rgio Tardieu.
ter dem Art. dieses letzter» erscheint, Zeichnerund Stecher mit der Nadel und dem Grabstichel,geb. zu Paris 1718. (a. b. schon 1704.) und seit17^9. Mitglied der Akademie. Er war ein Schü-ler seines Vaters, mit welchem er gemeinschaft-lich an verschiedenen großen Werken der damali-gen Zeit arbeitete; so z. B. für das Galeriewerkvon Versailles (einige gemeinschaftlich mit Ave-line, Dupuis und Ravenet). Im Allgemeinenbrauchte er mehr den Grabstichel als die Nadel;daher man in seinen Stichen mehr Nettigkeit alsin denjenigen seines Vaters findet, dafür aberminder malersche Schönheit. Don ihm kennt manBildnisse, Geschichte, Gattungsblatter und Land-schaft. Bildnisse nämlich, in der Jugend, für dieFolge von Odieuvre, nach O. und I..Später nach G. Allou, A. S> la Belle, C. Coypel,N. Delobei, Fr. Drouais , L. Ferdinand , ArmandGillis, N. Largilliere, Modeste Loir, I. Lyen,Naktier, Nonotte, N. P. de la Pierre, Rcstout,
H. Rigaud , L. Tocquö, I. B. Vanloo, M.
Vanloo. Aus diesen nennen wir seine beydenReceptionsblätter des Bildhauers le Lorrain nachNonotte,^ und des Malers Bon de Boulongnenach Allou (s. b. nach Boulogne selber); fernerdie Königin Marie, Gemahlin Ludwig XV. , undMad. Henriette de France, unter dem Emblemdes Feuers, beyde nach Nattier (glänzend, wieMetall); dann dasjenige einer Dame, mit derUnterschrift: c'est en vain etc. (es ist der
Mad. de Villars). Ferner Geschichtliches undAnderes nach: Alexandre, Cl. Audran , Fr. Bou-cher, Boulongne, L. Cheron, Cochin dem Sohne,
I. B. Corneille, M. Corneille, C. Coypel, C.Eisen, Lancret, I. P. Pagaui, I. B. Pater,F. Peyrotte, G. Reni , Restout, F. R. de iaRue, Sympol, D> Tenicrs. So z. D. die bü-ßende Magdalena nach Pagaui, und Christus er-scheint der Maria, nach Reni (beyde für dieDresdner -Gallerie); los blisörss lls ls Onerrsnach Teniers ; In Vnlsijeuse und leg kruits <ls1 '^ntomns (zwey Landschaften) nach Cochin. Erlebte noch 1789. Auf vielen seiner Blätter nennter sich bloß: 6ocüi» stiius.Rosi VIII. 22—2/,.LaE All. gen. Mgc. Ausser der nachfolgendenLouise du vivier gedenkt man anderswo (aberirrig) auch der gleich vorhcrgehnden Eiis ClaraTournay, als seiner Frau, da solche vielmehrdesselben Mutter war.
Tar d l'e u(J. C.), ein Maler zu Paris neuererZeit, Schüler von Regnaulk. Von demselbenwurde auf dem Salon i8«>6. der Tod des Cor-reggio ausgestellt. ^Bey diesem Namen schwe-ben die glänzendsten Bilder aller Amorine undGrazien unsern Augen vor; leider! aber scheintdieses Bild in — ihrer Abwesenheit gefertigt zuseyn". So lautet es aus dem Munde des ern-sten pausam'as Frarwais (S. 455 — 56 .), derdann weiter also fortfährt: »Ueberhaupt ist dieAusführung nicht glücklich, hart, und von schwar-zer undurchsichtiger Farbe, an vielen Stellen un-richtig gezeichnet, die Figur der Hauptpersonplump... So unterliegt man nicht einer Er-müdung (an welcher Allegri bekanntlich gestorbenseyn soll). Hier scheint er zu den Füssen seinerGattin zu liegen. Auch das Costume ist verfehlt,und eher dasjenige eines Schweitzerschen Aelplers,als eines Italieners des XVI. Jahrhunderts.Mit alle dem sind einige Theile gut gelungen,die Details der Natur wohl nachgeahmt, undder Pinselstrich fest. Kurz, der Künstler ist nichtohne Talente, und kann sicher Besseres leisten;aber er muß eben den Correggio studieren, undseinen Grazien opfern. Auch denken wir, daß dieDarstellung, welche bloß aus zwey Figuren undeinem Kinde besteht, nicht bedeutend genug ist, umden Raum eines so großen Luchs auszufüllen,»nd daß in kleinerm Ebenmaaß wohl das Ganze
Tardieu.
besser gelungen wäre". S- auch unten den Art.des letzten dieses Geschlechts, welcher wahrschein-lich mit dem unsrigen Einer und Ebenderselbe ist.
* Tardieu (Louise), geb. du vivi'er, derenim Lex. unter dem Art. ihres SchwiegervaterstZstl. Heinrichs Tardieu Erwähnung geschieht.Sie half ihrem Manne bey dessen Arbeit. Dannkennt man von ihr selbst z. B. das Bildniß Poul-lains de St. Fvix, nach P. de St. Alibi». Mrc.
— — (Maria Anna), geb. Roußeler,Gattin des unten ff. j)erer Franz. S. die Kundevon ihr oben 8. v. Roußelee. Rost VIII. i 38 .
— — (M. B.). Ein solcher sticht 1809.nach Barbier du Vorrage die Karte von der In-sel Teneriffa im Archipelag, zu der interessantenBeschreibung derselben von M. Zallon», 8° ?aris;und ist wohl einer von den beyden unten erschei-nenden Landkarlenstechern Tardieu ohne Lauf-namen.
" — — (Niclaus Heinrich), Zeichner, Ku-
pferetzer und Kupferstecher, geb. und gest. zuParis , in den Jahren, die das Lex. besagt. In1720. ward er zum Mitglied der Akademie auf-genommen. Er hat geschickte Schüler gebildet,wie B. Baron, le Das, Cars, und seinen eigenenoberwähnten Sohn. Er war ein ungemein fleißi-ger Künstler; seine Knnstcharakteristik ist bereitsim. Lex. nach Dandrö Bardon kurz und richtigenthalten. Neben dem, daß er an den vorzüg-lichsten Französischen Prachtwerken seiner Zeit(wie z, B. der Sammlung des Crozat, und derGalerie von Versailles , nach le Drun und nachder Zeichnung von Malst) gearbeitete hat, kenntman von ihm die Menge anderer Blätter, nachverschiedenen Meistern. Von Bildnissen nur we-nige ; wie z. B. den Herzog L. A. von Autin,nach Rigaud (ein schönes Blatt), und den Bi-schof vo» Senez, Johann von Soaneu, von ihmselbst nach der Natur gezeichnet. Desto mehr Ge-schichtliches. So vördcrst für's Kabinet Crvzacvier große Frist» : Die Familie Cvriolans, vorihm knieend; die Einnahme von Carthago durchScipio; Ebendesselben Enthaltsamkeit; Ebcnbcr-seibe, der seine Soldaten belohnt, und seine Ge-fangnen mit Gute behandelt, alle nach Jul. Ro-mans; dann Jupiter in Alcmene verliebt, nachdem Carton eben dieses Meisters; ein Noli meLängere, nach Titian (alle dies eben keine Mei-sterstücke) *). Weiter: Eine Verkündigung, nachC- Maratti, und eine H. Familie, nach A. L. d'Assist (Luigi) u. s. f. Die übrigen Meister,nach denen er gestochen hat, sind: H. Andrö,A. Balestra, C- Ballm, L. Baugin, N. Berlin ,I. Blanchart, T. Blanchct, F. Boucher, Bon Boulogne , L- Boulogne, G. Bourdcn. Annib.Caraeci, P. I. Cazes, I. B. und Phil. Cham-pagne, L. Cheron, S. le Clerc, C. N- Cochin,M. Corneille der Sohn, I. Colelle, I. Cour-ti'n, Anton, Carl und Noei Coypel, A. Dien,Dominichino, G. Dow, P. Dulin, P. Egell,Ch. Eisen, N. le Fevre, C. de la Fasse, L-Galloche, C. G- und N. Hallö, R. A. Houasse,I. de la Zone, Lancret , Andr. Luigi, I. B.Masse, I. B. Oudry , Joseph Parrocel , I.Rance, Raphacl, S- Ricci, F. Roettiers, P.P. Rubens , I. B. Santerre, E. le Sueur, L.Sylvestre, I. B. Vanloo, N. Vleughels, A.Watteau. Viele seiner Blatter sind bloß mit:ZU?«, /s M-s bezeichnet. Zu den Vorzüglichste»gehören, neben dem schon Genannten: Dreyevon den zwölf großen Blättern, nach den Gemäl-den von A. Coypel im Palais Royal , welche dieGeschichte des Aeneas zum Gegenstand haben;eine Folge von 12. Bl. (Geschichte des KaiserConstantins), nach Rubens , ebenfalls aus der
i') Wie (um es einmal von der Leder weg zu sagen) fast — Alles in diesem Werke; doch, mit ehrenvollerAusnahme der meisten Blätter nach Raphael.