Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1859
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Thielo.

erhielt. In 1761. kam er nach Hannover zurück,wo er nun Geschichte, Landschaft und Bildnissemalte. Seine beyden erwähnten Prämienstückewaren nach Mose I. 8. 20. und II. 2. 16. u. 17.Dann nennt Mensel I. (1778.) Schlachtenstücke,Landschaften, Gattungsbildcr, und mehrere Bild-,risse (neben Andern eines Raphael (?) und seinerFrau zu Hannover ). Alle dies zwischen 176Z.und 177/,. Ebenfalls bey Mensel III. (1809.)erscheint er, ohne einige weitere Notizzen, nochunter den Lebenden. Nach einer andern Notizwar er (r 8 i 3 .) schon um 1796. zu Hannover ver-storben. S. auch den gleich ff. Art.

Thiels (Justus Anton), s. den vorstchndenArt.

s. auch unten Thilo.

Thiem (A.), s. unten Thun .

Tbie mann (Friedrich). Ein solcher zeigteauf der Ausstellung der Kunstschule zu Magde­ burg 1811., als Schüler derselben, einen archi-tektonischen Riß.

Thieme (Carl Friedrich), geb. zu Dresden 1786., Sohn eines dortigen Oberstenerkopisten,Zögling der Akademie zu Leipzig , auf der er sichzum Tischler bildete, und während der Jahrer8oZ 5 . mehrere gezeichnete architektonische Ver-zierungen auf den Dresdner -Kunstausstellungensehen ließ. Alsdann studirte er seit 1806. beydem Hofbaumeister Hölzer die eigentliche Bau-kunst, erlernte später auch das Feldmessen, undwurde, da er sich hierin häufig gebrauchen ließ,um 1811. zum Rathsfeldmesser seiner Gcburts-stadt ernannt, so daß er sich von da an wenigmehr mit der Baukunst abgab. Derselbe wollteeben bey Arnold in Dresden ein Werk über dasAufnehmen und Feldmessen herausgegeben, wovonauch schon die Ankündigung erschienen war, alser 181Z. dort Todes verbliech. Fast vermuthenwir, daß derselbe ein Sohn oder sonst naherVerwandter des nachfolgenden Job. Christophsseyn dürfte. S. auch unken den Thieme ohneLaufiiamen.

(Johann Christoph), ein vorzüglichgeschickter Zinngicßer zu Chemnitz i» Cbursachsen.In 1764. überreichte er seiner Landesherrschaft einovales Tischblatt aus Ahorn (7//,. Ellen langund 6/4. Ellen breit), was er mit fein gezeich-neten Zinnfiguren ausgeleget harte. Die Chur -fürstin behielt solches, und ließ ihm 20. Dukatendafür auszahlen. Dresdner poln. Anzeigerauf 1764. N°. XU

(I- G.), ein Graveur zu Berlin inunsern Tagen. Er hat u. a. mehrere Vignet-tenstöcke in Messing für Buchdrucker, dann auchStempel und Filets für Buchbinder rc. gut ge-fertigt.

( ), ein deutscher Künstler. Auf

der Ausstellung zu Dresden 180b. sah man vonihm die architektonische Zeichnung eines Bade-hauses in italien . Geschmack, am Ufer eines gro-ßen Flusses (die ländliche Umgebung war voneiner andern Hand), welche wegen der guten Er-findung von Künstlern gerühmt wurde. Men-sel Arch. II. i. 100. Wohl vermuthen wir,daß dieser Thieme kein Andrer, als Der vorge-nannte Carl Friedrich seyn dürfte. Auch Men-sel III. nennt ihn (1809.) als Maler und Zeich-ner in Dresden , und führt von ihm die ebenerwähnte Zeichnung an, welche in Sepia ausge-führt war. So schrieben wir, als einer unsrerFreunde uns belehrte, daß hier von Mensel u. a.der hier Thieme genannte Künstler mit dem un-ten ff. A- F. T> Thüren verwechselt werde.

Thier. -859

Thiemo, aus dem Geschlechte der Grafenvon Melling, wurde mit andern Kindern gemei-ner Abkunft in dem Bayerschen Kloster Nieder-altcich erzogen, bildete sich dort sowohl in denfreyen als mechanischen Künsten vortrefflich aus,und war in der Malerei, Schnitzkunst und Stein-gießerey sehr erfahren. Im Verfolge wurde erAbt des Benediktiner -Klosters zu St. Peter inSalzburg , und endlich i. I. 1090. Erzbifchof da-selbst *). Er soll in noi. des Martertods ge-storben, und alsdann unter die HH. versetzt wor-den seyn. Noch gegenwärtig sollen in dem er-wähnten Kloster St. Peter von seiner Hand vieleKunstsachen vorhanden seyn. So z. B. eineEtatüe der Maria auf einem Altar, die er, durcheine nicht mehr bekannte Vorrichtung, in Steingegossen habe. Eben so werden in der Schatz-kammer daselbst einige theils in Elfenbein theilsin Holz geschnitzte Bilder St. Benedikts, St.Christophs, u. s. f. für seine Arbeiten gehalten.In der Stadt Ens, am Flusse dieses Namens,wird von ihm eine Maria mit dem Heiland aufdem Schooß (Sculptur?), und eine gemalte Ab-»chmung vom Kreuze gewiesen. Ebenfalls eineMater Dolorosa von ihm besitzt das Kloster Admont . Anderes, uns Unbekanntes soll sichzu Niedsralttich und Kremömünsier befinden.Auch das schon feit 1064. zuWeitz verehrte Wun-derbild der weinenden Mutter Gottes soll seinWerk seyn. Somit verdiente er wohl, auf seinerGrabschrift: -lrübn-; instructug vsriis genanntzu werden. Fiorillo Gesch. D- Runst I. 91.92. 187. 2»56.. Liporvsky s. v. und S. 271.Beyde aus den Quellen.

Tbienon ( ). So heißt in öffentlichen

Nachrichten ein Landschaftsmaler, der zuerst im^lmanack cles Ueanx-^rts i8oö. als zu Paris lebend erscheint, und auf dortigem Salon, sowie späterhin auf denjenigen von 1806. u. 1814.gute Arbeit ausgestellt hatte. Von derjenigen i»1806. (es war eine Morgenlandfchaft in Gouache,und Studien zu Tivoli gemacht) heißt es im pau-sattl's Fran^ais S. 448.) sie seyen mit vielWahrheit, Geist und Fleiß ausgeführt, und zei-gen Talente; die Blatter mit Geschmack toccirt,und der Ton im Ganzen warm und italisch. Nurhucken die Gegenstände in allen diesen Studienzu nahe auf einander; die Hintergründe fliehennicht genug zurück, und scheinen nicht empfun-den (?) genug!?

( ). Und so ein Anderer dieses

Geschlechts, der in obenerwähntem Almanach,unter der Rubrik der Zeichner erscheint, und jnSt. Germain en Laye wohnte.

* Tbienpondt (Carl Friedrich). Mensel II.setzt seine Geburt in 1720. an, und nennt ihnum 1789. noch unter den Lebenden, als Miniatur-und Emaillemaler zu Warschau . Jn Ebendeß.zJ. R. L. (1809.) erscheint er nicht mehr. ZuPesne kam er 1745. und zu MengssHeineckel. 84.sagt zu Raphael M.) um iM.

Thier (Bernhard Heinrich), ein Thier- undLandschaftsmaler, welcher 1740. zu Ludinghausen,einem Flecken im Münsterschen, geb. wurde. Denersten Unterricht in der Kunst erhielt er daselbstvon seinem ältesten Bruder Evert, einem Glas-maler; dann ging er nach Amsterdam , wo er»och einen Bruder hatte, der ihn in der Blu-menmalerei unterwies. Mehrere Jahre halte un-ser Kunstjünger bey diesem gearbeitet, als sichbey ihm eine besondre Neigung zur Landschaftoffenbarte, in der er sich dann auch unter PeterBarbiers und Heinrich Meyer ausbildete. Bern ,hard Heinrich setzte sich endlich zu Leyden, undlebte hier noch 1776. Bis zu dieser Zeit halte

) Be» einer, nach dem Tode des Erzdischofs Gebhard, streitigen Wahl zwischen ihm und dem DomdechankMelden zu Freising . Schon waren Schicdrichtcr berufen, als letzterer auf der Reise nach Salzburg in desSalz« ertrank. Dies sah »na» als den Finger Gottes an, und Thiemo ward nun einstimmig erkiest.

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