Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1638
JPEG-Download
 

i6zL Silvestre.

nach großen Meistern, sein einziges Vergnügenaus. Auch stand dieses Kabinct, nicht bloß zurSchau, sondern selbst zur Benutzung, allen Lieb-habern und Künstlern stets offen, und war freylichdas Einzige, was der wackre Mann, zum Lohnsechszigjähriger Arbeit, aus den Stürmen derRevolution, für seine Kinder noch zu retten ver-mochte. Er selbst lebte gegen End seiner Tageaus der mäßigen Leibrente von ivon. Livr. und st.dann, bedauert von jedem der ihn kannte, zuParis am ic>. Juli 1809.Sein hohes Alter"(sagt sein oben angeführter Nekrolog, an derSpitze eines vortrefflichen Gant-Catalogs seinesCabinets)änderte nichts an der Milde seinesCharakters. Aus Furcht, Andern ungelegen zufallen, oder Zwang anzulegen, machte, daß ersich gewöhnte, oft allein zn sey»; und selbst,wenn ihn von Zeit zu Zeit eine Unpäßlichkeit an-wandelte, suchte er seine ihn zärtlich liebendenKinder, und seine Dienstbothcn sogar vielmehrzu entfernen, weil er (o des schönen Lobs!) im-mer glaubte, sie könnten anderwerts etwas Nütz-licheres oder doch Angenehmeres thun."

S ilvestre (Jftael),war Schüler seines müt-terlichen Oheims, Israel Henriees. Warelerbemerkt: Daß, so wie er seine Manier aus Cal-lot und della Bella geschöpft, so sey er hinwie-der von le Clerc nachgeahmt worden. Auch dortwerden dann seine, mit vielem Geschmacke we-ckten Figuren gerühmt. Von seinen über tausendBlättern nennt kost Vll. 19398 die vorzüg-lichsten in /. N°. Eine weit reichere Litteraturderselben aber giebt der WUnklersche Katalog ini 58 . N". von ganzen Folgen so wohl als voneinzelnen Blättern; über die Hälfte des ganzenWerks. Zu den schönsten werden dort die soge-nannten sieben Stationskirchen zu Rom gezahlt.Diesen fügen wir hinzu: In den Viren 6es lVlai-sons liorales die: Uisns et Vnes 6es Puillsries6. Bl. und das: CollsZs (les guutre nstions.Dann die: Courses 6s tetes et ba^ues, Col.1676. (96. Dl.), dies gemeinschaftlich mit F.bhereau. Endlich: stluisirs 6e l'lsls enchsntee,Fol. 1679. (8. a. K. 9. Bl. nebst Vignetten*)),meist seltene Werke, welche im Louvre gedrucktwurden, und daher nie im großen Publikum er-schienen sind. Die meisten seiner Arbeiten datirensich zwischen 16)2, u. 79, Noch in ganz neuernLagen (i 8 c> 5 .) wurden von der Waltherschen Buch-handlung zu Dresden für 35 Thlr. zu Kauf aus-geboten: bl-aisons, Ckuteaux et jgrllins <lsÜaris et cle lu hranee, avee les prosils 6s cha-que bütiment, graves yar Lornrere, /VrrLMlt»Älarrotte, le Clerc, .V r l ve 5 t»- e.

LMt ete. en 45 . stlanches fol. ksris. Mehre-res nach unserm Künstler hat, neben Andern,I. Perelle gestochen. Handzeichnungen von ihmbefanden sich noch 1812. im Kabinet des H.Paignon Dijouval zu Paris , theils getuscht,theile mit Bleystift und Feder.

* (Ludw.de). Derselbe wurde in 1715,durch den Chur -Sachsischen Hofarchitekten Baronle Plat, als Hofmaler nach Dresden berufen, u.erhielt nach Fehlings Tode das Direktorat derdortigen Akademie 1726. (u. h. eines Oberhofma-lers und Akademie-Meisters 1725. Auch brachteer einige Zeit in Warschau zu; und namentlichdie Liebe für die Schönen Künste, welche er denPolen einzupflanzen wußte, erwarb ihm die be-sondere Gunst des Königes August und dessenNachfolgers, August Poniatowsky. Da er meistzu große» Werken in Fresko gebraucht wurde, sosind ieine Staffeleigemalde ziemlich selten. 6anltrie L2. 6ermaür. Die vornehmsten Bilder, dieman zu Dresden von ihm siebt, sind: Ein Altar-blatt der Sakraments - Kapelle (Einsetzung desAbcndmals) in der Katholischen Kirche ; der Plat-fond im großen Audienzsaale des Schlosses (12.

Der Gegenstand dieser letzter» war ein von Ludwig

Silvestre.

Obidische Darstellungen); ein anderer im Ma­ thematischen Salon, u. s. f. Von Staffeleigemaldenbesitzt die Gallerie von ihm einzig ( 5 ', 2" breit,3, 10" hoch) die Entführung der Dejanira durchden Centaur. Sein Bildniß, von Mengs gemalt,steht im Pastell - Kabinette. In 1741. ward er,als Oder-Hofmaler, nebst seines Bruders Sohn,(der im Hofkalender seit 17-55. vorkömmt, undAdjunkt von Ludwig genannt wird) geadelt.(Letztrer ist wohl der rJiclaus Carl des Lexikons,Carl Franzens Sohn). Magaz. der Sachs.Gösch. IV. S. 129. Sachs Rur-Lab. 1742.S. 181. Bern A)resdn. Merkwürd. Jahrg.1782. S. in. Nach Einigen lebte Ludwig bloß24. I- am Dresdner-Hofe. Auch in der Galle-rie zu Sanssouci sieht man von ihm: Perseus und Andromeda, in Haltung und Effekt etwasnachgedunkelt, und: Apollo und Daphne, beydesin ganzen Figuren. Eine Menge seiner Handzeich-nungcn . alle (sonderbar!) landschaftlichen Inhaltsbesaß noch 1812. H. Paignon Dijonval zu Paris .Gestochen nach ihm, führt der Katalog von wink-lör an: Vörderst das schöne Bildniß der Königinund Kurfürstin von Sachsen Maria Joseph«, ander Spitze des zweyten Bandes des Dresdner-Galleriewerkes, von I. Daulle; dann das großehistorirte der Zusammenkunft der verwitlibtenKaiserin Amalia mit d.r Königlichen Familie znNeuhaus, von L. Zucchi. Hiernachst von Ge-schichtlichem: Ulyß, der den Astyanax seiner Mut-ter entreißt, von I. Audran; dann Venus, die denAdonis von der Jagd abhalten will, Daphne vonApoll verfolgt (ob das Bild zu Sanslouci?),Angelika und Medor, Rinald und Armita (alleviere von N. Chateau, letztres von I. Audranbeendigt); endlich die von einem Satyr belauschteNymphe im Bade (a. li. Syrinx von Pan ver-folgt-, von H. S. Lbomassin Sohn. Anderwertswerden noch genannt: Die Bildnisse König Au-gust III. und der Königin, von G. F. Schmidt,und des Grafen Heinrich von Brüht, von I. I.Balechou, u. s. f Dann Medea die den Ocsonverjüngt, von L. Desplaces, und den Fuchs unddie indianischen Hahne, von F. Silvestre geetzk.Ferner: Der Lahme an der Tempelkhüre geheilt,von Tardieu, und eine Sankt Theresia, der einEngel einen glühenden Pfeil an den Busen drückt,ein gutes Blatt, ohne Benennung des Stechers,(wir glauben von Chateau). Ob Ludwig,bey seiner Rückkehr »ach Frankreich , wie Einigebehaupten, ebenfalls das Direckorat der Kunst-Akademie zu Paris bekleidet habe, scheint u»swenigstens zweifelhaft zu seyn.

* Silvestre(NiclausCarl, od. Carl Nicl.de),<tarl gränzen Sohn,folgte seinem Vater in d. Stelleeines Zeichenmeisters der Königl. Französ. Kinder,und arbeitete nach Einigen im Geschmacke seinesVaters. Namentlich kennt man von ihm, nach C.Coypel: Oskuite 6u Chevalier 6n lVliroir; nach F.leMoyne: llnk-rns gni zouent avee les llepouilles6'blsrcule» und: Obsille et le Chevalier l)a-nois vont ckercher Uenuu6 enchante 6sns Is?-»lsis 6'^rmi6e; eine Hirschenjagd nach I. B-Oudry; endlich eine Abnehmung vorn Kreuze,nach seiner eignen Erfindung.

(Susanna), wie man gewöhnlichglaubt, Israels Tochter. Gestochen von ihr kenntman Bildnisse: Der Künstler van Dyk, Mallery's,Seelinx und Sneyders, große Blätter meisterhaftnach van Dyk; I. Nocret's nach ihm selbst, I. Be-rains nach I. Nivicr Dann nach dem lestcern: DesCanonicus u. des Uhrmachers... le-crcs mit: 8us.d^Ivestre so. 17H. et. 16. woraus erhellet, daßsie nicht Israels Tochter, wohl aber eine seinerEnkelinen, etwa von Carl Iranzen seyn mo6)te.Ohne Zweifel ist diese Künstlerin dieselbe, welcheanderwerts Silvestre - le Mome (wohl an ei-nen le Morne vermahlt) heißt, und von welcher

XIV. in l6/q. veranstaltetes prächtiges Festi».