r6z4 Slodts.
genia, das Basrelief an Vleughels Grabmal,desselben Epitaph in St. Ludwig der Franzosen ,(wovon man ein gestochenes Blatt kennt), beson-ders aber sein Mauseolum zweyer Bischöfe in derCathedrale zu Dicnne im Dauphins; sie bieten sichdie Hände, und der Eine ruft dem Andern, alsseinem Nachfolger. UM 1/47- kehrte er nachFrankreich zurück. Wirkliches Mitglied der Aka-demie scheint er nicht gewesen zu seyn *). Mitallerley Arbeiten für Festivitäten verlor er vieleZeit für seinen Ruhm. So z. B. beschäftigteni/Ll. er und seineBrüder sich mit den Decorazioncneines Feuerwerks, das bey Anlaß der Geburt desHerzogs von Burgund abgespielt, und dabey frey-lich die —Maiestat (?) ihrer Anordnungen bewun-dert wurde, dergleichen man bMer nicht erblickthatte. Mehrere Male, wo er sich als eigentlicherKünstler hätte zeigen könne», wurden ihm aller-ley Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Endlicherhielt er doch den Auftrag zu dem Grabmal desPfarrers von St. Sulpice, das er um sehr ge-ringen Preis fertigen mußte, und was ihm dann frey-lich viel Ehre brachte. Halbkenner bewundertendaran vornehmlich die sinnreiche Weise, wie ersich dabey, nach Bernini's Beyspiel, der Mar,mor von verschiedenen Farben bedient hatte. WahreKenner hielten mehr auf der herrlichen Hauptfigurdes Verstorbenen, die noch besser als diejenigeder personificirten Unsterblichkeit gefiel. NichtigereZeichnung, mehr Ruhe in der Composition undeine größere Manier wurde wohl im Ganzen ge-wünscht. Zu seinem Beßren indessen gehören, alsMeisterstücke von Grazie und gutem Geschmack,jene Basreliefs in der Halle von St. Sulpice;dann der in Bley ausgeführte Brunn (1791.) imGarten des H. Jannels bey der Barriere blanche;die Bildsäule der Königlichen Pietät, in einerNische an der Außenseite der Sakristei) von Nortre Dame; endlich zu Chvisy eine Copie des be-rühmten Christs von M. Angela in Maria dellaMinerva zu Rom . II. 267—72. Seine
Charakteristick als Künstler u. Mensch giebt dann die-ser Schriftsteller, wie folgt: „SlodrzManier, ebenso einfach als groß, vereinte die edeln Wahrheiten derNatur mit den schönen Formen der Alten undmit Bernini's verführerischer Grazie" (freylichein seltsames Amalgam«!). — „Die Stellungenseiner Figuren sind angenehm und schlank, dieContoure fließend und fein. Wenige haben ihnin einem Theil der Kunst übertroffen, welcher sel-tener ist, als man denkt, in dem Talente näm-lich, gut zu drappiren. Im Geschmacke, womiter die Falten zarter Zeuge legte, hak ihn niemandübertroffen. Dann war er ein trefflicher Zeichner;nicht daß seine Formen immer rein und richtiggewesen, aber seine Inkorrektheiten selbst hattennoch etwas Gefälliges. Als Mensch endlich verbander mit seinem aufgeklarten Geist und vorzüglichenTalenten Eigenschaften des Gemüths, die einenKünstler immer beliebt machen müssen: Eine ge-wissenhafte Rechtschaffenheit nämlich, seltene Ein-falt der Sitten, einnehmende Anmuth und Gleich-müthigkeit. Immer war er der erste, ausgezeich,nete Künstler zu loben und zu unterstützen, undnie öffnete sich sein Herz den traurigen Gefühlendes Reids. Von seinen Schülern geliebt, gabensie ihm während seiner Krankheit die stärkstenBeweise ihrer Zueignung, wachten bey ihm, undbesorgten ihn bis auf den letzten Augenblick. Nochbemerken wir, ebenfalls nach d'Argensville, daßunser Renae Michael der Gunst des Marquisvon Marigny, Generaldirektors der Königl. Ge-bäude genoß, der ihm schon 1755. einen Jahr-gehalt von 600. Livr. verschaffte, welcher nach-werts auf 800. gesteigert wurde; nebendem, baßer -768. seinem Bruder Paul Ambrofius in der
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Stelle eines Königl. Zeichenmeisters mit einerBesoldung von 1200. Livr. folgte, und schonfrüherhin eben so viel von einer ähnlichen Bedie-nung erhielt, in welcher er einem zweyten seinerBrüder Sebastian Anton (d'Argensville nenntihn Sebastian Renar) gefolgt war. Nach un-sers Renar Michels u. a. Zeichnung ließ Lud wig XV. durch Cochin Vater und Sohn n. Blätt.stechen, die, unter dem Titel: Pompes funebreset lliü'erentes letes clonnees an sujet 6e quel-oues epoques stans la karnille vokale bekanntsind. Eben so nennt man anderswo nach ihm:^Ile^orie sur le MariaZe <le Louis XV. undIs Lüste «le Louis XV. von Flipart, und Stu-dien von alten Köpfen von Wille. Hinwiedersoll er selbst ein Blatt voll Studien bekleideterFiguren geetzt haben. läse p. HZ. L-»a»
Lä. sec. In der Schrift Winkelman u. s.Jahrh. S. 2VH. erhält unser Künstler nur einsehr beschränktes Lob. Von seinem colossalen St.Bruno zu St. Peter heißt es, sie möge etwaszu hagere Formen haben; überhaupt scheine es,sein Talent sey zum Großett nicht geeignet gewe-sen; wenigstens sey ihm eine trauernde weiblicheFigur unter Lebensgröße auf dem schon ange-führten Denkmal des Marchese Capponi besser ge-rathen; dieser ihre Gestalt sey hübsch und zart,und das Gewand artig geworfen, de Fonrenaiführt noch Catalfalque von ihm von 1760. unddann das Grabmal des Cardinals von Auvergnezu Vienne im Oauphine an, wo abermals be-sonders die schönen Drappirungen bemcrklich seyen.Ebenderselbe giebt ihm ein Alter von 61. Jah-ren, mit seinem gewöhnlich angenommenen To-desjahr ijchH.
* Slödts (Sebastian), der Vater. SeineStatüe Haunibals, welcher die Ringe der in derSchlacht bey Canna getödteten Römischen Ritterzählt, nennt d'Argensville II. 267. eine wun-derschön gearbeitete Figur, der es aber an Adelund Ausdruck fehle. Eben so urtheilt auch wa-tetet von diesem Werke, und rühmt noch darandie Präcision der Formen. Dann kennt er vonihm, neben Anderm, das im Allgemeinen auchvom Lex. erwähnte Basrelief bey den Invaliden,welches Ludwig den Heiligen darstellt, wie erMissionairs nach Indien sendet.
* — — (Sebastian Anton, a. b. SebastianRenat), trat sehr rühmlich in die Fußstapfen sei-nes Vaters. Zu seinem Schönsten, wenn schonVergänglichsten, gehörten einst seine Catafalquenin Notrc Dame, seine Tanz-und andre Erlusti-gungssale, u. dgl. Dann arbeitete er gemein-schaftlich mit seinem Bruder, Paul Ambrofius,an dem großen Altar der Kirche St. Barthelemy ,dem Baldachin über dem Hauptaltar von St.Sulpice, am Altar der Capeüe der H. Jungfrauebendaselbst, und an jenem a la Romaine (?) inder Kirche St. Germain - des - Pres. stetenar. Nach ihm gestochen kennt man: pöte pub-llqus, «lonnee par In Ville «le karis pour Isl^laria^e äu Dauphin 17^7. in 8. B>. von Be-noit, Damun, Flipart, Marvyn, le Mire, Tar-dieu u. s. f. Dann ein Bildniß, A. de la Croix,Obnancier's, von S. C. Miger 1765.(Dieses letztere durfte wohl eher dem RenaeMichel Slodts zugehören; vielleicht auch dieoben genannte: köre publique etc. S. obenden Art. R. M. Slodrs.
Gloors ( ). So heißt irgendwo, ganz
ohne Weiteres, ein Früchtemaler.
* Sluis (Jacob van der). Nach ihm hatP. van Gunst das Bildniß des Arztes F. vanDekkers gestochen.
*) Eine diesfa'lllge Stelle bey d'Argensville ist für uns unverständlich: l'»caäsmie l'agrea sn 1749. sur plu-
sieurs ouvraxsi, enrrs autrex xur un peilt moääls äs l'aaiitie. «pii äevoit ecre son morceau äs räceptivn.Des circonstences inutiles ä rapporter n, /«:' /»ermieeirt pa, ä')- -t,, aii»»». Huelyues annäss apräs sa mort,>s blo^ne, 8cu>pteur» äonna ä l'^caäemls un moäels äs cek Iiabils liomms, reprässntant la kaix rams-nee par la Vlctoir«. Il lui » sn yuslyus -orts, par es präsent, un artisrs bleu äizns äs lui
»xxartenlr.