,Tang ermann.
Tangermann ( ), ein geschickter Archi-
tekt zu Dresden , der Sohn eines dortigen Schuh-machers. Nicht lange vor 1787. hatte er seineStudien unter dem Hofbaumeister Hölzer beendet.Ein Anonymus hat nach seiner Zeichnung einenPlan nebst Grund- und Umriß der Real- und Ar-nienschule zu Friedrichsstadk-Dresden, auf einemBlatte in klein qu. Fol. gestochen. Er starb inseiner Geburthsstadt 1808. Mrr.
Tang! (Anton), eigentlich Dangi, geb. zuPohlen (nächst Gars im Salzbach-Kreise, Lands-gerichts Wasserburg) 1779. lernte die Malerey beyJohann Maiec im Markte Gars, und lebte nochiüri>. Derselbe arbeitete in Fresco und Oel. Inneuern Tagen war er zu München ansäßig, woer aus Thon sehr artige Blumen-Vasen nach Artder Parisers?) verfertigte, und solche mit Farbenund Vergoldung zierte. Liporvsky.
* Tanjs (Peters, Zeichner und Stecher mitder Nadel und dem Grabstichel, geb. (nicht um1700. zu Amsterdam , wie es gewöhnlich heißt,sondern) zu Bolswart in Frießland 170O., undst. zu Amsterdam 1760. Derselbe war ein sehrarbeitsamer und, geschickter Künstler, der denGrabstichel mit ungemeiner Zartheit führte. Vonihm kennt man besonders eine große Menge Bild-nisse, nach ff. Meistern: Akema, H. van dec Aly,des Angelis, G. Backhuisen, S. Böurdon, P.M. Vrasser, Buys, Correggio (das Bild einesArztes für das Drcsdner-Galleriewcrk), Courland ,D M. C. Court, Carl Coypel, L. Cranach (Lu-thers Dildniß zweimal, mit und ohne Rand),A. F. de la Croip, F. L. Du-Bourg , P. vanDyck, I. Faber, I. Fournier, Hans Fournier,Hadert, Hondhorst, Kneller, IsakKraft, Meytens,Mirevcld, Moor, D. v. Nymegcn, Pcüne, I. M.Oninckhardt, T- Reglers, Rembrand, Rubens , G.Sanders, I. Schell, Schonmann, I. van Schup-pen, H. I. Serin, A. E. I. Smcyecs , G. I. Vel-dcrs, Vollvens, van der Wcrff, Wyßing, G.I. Taveri. Dann nennt Rost Vj. ZiI—is,neben dem oben erwähnten Arzte des Correggio ,und ein paar Bildnissen nach Rembrandt undRubens , als von Tanja'im Gcschichlssache nachBildern aus der Drcsdner-Gallerie gestochen:Nach Albani Kinder, die um einen Altar desAmors spielen; nach Caravaggio Kartenspieler;nach Cignani die Keuschheit Josephs; nach Gior-dano Tarquin und Lucrczia, und nach Salviatiden todten Heiland. Diesen fügen wir, eben auchaus jener Gallerie noch bey: De» von der Tu-gend gekrönten Held, nach Rubens ; ferncrs an-dere geschichtliche Blatter; wie z. B. 7. nachLairesse's Gemälden in dem Haagcr-Rathssaale;eine Flora (i/Z).), und eine St. Cäcilia (1707.)beyde nach F. Mazzuvli; Venus und Adonis nachPoussin ; Venus und die Cyklopen, zwe» Dl.nach van Thulden: eine Geburt nach A. Bloe-maert, u. s. f. Dann wieder in andern Gattun-gen: Gegenstände aus dem Dongnixottc, nachBoncher, Cochin, Coypel, Tremolieres; allerleiGattungs- und Galanteriestücke nach seinen Landsleuthen I. Punt (der hinwieder auch gemein-schaftlich mit ihm gestochen hat), I. ilchterfelt,und (besonders) nach C. Troost die Menge. Vonseinen Arbeiten nach den alten Glasgemälden zuGouda endlich, heißt es irgendwo, sie seyen vonihm nach der Zeichnung von I. C. Doctius, undzwar nicht bloß auf fünf (wie es gewöhnlichheißt) sondern auf acht Royalfol. Bogen, mitden dabey befindlichen Beschreibungen gefertigtworden. Seine jüngsten uns bekannten Blatterfind von i7öä. datirt. Sein Bildniß einer altenFrau, nach Rubens, aus der Dresdner -Gallerienennt Heinecke I. 21a. besonders schön. Lvnf.Benard's Catalog des Kabinets von Dijonval,besonders über die Bildnisse unsers Künstlers,und seine Gattungsblätter nach Troost.
Ta 11 je >1 a, s. oben Tangen«. ;
Tanner. rgo?
* Tansere, s. Tasmere.
Tann (Peter von der), ein Maler vonFrey-bucg in Sachsen um 1628. Wir finden seinenNamen in einem handschriftlichen Werke überdiese Stadt.
Tannay, s. im Lex. und unken, Taunay.
*Tannauer( ). So finden wir irgend-wo einen Maler genannt, der 171/j. zu Sk. Pe-tersburg arbeitete, und nach welchem Wortmannein Bildniß von Peter dem Großen gestochen habe.Es ist dies aber der Maler Danhauer im Lex.und in unsern Supplementen.
Tanneberg (Joh. August). Derselbe warder Sohn eines Soldaten und von Dresden ge-bürtig. Da man die Festung Torgau in Sachsen anlegte, so arbeitete er mir andern Steinmetzendort, und starb auch daselbst i8iZ. als Ober-meister seines Handwerks zu Dresden , ungefähr5 v Jahr alt.
Tannenberg (Jacob) Bau- und Mauer-meister zu Danzig in lürb. Seiner gedenkt desB- R an isch Beschreib. der R'rchengebaudeder Sradr Danzig . Das. rügh. S. VZ.
Tanner(A. H.) in Panzers Hürnber-gischen Portraits 1790. S. äZ. ist das Bildnißdes Nürnberger Gold - und SilberdratziehersDavid Dothe'ns 8° unter vorstehndem Namengegeben. Ob er aber den Zeichner oder Stecherdesselben vorstellen soll, ist uns unbekannt.
— — (Johann), des nachfolgenden Ru-dolf Tanners älrcrer Bruder, levt seit mehrernJahren zu Hcrisan, im K. Avvenzell, A. Rh.,und zeichnet und malt dort nicht unfeine Bild-liche. Bisweilen wagt er sich auch an das so-genannte Gattnngsfach. So sah man B. vonihm auf dem Zürchersalon 181 r. den belauschtenEhemann und die heirarhslustige Jungfrau, beydein Aquarell.
— — (I. Christoph, und I. Sigismund),Deutsche , wahrscheinlich Vater und Sohn, ar-beiteten, als Stempelschneider, und zwar der letz-tere (st. 1770.) an die äo. I. lang, für die Eng-lische Krone. Dieser ist es also, wahrscheinlich,von dem es in der SammI- berühmt. Medail-leur'« NR 02g. heißt, daß derselbe, nach Ab-sterben des berühmten Englischen MedailleursCroker , in 17)1. als Königl. Ober-Graveur, ander Münze zu London angestellt worden, undvielleicht schon vorher derselben adjnngirt gewesensey. Fiorillo V. 620.
— — (Rudolf) *), geb. zu Richterschweilam Zürchersec, ein junger Künstler, der sich eineWeile dem Schwerdtfeger-Handwerk gewiedmethatte. Von ihm sah man zuerst auf dem Zür-cher-Salon im Frühjahr 1806. ein kleines Aqua-rellgemalde, das den Abschied eines ins Feldziehnden Baucrsohns von seiner Familie darstellt,und nicht bloß durch die ächt Chodowiccksche Wahr-heit des Ausdrucks, sondern auch durch die fastfehlerfreye Zeichnung und Zusammensetzung, Ken-ner nnd Nichrkenner in angenehmes Erstaunensetzte. Bald nachher erfuhr man, daß dieser fcü-herhin bloße Dilettante sich nunmehr ausschließ-lich der Kunst wiedme; daß er bisher gänzlicherAutodidaktos war, aus sich selbst nicht allein Bild-»iß und Landschaft bloß nach der Natur zeichnen,sondern gar, und zwgr für einen Anfänger nichtunfein, in Oel malen gelernt, Anatomie und Per-spektiv studirt, und über alle diese theils vorbe-reitende, theils praktische Kenntnisse, mit Ver-stand viel Gutes gelesen hat, und dergestalt —mag es immer seyn, nicht den kürzesten, abervielleicht einstweilen den sichersten Weg gegangenist, um zu einem höher» Ziel zu gelangen. Ausjenem ersten öffentlichen Versuche glaubte man
2) Nicht Jänner, wie es im Mc« frischen Archive II. (Z,) 165. durch Druckfehler beißt.