise vor. Molybdän,Zinn und Arsenik tlieilen jenes eigenthümliche Vorkommen des . Gediegen -Goldes, selbst in Gebirgsmassen von noch höherem Alter, wie zumal imGranite • Auch steht das Gold mit Silber, mit Spiesglanz, mit dem gemei-nen Schwefelkiese und mit dem Strahlkiese in naher geognostisclier Ver-wandtschaft.
Höchst belehrend sind, ferner die Winke, welche wir über die Ent-stehung der Fossilien erhalten. Die Bleierze zeigeneine besondere Eigentümlichkeit von gemeinsamer Bildung und es ist derKalkstein, den wir vorzugsweise geneigt finden, jene Verbinden«- zu führen.
in dey Kupfer-
Eben 'so eigentümlich ist die Niederlage von Kupfererzenschieferjlözten.
Nicht weniger auffallend sind die unendlichen Verschiedenheiten, welchedie Betrachtung der Begleite r darbietet, in deren Gesellschaftwir die Mineralien sehen. —- Woher die Stetigkeit, die Frequenz mancherbeibrechender Fossilien, im Gegensazze zu andern, die zu den seltneren Er-scheinungen gehören? Unter den Titanerzen ist da.s Vorkommen des Rutils
sehr ausgezeichnet. Quarz (Bergkrystall), Chlorit und Hornblende gehörenzu seinen steten Begleitern. Braun-Eisenstein wird am häufigsten mit Ba-ryt, Braunspath , späthigem Kalksteine, auch mit Plufsspatk getroffen. Mitdem Roth- Eisensteine hingegen kommen fast stets die quarzigen Mineralien,Quarz , Eisenldesel, Hornstein u. s. w. zusammen vor. Die Gattungen einerOrdnung begleiten einander bald regelmäßig , bald trifft man sie nie , oderdoch höchst selten mit einander. (So führt das Roth-Kupfererz fast immerGediegen - Kupfer und Malachit bei sich ; Kupferkies aber , Fahlerz undKupferglanz brechen nie, oder nur 'äußerst sparsam damit ein). Bei vielenGattungen finden sich die Arten stets beisammen, oder doch nur ausnahms-weise getrennt (Grau-Braunsteinerz, Roth-Eisenstein, Roth- Kupfererz) ;indessen andere ihre einzelnen Glieder nie oder sehr selten auf einem Punkteversammeln (edler und schörlartiger Beryll ). Manche metallische Fossilienerscheinen stets von andern Erzen begleitet, andere hingegen gesellen sichsparsamer den Individuen dieser Klasse bei. Wie interessant ist die Beob-achtung, daß die Begleiter älterer Erzformationeu von denen jüngerer ganzverschieden sind. (So führt iky Kobalt - Gebilde in der Urzeit fast stets Wis-muth , während , man in der Kobalt - Formation der Flöz-Periode keine Spurjenes Metalles findet. Das Titan erscheint mit dem Eisen im älteren Gebirge,im jüngeren brechen Eisen- und Brauns teinerze zusammen.)
Hierauf ist gröfstentheils dasjenige begründet, was wir über diei'elative AltersfoJge zu fixiren vermochten.
(Man vergleiche die. geognostisclie Abteilung dieses Werltes.)
Das Gesagte (und es erschöpft bei weitem nicht die interessante Mate-rie) ergibt, welche wesentliche Vortheile die Kennzeichen ausdem Vorkommen dem forschenden Oryktognosten gewährenund wie häufig sie mit dazu geeignet sind, seine Bestimmungen, in dieseroder jener Hinsicht, zu motiviren.
Wir haben uns bemühet, nach den sich darbietenden mannichfa-chen Verhältnissen einige allgemeine Regeln anzudeuten. Sie sollenindessen auf nichts weniger, als auf Vollständigkeit Anspruch ma-chen und nur als erster aphoristischer Versuch gelten. Mit demFortschreiten der Wissenschaft werden sich dieselben von der einenSeite vermehren, von der Andern vereinfachen und auf allgemeingeltende Normen zurückfiilireii lassen.
1. Verhältnisse des Beisammenbrechens.
A. Stetigkeit heibrechender Fossilien.
Quarz, Glimmer, Talk, Speckstein, späthiger Fluß und Apatit mitZinnstein; Hornblende-, Augit und Magnet-Eisenstein mit Sahlit.; Quarzmit goldgelbem Gediegen - Gold; Glimmer und Quarz mit Andalusit undinit schorlar tigern Beryll; Bergkrystall und Feldspath mit Sphen; Quarzund Glimmer mit Wolfram und Scheelerz; fhiarz mit Wasserblei; Melanitund Leuzit mit einander.
B. Frequenz heibrechender Mineralien.
Schwerspath mit Kobalt; Staurolith und Granat mit Zyanit; Schöllund Chlorit mit Bergkrystall; Schwefelkies und Quarz mit messinggelbemGediegen - Gold; R.oth - Kupfererz mit Gediegen - Kupfer ,- .Bieiglanz, Kupfer-und. Arsenikkies und Blende mit Schwefelkies; Quarz mit Spies glanzerzen;splilteriger Hornstein mit Roth-Eisenstein; späthiger Kalkstein fast mitallen metallischen und einem großen Theiie der erdigen Fossilien.
C. Seltene Begleiter.
Gediegen-Silber und messinggelbes Gediegen - Gold; weifser Speiskobaltund Gediegen-Kupfer; Tremolit und Blende;. Fistazit und Amethyst; Opal und Spiesgianzerze; Kalzedon und Blätter - Zeolith ; rothes Rauschgelb undkörniger Kalkstein-,
D. Übereinstimmendes der Begleiter in verschiedenen Gegenden.
Chiastolith in Thonschiefer (Frankreich , Baireuth, Spanien und Chili);Rutil in Bergkrystall (St. Gotthard und Siberien); Kupferlasur mit Mala-chit, eisenschüssigem Kupfergrün u. s. w. (Tyrol und Thüringen ); edlerBeryll in Granit (Baiern, Siberien, Chanteloube, Norwegen , Elba , Salz burg , Kastilien); Eisenkiesel mit Roth- und Braun - Eisenstein (Erzgebirge und Siberien); Topas mit gemeinem Schörl (Voigtland und England).
E. Verschiedenheit der Begleiter in verschiedenen Gegenden.
Gemeiner Granat mit Strahlsteiu (Erzgebirge ); mit Pistazit, Augit undKokkolith (die Eisengruben Norwegens ); mit Kupferkies, Blende, Tafel-spath, Tremolit und späthigem Kalksteine (Bannat). Spargelstein in Talkmit Bittei-spath (Tyrol); mit Magnet - Eisenstein, Hornblende, Feldspaih,Granat-, Pistazit, Augit und späthigem Kalksteine (Norwegen ); in einemtalkartigen Gesteine mit Eisenglanz (Spanien ). Axinit mit späthigem Kalk-steine, Chlorit, Schwefel-, Kupfer-, Magnet- und Arsenikkies, Blende undStrahlsteiu (Erzgebirge ); mit Gediegen - Silber , Bleiglanz und -Kolilenbjende(Norwegen ); mit Bergkrystall, Pistazit, Asbest, Feldspath und Chlorit(Dauphine). Graphit mit Kalkspath und Quarz . (England); mit Grünerde
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