Band 
Zweyter Theil [4].
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1834
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r8z4 Tenier. Tenier.

wohlhabende Bauer tanzt da nicht, wie der arme Natur habe keine andern hervorgebracht. Unge-Taglöhner, und der Dorfschulmeister lacht wieder achtet seine Landschaften unter seinen Gattungs-auf die einem solche» Magister eigenthümliche bilden, stehen, ungeachtet die Aussichten gemeinWeise. Sein Farbenton ist wahr und reich, und allzu oft wiederholt sind, so sind sie doch,kräftig und klar; seine Bilder sind immer, harmo- wie Alles, was von Teniers kömmt, von denuisch, ohne scheinbare Dämpfung der Farben. Liebhabern sehr gesucht. Meistens sind es Dorf-In den Darstellungen des Innern der Wohnun- chen aus Flandern , und dienen zum Beweis, daßgen, wie in den Auftritten unter freyem Himmel eine sehr kleine Anzahl von Gegenständen, in einemist das Helldunkel mit so viel Leichtigkeit heraus- Gemälde richtig und mit Gefühl dargestellt, sehrgebracht, daß man meynen sollte, der Maler hätte gefallen und anziehen können. -Ohne eine voll-nicht daran gedacht. Vorzüglich aber zeichnet sich kommene Nachahmung der Natur zu seyn, sindsein Talent durch einen behenden und geistreichen sie wahr und bilden ein angenehmes Ganzes, dasPinsel aus, der allenthalben Licht, Farbe, Leben Freude und sanfte Weisheit einflößt. Sie sindund Ausdruck hinbringt. Noch mehr unterschei- poetisch, ohne erhaben zu seyn; sie ergötzen, rich-tet er sich dadurch, daß er mehr, als irgend ein ren, zeigen die Ruhe und das Glück des Land-andrer Maler, aus seinem Fache Vortheil gezo- lebens, und sind ganz dazu gemacht, von den fröh-gen, und poetischer, als sie alle, die Natur (verr lichen Bauern bewohnt zu werden, die man im-sieht sich seine Natur!) im Großen (im Gan- mec mit Vergnügen darin antrift. In den Kün-zen) angesehen hat. Mit mannigfaltiger und sten erhält das Genie den ersten Rang; dadurchfruchtbarer Erfindungsgabe verbindet er Genauigs hat ihn auch Teniers unter den Malern erhal-keit in der Nachahmung, vereinigt Begeisterung ten, und verdient ihn so gut, daß es schwer scheint,und Bestimmtheit, Wahrheit des Ganzen und der ihn jemals daraus zu vertreiben."einzelnen Theile. Andre Künstler, die ihre Bil- Von dem, durch den unsrigen, nicht von demvermehr, als er, vollenden, ziehen unendlich viel Vater (wie Einige irrig glauben) veranstaltetenweniger an. Man überzeugt sich , daß man mit (dürftigen) Werke über die Brüßler-Gallerie giebtrecht viel Mühe und Zeit auch solche Werke, wie Heinccke (lllee ßcnerals p. ) 5 ) 8 .) den aus-sie, zu Stande bringen könnte. Sie sind oft vol- führlichen (ob aber auch ganz richtigen?) Begriff,lendet in einzelnen Theilen, und ungeschickt im wie folgt. Vörderst heißt es:Alle dortigen Bil-Ganzen; der Künstler ahmt nach, ohne zu den- der sollten gestochen werden; allein es blieb beyken; ahmt nach, ohne zu malen. Teniers hin- der italienischen Schule. Diese erschien zuerst,gegen setzt weit mehr in Erstaunen. Seine Ges in einzelnen Blattern, zu Antwerpen i 658 . beymalde voll Wahrheit scheinen das Werk eines dem dortigen Kupferstichhandler Abraham TerAugenblickes; man merkt nichts Gezwungenes, niers, unsers Davids Bruder. Dann gab ernichts^ sklavisch Nachgeahmtes; alles scheint schö- es, gesammelt, illko. unter dem Titel: DaveHpferisch entstanden zu seyn; eine siedende Warme TleM-'s, /zntvverpiensis pictoris er,a cudicu-bclcbt alle Theile, und seine Trinker scheinen ganz lis 8 er. princ. Heopoläo 6 uil. ^rcülcluc! etfertig aus seinem Kopfe entsprungen zu seyn, wie Zosnrn H.ll 8 triacc), Tkeatrum plctorum, irrMinerva aus dem Haupte Jupiters . Tsniers czulbus cxkiibentur ipsius MANU clelineata ezus-malte wirklich sehr geschwind, und, niemals durch czus cura in S28 incisos picturrs srcketipss ila-die Vollendung des Details ermüdet, fühlte und llcoe, PULS ipss 8 er. ^rcbiö. in pinacotüe-schilderte er die Bewegung des Ganzen nur desto «am suam örnxellis colle^it. Lillem Princip!bester. Bistveilen hat er auch eine Art von Wür - üb autors ciicatum. 8 umptlblls ^utoris. 0 .de, wie in seinem Bilde vom Verlornen Sohne, priv. pez;. ^ntvverpisc gp. Denr. ^ertsensund in dem von den sieben Werken der Barm- pogr. toi. Dann auch mit französ. Titel: 1 sHerzigkeit. Aber so ein geschickter Maler er al- Nkentrc «jes pclntres <ls Oavill Tsnicrs, mitlenthalben ist, so ist er vorzüglich Originalgenie, französ. in einigen Abdrücken auch spanischer, Vor-weg» er leidenschaftliche Menschen aus dem Volke rede. Da die Blatter dieser ersten Ausgabe nichtmalt, und besonders unvergleichlich, wo er Sehen- nummecotirt sind, findet man selten vollständigeken und Trinker darstellt; in diesen Arten von Ge- Exemplare, und noch minder gute Abdrücke. Außergenstanden schildert er in wahrhafter Begeisterung W. Hollar, der ein ziemlich geschätztes Blakt*)die Natur mit Flammenzügen. Sehe man im darein geliefert hat, waren die übrigen Stecher:Museum die Gemälde, welche das Inwendige A. Boel, D. Elaeßen, R. Eynbouts, van Hoy,einer Tabagi« vorstellen. Beym Anblicke dieser T. van Keßel, C. Lauwers, P. Lisebetius, I.Spieler, dieser Bierkonnen sagt man sich:Wenn van Ossenbeck, I. Popels, F. van Steen, I.solche Menschen zierlich und prächtig gekleidet in Troyen, und L. Vorstermann der jüngere. Fusam-vergoldeten Zimmern da saßen, so würden sie doch nien 2)3 Stk. nebst dem historirten Bildnlße desimmer wie Spieler und Trunkenbolde aussehen." Erzherzogs und demjenigen von unserm Teniers .Die Originalität seines Talents ist so auffallend, (Ein Bild »ach Carracci , der Leichnam auf demdaß auch die ungeübtesten Augen seine Arbeit auf Schooße der Mutter, mit zwey Engeln, wurdeden ersten Blick erkennen, und Künstler, wenn sie zweymal gestochen, von Lisebetius, dann größerauch nur eine Pfeife davon sehen, müßten gewiß von van Steen, also eigentlich 2 /,6 Stk.) Eineseyn, daß sie einer Figur von Teniers zugehört, zweyte Ausgabe mit nummerotirten Blattern er-Neben was für Gegenständen seine Werke auch schien, unter dem vorigen Titel: ^ntnerploc sp.hangen, sie interessiren immer, entzücken den Kens )ac. Peters 168). (2. ü. 167Z.); eine dritte, s.ner und fesseln.den, der es nicht ist; und das 2. sp. blenr. et Oorn. Verrussen (pvpo^r. suk»von der Darstellung großer Menschentharen erhör i.eone uurco. jetzt mit dem Titel:'Nireatrunibene, bewegte, von dem Bilde außerordentlicher pictoriurn Dar,. etc. Opus omnibus

Zustände des menschlichen Lebens verwirrte Gc- artls pictoriue srnstoribns psrutile. Da dieVer-müth erholt sich beym Anblicke des natürlichen dussen geschickte Drucker waren, so sind die DrückeLächelns des wohlhabenden Glücks seiner guten bey dieser dritten Ausgabe, überhaupt beßer, alsflamandischen Bauern. Man sagt, Ludwig der bey den beyden ersten **). (In den beyden letz-XIV. habe seine Stücke von seinem Hofe verbannt; tern Ausgaben mangelt jenes Blatt von van Steendas ist möglich, und beweist nichts weder gegen nach Earracci. Dagegen findet sich hier eine per-den naiven Maler, noch gegen den stolze» Tyrann; fpektivische Darstellung der Gallerie zu Wien , wo-da er nie keine andern Gestalten, als die der Höf- hin bekanntlich der größte Theil der Brüßeler-lingc um sich hatte, so konnte er glauben, die Sammlung gebracht wurde). Eine vierte Ausgabe

*) Das beste in der ganzen Sammlung: Esther vor dem Könige Ahasverus , nach P. Veronese.

Paradox genug, und doch vielleicht nicht unwahr. Ein ähnliches Vepsviel haben wir selbst mit Leibesauge»erblickt, m Abdrucken, die der H. von Mecbel seiner Aeir zn Rom von ^i. Frevischen Blättern nahm, wel-ch- die, 5.0 Jahre früher von der frischen Platte (auf welsche, gesudelte Arr, und elendes Papier) genom-menen weit übertreffe».