Band 
Zweyter Theil [3].
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1748
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r?48 Stoeffler.

Stoeffler (Friedrich), ein Ti'schlerlehrlingund Schüler der Kunstschule zu Magdeburg . Aufder Ausstellung derselben 1811. zeigte er architek-tonische Nisse.

(Johann). Dieser berühmte Mathe-matiker, war unter den Teutschen der erste, dersich um die Landkarten ernstlich bekümmerte. ^Zuerstverbesserte er das Ptolomäische Planisphärium;sodann zeichnete er eine Landkarte von seinemVaterlande, u. a. Der bekannte Sebastian Mün­ ster war sein Schüler und wußte sich bey seinenWerken der Papiere Sroefflers wohl zu bedie-nen. Der unsrige wurde zu Iustingen in Schwa­ ben 1452. von geringen Eltern geboren, und lehnedie mathematischen Wissenschaften auf der Univer­ sität Tübingen . Erhielt viel vom Nativitärsstel-kn und machte so z. B. bekannt, daß 1524. eineneue Sündfluth eintreten würde; eine Zeitung,die, bey dem großen Ansehen, in welchem er stand ,fast ganz Europa zum Entsetzen brachte, und ihm,nach verlassener Zeit, verdienten Spott zuzog. Un-terdessen ließ er sich dadurch nicht abhalten, vor-witziger Weise sich seine eigene.Nativitat zu stellen,aus der er dann ersah, daß er an einem bestimm-ten Tage unversehens erschlagen werden würde.Der Tag trat ein, und Sroeffler wagte sich nichtaus der Studierstube, ließ aber zur Unterhaltungeinige Gelehrte zu sich bitten. Mit diesen geriether in einen wissenschaftlichen Streit, wollte, umsolchen zu schlichten, ein Buch aus einem Repo-sikorium herausziehen, riß aber hierbei) ein Brettmit Büchern herunter, die auf ihn sielen, undihm wirklich den Tod zuwegebrachten. Diessoll sich in i 5 Zi. ereignet haben.

Stoehr (Pater Coelestinus), ein Mönch imKloster Benz, und, wie es scheint, einsichtigerKunstdilettante. Bon ihm las man um 1797. und1800. in Meusel's hst. Misc. V. 823-82.und XI. 345 56 . gute Notizzcn von 47. meistalten Gemälden, von denen er zum Theil selbstBesitzer war, wenn anders das: »aufbehalten"diesen Sinn hat.

(Wenzel), ein geschickter Schreiner imCarlsbade, wie man ihn irgendwo in 1797. benennt.

* s. im Lex. und unten auch Troer.

Sroelzel od, Groeltzel (Christian Ernst),Sohn des nachfolgenden Christian Friedrichs,geboren zu Dresden 1793. lernte seil 1807.die Kupferstecherey bey seinem Vater. Auf derDresdner -Kunstausstellung 1802. (sagt einer unse-rer Freunde, was aber kaum möglich ist, undwohl eher den Vater betrifft) sah man von ihmzwey Zeichnungen: Eine H. Familie, und dieSchlacht zwischen Porus und Alexander; dann1812. ein in Kupfer gestochenes Blatt mit Mün-zen. Ob St. Paul, nach Kügelgen, für die Ura-nia 1810. und Einiges in derGalerie hausl. Denk-male, welche 1811. in 12. Bl. bey G. Voß inLeipzig erschienen, zu seinen, oder noch zu denArbeiten seines Vaters gehören, ist uns unbekannt.

* (Christian Friedrich), einum 1809. noch lebender Zeichner, Kupferstecherund Etzer, und seit 1779. Hofkupferstecher, schon1771. pensionirtes und 1777. wirkliches Mitgliedder Akademie der bildenden Künste zu Dresden ,geboren daselbst 1751. Im Stechen war Pros.Canale sein Lehrer. » Seine Portraitzcichnungen"(heißt es schon bey Mensel II. (1789.) etwaskraus) »theils nach dem Leben, theils nach Ge-mälden, sind meist getuscht, und ein wenig mitFarbe erhöht, in der Manier der Englischen mitFarben abgedruckten Köpfe, und in gleicher Größe,nur fleißiger ausgeführt".Alle seine Arbeiten"(sagt Rost II. 3 i 3 .) »beweisen, daß er auch eineben so guter Zeichner als Stecher ist." Seine

Sroelzlim:

ersten Versuche im Stechen datiren sich von 1760.bis 1770. und bestanden, neben drey Blatternvon Antiken aus derGallerie, nachher Zeichnungvon Klaß und Friedrich, aus kleinern und größer»Landschaften nach Dietrich und Perelle, und zweyGattungsstücken nach Dietrich dem Vater. Diebeßte Litteratur von diesen so wohl als von sei-nen spätern Arbeiten bis und mit 1807. findetsich in Meusel's HI- R. Das Meiste in-dessen schon bey Ebendems. II. Es sind Bild-nisse und Anderes nach I. F. Beer, Beßler, lrDrun, Caffe , M. Charpentier, C. A. H. Heß,Holbein , Krüger, Marteau, Schenau, Schubart,Vogel, auch Mehrercs nach eigener Zeichnung.Unter die vorzüglichsten seiner Bildnisse zähltRost II. 3 i 4 - diejenigen der Sängerin Allegrantinach Caffö, und des Direktors Schenau nachihm selbst. Vollends aber als seine schönstenBlatter nennt er: Den Weisen, eine Allegorie aufdie Wohlthätigkeit der Dresdner - Freymaurerlogebey der großen Theurung 1772. und ein Kind(dieß mit dem Grabstichel), beyde wieder nachSchenau (1774.). Zu seinem Neuern dann gehören:Das Altarblatt der Kirche zu Groß-Schenau, aber-mals nach Schenau (1794. *); und endlich zu demNeuesten: Die schönen Kontoure zu dem großen 34 "breiten». 24" hohen Marsch des Uralischen Kosaken-Regiments, nach C. A. H. Heß, ein Blatt vonäusserster Seltenheit, von welchem kaum in12.Abdrücke vorhanden sind, die, von Hesse ausgemalt,mit 4». Rchth. und noch darüber bezahlt wurden.Meusel's Arch. I. ( 3 .) 10610. Dann dieKreutzigung nach le Brun, meisterhaft (heißt esEbendaselbst ll. ( 3 .) 6.) in Haltung und Cha-rakter (1807.); ein Conzert nach .. . fürs I^XII.Heft des Musee Fran«,-ois; dann Verschiedenesnach Schorr's und Ramberg's Zeichnung, für Hey-denreichs altere und neuere Schriften, besondersaber für Becker's Augustenm, und (1809.) zu derBilderbibel bey PertheszuGotha. Früherhin hatteer, neben so viel Anderm, auch die Geographisch-Mineralogischen Karten zu dem Werke von Char­ pentier in Freyberg nach dessen Zeichnung gelie-fert (Crusius in Leipzig gr. 4 °), und zu einembey Arnold in Pirna 1802. erschienenen Handbuchsfür Zeichner (Erster Band, mit 7 Kupf in O.uerfol.)gemeinschaftlich mit Bruger und verrh mitgear-beitet, was 4- st- 48. kr. kostete, und aber in derAllgem. Lunstz. (8°.) S- 4747. nur sehr ge-mäßigtes Lob erhielt. Dieser darum nicht minderwackere Künstler hat mehrere geschickte Schülergebildet, unter welchen sich (Blaebe's Dres-den S. 61. zufolge) um 1793. Bach, Laend-ler und Üble, alle aus Dresden gebürtig, dannder i 8 o 3 . verstorbene L- A. Brummer u. a. be-fanden, so wie früherhin'Z. A, Geyferr,und derschon in 1788. verstorbene Gregory. Irgendwofinden wir auch, daß L. H. Geyser etwas, unöUnbekanntes, nach dem Unsriqen geetzt habe.Eons. Dort heißt es, er habe auch

einige Gemälde der Dresdner -Gallerie zu stechenunternommen. Ferner wird daselbst von ihm dasBildniß eines Malers, nach Vogel, genannt,welches wieder nach Schenau seyn soll. Basan(Lli. 8ec. ) nennt von ihm Ansichten aus demVoigtlande, ohne andern Namen als den (eini-gen. Bey Hapmann S. 465 . heißt er irrig Hölzel.S- auch oben den Art. seines Sohnes, am Schlüsse.

Stoelzllti ( ), der unter D. Heschler

im Lex. erwähnte Ulmer-Mahler, hieß Johann.Sein Vater, anfangs ein Kricgsmann, dannSchul - und Rechenmeister zu Giengen , wurde hier1634. wt. 85 . von einem Spanischen Soldaten er-stochen. Johann fertigte von diesem Lrauereig-niß ein Gemälde, das noch in der Stadtkirchezu Giengen hangt, und diese Stadt, dahingege-ben dem Ungethüm wilder Soldaten, in Feuerund Flammen darstellt. Die Drangsale des

») Die Auferstehung, was in den deutschen Runstbl. 4to I. (-.) S. ,z. genannt, und dort (12" hoch unds",brett) zu i. LHI. 2. Gr. bey Arnold und Pinther in Dresden zum Kauf ausgeboten wird. Eben dieleBlatter >. c. II. nennen von ihm, und rühmen: Den nach einer Gypsfigur zeichnenden Knaben, inKreidemanier, ohne weiter» Namen als den seiuigeu si-. Tr.)