Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1808
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»Zog Tann er.

ganz natürlich, auf seinen vorzüglichen Hangfür die sogenannte Gattung (Zenrs) schliessenzu können. Allein, allmälig begann er die eigent-liche Geschichte, wobey er sich anfangs (wunder-bar!) in das dürre Feld der Allegorie, mir gro-ßer Liebe verirrte, ein andermal den bedenkli-chen Inhalt eines guten Theils vom V. Gesängeder Meßiade auf Ein Blatt zu bringensich unterfing; und was es solcher halsbrechendenSprünge eines Künstlers mehr giebt ; wobey erübrigens, mit aste dieser Vermessenheit, die sittli-liche Liebenswürdigkeit und ungeschminkte Be-scheidenheit selber war. Auf dem folgenden Sa-lon i§o8, stellte er: Brutus überreicht, nach derSchlacht bey Philipp!, seinem Freunde Strabon das Schwerdt, ihn zu ermorden Culnia findetihren Liebhaber und ihren Bruder, im Zweykam-pfe getvdtet, nach Ossian, und eine Landschaft,nach der Natur; auf demjenigen von 180g.tanzende Aelpler und Mädchen im K. Schwytz,und eine Lichterey zur Fastnachtzeit aus eben die-sem Kanton, beyde in Wasserfarbe, das ersteredieser Bilder (jetzt im Besitze des H. OberrichterUlrichs in Zürich ) trefflich dar. In 1809. dieHäggleten, ein gymnastisches Spiel, in schon er-wähntem Kanton, und den Fischfang bey derNackt; in 1810. die Sennen, und eine nächtlicheFeuersbrunst, beyde IN Ocl, welche großes aberimmerhin noch unreifes Kunsttalent verriethen.Mittlerweile ging er nach München , um dortsein eigentliches Studium zu machen, und lehrtevon dort 1814. mit namhaft vermehrter Kunstzurücke.

Ta'llier ( ). Von einem solchen sah' man

auf dem Salon zu (?) voni8ck,. eine Bayersche Sol-len-Gesellschaft iu der Bierstube. Gute Beleuch-tung und charakteristische Köpfe.

Taniierr (David), Mahler, der um dieMitte deS XVIll. Jahrhunderts lebte, und nachdessen Zeichnung die I. D. Sysang das Bild-lich des Predigers in Niederwiesa bey Greifen-berg (in Sachsen ), L. Döring's, gestochen hat.

* Tannevot ( ). Dieser Baumeister

wurde schon 1717. als Mitglied der KöniglichenAkademie zu Paris aufgenommen, wie der eki-inunaotl lio^ul desselben Jahrs solches besagt.

Tannreurher^ (Christoph Wilhelm), s.Damweucher in künftigen Nachträgen.

Tano (Pacciarello di M), ein Bildhauer,der bey der Baute des Doms von Orviero 1825.erscheint. 8roria äek Onomo 6i Orvioto. Ikom.t7l)i- k- 222.

Tansalmo, ein falscher Name des ff. (Fiel.Carraglia.

* Ta ureri (Valerius). Lanzi (b)6. tsr?. I.2Z7.) spricht von ihm, u. e. andern Schülern vonEhr. Aston ziemlich wegwerfend, als ob ein an-genehmes Colorit, und besonders die Nitocci desMeisters, das einzige Verdienst ihrer Arbeit ge-wesen sey. Don dem Unsrigen nennr er nament-lich, als ein schwaches Bild, eine HeimsuchungMaria in der St. Antons-Kirche zu Pisa , wel-che mit seinem Namen und der Jahrszahl 1606.bezeichnet sey.

Tanti (Domini). Der einzige Basan (L6.!?ee.) nennt einen solchen, der zu Nom verschie-dene Statüen für das Ciementinische Gallericwerkgestochen habe.

Tantills (Onufrio), ein Maler, nach wel-chem Franz Niger das Bildniß eines PhiledelpheMugos gestochen haben soll.

Tanro oder Tancho, Mönch zu St. Gallen ,soll im Jahre 800. das Glockengicsten erfundenhaben. Lebensbeschreibung des Ersten deut­ schen Baisers Carole des Großen. Hamburg 8. s. sto S. 28Z. (als Gewährsmann ist citirk: Om.

Tapilew.

Part. 2.1. t. ssol. 12.). Eben diese Lebensbe-schreibung nennt ihn S. 7. Dancko, und sagt,er hatte bey Erbauung des Münsters zu Aachen durch Carl den Grossen die Glocken dieses Pracht-gebäudes gegossen. Daß übrigens das Glocken-gießen schon früher bekannt war und ausgeübtwurde, s. man Busch Handbuch der Erfin-dungen.

*,Tanzio oder Tanzt (Anton), eigentlichgebürtig von Alagna im Novaresischcn, st. an die70. I. alt 1644. Lanzt (L6. ters. IV- sZg.)nennt ihn einen Coloristen von verständigem Ge-schmack, und dabey wackern Zeichner, der mitCarloni in Mailand gewetteifert , sich in Va- 1rallo ausgezeichnet, und, neben Anderm, fürSt. Gaudenzio zu Novara die Schlacht des Senrnacherib, ein Pjld voll Lebens und vieler Kunst-einsicht geliefert habe. Auch in verschiedenen Gal-lerten, wie z.B- zu Wien , Venedig und Neapel ,finden sich lobwürdige Arbeiten im Gcschichts-und Pcrspeklivöfache von ihm.'

(Joh. Melchior), des ObigenBruder, war ebenfalls ein geschmackvoller Eolo-riste, kam aber seinem Bruder im klebrigen nichtgleich, und weiß man nichts Vorzügliches vonihm zu nennen. Lanzi 1. c.

Taperir oder Taberir (Hans und Wil-helm). So werden zwey Formschncidcr benennt,die um ibi6. lebten, und, nebst andern mehr,nach der Zeichnung des Hans Burgmaierü zueiner Folge von Holzschnitten arbeitelen, welcheBildn/sse und gejchichtliche Verstellungen der H.Männer und Frauen enthalten, die aus dem Ge-schlechte des Kaisers Maximilian I. entsprossenwaren. Die Origi'yalstöcke bewahrt die KaiserlicheBibliothek zu Wien , welche sie 1799- in 119 Bl.in Fol. ons Licht treten ließ. G. auch oben I. F.

<a. K. G.) Sroeckel. Wir vermuthen aber,daß das dortangezeigie I. 1811. bloß das Datumder Feilbictung in T. Verlage bedeuten soll.Hans dann hat auch Mehreres zu dem TriumphKaiser Maximilians geschnitten, ebenfalls nachBurgmajer. Ein Abdruck der Originalstöcke (die ebenauch an angezeigter Stelle noch aufbewahrt wer-den) erschien unter dem Titel: '1'riomplie 6s1'ssmgereur IVlaximilien l. Vienns et k.ori6res1796. qu. Fol. Es sind sämmtlich, mit Aus.nähme von N°- 2Z7. (was in unsern Tagen ge-schnitten), treffliche Blätter.

Tapia (Jsidro de), ein Spanischer Maleraus der zweyten Hälfte des X Vll. Jahrhunderts,von welchem in der Akademie St. Fernandozu Madrid ein Opfer Abrahams aufbewahrt wird.UriUo IV. Z99.

(Pedro Juan), ein älterer Spani­ scher Maler oder wenigstens Dilettanke dieses Ge-schlechts, der zu Ende des XVI. Jahrh, nebstAndern vom Hofe, den Auftrag erhielt, die Ar-beiten im Pallaste del Pardo zu taxircn. Eineehemals gewohnte Sitte in Spanien , wenn zwi-schen dem Künstler und dem Besteller Streik ent-stand, wo jeder Theil einen Schieürichter wählte,und, wenn diese sich nicht vergleichen konnten,oder eine Parthey ihre Taxation nicht annehmenwollte, ein Drittmann entschied; wie denn wirk-lich in obcrwahnkem Falle dieser letztere die Schä-tzung der beyden Richter über die Hälfte (von617,899. auf 009,861. Reales- hernutersetzre. Lio-rillo I V- 17980.

Tapilew ( ) ein Baumeister; piskou-

now, Bildnißmaler ; Grassiniorv, Decoratio-nenmaler; Viiselnikow, Baumeister; Ovocofiew,

Bildhauer; Aomissarorv, Baumeister; Durvag-

noy, Bildhauer; Beresiil, Baumeister; Zama-rücrv, Bildhauer; Marweerv, Landschastenma-ler; Oeskorsky, Historienmaler. Aste diese Künst-ler stildirteii in der Akademie zu Petersburg , wosie um 177h. die großen Preiste erhielten, und