Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1853
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Theodorus.

tharus aus Korinth (blühete 880. I. vor Chr.)neu erbauten Tempel des Apollo zu Delphos,«ine Arbeit desselben sey.

Theodorus ein Schvnschreiber s. obenMcl.Sophianus.

Theodorus, ein Silberschmked in dem erstenJahrhundert nach Christi Geburt . Er spielt eineRolle unter den Ketzern, und seine weilandAnhänger werden Melchisedechianer genannt, weiler lehrte, daß Melchisedech höher als Christus zuachten sey. Iöcher.

Theokar s. oben Theochar.

Tbeolou oder Theaulon (Stephan), geb.zu Aigues-Wortes (a. K. zu Montpellier ) 1709.(a. Ii. 1744.) Agregirter der Akademie seit 1774.und gest. als Maler des Königs, zu Paris 2780.(a. h. Li.) Dieser geschmackvolle Künstler maltemit durchsichtigem Kolorit und leichter Toccirung,neben Anderm, allerlei häusliche Scenen, welcheihm großen Beyfall zuzogen, und wohl gar sei-nen Namen auf die Nachwelt bringen dürften,da selbst das Museum Napoleon einen altenFrauenskopf von ihm aufbewahrt. 6ault äo d'r.vermaln p. Zog 10. Ein Paar getuschte Hand-zeichnungen von ihm, welche architektonische Rui-nen zum Gegenstand hatten, besaß noch 1810. zuParis der Erbe des Kuustdilettanten Paignon-Di-jonval. Nach ihm gestochen hat Carl Guttenberg (Paris 1776.) ein Folioblatt mit der Unterschrift:Invocation ä I'^mour. Dann I. Marchand(Maler des Herzogs von Chartres (?), heißt esirgendwo) zwey Blatter : Jupiter und Leda, undBachus und Erigone, in Querfol. MenselMisc. VII. 60. ^/§c.

* Theon, der Maler von Samos , war we-gen seinen seltsamen Einfallen (conceptiong *))berühmt, was die Alten (misbilligend) Fanta-sien nannten, und wir etwa bizarre heißen, /^r-te/et. So z. B. einen Orest, welcher wüthendden Dolch in die Brust seiner Mutter stößt, wasdann eben bey Plutarch getadelt wird, und wiraber lieber abscheulich als bizarr betiteln möchten.Ferner einen Krieger mit entblößtem Schwerdt,und ganz von Ctreitwuth beseelt; ein Bild vondem der Künstler den Vorhang erst wegheben ließ,wenn er zuvor das Gemüth der Zuschauer (lustiggenug!) durch etliche Trompetenstöße in Bewe-gung gebracht hatte.

* Der Almanach aus Rom 1810.

< 3 . Sept.) setzt die Blüthezeit dieses Bildhauerszwischen die 9H. und 100. Olympiade, und seineVerdienste in vorzügliche Starke im Ausdruckegewaltsamer Gemüthsbewegungen, der sich z. B.an einem Orestes, der seine Mutter tödtet, undan einem Krieger, der sich eilig bewaffnet, erwie-sen habe.

* Tbeophklus. Lessing sagt, daß sich voneinem Theophilus Presbyter eine noch unge-druckte Handschrift über die Oelmalerey, auf derBibliothek zu Wolfenbüttel (jetzt wohl zu Göttin-gen) befände. Wohl sind er, und der Theophi-lus des Sex., der über das Glasmalen schrieb.Eine Person; und da der Name Tunlo oder Tuonlogleichbedeutend mit Theophilus ist, so wäre eswenigstens eine Vermuthung, daß alles dieß aufden ebenfalls im Lex. enthaltenen St. Galler -MönchTuorilo, der im IX. Jahrh, lebte, zu beziehen wäre,wenn nicht gedachte Wolfenbütteler Handschriftschlechterdings aus dem XI. Jahrhundert seyn sollte.

Theopo mpus, ein antiker Maler; arbeitetezu Consiantinopel. Ä-io-E.

Therbu ( ), ein Ingenieur-Lieutenant,

der, wie wir berichtet sind, zu des I. F. RöschPlänen der Treffen des siebenjährigen Krieges,

Thevenin. ,85S

solche gezeichnet hat, die von Cöntgen gestochensind.

* Therbusch s. Terbusch oben, und Lvsieurvsky theils oben, theils im Lex.

Tbericles erfand das Drehen des Terpen-tin-Holzes. Dieser künstliche Meister verfertigtedaraus schöne Becher, die man höher als Goldschätzte. Seiner gedenkt plinius (I 4 b. XVI.Oap. 40.). F. Frisius Ceremonie! derDrechsler. Leipz. 1708. 8°. S. 272. AuchFabricius in der Historie der Gelehrsamkeit I.220. gedenkt des Tbericles mit der Bemerkung,daß er das Drechseln überhaupt erfunden habe.

Therkorn( ), Hofkondukteur in König-lich Pohlnischen Diensten um 1767. Derselbestammte aus Sachsen her, und war 1787. nichtmehr am Leben.

Thernell (Axel) erscheint unter den Bau-bcdienten der Königl. Schloßkanzlei zu Stock­ holm , als Controleur 1729. von Henel da»Anno 1729. florirende Schweden . Lübeck 4°.S. 162.

Tberrasson, s. oben Terasson und Tersrasson.

* Tbesilochus, s. Cresilochus.

Tbesiphon, ein guter antiker Bildhauer,wird von Lomazzo angeführt.

Thetk (Carl), ein Ingenieur, der ungefährum 186090. blühte, und mehrere Werke überdie Kriegsbaukunst zu Rom und Venedig ausLicht treten ließ, die geschätzt, mehrmals aufge-legt , und auch in andere Sprachen übersetztwurde».

auch Tetti und Teti (Carl). Ein

Patrizier aus Neapel , der sowohl in den Kriegs-künsten, als in der Architektur erfahren war, unddieser seiner Geschicklichkeit halber von vielenFürsten begehrt, auch in Baiern zum Rath er-nannt worden war. Er starb zu Padua an derSchwindsucht 1689. 60. I. alt. Orb.

kstsv. Inscript. ?at. 701. p. 402. Nicht un-wahrscheinlich , daß der Unsrige ein Nachkömm-ling des Obigen seyn mochte.

Therner,s. Derhener, in künftigen Zusätzen.

Tbevenard (A. T-). So nennt Basän(kll. nee.) einen Kunstliebhaber, der 1726. meh-rere Köpfe im Geschmacke von de la Bella gesto-chen habe. S. auch den gleich ff. Art.

* (Ä.>,d.) hieß Margarethe». Sie

muß schon früher, als um 1768. (wie das Lex.sagt) geblühet haben, da ihre Wäscherin nachCochin von 1707. datirt ist. Dann kennt man vonihr weiter nach Picart einen Heraklit und Ande-res nach I. B. Octavicn und C. G. Halle (ste-hende Venus). Ferner nennt ein Verzeichnißmeines sel. Vaters von einem Thevenard, ohneNamen des Malers, die Bildnisse des Kardinalsvon Fleury und der Urselinerin Marie de l'Jn-carnation; weiter die Darstellung eines Feuer-werks, bey-Geburth des Dauphins; und endlichsollen mit: cke? D/rrr/e»a»'ü! bezeichnet seyn: DieAbentheuer des Lazarill von Tormes in -o. Blätk.und Aeneas der seinen Vater trägt, beydes nacheinem P. le Merle.

Thevenin (Carl), geb. um 1789. Französi-scher Geschichtsmaler neuerer Zeit, Schüler vonVincent (s. K. aus David's Schule). Don ihmwurden verschiedene Werke gerühmt; wie z. B.der Prinz von Lambesk in den Tuilerien am 12.Jul. 1789. Die Einnahme der Bastille (was erauch in einem großen Blatte selbst geetzt hat);

") Äeydenreich übersetztes: Ausnahmen.