Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1759
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Strahowsky.

alle dem war er ein Mensch von ganz ausge-zeichnetem Talent zur Kunst, der, ohne sich weit-läuftig zu besinnen, die geistreichsten Skizzen aufsPapier zu entwerfen verstand. Schon ehe er nachEt. Petersburg kam, hatte er Rom und Neapel besucht, und dort (nach seinem eigenen Bezeugen)zwar nicht die alten Bilder studiert, sondern da-für hübsche Mädchens gemalt. Uebrigens warer der Mann für den Kaiser Paul, dem er dasheute bestellte Miniaturbildniß (von Privatperso-nen ließ er sich 3 «. Dukaten für ein solches be-zahlen) morgens schon überbringen konnte. InOel malte Srvaely zu St. Petersburg , wo er ei-nige Zeit in besonders hohem Ansehen stand, dasLeben Kaiser Peter des Großen auf 4. kupferneTafeln, welche er auch gemeint war siechen zulassen. Dann eine Hebe die den Adler füttert;dieses Bild wollte er dem Kaiser für die geringeSumme von 10000. Rubel verkaufen. Paul,dem der Preiß zu hoch dünkte, ließ es durch dieProfessoren der Petersburgs - Akademie taxiren,die es denn doch zu 4000. Rubel wertheten; wor-auf denn der Kaiser über Srraely, und dieserüber seine Taxatoren erzürnt waren. Unser Künst-ler lebte sehr ausschweifend, verthat so viel, undvielleicht noch mehr Geld als er einnahm, undwar dabey sehr anmaßend; kein Wunder, daßendlich sein Kredit sank, und ihm, gleich nachAlexanders Thronbesteigung, von demselben ange-deutet wurde, St. Petersburg zu verlassen. Er solljetzt wieder in London leben. Von ihm benenntein Gantkatalog der Zeichnungen des Prof. A.E. Meißner (Leipz. 1811. S. 35 . NA 4 n-)Leda mit dem Schwane, in einer Landschaft,in schwarzer Kreide, mit Weiß gehoht. Fol.

* Strahowsky (Bartholomö), lebte noch1747. Bildnisse dunkeler Männer (meist Aerzte)kennt man von ihm nach Junge, einem P. S.und I. Seibt; auch andre, ohne wettern Namenals den seinigcn. So z. B. des Schulinspektor'sCasp. Neumanns zu Breßlau. S. auch den gleichfolgenden Art.

(Florian Bartholomö), ein

Kupferstecher zu Brcslau und vielleicht der Vatervon dem Barrholoine des Lex. Wir kennen einBildniß der Gräfin Juliane Chart. Elisab. vonHochberg (äenst. 1719.) ohne Namen eines Zeich-ners, in Fol. gestochen, von ihm; obgleich dasselbesehr mittelmäßig, so ist es doch besser als diegewöhnliche Arbeit des obigen Barrholomaus.Don diesem letztem mag auch ein Plan von derAffaire bey Görlitz (im Jahr 1757.) seyn, derdie Bezeichnung: kil. so. Vratist.

an sich tragt*)-

(Johann Bartholomäus). In derBeschreibung der Stadt Brcslau (Brieg 179).8°. S. 458 .) finden wir folgendes über ihn.Er war der Sohn vom Bartholomaus Stra-howsky, welcher vor und nach 17Z0. viele ähn-liche Bildnisse, Prospekte, Naturalien rc. zu Bres-lau stach. Der Unsrige nun gab fast alle Pläneder Bataillon des siebenjährigen Krieges, die inBrcslau erschienen; dann das Stift Czarnowanz ;die Bildnisse des Fürstbischofs Schafgotsch, unddes Ecclesiasten Weinisch; den Prospekt des(durch Langhaus erbaueten) Armenhauses zu Kreuz-burg 178Z. u. s. f. Dabey gab er sich auch mitdem Kupferdrucken ab. Wäre er nicht genöthigtgewesen, die Kupferstecherey als Broderwerb an-zusehen, so würde er vielleicht sich einen gutenNamen erworben haben.

Strato fsky (Hans), ein Bau-und Mäu-rermeister zu Danzig , wo er i 588 . blühte. B-

Strange. 1759

Ra lisch Rirchengebaude v. Danzig . 1695.

S. '20.

Stramburger (Christian). So hieß einMaler zu Leipzig , von dem wir indessen nichtsweiter zu erzählen wissen , als daß er 16Z0.3 o. Jahr alt gestorben sey. lüxs.

l>- 34 r.

Stranati ( ). So hieß ein Profes-sor der Bildhauerkunst auf der Universität zu

Parma in 1809. und 10. ^/§c.

* Strange (Robert), geb. 172Z. und gest.zu London (nicht 1796. wie es bey Rost heißt,sondern schon ) 1792. Geboren mit einer für diesanften Reitze der schönen Natur offenen Seele,verließ er frühe sein rohes Geburtsland (die Or-kaden), gieng nach Frankreich , und wurde be-kanntlich Schüler von dem Landschaftstecher leBas, der sich gewöhnlicher der Nadel als desGrabstichels bediente. Strange inzwischen be-stimmte sich so gut als einzig (und zwar bereitsin Paris ) für das Geschichtliche, ungeachtet erdort zu einer Zeit lebte, wo Boucher ein Malerder Grazien hieß, und Strange'« meiste Zeitge-nossen wetteifernd nach diesem Muster arbeiteten,Er hingegen niemals vom Strome des Schlechten,oder auch des bloß Mittelmäßigen, noch vondem Reitze des Gewinnes sich abhalten ließ, eine ganzandere und bessere Bahn zu betreten, welcher(wir dürfen kaum daran zweifeln) von seinen»und des gleichzeitigen Larrolozzi's Beyspiel vor-nehmlich ermuntert, von da an (seit den Vorster-manu's, Bolswerthe's, Audran's, Dorigny's undFrcy's wieder zum erstenmal) mehrere verdienst-volle Künstler durch ganz Europa folgten. Frey-lich mußte ein Mann von seinem Werthe noth-wendig ein Heer von Neidern gegen sich erwecken,und selbst mit dem gleich vorgenannten, seinemwürdigsten Nebenbuhler schien er doch nur aufkurze Zeit, gespannt zu seyn. Rost IX. 191-93.Jsiorillo V. 6)2. Mlc. Die beßte Litteratur sei-ner ( 46 .) Blätter, nach den Malern geordnet,findet sich am Genauesten im Winklerschen Ganr-katalog; dann bey Rost l. c. 19Z98. Diefrühesten, und, wie wir glauben, einzigen zuParis d75n.) gestochenen sind: Ein Amor nachvanloo und eine Rückkehr vom Markte nachH)ouwernia>i>i's. Seine ersten zu London alsowohl zu bemerken! noch eh er in Italien gieng,und somit einzig durch das beßere Alte, was erin Paris gesehen, und durch die Kunstschätze seinesVaterlands gebildet: (1763.) Magdalena trenntsich von ihrem Schmucke, und der Tod der Cleo-patra , beyde nach Guido (letztres aus dem Ka-bine! der vcrwittweten Prinzessin von Wales; (1760.)Freygebigkeit und Bescheidenheit, nach Guido,und Apoll der das Verdienst belohnt und den Stolzbestraft nach Sacchi, auö dem Kabinet des Esqu.Henr. Furnese, welches letzt« wohl zu seinemBeßten gehört; (1726.) die Wahl des Herkules,nach poussm; Brustbild der Madonna mit gesenk-ten, und des Engels mit aufgeschlagenen Augen,wieder nach G»>do aus dem Kabinet Chauncy;(17)7.) der bctelnde Bclisar nach S- Rosa; (1758.)die drey Kinder von Carl I.ach van Dyck;endlich (1709.), also wohl erst in Italien vollen-det: Venus von den Grazien geschmückt, wiedernach Guido, und St. Agnes, welche die Mär-tyrer-Krone empfangt, nach Zainpieri, beyde ausdem Königl. Kabinete zu Kensington. Nachdiesen folgen jene is>- (nicht 82.) Blätter, welcheer während seines Aufenthalts in Italien nach vor-züglichen Bildern gezeichnet, und nachher bey sei-ner Rückkehr nach London von 1760 87. gesto-chen halte, eben so wie i 3 . aus den berühmtesten

Zu nachgesandten Notizzen, sagt der nämliche Freund der uns Taigen Art. mitgetheilt bat: ..Vielleicht istlorian Rartholomaus auch mir Eine Person mir dem Narthol. Strahowsky des ^r. Doch dem seyie ihm wolle, so gab es zwey Künstler dieses Zunamens, obiger irlor.

er sich theils l>ll »5 theils nmior nennt, sonder Zweifel Barth. Evhn ist, zu Dreslau als Zeichnernd Kupferstecher um die Mitte des XVlll. Jahrhunderts lebte, und cni sehr mittelmäßiger Künstler war.steist schreiben sie ihren Zunamen wie oben; bisweilen jedoch anch m Strachowsky. Mehreres über denitztgenanntcn I- B- Strahowsky s. i» dem gleich folgenden Art.

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