,»854 Thevenin.
dann ein sehr schönes Bild , sdas den Oedipusdarstellt, der sich in der Wüste bey einem fürch-terlichen Sturm auf seine Tochter Antigone stützt,voll Ausdrucks und von lobwürdiger Ausführung;doch mit allzusehr vernachlaßigtem Studium derAntike. (Der pausamas ^ranhais S. n 3 . sagt.beynahe das gerade Gegentheil: „Es beweise,daß Thevenm sich auch zu antiken Gegenständenerheben könne". Der Almanach des Beaux-Artsvon r 8 o 3 . nennt ihn unter den damals zu Paris lebenden Künstlern, und führt von ihm: DasFoederationsfest und einen Narziß, an. Auf demSalon vom I. Xlll. sah man von ihm ein hi-storirtes Bildlich des Generals Duhesme , vonwelchem es in Landon's Xouvelles äes -4rts(IV. ii—12.) heißt: Es sey Handlung darin,aber die Zeichnung nicht leicht genug, und ineinigen Figuren eine allzu eintönige, röthlichteFärbung. Eine andere seiner Arbeiten (i 8 o 5 .)war der General Angerean bey der Brücke vonÄrcole, mit vieler Wahrheit des Lokals gemalt.Florillo Ilk. /,88.; dasselbe wurde von der Re-gierung gekauft, und im Saale des Gesetzgebungs-<orps aufgestellt. Von einem zweyten Bilde, demUebcrgange der Französischen Armee, unter Buo-naparte, über den St. Bernard, welches vonder Regierung angekauft wurde, spricht ein Auf-satz im Meuselschen Arch. Ik. ( 3 ) 86—87.,als auf der Ausstellung von 1806. ersichtlich.--Dieses Gemälde" (heißt es dort) „ist sehr groß;die Figuren haben jedoch nur halbe natürlicheGröße; im Allgemeinen find sie wahr und vollBewegung, obscho» man mehrern, in der Ent-fernung befindlichen, vorwerfen könnte, sie seyenzu groß und nähmen zu viel Terrain ein. DieGegend scheint treu abgebildet zu seyn, die Bergesind groß dargestellt, und man kann den Truppen-bewegungen in den Thälern folgen; allenthalbenfindet man eine Menge interessanter Details,welche mit zur Wahrheit beytragen, und Theil-nahme am Vorgang erwecken. Hier ziehen Sol-daten eine Kanone, die auf einem hohlen Baum-stamme befestigt ist; dort stellen andere einen zer-brochenen Wagen auf; weiter in der Ferne tra-gen Bauern eine Lavekte; Maulesel, mit Rädernoder Bagage beladen, gehen sichern Tritts ein-her; die weniger aus Eis gewohnten Pferde glei-ten aus und scheinen nicht weiter gehen zu wol-len; die Generale muntern die Soldaten auf, undloben ihren Eifer. Mitten unter diesen kriegeri-schen Scenen, auf der linken Seite des Gemäl-des , leistet ein Mönch aus dem Hospitz einererschöpften Marketeiuerin Hülfe; der Hund derguten Gejsstjchm betrachtet das Schauspiel derWohlthätigkeit mit Aufmerksamkeit, und scheintdamit vertraut. Die Pferde sind meist gut ge-zeichnet und in Bewegung gesetzt. Einige darun-ter haben nicht ganz wahre, zum wenigsten nichtfür die Malerei geeignete Farben. Im Ganzenmag auch das Colorit etwas eintönig seyn, sowie der Effekt, und der Schnee ist an verschie-denen Stellen grau. Der Maler hat die Kaltebenutzt, um einen großen Theil der Reiter mitihren Manteln zu bekleide»; er hat es mit glück-licher Abwechslung gethan, und man kann bey-nahe sagen, der Frost sey gut gemalt". Nochweit ausführlicher beschreibt und preist der obenangeführte Oausänias Fran^ais S. 353 —60.dieses höchst merkwürdige ebenfalls von der Re-gierung angekaufte Bild. Sein kritisches Lobkömmt indessen wesentlich mit obigem überein.Nachdem er das militärische Wunder dieses Al-pcnübergangs selber mit den lebhaftesten Farbengeschildert hat, zeigt er die Schwierigkeiten alle,welche der Künstler zu bestehen hatte, und die erso glücklich besiegte. Vörderst die große Bühne,so einfach in ihrer Winternatur; und dagegen dieStaffirung der zahllosen Figuren und ihrer Be-schäftigung so mannigfaltig. Genaues Ebenmaaßderselben zu der sie umringenden Gebirgswelt.Nirgends Verwirrung; Vor- Mittel - und Hin-tergründe wohl aus einander gesetzt; die handeln-
Thevet.
den Personen eben so, jede nach ihrer Würde,an die rechte Stelle gesetzt. Den ersten Konsulunverkennbar, auf der Warte; den Prinzen Eu-gen Beauharnois, die Generale Berthier, Düroc,Beßieres, Marmont, Murat, gleichsam für Alleein ewiges Denkmal ihres Ruhms; Ausdruckohne Uebertreibung; eben so viele Verschiedenheitin den schön gezeichneten, und (heißt es hier)sehr gut colorirten Pferden, und ihrem mannig-faltigen Thun und Leiden. Doch giebt auch Ereinige plumpe Töne in der Färbung einzelnerTheile zu. Aber genauer und wahrer in dieserGattung ist noch Nichts gemalt worden. Auchwar der Künstler an Ort und Stelle, um seineScizzen, theils von diesem Local, theils vonder Lebensart und dem Kostüme der Einwohnerzu entwerfen, die sich in der Darstellung überallmit dem Militär vermischen. Jener episodischenGruppe der Soldatenfrau, die ihren Mann aufdiesem Winterfeidzug begleitete, auf der Straßeerliegen wollte, und der — wie wetteiferndenMenschen und Thiere, die ihr zu Hülfe kommen,wird natürlich auch hier mit dem verdienten Lobegedacht. Auch der Salon von 1808. zeigte vonseinen Arbeiten. Jenes sein Bild vom Ucbergangüber den St. Bernard ward dann späterhin (1810.)von dem Jury über die Dezennalpreise, unterdenjenigen, die einen für den Nationcharaktecehrenvollen Gegenstand darstellen (gleich der Pestzu Jaffa von Gros) besonderer Auszeichnungwürdig erklärt. Den Preist selbst indeß erhieltbekanntlich David mit seinem Krönungsbilde.Ohne Zweifel ist er dann der nämliche Theve-nin, der, nach einer unserer Notizzcn (wahr-scheinlich als oamals Schüler der Französischen Akademie zu Rom ) mit andern seiner Landsleuthezum Abzeichnen der Gemälde zu Pompeji gebrauchtwurde, und wieder eben derselbe, nach welchemArmanow: Hero und Leander , schlecht pnnkkirt,in schwarzen und gefärbten Drücken geliefert hat.
Im -Vmchrsck <ls Eommeros r8n. er-scheint unser Künstler (wenigstens zu Paris lebend)nicht mehr.
Thevenin( ), ein Architekt zu Paris ,
der 1726. daselbst, der Reihe der KöniglichenArchitektes Expcrls Bourgeois einverleibt wurde.
— — ( ), vielleicht ei» Nachkömmlingdes Obigen, und ebenfalls Architekt zu Paris ,der 1767. als einer der sogenannten Experts En-trepreneurs in Königlichen Diensten bestallt wurde,und in dieser Art noch 17/9. erscheint.
— — ( ). Ein solcher (vielleicht wiederein Nachkömmling des letzter») erscheint im - 41 -manacü äs Lommeres 1811. ohne Weiteresunter den damals zu Paris lebenden Baumeistern.
Tbeveiro», ( ). Zwey ausdrücklich von
einander unterschiedene Künstler dieses Namens,erscheinen im Almsnnck cls Lommerce 1811.unter den damals zu Paris lebenden Graveursin Metallen.
Thevenor ( ), ein Französischer Künst-
ler neuerer Zeit, erhielt in 1807. eben so wieLsskeynier, das Acceßit für den Entwurf einesGemäldes, das die Schlacht bey Eylau darstel-len sollte.
Tbeuerkauf (Christian Bernhard) Bauver-walter und Zeugschreiber bey dem HerzoglichenOberbauamte zu Gotha . Er erscheint zuerst um174-j. zuletzt um 1772.
Thevet oder Tbeveeus (Andreas), Kö-niglich Französischer Cosmograph, gebürtig vonAngoulcme. Er reis 'te auf 18. Jahre in derFremde herum, und gab verschiedene Schriften,so auch eine Karte von Frankreich (diese 1578.zu Paris ) aus Licht. Sein Bildniß findet sichin dem von ihm erschienenen Buche: Portraitset Vies «les komnres illustre» kol. psrjz 58 g.