1676 Somer.
ohne andern Namen, als den selnigen: EinBorde! (1671.), und zwey -Ochsen treibendeBauern, letztres mit: losnn 8ckumer bezeichnet,malerisch geetzt und sehr selten. Dann von Bild-nissen: Einen Anonymus, der die Hand auf einemantiken Kopfe halt, nach van Dyck; den Admi-ral M. Adrianstz (dies, sein Meisterstück), nachC. du Jardin (1676.); Heinecke II. 368 . nenntnoch den Archidiakon Carondolet, nach Raphael,und zwar zweymal, das eine von 1676. datirt.Dann wieder Rost, nach ihm selbst: A. Cregu-tus, Pros. der Theologie zu Heidelberg , und sonstohne andern Namen als den seinigen: Den Chur-fürst Carl Ludwig von Bayern, und den Theolo-gen D. Sachse (dies alles Schwarzkunstblatter,bey Rost schön genannt); endlich drey männlicheund ein weibliches Brustbild, malerisch geetzt.Hinwieder haben Bildnisse gestochen und geschabtnach ihm: Barra, N. Dupuis und C. du Jardin(beyde den Admiral Ruyker), V Green und I.Smith. Sein Monogramm, das bisweilen mitJustus Sadelers das nämliche war, s bey Malpc.Zn Gesellschaft mit Jacob von Meurs trieb So-mer einen Kunst-und Buchhandel. Bey ihnenerschienen, neben Anderm,zu Amsterdam B. W. Schulzen's Reisen 1676 und 1678. diejenigen von^ I. Straußen, beyde mit Kupfern von ver-iedenen Meistern.
* Somer (Paul van). Dieser Stecher mitder Nadel und dem Grabstichel, auch in Schwarz-kunst, (nicht der folgende Paul von Someren)mag derjenige seyn, dessen Geburt Rost in 1649.setzt. Von ihm, noch in Frankreich gearbeitet,führt Rost I. c. an: Tobias begräbt die Todten,nach S Bourdon; Moses aus dem Nil gezogen,und die Taufe Christi, beyde nach N. Poußin ;die Fabel vom Vater und Sohn, nebst ihremEsel (Xll plscet Src.j, nach Gnffier: Dann nachseiner eignen Erfindung, zu London : Eine H.Familie (schön); die vier Tagszeiten (mytholo-gische Figuren), u. s. f. Alle vorgenannte Blattergestochen oder geetzt. In Schwarzkunst einzig:Die Gräfin von Meath nach Mignard, und einGattungsstuck: Offizier mit einer jungen Frau,ohne andern Namen als den seinigen. Diesenfügt der Katalog von LVinkler bey: DaS Ur-theil Salomons, die Verkündigung, die Heimsu-chung , die Anbetung der Könige, und die Fluchtln Egypten (geetzte Blätter); dann die neunMusen auf dem Parnaß (1677.). Der Katalogvon Brandes: Eine Auferweckung Lazari (iUal-doure exc.), ein schönes Blatt, wohl noch inFrankreich gestochen: Ludwig XIV. zu Pferde,und zwey kleine Blatter mit spielenden Kindern(alle dies bloß mit feinem Namen); beyde endlich«ine holländische Bauerngesellschaft (i6?i.>, wel-che wohl sicher vielmehr dem Johann Somerzugehört Ein Verzeichniß meines sei. Vaters thutnoch hinzu: Madonna, die das schlafende Kindansteht, nach F. Mazzuoli; die Ehebrecherin imEvangelio, nach N. Poußin . Dann zwey Mön-chen bey einem Mädchen, und den eingeschlum-nierten Bauer, beyde nach Brouwer; eine Trink-gesellschaft nach Molenaer; einen Kriegsmannmit einem Mädchen, und einen Trompeter miteinem Briefe, nach G.Terburg (diese fünfe gehörren wohl wieder dem Johann); endlich eine Ruhein EgYPttn, nach eigner Erfindung. Dann eben-daselbst von Bildnissen: Den Maler Sam. Ber-nard, nach le Feure; den Theologen Joh. Clau-dius, nach Laureat; Carondelet nach Raphael (?);und den Londnerr Pfarrer A. Lortie, dies mit,68i. datirt. Vlach ihm geschabt, führt der ein-zige Katalog von Brandes Christus im Oelgartenvon I. Smith an, und nennt es ein schönesBlatt. Ein altes Verlagsberzeichniß betitelt:OataloAue rle Lsrtes ^eoßrapkigues, Villes,laillcs äouces, et I-ivres 6e cette nature cleIVrco/. ä'^mstclllsm (^mstelll. s. s. 8°.)
nennt von einem Paul van Someren (doch ohneZweifel von keinem Andern, als unserm Paul
Someren. i
van Somer): 4. Blätter Dachanalie» und 4.Bl. aus Ovid's Metamorphosen, beyde in 4°(p. i 5 .), 8 . Bl. Kinderspiele in 4 °. (p. 24.).Uebrigens lebte unser Stecher noch um 1690. zuLondon , und radirte zu dieser Zeit in: T. /be-netzt ?k^to§rspbia (I.0060N 1691. 40). Ean-dellini endlich will von unserm Künstler auchLandschaften und Thiere kennen.
Somerding, irriger Name für Siemersding.
* Someren (Bernhard van), der im Lex.neben seinem Bruder Paul erscheint. In demKatalog des Kabinets von H. Hofadvokat Schmidtzu Kiel heißt er »ein glücklicher Nachahmer derNatur", und es befand sich in diesem Kabinet(-8og.) von ihm ein geschlachteter aufgehangenerOchse mit mehrerm Beywesen.
* — — — auch Somer, Somr,
Sommer, Sommern und Sommr,(Matthias van). Eines unsrer Verzeichnisse willaus ihm, wohl ganz irrig, einen Nürnbergermachen. Wohl mag er auch zu Nürnberg gear-beitct, vielleicht dort gar auf eine Zeit seinenKunsthandel getrieben haben. Uns scheint es wahr-scheinlicher, daß so wohl er, als die beyden Ge-brüder Bernard und Paul van Someren desLex. mit den beyden oben angeführten Johannund Paul van Somer zu Einer Familie gehör-ten. Daß van Mander den letztem und denBernard von Someren gar ebenfalls Brudernennt, haben wir schon vernommen. Wie demimmer seyn mag, so kennt man von unserm Mat-thias vörderst eine Menge Bildnisse, besondersdie ganze — Legion des Regenspurger-Reichstags(Icones omnium electorurn ?rincipum ücc. ssLomitla prresentis le^stornm ac lleputatorum«6 viv. express. ä ikkattü. va» .^ourure»» Ka-lis!) 1667. kl. Fol. mit 67. Kupf ), einige wirklichausdrücklich mit: sc. Katisbonse bezeichnet, woer sich schon ein Jahr früher befand, und dieConkrafacturcn dortiger Pfarrherren gab; bannmehrere dergleichen für Priorato's Geschichte Fer dinand III. Weiter eine hübsche Zahl dunkelerRechtsgelehrter, Aerzte, Scheidekünstler und Apo-theker; früher u. a. eines (des Adams Olearius)schon von 1666. datirt, zu einer damals in Nürn berg gedruckten Auflage von dessen Reisebeschreisbung nach Moskau und Persien . Ferner, wieschon das Lex. bemerkt, etliche (weibliche) Hei-lige: St. Scholastica, nach I Tussye, in G.Alzenbachs Verlag; St. Catharina und St. The-resia (bloß mit seinem Namen) in Overath'SVerlag; und endlich 5 o. Bl. zur vierten Fortse-tzung von I I. Boißard's: kibliotk. Ldaleo-^rapkica. Einer unserer Freunde nennt ihn üb-rigens, aus jenem Bildnisse von Olearius, einemvon I. M. Dilherr, u. a. zu urtheilen, einenschlechten Kupferstecher, der zugleich ein eben soschlechter Zeichner war. Malpe will von ihmauch die zwölf Monate, und zwey Hefte Land-schaften von 6. u. i2. Bl. nach eigener Zeichnungmit: iVl. V. 8. stgnirt, kennen.
* — — — (Paul van), der im Lex. nebenseinem Bruder Bernhard erscheint: »Maler undStecher mit der Nadel und dem Grabstichel, geb.in Holland um 1649. Derselbe hat einige Zeitzu Paris gearbeitet. Darauf gieng er nach Lon don , wo er sich niederließ". So heißt es beyRost VI. 269. der aber offenbar unsern Künstler,welcher wahrscheinlich nicht Stecher war, mit demobigen Paul van Somer verwechselt, und ihnfreylich auch van Somer, nicht van Someren nennt; übrigens aber ebenfalls vermuthet, daßer zu der Familie van Homeren gehöre. Mehrvon dem Unsrigen, und zwar ganz Anderes, undwohl Gründlicheres, weiß uns Fiorillo V. 268—70. zu erzählen. Dort liest man nämlich: „Nachvan Mander war er von Antwerpen gebürtig,und wirklich Bruder von Bernard van Tome-