i6zo Siegel.
den Grund - und Aufriß des Dorischen Gebälkesvvm Tempel des Theseus . Hkc. Seither aufden Salons 1810—12. mancherley Darstellungenvon Capitälen, Gebälken, Grundrissen u. s. f.
Siegel (A.) So heißt auch ein deutscher Bild-nißmaler, nach welchem man ein von C. Pfeifferzu Wien , in Folio gestochenes Bildniß von Franzvon Zailler kennt. Ohne Zweifel ist er Eine Per-son mit einem andern Siegel ohne Laufnamen,nach welchem irgendwo ebenfalls ein Dildniß desKK. Confistorialrahs I. C. von Engel, von C.Zeltner i 8 o 5 . gestochen, angeführt wird.
— — (Carl August Benjamin ), der ältesteSohn eines Bäckers zu Dresden , und dort ge-boren um 1704., ward Schüler von Krubsacius ,und erscheint 1780. bereits als Mitglied der Dresd-ner-Akademie. Derselbe mußte, dem Willen desVaters gemäß, anfangs das Handwerk desselbenerlernen, und gieng dann auf die Wanderschaftdurch Teutschland, die Schweiz und Polen . ZuWarschau , wo er in eine Krankheit verfiel, wohnteer bey seinem Vetter, dem Baumeister Spar-inann. Indem Siegel aus Langerweile dessenarchitektonische Bücher durchlas, erwachte ein schonfrüher bey ihm sich geäußerter Hang zur Kunst,der ihn auch, gleich nach der Wiedergenesung,nach Dresden zurückführte. Ungeachtet des Wi-derstrebens seines Vaters, wiedmete er sich nun-mehr ganz der Architektur und der freyen Hand-zeichnung. In 1786. wurde er, an des Cbryseli'usStelle, zum Unterlehrer, und 1791. an HabersangsStelle, zum ordentlichen Lehrer der Architektur,bey der Akademie zu Leipzig ernannt. Um 1801.werden in den deutschen Runstblärrern IV. 67.die unter ihm gefertigten Arbeiten seiner Schüler,für Geschmack und Fleiß gerühmt. Um 1806.(s. Ii. 1807.) erhielt er die Stelle eines Univer-sitats-Baumeisters zu Leipzig . Leipziger -Adreß-kalender u. a. Zu C. L. Stieglitz Gemäldevon Gatten u. s. f. (8^ Leipzig 180A —4. beyFleischer, Z Thlr. 18 Gr.) zeichnete er 28. Tafeln,welche Darnstädt und Echuhmann gestochen haben.Eben so zu I. F. Blotz Gartenkunst, zweytedurch I. L. Christ und C. L. Stieglitz umgearbeitete Aufl. 4 - Thl. gr. 8°. Lechz. 1807.bis 1808. Dann ganz neuerlich (1811.) zu derGallerie häuslicher Denkmäler, die bey Voß inLeipzig erschienen waren. In frühern Tagen wirdnoch von ihm genannt: Ein in Farben getuschter,vortrcflich ausgeführter Prospekt der Kreuzkirchezu Dresden , nach Canaletto . Sonderbar, daßweder Retter noch Haymann dieses KünstlersErwähnung thut, und auch Meusel N. R- L.(1809.) bloß seinen Namen giebt. In 1812. gieng
»er nach Italien , von wo er aber schon am Endedesselben Jahres wieder nach Leipzig zurückkam./ILc.
— — (Christian Göttlich), Bruder von obi-gem Carl August Benjamin ; ein sehr geschick-ter Kunstdrechsler zu Dresden , wo er ungefähri 8 o 5 . starb. Derselbe hatte lange Zeit in London ,Frankreich u. s. f. gelernt,
— — ( ), Schüler der Zeichenschule zu
Meissen . Von ihm sah man auf der Dresdner -Ausstellung 1810. zwey getuschte Köpfe nach Do-menichino; und 1811. einen Christuskopf nach G.Reni in Sepia.
— — ( ). Ein solcher war um i 8 o 5 . ei-
ner der Rathsmaurermeister zu Berlin .
* Giegelbein, s. Gichelbein.
Siegeler (I. A.), zeichnete einige Kupfer-tafeln, deren Stecher sich nicht genannt hat, zuI. G- Valdin's: Frankenberger Versteinerun-gen (Marburg 1778. 4° )
Siegelitz (Georg Michael), erscheint 1790.als geschworner Mäurermeister bey dem Stadt-Oderbauamte zu Mainz .
Siegewitz.
Siegerift (Jonas). So heißt in: Dres den , zur Rennrniß seiner Häuser 1798. einScholar der dortigen Kunstakademie, um sich alsMedailleur zu bilden. Schon auf dem Dresdner -Kunstsalon desselben Jahrs sah mau von ihm ei-nige gut gestochene Pettschaste Uebrigens erfah-ren wir, baß er sich seither mehr auf den Gemäl-dehandel gelegt habe, auch seit geraumer Zeit sichnicht mehr in Dresden befinde, und gegenwärtig(1812.) zu Wien leben soll.
— — ( ), ein nicht übler Kupferstecher
zu Mannheim . In 1795. erschien dort in gr.Fol. die erste Lieferung der Sammlung seiner Blät-ter in englisch - punktirter Manier. Sie enthielt6. Blatt: Soris und Oenone; Celadon und Ame-lie; der glückliche Vater; Kaiser Rudolph vonHabsburg , u. s. f.
* — — s. auch Gitzrist u. Siccrist, theilsim Lex. theils in gegenwärtigen Zusätzen.
Siegert (Sophia Amalia ), zu Dresden (woihr Vater Churfürst !. Finanzsekretair war) 1778.geboren; heyrathete 1796 den Apellakionsgerichts-kanzelisten Zocher, und wurde 1800. Wittwe. Die-selbe versteht, aus allerhand Zeuge, Blumen nachder Natur, sowohl in natürlicher Größe, als ganzins Kleine, vortrcflich zu fertigen. Vorzüglichsind ihre Nachbildungen ins Kleine, (Rosen undandre Blumen, Blümchen und Kräutergeniste alsKränze, Medaillons, Körbchen rc. verarbeitet)bewundernswürdig. Bisweilen arbeitet sie auchLandschaftchen, auf Art der Basreliefs, in ihrerManier aus. Hierbey weißt sie sich sehr geschicktder natürlichen Moosarten zu bedienen, um dasLaub der Bäume herauszubringen; einzelne Par-thien dann, malte sie mit Wasserfarben aus.Viele ihrer Künsteleyen werden, mit verborgenenDevisen versehen, zu Neujahrsgeschenkrn benutzt.Unsere Künstlerin halte nur oberflächlich ihre Kunst(und ein wenig Zeichnen) in der Jugend erlernt,bildete sich ohne Anleitung dann immer mehr undmacht, seit dem Tode ihres Mannes, Erwerb undausschließlichen Gebrauch von ihrem schönen Ta-lent. Sie arbeitete so mit ungetheillem Beyfallnoch 1812. zu Dresden .
-- — ( ), erscheint 1787. unter den Schü-
lern des Theatermalers Theil zu Dresden , Ala-de'« gelehrt. Dresden führt ihn dann 1796.als einen Künstler auf, der sich schon durch seineArbeit gezeigt habe. Seit Jahren aber erscheinter nicht mehr zu Dresden . Anderwerts heißt esausdrücklich, er sey nun seit geraumer Zeit zuLeipzig seßhaft. Mensel R. L. nennt ihn,ebenfalls als Fresco- nnd Theatermaler (und zwarzu Dresden ) 1809. noch lebend.
Siegervitz (Joh. Albrecht), Bildhauer zuDreslau, von Bamberg gebürtig. Seine vorzüg-lichsten Arbeiten zu Breslau sind: Das schöneallegorische Monument des Inspektors GeorgTeubner in der St. Elisabetskirche. An demselben,was er im Jahre iM. verfertigte, wird vorzüg-lich die mit verhülltem und doch kcnnbarem An-gesicht« vorgestellte Statüe dcs Glaubens gerühmt.I. C. Rundmanns: dilesia in diummis p. 3 Z 4 -Sodann vier große vorkrefiiche Statuen (Klugheit,Mäßigkeit, Gerechtigkeit ».Starke), daneben kleinesitzende Figuren, auf dem Parapette deö Balcons ,über dem Hauptportale des Jesuiter-Universilats-Collegiums. Und endlich die großen Statüen deskämpfenden Erzengels Michael, des H. Lojola,der Zeit, der Hoffnung, mehrere Engel, Heiligeu. s. f. an dem Gebäude, was bis an die Liniender Jesuiterkirche reicht. Rundmann's Sch"?len Teurschlands S. 106 161. Seine letzteArbeit, waren die beyden hölzernen StatüenAaron's und der Mirjam an der großen Orgel derElisabethskirche zu Breslau . Diese Orgel warin 1761. vollendet worden. Beschreibung derSradt Breslau . Brieg i/O-i. S. lös»4S7.