Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1623
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Sherärd.

dvn Leipzig nach Dresden und hatte, in letztererStadt, von 1699. bis 1705. eine Buchdruckerey,u. wandte sich dann nach Erfurth, wo er als Uni-versitäts-Buchdrucker sich niederließ und zugleichdabey Geschäfte als Buchhändler trieb. In T 0 nst.Bellermann's: Das mehr als königliche,ja göttliche Geschenke der »Buchdruckerey ",bey berbeyrückender dritter Jubelfeyer, soim Junio des 1780. Jahres einfallt rc. (Er-furth 1740. 8°.) findet man, zu Ende, eine An-leitung zum Form-und Stahlschneiden, von ei-nem krcunde löblicher Künste verfaßt; man ver-muthet, daß unser Funk diese Anleitung geschrie-ben habe. S. der Buchdruckerkunst u. Schrift-gießerey, dritter Theil (Leipzig bey C. F. Geß-ner 1741. 8". S. 92167.). Busch, in seinemHandbuche der Erfindungen (Tbl. III. Eisenach1792. S. 187.), gedenkt zwar Gherards nicht,sagt aber, daß die Kunst, getrocknete Pflanzen mitKühnruß zu überstreichen und auf Papier abzu-drucken , durch den unter dem Namen Alexiuspedemonranus gemeinten Schriftsteller, unterwelchem, wie man glaubt, Johann Jacob We-cker zu verstehen sey, schon zu Anfange des XVI.Jahrhunderts (dies möchte denn wohl etwas zufrüh seyn. Nach Jöcher wurde Wecker, einArzt, 1528. zu Basel geboyren, u. lebte in seinerVaterstadt bis i 566 ., wo er nach Colmar giengund hier i 586 . starb. Er übersetzte, meint Jöcher ,des Alex. pedemonrani Bücher: so 8ecrsti8aus dem Italiänischen, und Adelung s. v. Ale-xius,benennt viele Ausgaben dieser Uebersetzung;die erste lateinisch Basel 1629. Adelung sagtübrigens, Alexius sey i 55 o. gestorben; und will,falls es wirklich nur ein erdichteter Name wäre,ihn auf Hier. Ruscelli, gest. i 568 . deuten) be-kannt geworden wäre. Auch sollte Hieronymus Tardanus dieselbe schon gelehrt haben. Bou-gine bringt über denselben bey, daß er das unsehliche Kind eines Arztes, u. i 5 oi. zu Padua gebohren war, Mathematik und Arzneikunde zuPavia, Padua, Mailand, Bologna rc. vortrugu. zuletzt in Rom 1670. (1676.?) alt 7H. I. starb.Er hatte sich seine Natioität selbst gestellt, und sei-nen Tod auf den Tag bestimmt, wo Christus ge-kreuzigt wurde; da aber Freund Hain sich einzu-stellen weigerte, so gab er sich den Hungertod.Doch wir lenken nun ein. Hessel (heißt es !. c.weiter) habe in Amerika 1707., und zwar ausNoth, solche Pflanzen-Abdrücke zu seinen botani-schen Werken gefertigt. Der Hofbuchdrucker Hen-ning zu Berlin habe 17/zi. ein Werk mit K'räurterabdrücken herausgegeben, welches in der Folgevon Hecker besorgt worden sey. Das schönsteWerk dieser Art aber (heißt es zu unbestimmt)wäre 1777. zu Hamburg erschienen- Und so weitBusch; denn was derselbe von dem EngländerLirnhals u. Barrholom. Seuter erwähnt, istmißverstanden, und gehört zu der Geschichte derKunst, bunte Kupferstiche mit verschiedenen Plat-ten zu drucken, und andere seiner Nachrichten sindtheils unvollständig, theils irrig. Man erlaubeuns nun einige Nachträge. Der Kupferstecherund Kunsthändler Johann Michael Seeligmann(seinen Art. s. im Lex. und in diesen Nachträ-ge») lieferte zu (Beurer'«) rJahrungsgefaßein den Blattern der Baume. (Nürnberg 1748.Fol.) 02 Abdrücke von den Adern oder Netzenverschiedener Blätter. Das Fleisch derselbenhatte er vorher in Wasser abfaulen lassen. DerBuchdrucker Johann Gottfried Trampe zu Halleim Magdeburgischen fertigte, für Selbstverlag,1726. die erste Centurie (dieselbe, Pränumerak.schwarz 2 Nthlr. , Ladenpr. 2 Rthlr. 18 Gr.; ko-lorirt, Pränumer. 3 Rkhl., Ladenpr. 4 Nthlr. 4 Gr.)von Pflanzendrücken, wozu ihm der Professor C.G. Ludwig in Leipzig u. a. die Pflanzen liefer-ten. Ein dieserwegen von Trampe n abgefaßtes,mit » 756 . datirtes Avertissement (welches sich aufeine früher hin von ihm ausgegebne Nachricht,seine eingerichtete botanische Druckerey betreffend,bezieht) findet sich in dem Dresdner gelehrt.

Shkrard. t 62 Z

Anzeiger Jahrg. 1767. S. 349 52 .). Er solt12. solcher Centurien von 175664. an das Licht ge-stellt haben; hierunter mag folgendes Werk E. G.Ludwig'« zu rechnen seyn: Lct^pa vo^etsbl-lium, kasclculi VIII. cont. LL. plantas. blalae,1760-64. k"vl. m. (24 fl.) Johann Carl Mül-ler, geb. 174.. zu Leipzig , seit 177.. Unioerst-tätskupferdrucker zu Göttingen , wußte von grü-nen Pflanzen Abdrücke zu nehmen, und auch, vor,züglich gut, anatomische Kupferstiche mit mehrernFarben zu drucken. S. Ekkard's Handb.der Hähern Lehranstalten Deutschland s. Th.I. Erlangen 1780. S. 218. Aus Lichten-de rg's Magaz. für Physik und zJarurge-schichre Bd. lll. St. 4. Gvtha 1786. 8° S.20Z. vernehmen wir, wie der Doktor Jungbansdurch mehrere Versuche die Wege entdeckt habe,alle Pflanzen, ausgenommen die, welche zu weichsind und durch das Auftrocknen zu viel verlie-ren, so abzudrucken, daß sie, bey ganz geringenPreisten, brauchbaren Kupferstichen an die Seitegesetzt werden können. Eine Critik über diele seineWerke in Römers und Usteri's botanilchemMagazine (St. I. Zürich 1789. 8°. S. 112 - 14.)will, daß die Pflanzenabdrücke (kolorier das Hun-dert i 5 Rthl.) zum Täuschen schön ausgefallenund nicht so steif wären, wie die Arbeiten seinerVorgänger hierin. Philipp Caspar Jungbans,geb. zu Römhild 1708. (anfangs Demonstratorder Botanik zu Halle, dann seil 1788. ordentli-cher Professor der Arzneygelekrtheit und Direktordes botanischen Gartens daselbst, wo er 1797.starb), gab aber folgendes hierher Gehöriges anden Tag: Icones piantarum vitam lrunres^sarum Cent. I. Halsc 8 sx. 1788 90. Fol.Diese Centurie enthält 4. Hefte: Icones pla,wa-rum rariorum vitsm irnpressre Lenk. I. kasc.I. Halse 1792. käse. II. 179a. kol. ina^.; Ico-nes plsntarum oKclnalium vitam imprsssssLenk. I. käse. I. ib. 1792. käse. il. ib. 1793.L'ol. ms). Der Schriftstecher und Kupferdrucke«:Johann Mayr zu Negensburg, wo er noch i 8 o 5 .am Leben und Mitglied der dasigen botanischenGesellschaft war, druckte für Selbstverlag, rechtartig, die Pflanzen zu verschiedenen Werken Dav.H. Hoppe's; unter andern zu dessen: Abdruckederjenigen pflanzen, welche um Regensburg wild wachsen (das erste Hnnoerr 1)87.; dasachte Hund 1793. Fol.) Um 180,. heißt es,daß Necker de Sauffure (Eidam des berühm-ten Saussure) ein Botaniker zu Genf , sich Pflan-zenabdrücke verschaffe, indem er nur erst gesam-melte Pflanzen eine Nacht auf angefeuchtetenLeinen frisch erhielt u. dann dieselben mit Buchdru-ckerschwärze durch die Presse geben ließ. Ja De-cker versuchte auch, statt des Papieres, Abdrückeauf eine überfirnißte Kupfertafet zu machen; woraufer dann mit der Nadel der erhaltenen Zeichnungfolgte, das Scheidewaffer fressen ließ, und inwenig Zeit, fast ohne Mühe, ein treues Kupfer-blatt erhielt. S. Schrader's neues Jour-nal für Botanik B. I- St. 1. (Erfurth i 8 o 5 »8°. S. 164. seq ) Weiterhin sagt in diesemJournale (B. I. St. 3 . S. 178. seg) 1805. derForstrath Graumüller zu Jena , daß ihn dieAeckersche Rerfahrungsart nicht befriedige; erhabe etwas Besseres (sein Verfahren erklärt eraber nicht) erfunden; und seine Abdrücke nahmensich ganz wie Kupferstich aus: Er liefere, sowohlsolche als wie jede Pflanze (getrocknet), selbst, zuseiner: klora ssenensis; sey auch gesonnen, aufdiese Art eine Sammlung von okonomischen,pharmaceutischen und Forst-Pflanzen herauszuge-ben. Das Beßte, ein wahres Wunderding fran-zösischen Ursprungs, mag endlich den Beschlußdieser Reihe machen. In nur gedachtem Schra-derschem Journale (B. IN. St. 12. S. 212 )lesen wir, daß der Professor der Botanik Des-vaux ein Werk: Laclos plantarum (sollte in 5 u.Lieferungen, jede zu 10. Tafeln u. Preiß 22. Fr.,erscheinen) zu Paris herausgeben, was Aufmerk-samkeit verdiene.Ein gewisser Bonner " (zuXxxxxxxxx s