Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1687
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S o y e r.

am Kreutze, beyde nach Duonaroti (126266.);Judith enthauptet den Holofcrn, nach I. Clovius;der Engel befiehlt St. Joseph, in Egypten zufliehn, nach seinem Meister, Cork ; ein St. Hie-ronymus vor dem Crucifix , in einer Landschaft(wie man glaubt, nach Mukian); St. Francisc,stigmatjsirt, nach F. Zuccaro. Fast denken wir,daß dieser Künstler auch mit dem Philipp Gl-tiens, den das Lex. nach Gandellim anführt,Eine Person sey.

* Soper (C.). Die von Marhieu nach ihmgestochenen Blatter (S. den Art. dieses letzter»im Lex.) sollen nicht, wie es dort heißt, 19. son-dern bloß 16. an der Zahl seyn.

(Madame), geb.Landon, wahrschein-

lich Tochter des bekannten Herausgebers derbanales du lkkussum b'rsn^ois, eine Kupferstc-cherin zu Paris um 1808. 8alor> de 1808.

II. p. 12g. Im Almsnuck dos Dosux - Arts180Z. Wird sie noch nicht, und im Almanach deLommsrce i8ll. unter den damals, wenigstenszu Paris lebenden Künstlern nicht mehr angeführt.

( ). So heißt im Almanach dos

lZosux-Arts 1802. ohne Weiteres ein zu Paris lebender Miniatur-Maler.

Sozzi (Olirstus und Franz), zwey Sizilia-nische Maler des XVIII. Jahrhunderts. Dereine, Dlivius, ein Cataneser und geschickter Schü-ler von Eolimena und Conca, arbeitete viel zuPalermo , besonders in der dortigen Kirche St.Jacobs, wo fast alle Altartafcln von seiner Handsind, so wie auch die dortige Tribune mit Gegen-ständen aus der Kindergeschichte Jesu von ihmbemalt ist. Er lebte noch 17hg. in seiner Vaterstadt.Von Fran; dann rühmt man ein Bild im Domezu Girgenti , welches die fünf dortigen HH. Bi-schöfe darstellt. Lanzi Ld. terr. II. 260. IVot.^c.

Gpackmann (JsaakV ein Englischer Maleräus Jolington, dessen Vorstellungen von Vögeln§ob verdienen sollen, st. 1771. /iorillo V- bog.

* Spada (Leone!). Anfangs als Farbenrei-ber bey den Carracci , hörte er sie von der Kunstsprechen, sah' sie arbeiten, versuchte sich nun all-mälig selbst in der Zeichnung, ward hierauf zuerstihr eigentlicher Schüler, dann Baglioni's, dannDenkone's in der Perspektivmalerey. Ein Spitz-wort Guido's bewog ihn, sich an demselben, sonämlich zu rächen, daß er dessen zarter Maniereine stärkere entgegen zu setzen sich mühete Zudem Ende gieng er nach Roni, lernte dort Cara,vaggio kennen, begab sich hierauf nach Malka,und kehrte von dort als Meister eines ganz neuenStyls zurück. Uebrigens waren ihm zwar nichtalle Formen gut genug, wie diesem letzter»; aberdie Würde der Carracci brachte er eben nicht indie seinigen. Immerhin aber war es unverdient,wenn wohl seine Neider ihn bloß den Affenvon Laravaggio nannten. Sein Nacktes istwohl überlegt, nur nicht auserlesen; sein Coloritist wahr, das Helldunkel stark erhoben; nur mischteer so oft in seine Schatten ein Röthlichtes, daßes endlich bey ihm zur Manier ward. Was ihnaber eigentlich auszeichnete, war eine kühne Bi-zarren'«!, welche schon in seinem Personalcharackterlag, so daß man an Spada dem Menschen frey-lich seine Schwanke liebte; aber desto ininder sei-nen Uebermukh. Sehr oft wetteifert« er mit Tia-rini, übertraf ihn stets im Geist und kräftigerFärbung; in all' klebrigem blieb er hinter ihm.So in seinem Beßten zu Bologna : St. Domini-cus, der die Ketzerschen Bücher verbrennt, in derKirche dieses Namens. So zu St. Michele inBosco in seinem Wunder St. Benedikts, der dieTeufel in die Lüfte jagt, die dann einen mit sichemporgehobenen München wieder vom Klosterdachfallen lassen; unten ein Sleinhauer, der demSpectakel zusieht, so wundernaiürlich gemalt, daß

Spada. 1637

die Kinder das Bild den Sremhauer von Lio,nello nannten, und auch ein A. Sacchi von demlaunevollen Bilde so bezaubert ward, daß er davoneine Zeichnung nehmen wollte. So späterhin all«Madonna zu Reggio , wo er's in Oel und Frescomit Manchem aufnahm. Auch in Privatgall'ericnfindet man ihn nicht selten, in H. Familien u. a.geistlichen Geschichten, meist in Halbfiguren , nachCaravaggio's und Gnercino's Weise, und Köpfen,nicht eben von gewählter Schönheit, aber vollAusdrucks. Der enthauptete Johannes war be-sonders sein Lieblingsgegenstand, den er zumOeftern wiederholte; wohl am Beßten im HauseMalvezzi zu Bologna . Als Maler des HerzogSRanuccio von Parma zierte er mit seinem Pinseljenes wunderschöne Theater, das damals nichtseines gleichen hatte. Dort, zu Modena dann,und noch an vielen a. O. sieht man von ihm Bil-der in einem ganz verschiedenen Geschmacke, alswie diejenigen zu Bologna sind; eine Mischungder Carracci und Parmigianino's. Zwey sehr schöneArbeite» von ihm sah man (einst) in der Gallertezu Modena : Die versuchte Susanns, und denverlorenen Sohn; und zwey andre zu Parma :Die Marter einer Heiligen in St. Sepolcro, undeinen St. Hieronymuö bey den dortigen Karmeli-tern, die vielleicht zu seinem Späthesten gehören,als er an ermeldtem Hofe volle Muße hatte, vielStudium auf seine Werke zu wenden. Mit demTode seines Gönners, auf welchen nicht langehernach auch der seinige erfolgte, schien er auchsein Talent verloren zu haben Lanz: bld. ters.V. 12941- (Andre geben, mit dem Lexikon, fürdie letzne Erscheinung wohl den natürlichern Grundan). Ebendaselbst (p. 16h66 ) werden, nachVNalvasta, die Spaße erzählt, die sich Lionellomit dem berühmten Kuuststümper Capugnanomachte. Noch an einer andern Stelle (l. 0. IV. )heißt es, daß bey seinen vielen Arbeiten zu Reg­ gio einer seiner fertigsten Schüler, p. Desani,ihm behülfiich war. In Deutschland besitzenvon ihm, unsers Wissens, einzig die Gallerie zuSchleisheim etwas uns Unbekanntes. Dannaber diejenige zu Dresden drey Bilder (davonzwey von mittlerer Größe): David mit GoliathsHaupt (Kniestück , und Cupido auf einem Leo,pard, den er bey der Haut halt; dann ein ganzkleines (ebenfalls Halbfigur), Christus an derSchmachsauie. Das Museum zu Paris hiernäckstwenigstens sicher viere (wahrscheinlich lauter Kunsi-eroberungen): Jenen verlorenen Sohn aus Mo­ dena (Knieestück, lebensgroß >, in dem Pracht-werke des Musec Napoleon von Fossojcux gcsto,che», und kleiner in de xigny's hti,loiro de ch-susCKrlst. k.ivr. VI. Den keusche» Joseph (ganzeFiguren lebensgroß), ein in jeder Rücksicht (etwadas in den Fieischparthien zu sehr ins Grauespielende Colorit ausgenommen) vortreffliches Bild,wobey wir der Bemerkung von Landon durch-aus nicht beypflichten können, daß der schmach-tende und gleichsam bittende Ausdruck von Poti -phars Weib sich für eine so leidenschaftliche Fraunicht gezieme. Dann. St. Franzisc in Entzü-ckung (ein großes Alkarblatt , und eine Enthaup-tung St. Christophs. Alle viere finden sich inLandsn's Annalen VI. 43 . Vl>>. ioi. X. 9.u. X V. luh. beschrieben und im Umrisse nachgebil-det. Ueber das letztre wird bemerkt, daß St.Christoph auch hier in der ihm gewöhnlich zu,geeigneten riesenmäßigen Große erscheine, waSvon etwas widerlicher Wirkung sey. ^ Redendemsollen noch zwey andre Bilder in erwähntem Mu-seum, welche mau bisher für Dominichino's hielt(Aeneas , der seinen Vater aus dem Brande vonTroja rettet, und ein Conzerl), vielmehr die Arbeitvon Spada und, wie es scheint, eben erst durchDergleichung mit jenen vier neuen Erwerbungendafür erkannt worden seyn an der Festigkeit undLeichtigkeit des Pinsels nämlich, worinn er selbstZampieri übertraf, dem er sonst in jedem andernKunstkheil weichen mußte. (Auch von gedachterFlucht des Aeneas giebt Larrdott.Deschreibung und

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