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nicht unterlassen, eine Menge Zeichnungen zu ma-chen, welche mehr und minder ausgeführt, einigedavon gestochen,-andere zum Stich, die meistensten aber zum Geschenk für Freunde bestimmtwaren. Schon in Berlin zeichnete er eine schwe-bende Figur mit einer Leycr, als Vignette zuEchlegclS Ion; eine Medusa als Vignette zuFr. ßchlegels Alarkos; in Weimar vier kleineGegenstände, zur Zierde von Schlegels Taschen-buch : Blumensträuße; in Rom für Ebendenselbendrey Vignetten zu einem neuenMdrucke seiner Elegieüber Rom bestimmt. Die meisten der in Weimar gemachten Zeichnungen besitzt der Negierungsrathvon Voigt. Die größten darunter sind, eine Ca-cilia, und Paris und Helena; auch eine Magda-leua. In Genf zeichnete er eine Madonna mitdem Kinde, die Schlegel besitzt;, für die Frauvon Stael-HolsteiNj Danae , im Sturm auf demMeer' ausgesetzt; in München ein Paar Ge-genstände aus den Gedichten seines Bruders alsAngedenken der Wiebckingschen Familie, u. s. f.
Seit i8lö. lebte unser Künstler wieder inRom . Von seinen dortigen neuern Arbeiten istuns nichts bekannt. Gestochen nach ihm kennenwir einzig das Brustbild des H. Herzogs vonWeimar , von. T. A. Krüger, an welchem manaber die Aehulichkeit vermissen soll.
Ttede (Daniel Friedrich), lebte 1792. alsKöuigl. Preußischer Bauinspektor zu Ohlau inSchlesien. Sehleftsche Insianrien - Notitzauf 1,92.
Treite (Johann Gottlieb ), ein bekannter In-genieur und Schriftsteller, der als Hauptmannbey der Ehursachsilchen Artillerie 2787. zu Frcy-berg starb. Er war der Sohn eines Amtmanns,wurde 1701. zu Tautenburg in Thüringen gebo-ren, trat 1751. in Kriegsdienste, und wohnte demsiebenjährigen Kriege bey. ^c.
Ttelcker, s. den gleich ff. Art.
Tieleker oderTieIcker (Johann Friedrich),ein Miniaturmaler zn Berlin um 179g. Ta-schenbuch für Freyinaurer auf 1799. CötbenE. 28. Derselbe hat auch Verschiedenes in Ku-pfer gebracht; so ein Dildniß von Bnonapartenach Appiani, Pr. 16. Gr. (einst bey der chalko-graphjschen Gesellschaft in Dessau ); eine Ansichtdes Dorfes Dorn bey Töplitz, Fol.; und: Rui-nen des SchlossesSchreckenstein, Real. Fol., bey-des in Aquakinta; endlich heißt es noch irgendwo:Der Schauspieler Jffland und die Demois. Döb-bclin in verschiedenen Rollen auf /§. color. Blat-tern von Ttelcker und v. Tbodowteckt. DieserTtelcker ist derjenige, den auch Merisel lkl. (2.)S, -ijZ7. als Miniaturmaler, geb. zu Brauuscheig176.. anführt, der viele Bildnisse, besonders mitEilberstift geliefert, und um Id'ng. sich auf Rei-sen befunden habe. Eine Beurtheilung des drittenBandes von diesem neuen Meuselschen K.L. in demErganzungsblatt der Hall. A. L. Z. r8rb. N°.
Tiemann.
20. nennt unsern Künstler, der sich damals znFrankfurt am Main aufhielt, einen glücklichenBildnißmalcr und Kupferstecher in SchwarzerKunst; und wird von ihm eine ihm eigene Ma-nier Portraite zu zeichnen gerühmt, die durchKienruß, und hineingearbeitete Lichter bewerkstel-ligt werde, so daß sie der Schwarzkunst vollkom-men gleichen.
Tteleker oder Ttelcker, geb. zu Braun schweig , verfertigte i. 1 .180s. ein Panorama von St. Petersburg , welches der Kaiser Alexander von ihmfür 6000. Rubel kaufte, und mit der Gesandtschaftdie i. I. i8c>d- unker dem Grafen Goloffkin nachPecking ging, als Geschenk für den Kaiser inChina sandte, und demselben durch den Künstlerselbst überreichen ließ. Ebenderselbe gab später-hin (1808.) zu Mietau ein Panorama von Moskau .Er lebte noch zu St. Petersburg i 8 i 5 . und sollauch einige Blatter in Aquakinta geliefert haben.Allg. (Hall.) L. Z- i 8 r 5 . Erg. Bl. N°. 2Z.,wo er von obigem Job- Fr. Tieleke, seinem Mit-bürger, genau unterschieden wird *).
Ttelemans (Seger), ein holländischer Ku-pferstecher ; lebte um i6gn. Man kennt von ihm,neben einem Dildniß von Joh. Calvin, u. a. eingroßes Blakt, worauf die Religion der Refor-matoren, gegen der Katholischen abgewogen, dar-gestellt ist. Heinrich Bullinger erscheint als Wä-ger, in Beyseyn des Papstes und seiner Kleriscyauf der einen, und Luthers mit den übrigen Re-formatoren auf der andern Seite. R. van derHoye hatte dieses Blatt im Verlage.
* Tieling (Ludwig). Eine Landschaft vonihm, mit Kühen und Schaafen, den Hirt in derNähe, besaß einst die Gallerie zu Salzthalum.
Tickt (Ludwig du), zeichnete mehrere Pro-spekte zn den beyden Theilen von Am. San-der'« klanüria i>Iu8tlkitn. Lolon. lO-sl
— 4 -j. gr. Fol. Er ist doch wohl nicht mir demauch oben erwähnten Landschafter Ludwig T>e-ling Einer und Derselbe?
— — (Wilhelm du), ein sehr mittelmäßi-
ger Kupferstecher zu Jpern. In des Adr. vanSchreck Buche: Van r'bvAÜm <ler eergten Vol-ke» vnn b)uropen, insonclerkevt <ler hlecler-I^Änsren. ^k'Vprs isiis. Fol. ist ein Ttkclkupfermit Innschrift: OriAinum rerumq. Lslticaiumet Delzrirarum, und dann in des s)bi! deI'Espinop: Kecherclie clss ^ntiquite^ et klc>d->6880 <ls klaullros. ^ Donar ikiäi. Fol. sindWappen von ihm.
Tieinann (Albrecht Wilhelm oder WilhelmAlbrecht). Er schreibt sich auf beyde Weisen.Derselbe ward geb. um 1780. bey Drauukagc amHarze, auf einem Forsthause die Zorge genannt,wo sein Vater Förster war. Der Unsrige warebenfalls stets als Hüttenmeister (r>. >,. Inspektor)
*) Seit der Redaktion obstehnder zwev Artikel Tteleker oder Ttelcker, erhalten mir von einem unserer Kunst-freunde folgende zwey, diese bevden Künstler betreffende Notizzen, welche wir mit den obigen unmöglich zneinige» Misten. Wir geben sie daher lieber, wie wir solche erhalten haben.
«Tielker der Miniatur-Maler. Derselbe reiste anfangs als Silhouetteur herum, machte spateraber auch Versuche in der Mim'amr. Er kam gerade zn der Zeit nach Darmstadt , als die Vermählung der. dasigen Prinzessin Louise mit dem jetzigen Könige von Preußen betriebe» wurde. Da es nun dorr aller-dings nicht wohl mir Künstlern bestellt war, so beauftragte man ihn — den Besten unter den Geringen —die Prinzessin und den ganzen Hof zu malen. Da die »achherigc, jetzt verstorbene Königin Louise, als eineüberaus gütige Danie, ihn darauf zu sich nach Berlin einlud, so gieng er ungefähr zu gleicher Zeit Mit die-ser Fürstin dorthin ab. Hier gab ihm der Hof zn schaffen, und er besserte sich auch in Kurzem , merklich,in der Miniatur. Nach einem Aufenthalte von etwa sechs oder sieben Jahren, fertigte er, mit Bevlniltsanderer Künstler, einige Panorama's, gieng dann mit diesen aufReiscn, und kam so nach Rußland . Dalelbstwurde er einer Gesandtschaft als Zeichner beygegeben, die man nach China sandte, dort aber bekanntlichnicht angenommen wurde. Tielker lebte noch >8-5. zu Petersburg , wo er sich niedergelassen halte. Nachihm hat F. Volt den jetzigen König von Preußen in Kupfer gebracht".
..Tielker der Schwarzkunst-Siecher, ist der jüngere Bruder des Malers, fertigte aber auch selbstBildnisse in Pastell. Er hielt sich zu gleicher Zeit mit gedachtem seinem Bruder in Berlin auf, verließ «herspäter diese Stadt, befand sich um i8n. in Caffel, und wandte sich von da nach Frankfurt am Main , woer vielleicht (>8>6) »och lebt".
So viel scheint uns nun, aus Vergleichunq obiger frühern Notizzen mit den gegenwärtigen inner» zuerhellen, daß der Joh. Friedrich im Terte der jüngere Bruder sev, einer - und anderseits, daß demsel-ben oben Verschiedenes zugeeignet werde, was dem sich m St. Petersburg aushaltenden ältern Bruder zu-gehört. Nähere Aufklärungen müssen wir erst noch erwarte».