1753 Stradanus.
donnen und H. Familien, eine mit St. Cathari-nen, die das Kind anbetet, ein Ecce Homo, eineGrablegung durch vier Engel, und ein St. Hie-ronimus in der Wüste, wink! er Klsc.
* Srradanus, Vulgv van derSrraat,(Johann). Aber nimmermehr de Track, wieihn einige Franzosen verstümmelt nennen. NachNeapel wurde er von Don Juan d'Austria beru-fen, und dort von ihm beschäftigt. Dann nahmer ihn mit sich nach Flandern . Auch in den Kir-chen zu Venedig und Rom sieht man Vieles vonihm. Florenz indessen war fein gewöhnlicherAufenthalt. Bey Wareler heißt es von ihm wohlseltsam: »Er war ein guter, wenn schon ein we-nig plumper und manierirter Zeichner, von frucht-barer Composition und leichter Ausführung; seinKolorit gut und kräftig, wenn es gleich etwasins Dläulichte spielte. Besonders zeichnete er sichin seinen Jagden, oder in solchen Bildern aus,worin Pferde zum Vorschein kamen." Daß er,wie Einige behaupten, unter so neidischen Künst-lern, wie die Florentinischen waren, sogar dasDirectorat ihrer Akademie soll geführt haben, wirdbillig bezweifelt. Dann lesen wir bey Lanzi:»Zehn Jahre durch Dasari gebildet, nahm erziemlich desselben Colorit an; in der Zeichnunghingegen folgte er Salviati, mit welchem, sowie mit Daniel von Volterra, er auch in Rom gelebt. Sein gekreuzigter Christus bey den Ser-vile» zu Floren; wird allen seinen übrigen dorti-gen Arbeiten vorgezogen. Dann zeichnete er da-selbst Vieles für die Tapetenwirker und Kupfer-stecher. In Erfindungen war er sehr fruchtbar,und vasari, dem er in Vielem beholfen war,rühmt ihn mehr, als irgend einen Andern, derdamals den Hof von Toscana bediente. AuchBorghi'm nennt ihn als einen der beßten Künst-ler seiner Zeit". L>l. terr. 1 .I.0—gi. Sehrgut übrigens zählt Fiorillo l. 388 . denselben mitzweyen Worten unter diejenigen, in welchen manMichael Angelo — nur aller seiner Vorzüge be-raubt, wieder finde. In Deutschland besitzt vonihm, unsers Wissens, einzig die Gallerte zu Wien ein Göttermal vor einer Felsenhöle, im Hinter-grund. Neptun und Amphitrite auf der See;dann eine Geißelung Christi, beydes kleine Bilderauf Kupfer. Dann H. Hof-und Landgcrichts-Assessor Schmidt zu L>el (1809. noch) eineKreutzausführung, trefflich colorirt; durch seineninnern Werth und Große ein seltenes Bild. S.dessen Baralog N°. 19. Fünf Handzeichnugenvon ihm besaß noch 1810. H. Paignon-Dijonvalzu Paris : St. Peter, St. Magdalena und St.Martha; dann zwey Vögeljagden, alle milderFeder, die letztern auSgetuscht, und mit Weißerhöht. Etliche andere, wie B-*m Orpheus,und die Korallfischerey, fanden sich im Kabinetdes in 1809. verstorbenen I. A. von Silvestre.Gestochen nach unserm Künstler haben: N. Briot,ein C. L. B.,Callot , E. Charpy, A. und I. Colrlaert; C. Cork, D. Custos, ein P. Fr., C. Ph. undTh. Galle, H. Golzius, I. Grandhomme, einM. A. L., C. A. Mallery, Cr. du Paas, S.Raven, I. uud R. Sadeler, F. Valeggio, H.und I. Wierx, und Ungenannte in H. Cock'sund der Galle's Verlag. Als schöne Blätternach ihm führen die Kataloge von Brande« undwinkler an: Ein jüngstes Gericht von A. Col-laert; schöne Pferde aus verschiedenen Ländern,in mannigfaltigen Stellungen, von Ebendemsel-ben; einen Brunn zu Florenz , von dem C. L. B.(sehr zart gestochen); die Ungewißheit der Todes-stunde (Dame an einer Mahlzeit davon überrascht)von R. Sadeler; lüttere, Arms, pietss, Kup-tios, VsnAtio (5. Dl.) von den beyden Sadelers.Dann zwey Folgen von 9. und 10. Bl. jene vonTh. Galle, diese von I. Collaert, ihres Jnnhaltswegen merkwürdig, beyde mit: Nova Uopertarubrizirt. Die nenne: Xmerio->. Lapis polaris.puivis p^rins. Impressio Librorum. tloro-logja kerrea. H^acum (Luajacum!) et luesvenerea. Oistillatio, Lerlcus vermi«. 8ta-
S t r a e l y,
xfioe. Die zehne: Politur» ^rmorum. ILlol»sllsts. Orbis longituäines repertoo e lVls^ne-tis a kolo rleclinatione. Idols ^guaria. 8culp-turs in /^es. Oleurn olivsrum. Lolor olivi.8scclisrvm. Astrolabium (mit Dante's Bild-niß?). Lonsplcilla. Noch weit reicher indessenist ein Verzeichniß meines sel. Vaters. Da fin-den wir z. B. (um einen Begriff von dem viel-gestalten Genius unsers Künstlers zu geben), ne-ben obigen, vörderst von Bildnissen: Diejenigender i 3 . ersten Kaiser von Charpy, und Ebendie-selben von Raven. Dann von geschichtlichem Geist-lichem: St. Joseph, der die H. Jungfrau um-armt (Gegenstand, den vor ihm wohl kein Künst-ler gewagt), eine Kreuzigung (wohl fein Haupt-bild) und Auferstehung; alle diese von A. Col-laert; einen Christ am Kreuze, wo man ihm denSchwamm reicht, von Ph. Galle; einen Schiff-bruch St. Pauls, und ebenfalls ein großes jüng-stes Gericht (in drey Blättern) von Golzius;Christus befiehlt den Jüngern das Osterlamm zurüsten, Judas marktet mit den Hohenpriestern,und das Gesicht St. Pauls, von Mallery. VonWeltlichem: Der Graf Ugolino mit seinen Kindern(dies mit der berühmten Darstellung von Rey-nolds zu vergleichen, wäre wohl lehrreich genug!)von Th. Galle; die Heldenthaten des Hauses Me-dicis, von Golzius. Von Allegorischem (immer-hin bey den Niederländern so hoch beliebt) die 7.Tugenden und die 7. Todtsünden (giebt es derletzter» — so viele, und der erstem — so wenige?)von Wierx; und endlich das tausendslustige Jag-denbuch, mit den fabelhaften Weisen, wilde Thierezu fangen, in 116. Bl. von den Collaerl's, denGalle's und Mallery gemeinschaftlich. Lauf. La-kai. <is Im Hauptregister
zum Th. VI. von Hlrsching's Nachr. vonGemälde-und Kupferstichsamml. wird unser Künst-ler irrig selbst Kupferstecher genannt. Bey Dal-larvay II. i 45 —46- findet sich die sonderbareNotizz, wie folgt: »Als der eben so brave alsgalante Heinrich Howard, Graf von Surrey , beyden Kampfspielen zu Florenz den Preiß gewann,schenkte ihm der dortige Großherzog einen mitSilber verzierten Schild, von der Arbeit desJohann Srradanus, eines berühmten Künstlersan der Florentinischen Schule" (doch wohl keinesandern als unsers Srradanus). »Der convexeTheil stellte" (gemalt, oder gemeißelt? wird nichtgesagt) »den Horatius Cocles auf der Eublici-schen Brücke, der concave Mutius Scävola undA. Curtius dar. Dieses Prachtstück hat 24" imDurchmesser, und wird noch jetzt im Schlosse zuNorfolk aufbewahrt."
Gtrady( ). So heißt im AlmanachLvmmerce 1811. ein damals zu Paris leben-der Wagenmaler.
Srraely (E>), Maler, der Sohn eines Post-meisters zu Düsseldorf , der frühzeitig nach Lon don kam, sich aber 1791. ungefähr 20. Jahr alt,eine Zeitlang zu Mainz aufhielt. Bey der Krö-nung Kaiser Pauls zu Moskau , kam er (viel-leicht aus England wieder) dort hin, gab sichfür einen Engländer von Geburth aus und folgtedem Kaiser nach St. Petersburg . Sein vorzüg-lichstes Absehen war, zu imponireu. äußerlich durchein wirklich einnehmendes, freyes Wesen unddurch prächtigen Aufzug (er kam wie ein großerHerr mit Wagen und Pferden, Bedienten undMohren in Moskau eingefahren; als Künstlerdurch die piquante Behandlung seiner Miniatur-Bildnisse (die er auf Art der Engländer historischbehandelte) und andrer Gemälde, und zumal durchdie — hohen Preise, die er dafür forderte. Erarbeitete sehr geschwind und in einer besondernhiezu passenden Manier, die ein gewisses, fastmöchte man sagen, falsches Ansetzn von Größe,aber dem ungeachtet kein geringes Interesse hat-ten. Auch schienen seine Bildnisse nur ähnlich,da er nämlich in der Zeichnung nicht korrekt wa>,und dabey dem Modegeschmacke huldigte. Bey