1658 Smith.
Manier unterrichten ließ. In derselben arbeiteteer »ach seiner Rückkehr mit Erfolg, und warddabey durch den Rath von Ryland unterstützt , fürwelchen er mehrere Platten in diesem Geschmackefertigte. Dann hat er auch für die Sammlungvon Boydell gestochen. Rost IX. 201—2. Die-ser nennt nach ihm: Den Blinden , der den Blin-den führt, nach Robusti; Tobias mit dem Fische,nach S. Rosa; ein Wildschwein von Hunden ge-jagt , nach F. Sneyders (der Katalog von Bran-des nennt es ein sehr schönes Blatt), und denBesuch der Königin von Saba bey Ecstomo, nach
E. le Sueur. Bey Füßli IV. 2Z6. findet sichvon ihm Loths Vergehen mit seinen Töchtern/nach Rembrandt , angezeigt.
* Smith (Georg), Bukolischer Dichter,Land-schaftsmaler und Kupferstecher, geb. zu Chichesterum 17Z». und gest. zu London 1776., Bruderder nachfolgenden Johann und Wilhelm (nichtGabriel und Jacob, wie es im Lex. heißt).Ünter diesen drey Brudern that er sich am mei-sten hervor, sowohl durch die Schönheit seinerBilder, als durch die Grazie seiner Hirtengedichte,welche ihm den Namen des Brirrischen Geß-ners erwarben. Bereits in 7769. hatten Er undsein nachfolgender Bruder Johann der jüngerevon der Londner-Gesellschaft zur Aufmunterungder Künste, jener einen ersten, und dieser einenzweyten Preiß von 5 o. und Guinen erhalten(S. Aeue versuche nüyl. Sannnl. B IV. S.778.) Als vorzüglich von Georg zeichnete sichdann ein Bild aus, welches er zu dein Salonvon 1767. geliefert hatte. Kenner jedoch tadeltenan ihm, daß er etwas zu verschwenderisch mitdem Grün sey, halten ihn aber dennoch für einenreizenden Landschaftsmaler, und vergleichen ihn —weil doch einmal verglichen werden muß, auchin dieser Rücksicht mit Geßner. Irgend anderswohingegen, heißt es ganz unbeschrankt: „SeineLandschaften sind voll Natur und haben viel An-ziehendes. Seine Farben sind angenehm, undseine Einbildungskraft warm, und doch richtig."Vollends sein Meisterstück war eine große Win-lerlandschaft, im Vorgrund mit einer armseligenHütte, von welcher einiges Vieh ans Wasser geht,das von einem Landmanne aufgreifet wird. Ge-stochen nach ihm haben W. Elliot sowohl alsWoollet das sehr schöne Blatt seines vorgenann-ten Preiße-Bildes (s. 8. was Elliot betrifft,ein andres nach einem Bilde, womit er 1781.ebenfalls den ersten Preiß erhalten); dann P.Mazell, T. Morris, I. Peake »eben Andern,ebenfalls ein sehr schönes Blatt mit Wasserfallen ;ferner Johann Smith sein Bruder, F. Vivaresdie Hopfensammler, ein F. T., W. Wilson undwieder W. Woollet; letztrer jene berühmte Win-terlandschaft, unter dem Titel: Die Bauernhütte;dann die Heumacher und die Apfel-Leser. Vonseinen und seines nachfolgenden Bruders Johannselbst geetzten Blätter kennt man, neben Andern,,aus Boydell's Verlage: Lingusnte - trois jolis
Zravöes ü I'esu-korte psr les cölebrss6eo»Ae et c/e ss/urünte»', ä'aprös
leurs tsbleaux et ceux ä'sutres mrntres. RostIX. 2ÖI—ZZ. Fiorillo V. 706. /füittk/er.
— — (H.), einer der weniger bekanntenEnglischen Künstler dieses Geschlechts, gab fürdie Shakespeare's-Gallerie von Boydell die vierteScene des ersten Auszugs aus den Weibern vonWindsor, nach R. Smirke. ^ourn. f. brichKunst. 8. i«i.
— — (Jacob). Verfasser eines Werkes überdie Baukunst. S. oben Schmidt.
* — — (Johann), der ältere, Zeichner undSchwarzkunststecher, nach Rost geb. zu London um (nicht Z 4 - wie Basan Lä. sec. sagt)
Smith.
und gest. daselbst 1719. Die Anfangsgründe derKunst lernte er bey einem fast unbekannten Ma-ler, Titlet. Nach geendigter Lehrzeit erhielt er vonBekett Unterricht in der Schwarzkunst, welcheeben damals anfing in Ruf zu kommen; und bes-sern vielleicht späterhin in Holland bey I.» vander Vaart. Als Smith anfing, einige Werkein dieser neuen Manier herauszugeben, zog erbald die Aufmerksamkeit Knellers auf sich, derden Künstler nöthigte, in seinem Hause zu woh-nen, mit dem Bedinge, vorzüglich nach ihm zuarbeiten. Unter der Leitung dieses geschickten undin England vor allen Andern geschätzten Bildnißsmalers konnte es nicht fehlen, daß auch der un«srige bald ein glänzendes Anseht, erlangte. KurzeZeit vor seinem Tod indessen entstand zwischendem Maler und Stecher (aus uns unbekanntenGründen) ein Zwist, der den gänzlichen Bruchunter ihnen veranlaßte. Smith war fast ohneWiderrrede der beßte Schwarzkunststecher seinerZeit. Doch glaubt Easp. Lüßli*), daß der jün-gere White in der Zeichnung, in einer dreistenHand, und im Ausdrucke, noch den Vorzug ver-diene. Wie dem immer seyn mag, so bewundertman in den so zahlreichen Blättern des unsrigen die(freylich oft in Blödigkeit ausartende) Zartheit derAusführung, und die Geschicklichkeit, womit erüberhaupt den Geist seiner Urbilder aufzufassenwußte. Die Meister, nach welchen er vörderstan die 2Ü0. Bildnisse gestochen hat, sind: C.d'Agar, I. van der Bank, P. Boys älter (nichtW. Hassell's, wie es auf dem Bildnisse deSFrankfurter-Kaufmanns I. Witt heißt), I. A.Cassana, I. Clostermann, D. Craft, M. Dahl,A. van Dyck, Fountaine, A. Grace, A. Hane,mans, E. Hemskerk, I. Higmore, Th. Hill,
F. Hilyard, I. L. Hirschmann, A. Hondius,H Howard, I. Huysmann, Jervas, Th. John-son, I. Kerseboom, Kneller (nach diesem alleinan die 120.), I. Lambert, N- de Largilliere, P.kely, Lutterell, C. Maratti, I B. da Medina,I. oder Th. Murrey, I. Richardson, I, Rich-ter, I. Riley, A. Ruffel, W. de Ryck, Säle,man (Salamen), G. Schalken, N. Schmutz,Somer, G. Sonst. Stefenson (?), Taverner (?^,I. van der Vaart, H. Vereist, F. W. Weidmann,
G. Wissing (also nach 48. Künstlern, und wohlnoch mehrern uns unbekannten). Die mit Jahr-zahlen versehenen dariren sich von 170z — ,720.Eines davon, wohl erst nach seinem Tod erschie-nen (6eor^e II. couronnö) gar von 1727.Sie haben, wie man sich denken kann, Alles da-mals, zum Theil auch in der Vorzeit, in Eng,land durch Rang und Verdienste im Staat undin der Kirche, durch Wissenschaft und Kunst,und, was die Frauen betrift, durch Schönheitund Tugend Berühmte, zum würdigen Gegen-stand, und sind somit, zumal ihrer großen Wahr,hcit wegen, auch als Denkmäler der Geschichtevon wahrhaft großem Werth. — Wer die König-lichen Häuser Stuart und Hannover von Jacob I.an bis auf Georg II. nebst ihrem männlichen undweiblichen Hofstaat, oder lieber Brittanniens äch,ten Ehrenstaat im Krieg und Frieden, seine Staats-männer, Helden und Patrioten wie lebendig vorsich erblicken, oder — noch am Liebsten die un-sierblichen Schatten der Addisson, Locke, New-ton, Pope, Steele, oder endlich diejenigen vonEnglands damaliger Kunstzierden, der Gibbons,Kneller, Lely, Murrey, Wren, und des unermü-deten Künstlers selbst, welcher ganz Europa diesesneue Vergnügen verschaffte — um sich her versam,mein will, der findet hier noch auf den heutigenTag reichen Stoff, und — sey dies zu unsrerSchande gesagt — leicht — oft für das ärmlich-ste Geld. Als besonders schön in Absicht aufKunst nennen wir hier von Männern diejenigendes Bildhauers Grinlin Gibbons, des Spanischen Mönchen Anton Leight, des Herzogs von Som,
*) E. desselben: Raisonirendes verzeichniß der vornehmsten Kupferstecher und ihrer Werke 8. Jürch77 -. ein kleines, aber wahrhaft,- äußerst gehaltreiches Buch.