Seidel.
Formschneider. Derselbe war als solcher bey derBuchdruckerey, die Lhurneißer zu Berlin errichtethatte, seit i 5 ii. u. noch i 583 . angestellt. Vonihm ist die mit 0. 8. und dem Messer bezeichnetegeschnittene Einfassung des Titels von Thurneis-sers: Onomssticum (2 Th., Berlin 157/j. 8°.j. Ebendas. i 583 . Fol. II.); welche Einfassung auchzu Thurneißers: IVIaAna ^Ich^mia (Berlin i 585 . Fol.) gebraucht wurde. Daniel, seinerkleinen Statur wegen, gewöhnlich das Daniel-mannchen genannt, zog zuletzt nach Basel zurück.Sein Vater, Adam Seidel, war, nebst nochandern mehr, als Schreiber, bey dem betriebsa-men Thurneißer, weil derselbe eine schlechte Handschrieb, bedicnstet gewesen. Möhsen Gesch.d. Wissenschaft, i. d. Mark Brandenburg.S. ro 5 . u. 109.
Seidel (Gottlieb), wird irgendwo 1766. undauch noch 1773. als zweyter Stempelschneider beyder neuen Münze zu Berlin aufgeführt. In 178b.war er nicht mehr an dieser Stelle, die damalsI. I. G. Stierte besaß.
— — (G. E. F-), Diakonus zu Nürnberg ,und Zeichner von Landkarten. So gab er in 1806.eine von der Grafschaft Glatz (Leipzig b. G- Flei-scher 6. Gr.); in 1808. das Königreich Westpha-len nach leCoq (Nürnberg Pr. w. Gr.); eine Kartevom Schematismus der mathematischen Geogra-phie für die Jugend (Pr. 18. Gr.); in 1810. einevon Frankreich (Nürnb. Homanns Erben, Pr. 20.Gr.) u. s. f.
— — (Joh. Friedr. Wilhelm), kömmt 1796.mit dem Titel Hofr und Baurath, auch Bauin-spektor zu Berlin , bey dem K.nigl Baugerichtedaselbst zum Vorschein. Vielleicht ist er ein Sohndes vorstehenden Christian Timorheus.
— — — — — — Dieser nun sicher
Sohn von Christ. Timorh. Seidel. Um 178,.erscheint er, als Assessor bey dem Königl. Obcr-baudepartement zu Berlin ; und in i 8 o 5 . ebenda-selbst als Bauinspektor, wie auch Hof- und Bau-rath bey der Baukommission.
— — s. auch unt. Seidel u. Seydel.
Seidelmann (Caspar^, ein künstlicher Uhr-macher. In 1686. stellte er an dem Thurme desRathhauses zu Züllichau in der Neumark , eineFigur auf, die bey dem Schlagen des Geigersverschiedene Bewegungen machte. Nach der Zeitwurde sie jedoch wieder abgenommen. I. C.wilcke Chronik der Stadt Züllichau (das.>753. 4°.) S. 172.
* — — — s. auch Seydelmann.
Geidenpusch (Georg Johann). Nach derZeichnung eines solchen, uns sonst ganz Unbekann-ten, soll Melchior Küsset gestochen haben. ^c.
Seidensticker (Christian Rudolph Gott-lieb), war in 178h. Münzwardein und Aschenfaklor bey dem Churhannöverischcn Bergamte am ein-seitigen Harze. Lhurhannöverisch. Sraarskal.
— — — (Christoph Engelhard), Münzmei-ster bey dem Kommuuion-Beraamte des Oberhar-zes zu Zellerfeld in 178h. Churhannöverisch.Sraarskal.
— — — (Engelhard Daniel). In 1787.wurde derselbe von Reichs wegen, als Münzwar-dein des Niedersächsischen Kreises, zu Regens burg verpflichtet. Hirsch, teutsch. Münzar-chiv. Th- VI. S. 208.
Geidl (Leopold). So heißt irgendwo (unver-bürgt) ein in 1802. zu Prag lebender vorzüglicherFiguren- und Arabeskenmaler in Fresko u. Oel,auch Hersteller alter Gemälde.
— — s. auch gleich oben Seidel.
Seifferr. 1597
Seid!er (Franz Georg), ein Kupferschmiedzu Wien . Er verfertigte in dem Jahre 1687. dengroßen Adler, den man damals auf die Spitzedes St. Stephansthurm daselbst aufstellte. S.Fuhrmanns Beschreib, v. Wien , Thl. III.S. /;o6.
— — (Johann Carl), und Johann GottfriedMorbius, waren 1796. die Amrswerkmeister desAmts Würzen in Sachsen . S. Adreßverz. v.Stift Meisten für 1796. S. 11.
— — ( ), Legationsrath zu Nordhaustn
in Thüringen , wo er 1809. in seinen beßten Jah-ren noch lebte. Dieser, ein Kunstliebhaber, übtauch die zeichnenden Künste selbst, und soll kleineLandschaften in Oel malen. M-c.
— — ( ), ein Maler, von dem wir ein-
zig anzuführen wissen, daß ihm r8oi. zu Dres den — ein Kind geboren wurde. S. BeustSächsische proviuzialblätter, Jahrg. 1801. Jul.G. 68.
Seifarth, irrig Seiferr (Johann Fried-rich, gewöhnlich Friedrich), zeigte auf der Dresd ner Ausstellung 1811. eine getuschte Landschaft,und eine solche mit der Feder gezeichnet. Derselbewurde 1794. zu Dresden , einem Gürtler geboren,und war nebst seinem Bruder Johann Wilhelm(geb. zu Dresden 1798.) seit l 8 o 3 . Schüler vondem Unterlehrer ToScani. Beyde haben sich seit-her auf die Kunst des Vaters gelegt.
— — (Johann Wilhelm), s. den gleich vor-hergehenden Artikel.
Seiferheld (Joh. Friedrich Georg), wird1809. in dem Aönigl. würtemkerg. prof-und Staarshandbuch als Salinen-Bauinspekloezu Hall angeführt.
Seifert, s. oben Seifarrh u. unten Seif-fert, Seufferr, Seiferr, Seyffer u. Seyf-ferr.
Geifertig, s. unten Seyferrig.
Se iff. So kürzt bisweilen der unten folgen-de Kupferstecher Joh. Gorrhold Seifferr seinenNamen ab.
Seiffart, s. unten Seyffarr und Seyffer.
Seiffer, s. unten Seyffer.
Seifferheld, f unten Seyfferheld.
Seifferr (Abraham), irriger Name des un-ten folgenden Glockengießers Abrah. Sieverr.
— — (Bartholomäus), ein Tischler, s.untenSperber (Hans).
— — Seyfere oder Geyffert, auchSeifart, und — abgekürzt, etwa gar Seiff(Johann Gotthold), ein um 1812. noch lebenderund mit Beyfall arbeitender Kupferstecher zu Dres den , geb. daselbst 1763., eines dortigen Postschaff-ners Sohn, (seit 180^. Mitglied der Akademie).Die Anfangsgründe im Zeichnen lernte er vondem Hofkupferstecher Boetius: allein erst nachherunter Leitung des Hofkupferstechcrs Stölzel be-stimmte er sich für seine Kunstgattung. Als Zeich-ner erhielt er im Modellsaale nach der Natur denPreis der Akademie, so wie er auch viele Bild-nisse mit Beyfall zeichnete. Als Kupferstecher bil-dete er sich immer mehr für das größere Fach,und bearbeitete theils geschichtliche große Plattenund Bildnisse, letztere im historischen Styl, haupt-sächlich für Rußland , bald nach Gemälden, baldnach eigener Zeichnung; theils lieferte er zu ver-schiedenen gelehrten und artistischen Werken Vig-netten, Köpfe und Titelblätter. Dann, nebst mehrAndern, nach fremder Zeichnung, die Blätter fürdas treffliche Werk: Die schöne Landbaukunst,erläutert von F. Meinerr, kl. Fol Leipug1798. bey Leo. Für die Leipziger ökonomische
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