Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1880
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»88« ?ibu?e.

Tiburen ( ), ein deutscher Künstler,

ging mit Johann Clostermann (nach Walpoleeinem Osuabrncker, nach Andern einem Hanno-veraner) in 1679. nach Paris , wo sie für deLroyes arbeiteten; alsdann, zwey Jahre hernach,mit Ebendemselben nach England. Weiteres istuns nichts von ihm bekannt. Fiorillo V. 5 c» 5 .

* Tlburtl'o oder Tiburzio , Tiburreins oder Tiburzius, s. passerorti undverzollt.

* Ttcant oder T - ciani (Gafpar), s. CasparDiziant im Lex. sowohl als in gegenwärtigenZusätzen. Als Ttciani findet er sich so auf einemvon Franz Zucchi gelieferten Titelblatte zu einerAusgabe des Palladio verflachen.

* Tr'c cari ( ), s. den gleich ff. Art.

*Ticciar,' (Hieronymus ). Einige nennenihn auch, s. v. Ticcati Stempelschneider. Wahr-scheinlich aber arbeitete er bloß, als Bildhauer,größere und kleinere Medaillons. So ;. B. aucheinen auf den Arzt Laur. Belliui, den A. Lucianigestochen hat.

Tichawsky (Franz Lavier) , Stückgießerbey der Kaiserlichen Gießerey zu Wien . In 1785.trug er in dieser Eigenschaft den Titel als Unkerlieu-tenant u. 1790. den als Kapitain-Lieulenant.

* Ticiani, s. oben Ticani.

Tldd (Jul.). So heißt ein Englischer Kupfer-stecher des XVill. Jahrh., der, neben Anderm,(1789.) gemeinschaftlich mit I. Collyer: Die Kin-der im Wald, nach Th. Stotlhard, in punktjrterManier und gefärbt gestochen hat.

Ttdemann (Peter), ein Schreib - und Re-chenmeister zu Lübeck um 1690. Man hat vonihm ein Schriftenbuch, betitelt: RunstrtchtigecWegweiser zur Schreibkunst. Lübeck 1696. Fol.Foü. Oimbrra litterata, Vol. I. P. 682.

* (Philipp). Nach ihm hat auch

Wilh. van der Gouwen eine Anzahl Titelkupfer,vielleicht eben dieser den Titel zu G. Lairesse'sgroßem Malerwerke, und I. Baptiste (zu derAlgebra des Ozanam) ein dergleichen gestochen.

( ), nicht unwahrscheinlich der

Vater von Philipp, geb. in Hamburg zu An-fange des XVII. Jahrh. Derselbe malte sehrgute Blumen, ganz im Geiste des bekannterenBoschart, der, seiner Manier nach, ein SchülerBaptista's war. //amü. p. 98.

Tiebei (Christian Friedrich), ein Maler zuDresden , st. dort 45 - 3 - alt, 1760. Sachs. Luv.Rab. 1763. p. 3 c> 4 . S. auch den ff. Art. vonI. E. Friedrich.

* (Friedrich), s. den auf den nach-

sichnden Joh. Christoph, folgenden Art.

(Johann Christoph), ebenfalls Malerzu Dresden , lebte dort 1755. u. 62. Gleichgül-tige Flugschriften geben uns diese Namen-Anzeige.Ob er von dem gleich folgenden wirklich verschiedensey, ist noch die Frage.

* ( ). Derselbe hieß I. G.

Friedrich. Er war der Sohn eines Malers undFabrikanten von Papiertapeten (entweder des obi-gen Christ. Friedrich oder des Johann Chri-stoph), und von Dresden gebürtig. Hier studirteer auch die Landschaftsmalerei (von ungefähr1767. bis 1772. unter Joseph Roos )bis um 1776.ging dann nach Meißen zu der dasigen Porzellan-fabrik, und starb hier als Malervorsteher um 1794.ungefähr 48 . I- alt. Dieser geschickte Mannmalte Landschaften und Thiere gewöhnlich inGouache, seltener in Oel. Nach ihm gestochenhat Scheibner zwey Ansichten des Schonergrundesbey Dresden; und G. W. Weise (1777. und 78.)zwey andre Landschaften (ebenfalls aus den Ger

Tieck.

genden von Dresden ), in qu. gr. 4°. Alle vier«sind mit Figuren und Thieren staffirt. Friedrichhinterließ einen Sohn, der sich nicht ausgezeich-net hat, und noch als Blumenmaler an gedach-ter Fabrik arbeitet. Auch hatte er einen Bruder,der sich ebenfalls mit der Kunst abgab, aber nichtsBesonderes leistete, und vor dem mistigen ver-storben ist. Ob es etwa der vorstehnde Joh.Christoph seyn möchte, der, den Jahren nach,eben so gut sein Bruder, als sein Vater seynkonnte?

Tiebel ( ), geb. zu Wiebach bey Ru-

dolstadk. Sein Vater, ein Gürtler, bestimmteihn zu gleichem Berufe. In diesem trat er seineWanderschaft an, bildete sich aber, während der-selben, zu Stuttgart , zu einem Architekten, unterNiclans Thouret. Um 180h. wurde er als Kö-niglich Preußischer Festungsbauschreiber auf demPctersberge bey Erfurth angestellt. Hier befander sich wenigstens noch 1808., damals 38 . I.alt.Er ist" (heißt es in einer unsrer hand-schriftlichen Notizzen) «ein guter, aber etwasflüchtiger Kopf". In Erfurth ist das wirklichschöne Triebelsche Haus, unter andern, von ihm;eben so hat er auch Manches zu Stätten beyErfurth an den Gebäuden des Grafen Keller ge-baut". Einer spätern Nachricht zufolge lebte ernoch 1814. zu Erfurth, wo er sich fortdauerndals geschickter Baumeister bewährte, und seinevorige Stelle auf dem Petersberge daselbst, vonNeuem, nach wieder eingetretener PreußischerHerrschaft erhalten hatte.

s. auch Dübel in künftigen Nach-

tragen.

Tieberghien ( ) von Gent , ein künstli-

cher Goldschmied um 180b. Geffenrl. xFachr.

Treck/Friedrich), geb. zu Berlin 1776. Bisin sein Fünfzehntes war er von so schwachschei-nendem Körperbau, daß viele Menschen ihn fürbrustkrank hielten. Außer der Liebe zu alleinKünstlichen, glaubte man in seinen kindischenSpielen Talent zu erblicken; besonders liebte erdas Studium der Geographie, um Landchartenzu zeichnen, vernachläßigte aber alle Sprachen,und hatte auch späterhin keine Leichtigkeit solchezu erlernen. Die Liebe und Kenntniß der Ee,schichte, welche er sich erworben, glaubte er aucheinem Künstler vortheilhaft, und diese bestimmte ihnBildhauer zu werden, da er schon frühe ange-fangen, neben Zeichnen und Malen, aus Spek-stcin, Kreide u. dgl. Figuren und Köpfe zu schnei-den, deren Aussetzn man sich denken kann. So-mit wurde er, eh' er noch dreyzehn Jahre altwar, in die Schule eines Bildhauers, NamensHeinrich Dettkober's, gethan, und demselben, fürein bestimmtes Lehrgeld, auf sechs Jahre über-geben. Es war nämlich die völlige Unkenntnißfeines Vaters, und seine eigene, welche diesenMann für einen berühmten Bildhauer halten,und so den Knaben einen Theil seiner Zeit verlie-ren ließ, da jener weit mehr darauf bedacht war,von seinen Schülern, welche er handwerksmäßiggenug hielt, Nutzen zu ziehen, als solche, beyeigener Unwissenheit, zu unterrichten. Bald nachTieck hatte derselbe noch fünf andre Schüler an-genommen, wovon aber drey ihren Kontrakt nichtfür so bindend hielten, als die Tiecks, aus einerArt Ehrgefühl, den ihrigen, und daher dieSchule bald wieder verließen. Das Vorzüglichste,was der Unsrige bey Bettkobcr lernte, war,durch häufige Uebung in Gyps abformen, dieAbgüße überarbeiten, und dann die mechanischeBearbeitung der Steine, welche letztere Arbeitgegen alle Erwartung seine Gesundheit sehr stärkte.Neben diesem ließ ihn sein Meister einige Zeitnach Französischen Kupferstichen, die zum Theilin Scizzen von Bouchcr bestanden, zeichnen, undalsdann Sculpturen copiren, welche in Köpfenauf die Antike geformt, oder Figuren denselben