Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1850
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r 85 o Thelot.

ist uns nichts weiter bekannt. Ob es noch einenzweyten Künstler dieses Namens, den das Lex. deserstem Enkel (sollte Heiken Neffe), Sohn des obi-gen Theodorus von Samos, gegeben, ist wohlzweifelhaft. Diesen letztem dann scheint pliniusmit einem andern jungem Theodor von Hamos(der im Lex. s. v. Theodorus 8. erscheint),zu verwechseln. Von diesem sagt er vörderst, daßer sein eigenes Bildniß in Erzt gemacht, deßenAehnlichkeit und zarte Ausarbeitung gleich bewun-dert wurden; dann wieder, daß er auch Architektwar, der das Labyrinth zu Samos gcbauet habe,( zwey Arbeiten, die auf ganz verschiedene Zeitendeuten); endlich, baß er auch Goldarbeiter undSteinschneider war, der nämlich jenen berühm-ten Gardonix gegraben habe, den Polykrates insMeer warf, und (Gott sey bey uns!) in einem Fisch wieder fand; für dessen Werk man schließ-lich eine silberne Schaale hielt, welche Crösus inden Tempel zu Delphi vergabte. Von

diesem Theodor dem jüngern s. auch unten wie-der ganz Anderes. Wer wird noch alle dieseKnaule entwickeln? Noch liest man anderwerts(Meus. Arch. I. 2. 122.): »Tdelecles undTheodorus lebten in der (>o. Olympiade, undsollen, nach Herodor, zuerst Statuen aus Erztgegoßen haben". Der Almanach aus Rom 1810.(28. u. 29. März)setzt sie zwischen die 90. u. loc».Olympiade, und nennt ihren Apoll (zu Delos ) Co-loßal; ob auch hier von dem hölzernen die Redesey, ist uns unbekannt.

Tbei 0 r oder Tbe 1 0 tt (E ) Ein solcher hatzu einem Buche von zJose: Ueber vulkanische Ge-genstände und den Basalt. Frankfurt a. M. 179h.80. 4 Kupfer radirt , auf denen er sich Tbelorrschreibt. In wie weit derselbe zu-den nachfolgen-den Künstlern dieses Geschlechts gehöre, und ober nicht vielleicht mir demjenigen (ohne Laufnarmen) am Schluße, Eine Person sey, ist uns un-bekannt.

(Jacob Göttlich, oder auch blos

Jacob). Ein im Lex. nicht genannter Sohn desdortigen Joh. Andreas, Kupferstecher, zu Augs­ burg , geb. daselbst 1708. Schüler von I. D.Herz, arbeitete, mittelmäßig genug, nach denWerken deutscher und italienischer Meister, undst. in seiner Vaterstadt ,1760. Ein Verzeichnißmeines sel. Vaters führt von ihm an die 40 Bl.an. Vörderst an ein Dutzend Heiligenbilder, nachdem unersättlichen Heiligen-Zeichner I. W. Baum-gärtner; bann nach Bemmcl die Samaritancrinund die Jünger von Emaus; nach A. Coypel;I. G- und I. I. Haid (nach letzterm das Bild-niß von Samuel Widemann); nach P. Heel einAbendmai und einen Gt. Johann von Nepomuc;»ach seinem dürftigen Meister Her; ebenfalls anein Dutzend geistliche und Legendengeschichten,ferner für dessen Zeichenbuch die Theile des mensch-lichen Körpers; I. Jouvenet die AuferwweckungLazari; I. B. Lenardi, A- Marchesini den ster-benden Joseph; I. E. Nilson; I. I. Preislerdie Heilung des Lahmen bey der schönen Pforte,und die Reue; P. P. Rubens ; G- Spitzel einBildniß des Theologen N. I. G. Essich; I. Steen;Jos. Waunnracher das Wunderbjld U. L. F. zuElchingen ; Waterloo (drey seltene.waldigte Land-schaften, bloß mit s. 6 . D. bezeichnet); I. C.Weyermann die Hirschjagd und die Reigerbeitze(zwey große Blätter); nach Zingg das geistlicheUhrwerk; nach einem F. I. A. das Wunderbilddes Kindes Jesu zu Salzburg ; die Erndte, nacheinem Anonymus; endlich Verschiedenes zu demScheuchzcrschen Bibelwerk, und zu dem: lle-cuoil clos Narbreg sntiHues cle In 6 sllerie lleOresäe. Noch stach er auch (sagt eine unsererQuellen) nach Christ. Fried. Rudolph, Carl Puer

Thelot.

und Sal Kleiner, aber Alles nur mittelmäßig.Liporvsky. ^Lc. S. auch unten Joh. Gott-fried Thelor.

* Thelor (JohannAndreas, gewöhnlich bloßAndreas). Von ihm, als Goldarbeiter, wird inMeusel's Archiv I. (2.) 1Z8 4 «. ein vonihm um 1719. mit großer Kunst und Geschmackaus Silber und Schildkröt gefertigtes 4 1/2^ ho-hes Altar beschrieben, welches anfangs nach Frank­ reich um 5o,»oo Fr. verkauft worden, dqnn wäh-rend der Revolution, nach mehren Handäuderun-gen, wieder nach Augsburg kam, und endlichr 8 oZ. von Petersburger-Kaufleuten um 247h st-erstanden wurde. Von ihm selbst geetzt dannkennt man nach eigener Erfindung die vier Jahrs-zeiten (s. K. die vier Elemente); mehrere Solrdatenstücke; eine Allegorie mit der Jnnschrift:dlosce te ipsum; etwas nach Albano*); etwasnach Bemmel**). Hinwieder nach seiner Zeich-nung, in der hseueräffneren OrromanischenPforre, 2 Thl. Fol. Augsb . 694701. Vieles,von G. Ehinger, L- Heckenauer, I. U. Kraus,G. A. und A. M. Wolfgang geetzt; »aus wel-chen" (sagt einer unserer Freunde) »freylich zuerhellen scheint, daß Andreas zwar mit keinerungeschickten, aber steifen Hand zeichnete, unddaß durchgängig seinen Figuren der gehörige Af-fekt, oder vielmehr das Feuer der Handlungfehlt". Namentlich dann nennt der WinklerscheKatalog zwey große Folivblätter, von welchenwahrscheinlich das eine zu jenem Werke gehörenmag: Die allegorische Darstellung nämlich einerTürkenniederlage: Vivat I^eopolllus von Ehin-ger; und dann ein schönes architektonisches Mo-nument, mit Genien u. s. f. umgeben (1702.)von I. G. Wolfgang; und eine andere unsererQuellen: Das Titelblatt zum ersten Theil derWienerpalläste von H. Sperling. Noch findenwir irgendwo folgendes Buch rubricier: Joh.Tbrist. Ha 11 inann das von der Liebe han-delnde pastorellgedichr, zum hzutzen undVergnügen derer die da lieben und sich ver-heirarhen, mir von Joh. Andr. Thelorgestochenen Lupfern, die Leidenschaften vor-stellend. Augsburg 1750. 40.

* (Joh. Gottfried), der im Lex. un-

ter dem Art. seines obigen Vaters Joh. An-dreas erscheint. Nach von Sterten Br. Vlll.lebte derselbe noch -767. damals HZ I. alt. Nacheiner ander unserer Quellen st. er 1772. und hin-terließ Söhne, die in gleicher Kunst arbeiteten,»wovon" (heißt es dort), »einer vielleicht Joh-Philipp beiße". Von ihm nennt ein Verzeichnißmeines sel. Vaters ebenfalls an die 20 Bl. wie-der mehrere nach Baumgärtner: Z. B. Evange-listen als Tagözeiten, Heilige als Jahrs-zeilen ; die klugen Jungfrauen unter den Bildernder fünf Sinne dargestellt. Dann nach BerghemLandschaften; nach Cazes Mythologisches, nachA. Coypel Geistliches, nach I D. Herz ein Cru-cifix, nach Mignard eine Kreuztragung und dievier Jahrszeiten zu St. Cloud, nach Rubens dieMarter der unschuldigen Kindlein, nach S. Stur-lino (?) eine hieroglyphische Vorstellung der Laster,nach Zampieri die Marter von St. Sebastian.Endlich zu M. F. Ledermüllers mikroskopische»Gemüths - und Augenergötzung 4°. 761. dasschlechte allegorische Titelkupfer nach I. Just.Preißler, worauf er sich mit Thelorr bezeichnete.6a»ciL//i'»r. il^-c. Auch diesem Künstler werden(wie oben dem Joh. Göttlich) drey, seltene,waldigte Landschaften nach Waterloo , bloß mit

6. bezeichnet, zugeschrieben.

(Joh. Jacob), ebenfalls Kupferste-

cher, vermuthlich ein dritter Sohn von Joh.

») Wohl die Figur der Malerei, was der abscheuliche Dasai, (L-l. einem rn - Cbatt-.es geb. (Job.Gregor Thelot zuschreibt.

2 '"-) Vielleicht, was eben mein sel. Vater dem Iac. GotNieb siebt.