Band 
Zweyter Theil [3].
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1624
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1624 Sherard.

Paris ) »hat nämlich das Mittel erfunden, diePflanzen selbst farbig und zwar auch die kleinstenTheile derselben abzudrücken. Eine Pflanze giebtmehrere hundert Abdrücke, welche genauer Undschöner als das sorgfältigste Gemählde seyn sollen.Jede Pflanze ist zum Abdruck geeignet, und nach-her dem »ungeachtet noch fürs Herbarium brauch-bar." Man »nutz gestehen, daß dieser sich alsoankündigende Franzose das Aufschneiden wirklichsehr gut verstanden hat. Noch ist uns übrig die-jenigen Schriften anzuzeigen, in denen unsersWissens über das praktische Verfahren unsererKunst (dabey nur einzelne schon oben hin undwieder erwähnte Bruchstücke abgerechnet) gehandeltwird. Ein Aufsatz des Joachim Camerarmsdes jüngern, in Joh. Hornung's: List» ius-äics (Xorimb. 1626. 4 ° p- 276.) (Vielleicht auchfrüher abgedruckt zu finden, da Cainerarius, einbekannter Arzt, der i 5 Z 4 - zu Nürnberg gebohreuwurde, schon G98. in seiner Geburthsstadk gest.War) s. Haller's: bibliotk. botan. I. 458 .Bniphof in: N»8cellsnei8^sico - Neüioo-IVIatliematicis kucknerl Ils. Quartal 172g. oder17Z0. p. 779. Brück manns abgedachteshierauf erfolgtes Sendschreiben; und Rnrp-hof's Antwort.Orst Wilhelm Martins:Neueste Anweisung pflanzen nach dem Le-ben abzudrucken Wetzlar 178). 8°. Martins,geb. zu Weissenstadt im Bayreuthischen 17hl). wardamals Provisor der Hofapothecke zu Mainz , u.setzte sich nachgchends als Hof-und Univerfltäks-apotheker in Erlangen . I. H. A. Dunker,Predigers zu Rathenau: pflanzenbrlustigung,oh. Anrveisung, wie man gerrorknere pflan-zen, auf eine leichre und geschwinde Art,sauber abdrucken kann. Erstes Heft mit b.schwarzen und b. illum. Abdrücken. Zweyte Aufl.;Drandenbnrg 1798. Vielleicht enthalten auch desAlex. pedemonranus obangezeigke Bücher: lls8eereri8 hieher zu Beziehendes. Ueberhaupt ur-theilen wir, ungeachtet der immer von den Aus-fertigern zu hörenden Versicherung, man werde dieKupferstiche durch solche Arbeit entbehrlich ma-chen, daß dergleichen wohl nicht an dein seynmöchte. Stets bleibt der Abdruck flach (d. h.ohne gehörige Angabe des Hohen und Tiefen);und die Umrisse sind oft unbestimmt und nichtssagend. Nur einzelne Pflanzengattungen und ein-zelne Theile derselben, vorzüglich die Blatter,fallen bisweilen wirklich gut und brauchbar aus.

Noch liefert uns einer unsrer Freunde zu vor-stebndem Art. ff. Zusatz: »Der oben erwähnteGraumüller ist, wie folgt, zu tituliren: Der Fürst-lich Schönburgische Forstrath und und Privatdo-cent auf der Universität Jena (wo er noch 1812.lebte) v. Johann Christian Graumüller. Ichkann mich nicht enthalten hier noch einen Kunst-dilettanten, Anton Butschek, anzuführen, derdie Erfindung machte, lebendige Blatter (mitsamt ihren natürlichen Weitungen und Wurf) ineiner weichen Masse ganz aufs Schörstke abzufor-men und Stanzen davon, zur Verfertigung künst-licher Blumen, in Metall zu gießen. Diese fallenso vortrefflich und der Natur so gemäß aus, daßkein Graveur in der Welt im Stande wäre, gleichezu fertigen. Burschek, der auch versteht natür-liche Pflanzen in Lampenruß gut abzudrucken,wurde zu Troppau in Schlesien, wo sein Vaterein Schneider war, 17hl. gebohren, lernte undwanderte auf das Handwerk des Vaters, trataber bald in Herrschaftliche Dienste, in denen ersich meist zu Dresden aufhielt und hier 1800 alsKammerportier in Churfürstliche Dienste kam, inweichen er denn auch 1809. zum Mundschenk desjetzigen Königs von Sachsen ernannt wurde, undi8t2. noch lebte. Unser Mann, der das Zeichnenbey tzolzmann erlernt hatte, besitzt ein ganz be-sonderes Talent, Alles, was er nur sieht, nachzu-ahmen, oder auch nach Bedarf (Maschinen undModelle) zu erfinden und selbsi zu fertigen. Ererfand z. B. eine Maschine zum Sengen des Cat-tun's, sonst ein Geheimniß der Engländer; eine

Sherwin.

Vorrichtung, wo die Pferde ohne Schaden desWagens durchgehen können u. s. f. Dann machteer Versuche in Nachbildung der Monumente ausKork , setzte aufs Täuschendste Schmetterlinge ausgefärbten Papiere zusammen, silhouettirte, u. s. f.Burschek brachte sogar den Taschenspieler Pinetti,während dessen Aufenthalt zu Dresden , fast inVerzweiflung, da er ihm seine kostbarsten Kunst-stücke, auf frischer That, nacherfand. Mankönnte, wäre hier der'Ort dazu, Vieles über die-sen merkwürdigen Mann sagen, der seinem Ta-lente gemäß nie an seinem rechten Standpunktesich befand, und dem das Glück auch nicht rechtfreundlich lächeln wollte.

Sheraton (T-), Kabinetstischler zu London .Von ihm kennt man ein: Modell-und Zeich-nungsbuch für Ebensten, Tischler, Tapezi-rer und Sruhlmacher rc. A. O. Engl . mitAnmerkungen von G. T.-Wenzel II . Th. gr. 4°.mit 28. Kupfert. Leipz. 794 (i8uü. neuerdingsangekündigt jetzt in III. Thl. mit 96. Kupf.) beyFleischer dem Jüngern. (4. Thl.); ein Werk vonzweydeutigem Werthe.

* ^ber lock (Wilhelm). Basan (L8. sec.)nennt ihn 1789. noch jung. Gestochen hat der-selbe, neben Andern«, das Bildniß des 8Z. I.alten Bischofs Hoadly, nach W. Hogarth, undeine Scheune nach Pillement.

( )> So heißt auch bey F10-

rillo V. 8öj. ohne Weiteres einer von den zahl-reichen Englischen Künstlern neuerer Zeit, die,als Landschaftmaler, hauptsächlich (und warumnicht?) innlandische Gegenden zu ihrem Gegen-,stand wählten. Gute Arbeit von ihm (lesen wirirgendwo) sah' man auf dem Londner - Gallon1800.

Sherrvin (Johann Keyse), Zeichner, Ste-cher mit dem Grabstichel, in Schwarzkunst undin Punktirmanir, geb. in England um 1746. undblühend zu London um 1780. Seine Talente ver-schafften ihm den Rang eines Kupferstechers deSKömgs, und die Ehre, in dieser Würde Nach-folger von Woollet (a. K. des Hingerichteten Ry-lands) 178Z. zu werden. Von ihm kennt manvörderst Bildnisse nach I. Andre, R. Brompton,R. Eosway, N. Daüce, T- Gainsborough, R.E. Pine und Reynolds, von welchen der Kata-log von Brandes namentlich dasjenige von demLord Bischöfe zu London Robert Lowkh ein schö-nes Blatt nennt; uns eben so diejenigen desStechers Woollet, und des Dr. William Boyce

( lVIn8ter os bis IV1üje!?t'l8 ttsuci os I^1u8ic:lsn8),

beyde ohne weiter» Namen als den seinigen; dasletztre mit dem ausdrücklichen Beysatze: Ln^ravecifrorn tke I^iko was nicht so bald Einer thut.Dann von historischen Blättern: Eine H. Familienach N. Beretoni; Otago nach W- Hodges; Ca-tull und Lesbia, Pericles und Aspasta, und Her-minia die Tancreds Name in die Baumrindeschneidet, alle dreye nach A. Kaufmann; dasNoli nie längere, nach R. Mengs; eine H. Fami-lie nach Poussin (schön); Jesus der sein Kreutznach Golgotha trägt t Altarblatt des Oxfordcr-College, gewöhnlich G. Ren! zugeschrieben (schön),und der Heiland erscheint der Magdalena alsGärtner, nach Ebendemselben; die wahrsagendeZigeunerin nach Reynolds; den Tod von LordRobert Manners nach Stothard (dies ein Kapistalblatt), von welchem der Pfuscher Basan (Lcl.sec.) sagt, er habe solches 1786. gemeinschaftlichmit (einem Namens) Carl Sberrvm geliefert.Dann Manches, ohne wettern Namen ais denseinigen; wie das Pensoroso nach Milton, unddie Guirlande nach Prior ; Bacchus und Ariadne ,und Venus aus dem Bade; Cicero, nach einemMarmor zu Oxford ; Ansicht von Gibraltar , mitdem Brande der schwimmenden Batterien. RoflIX. 809 i«. Noch

bemerken wir seinen William Pitt, nach der Dild-