Band 
Zweyter Theil [4].
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1894
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»894 Tischbtili.

er für einige Zeit nach Arolsen , bereis'te mehrereGegenden Deutschlands , und befand sich etlicheJahre an dem Hofe des verstorbenen Fürsten vonAnhalt-Cölhen-Pleß. In 1781. trat er in dieDienste des Reichsgrafcn von Hochberg-Fürsten-stein in Schlesien, und unterrichtete die Gräfli-chen Kinder in seiner Kunst. Nach dem Todedieses Herrn vertauschte' er Fürstenstein anfangsmit Breslau , dann mit dem Hofe des HerzogsErdmann zu Würtemberg-Ocls, wo er den Cha-rakter als Malereyinspekkor erhielt, und dann wie-der mit Breslau , wo er sich verheirathete. DaChristian jedoch eine Neigung zur Baukunst insich verspürte, so studierte er dieselbe, legte denPinsel bey Seite, wurde 1/89. als Vaudirektordes noch lebenden Reichsgrafe» von Hochberg(dem weitlauftige Besitzungen zustehen) bedienstct,uns hielt sich nun abwechselnd zu Fürstenstein und Breslau auf. Er entwarf und leitete alledie vielen in Fürstenstein vorgenommene» BautenUnd Anlagen. Die Ansicht der von ihm 1797.erbauten bürstenburg (in deren Kapelle sich meh-rere Gemälde von seiner Hand, darunter das Al-tacblatt mit der H. Anna, befinden) hat C- A.Günther zu Dresden in Fol. gestochen. In 1809.gab er seine Bestallung auf, und privatisirt seitdieser Zeit (und noch - 8-9 ) zu Schmiedeberg inSchlesicu. Irrig meint Lneusels Rünstler-lepic. er habe sich einst in Warschau aufgehalten.

Tischbein (Conrad), s. unken Joh. Conrad.

(Eduard Wilhelm). So wird etwaverkehrt der unten ff. Wilhelm Eduard ge-nannt.

(Eleonora Amalia Louise) s. untenden Art. ihrer Schwester Margarerha Chri-st rana.

(Friedrich), s. desselben Art. unten,unter seinem vollzähligem Namen Joh. Friedr.August.

7 (Georg Heinrich, gewöhnlich Georg)

zweyter Sohn des Mechanikus Johann, geb.zu Marburg um 1/55. (a. b. 1726.). Nach demTod seines Vaters nahm sein Oheim und Vor-mund, der Backer Strack zu Hayna ihn und sei-nen Bruder Christian Wilhelm zu sich. Beydemselben wurde der Unsrige bis in sein Vier-zehntes erzogen. Alsdann siudirte er sechs Jahrelang Mechanik bey I. G. Breikhaupt in Cassel,gieug darauf »ach Frankfurt a. M- wo er einigeJahre bey dem Weiuhandlcr Ries (der, alsKunstliebhaber, eine völlige mechanische Werk-stätte hielt) arbeitete, und von da nach Augs­ burg . Seine Absicht hierbey war, unter dem be-rühmten Brander sich zu vervollkommnen; leiderkonnte er aber bey diesem guten Mann keine Ar-beit bekommen und sah sich dergestalt, des Er-werbes wegen genöthigt, bey der Wittwe Rüterzu konditioniren. Da er jedoch hier nur fabrik-mäßig arbeiten und jede Woche drey Bestecke lie-fern mußte , so kehrte er bald zu seinen altenFreund Ries zurück, von wo ihn sein ehmaligerLehrer der Hofmechanikus Breikhaupt, der vieleArbeiten linker den Handen hatte, nach Casselverschrieb. Bey diesem nunmehr, fieng Georgan, seiner Neigung zum Kupferstechen freyernLauf zu lassen; worin er sich von Zeit zu Zeit,wenn er sich durch seine mechanischen Arbeitenetwas Geld verdient harte, übte und Probenmachte. Von Cassel kam er nach Bückeburg worr für den dasigen Grasen verschiedenes, darun-ter auch eine Karre von seiner Grafschaft stach;von da nach Hameln , wo er (1789.) dem Jnge-nieurlieutenant Lasrus am Stiche seiner Petro-graphisch-Topographischen Karte vom Harze half;und von da nach Lilienthal bey Bremen zu demIustitzrath (jetzt Oberamtmann) Schrörer, demberühmten Astronomen, dein er in einigen Jah-

?) Damals hieß er »ein junger Künstler von großer

Tischbein.

ren die Platten zu seinen selenotovographischenFragmenten lieferte. Hierauf stach er eine großeKarte von dem Ausfluße der Weser in Bremen und folgte dann einem Rufe nach Mainz . Ermußte dort viele zu dem siebenjährigen Kriege ge-hörige Pläne in kl. Fol. stechen, und nur mitMühe gelang es ihm, sich von dieser Arbeit loszu machen, als die Franzosen gegen gedachteStadt vorrückte» und er dem Kriegsschauplatz«entfliehen wollte. Er begab sich nun zu seinemVetter den Thiermaler Pforr in Frankfurt a. M.,nach Bückeburg , nach Schlesien (wo er seinenBruder nach achtzehnjähriger Trennung wiedersah), und endlich nach Lilienthal , wo er wiederumfür Schröter astronomische Kupfer fertigte. Hier-auf ließ er sich 179h. in Bremen förmlich nieder,und lebte und arbeitete dort noch i 8 > 5 . geschätztund geliebt von seinen Mitbürgern Noch fugenwir von ihm hinzu: Zwey, freylich noch sehrschlecht radirte Ansichten von Gegenden bey Jena in 8°. zu irgend einem Buche, die Lobdaburgund das Kunitzer-Schloß (Aiifangsstücke); denWilyelmssteiu im Steinhuler - See, nach seinemVetter Wiih. Strack, qu. Fol. zum Journal venund für Deutschland ; ein anatomisches Blakt zuFaust's Perioden des menschlichen.Lebens. Ber­ lin 179^. 8°. Als Mechanikus soll er, »ach Eini-gen , auch zu Gotha gearbeitet haben.

8 Tischbein (Heinn'ca Louifa) Tochter Job.Valentins, geb. 1766., lebte noch kinderlos181H. als Gattin des Kaufmanns Wölfin Ham-burg , beschäftigte sich dort mit Zeichnen undKunststickcn, und gab in beyden Unterricht.

(Heinrich), s. desselben Art. unten,unter seinem vollzähliger» Namen Job. Hein-rich )i.

9 (Heinrich Jacob, gewöhnlich Jacob)

dritter Sohn des Schreiners Job- Conrad, geb.zu Hayna in Hessen 1780 ; er lernte die Maicceybey seinem ältesten Bruder Job. Heinrich I. ,gieng dann mit diesem nach Berlin , besuchte1779. die Akademie zu Dresden , 1780. Ham­ burg *), weiter Cassel und setzte sich 1792. zuFrankfurt a. M. ^ trieder' s Hess. Eelehr-rengesch. XVI. 2^1. Dort st. er 1800. unver-beirather, als Mitglied der Kunstakademie vonCassel. Sein vorzügliches Fach scheint die Land-schaft gewesen zu seyn. Dergleichen besaß (1809.)H. Hof- und Landgerichts-Advokat Schmidt zuKiel , mit Figuren und Vieh staffln, dann zweyMondscheine, was Alles in dem Katalog dieserSammlung gut, sehr gut, niedlich, gefällig ta-xirt wird.

10 (Heinrich Wilhelm, gewöhnlich

Wilhelm), Sohn von Anron Wilhelm, lerntedie Malcrkunst bey seinem Vater, studierte dannauf der Gallerte zu Cassel, und später aus denenzu Wien und Dresden . Er ist 1779. ;» Hanangeb. und arbeitete dort noch i 8 H. uuverheirakhec.Man nennt ihn einen geschickten Künstler. S-auch unten am Schluße der Künstler dieses Ge-schlechts denjenigen ohne Taufnamen.

s. auch unten Joh. Hemr.

Wilhelm.

(Henriette) s. oben Heinriea Louis«.

(Jacob) s. oben Heinrich Jacob,und unten Johann Jacob.

(Jacob Heinrich) s. oben HeinrichJacob.

11 (Johann) dritter Sohn des Bä-

ckers und Stammvaters Joh. Heinrich, geb.zu Hayna in Hessen 1717. Schon von früherJugend an, zeigte er Talent zu kunstreichen Ar-beiten in Holz, Elfenbein und Messing, lernte so-

wffniinüJ Deutsch . Merk, j7S-, My S. asti.