rgoch Tischbein.
gang pflog, und, wahrscheinlich vorn Erster» denanlaßt, den Vorsatz gefaßt halte, Gegenständeaus der deutschen Geschichte zu bearbeiten. DieErfindung dieses Werkes kaun befriedigend ge-nannt werden; ohne Anspruch sucht sie die Ge-schichte schlicht und so klar darzustellen, als dieNatur des Gegenstandes solches erlaubt. DieKöpfe der Figuren haben passenden Ausdruck,jeder nach seinem Charakter und Antheil an derHandlung. Sie sind niannigfalrig und hebeneinander wechftiöweise durch Contra». Bey allerSorgfalt, welche auf.die Ausführung verwendetist, sieht man ihr doch nichts Mühsames undAengstliches an; die angenehme Wirkung entstehtdurch starke, doch nicht finstre Schattenpartien,welche sich zu einem warmen, lebhaft abwechseln-den Colorite gesellen. Einzig möchte gegen dieAnordnung erinnert werden, daß beyde Haupt-figuren, die, roth gekleidet, das Auge locken,auf der Seite im Bilde sitzen. Tischbein erwarbsich durch dasselbe den Ruhm eines vorzüglichgeschickten Künstlers; unterdessen schien er dochkeinen mächtigen Antrieb zur Bearbeitung mehre-rer dergleichen Gegenstände zu fühlen, weil dieTheilnahme an denselben geringer war, als ervielleicht erwartet haben mochte. Heroische Dar-stellungen aus dem Alterthum wurden vorzüglichbegünstigt, und Tischbein selbst, als ein großerVerehrer Homers , ebenfalls dazu geneigt, wähltezu seinen bald darauf unternommenen Werkenwieder griechische Stoffe". Bey der nämlichenGelegenheit heißt es noch an einer Stelle in er-meldter Schrift (S. 368—69.) bemerkenswerthgenug: »Tischbein erging es eben nicht amBeßren, als er die Kunst von dem Idealen undPoetischen, dessen sie sich ermächtigt, wieder aufwirkliche Begebenheiten zurückfuhren wollte, und«iberdem noch den bedingten Zweck deutsch patrio-tischer Darstellungen hatte. Die Neigung zurnaiven Einfalt der frühern Florentinischen Mei-ster konnte zwar erwachen und fortdauern, weiles wirklich den meisten Kunstprodukten am Na-türlichen, Innigen, Gemüthlichen und zart Em-pfundenen mangeln mochte; aber Nutzen für dieKunst entstand keiner daraus, weil diese rohe Un-schuld mit der sonst an dem Künstler gefordertenschönen Form, edeln Charakter» und gebildetemGeschmack unvereinbar ist". Sonst findet sich zurCharakteristik unsers Künstlers, als Maler, inunsern Quellen sehr Weniges, ausser etwa dasAllgemeine bey Geruing: »Correkte Zeichnung,seelenvoller Ausdruck und eine lebendige lieblicheFarbengebung machen den Charakter seiner Werkeaus. Sein langer Aufenthalt in Italien hatte denNatur - und Kunstsinn in gleich hohem Grade beyihm geschärft. In den Bildern der Thiere besitzter ebenfalls vorzügliche Stärke". — Und nochirgendwo in einer andern unserer geschriebenenQuellen: »Als Künstler steht er am Höchsten,nicht sowohl in der Schönheit, als in der schar-fen Charakteristik der— Thiere, die ihm überauswohl gelingt. Meist sind seine Bilder etwas zugrell. Ein besondres Lieblingsstudium suchte erdarin, die Physiognomien der Menschen mit de-nen der Thiere zu vergleichen. Dann hak unserTischbein von Zeit zu Zeit mancherley sehr ver-verdienstliche artistische Werke ans Licht gefördert,und zum Theil selbst mit Etzarbeiten ausgestattet.Unter den frühern ist das bcrühmtestceben dieSammslung seiner Thicrstudien, in 2. Theilen, derenerster betitelt ist: T'stes äss äikksrsiites ani-msux äossines ä'aprös naturs pour äonnsruns iäss plus sxavts äs leurs caractsrss.ä Asyles I/N6. ^r- b'ol. Es sind 16. Blätter.Der andere Theil besteht aus 8. Blättern. Das
Tischbein.
erste im ersten Theil ist die berühmte Thiergruppe,wo eine Niescnschlange eine Löwin mit ihrenJungen in ihrer Höhle überfällt, und, indemsie die Mutter umschlingt und in den Nackenbeißt, von dieser gleichfalls wüthend angefressenwird. Die Jungen liegen theils zerquetscht,theils umschlungen zur Seite. Ein herrlich ge-stochenes Blatt, das man in Italien längst Tisch-bein'« thierischen Laokoon genannt hat. Jederder darauf folgenden Köpft ist gleichsam der In-begriff der Thierart, die er repräsenlirk. DerSlierkopf, der'Löwenkopf, die ganze Gesellschaftvon Füchsen, jedes ist mit dem achten Natur-stempel bezeichnet. Das Pferd, der Hund unddie Katze sind ausdrucksvolle Portratfiguren nachden Hausthicren des Künstlers. Der andere Theilbesteht aus 8. charakteristischen Männer- und Göt-terköpfen , nämlich: Von Correggio , Salvator Rosa , Michael Angela, Raphael, Scipio Afti-kanus, Caracalla, Jupiter und Apollo. Hierauffolgt, als eine Erholung für ihn, eine Reihewitziger Bambocciaden, welche, unter dem be-scheidenen Titel: Leben der Bruder, die Er-ziehung, die Schicksale und das End eines —Esels darstellten. — Dann: 8ir >V>!iiam Ilamii-ton's Lollection ok euZravinAs krorn autiqusVases, tüs psrr ok 6recian ksbrio
kouvä in anoient torabs in tvvo dioilies intüs ^esrs 1789. snä i/go.; wirk tke liemarksok tks proprietär — pubiiküeä be^ M'lliam7Hc/rüei». Vol. I. döapies 1791. — Vol. II.snä III. ibiä. 189h. — Vol. I V. ibiä. 179.. kol.Es sind darinn zusammen 240. Umrisse wirklicherVasenabdildungen von Tischbein, die Hülfstarfein nicht mit gerechnet. Ein fünfter Band, wozuschon 60. Kupfertafeln fertig gestochen liegen,sollte folgen, ist aber bis jetzt nicht erschienen.Deutsch , unter dem Titel: Umrisse GriechischerGemälde auf antiken, in den I. 1789. und1790. in Tampanien und Sicilien ausgrabernen Vasen, jetzt im Besitze des Ritters W-Hamilton; herausg. von w Tischbein, istcnBandes rstes Heft. (Mehr erschien nicht). Wei mar ,797. gr. Fol. Es sind 6. Kupfertafeln.(Dergl.: Ueber die Acchlheit der TischbeinischenVascuzeichnungen; in dem LZ. deurschen Mer-kur 1801. März S. 218—229.). Diese Arbeitbetreffend , heißt es bey Geruing: „ Zum Werkeder Hamilton'schen Vasen, welches er nachherselbst verlegte, gab er den ersten Gedanken an,und von ihm sind die scharfsinnigsten und zugleicheinfachsten Erläuterungen *). Zu Ausschmückungvon Zimmern ließ er die nämlichen Kupfer aufstarkes Papier abdrucken, ausmalen und überfir-nißen **)". Weiter: Homer , „ach Antiker»gezeichnet von Heinrich Tischbein, Di-rektor, u. s. f. Mir Erläuterungen vonTbr. Gorri. Heyne l—VI. Heft. Göttingen 1801—1804. Noyalfoi. Enthält eine Reihe vonDarstellungen, welche die Alken aus dem Homer wählten, und auf Kunstwerken mancherley Artvorstellten. Jedes Heft enthält, ausser mannig-faltigen Verzierungen, 6. Blätter. Den Inhaltder j. ersten Hefte findet man in Fufti's Hessi-schen Denkwürdigkeiten Th. III. S. 486—492.Th. IV. Abtheil. 1. S. 472—475. Hievon lesenwir bey Germ'ug: »Das Liebiingswerk seinesGeistes war eben dieser sein Bilder-Homer,zur nähern Erklärung des Dichters, wozu Morg-hen die Bildnisse der Homerischen Helden vor-trefflich gestochen hat". Außerdem war Tischbeinum i8o3. noch mit einem unsern physiognvmischenWecke (die Grille hing ihm von seinem Umgang«mit Lavatcrn an) zur Charakteristik des Menschenaus der Natur der Thiere beschäftigt". Dieses
") Itaimsky hat sie mit weiter» Conjecturen der Elasticität und eigener Gelehrsamkeit versehen. Allgem.Rilttsiz. 8. (-80I.) S. 535.
ew) Spätberhin (>8»z.) erschienen solche auch (wir wissen nicht, ob mit Abdrücken na» den Originalplatten,oder in Copien) mir Französischem Terte, zu Paris bey Benard, wo z. V. das dritte Heft mit -7 Bl.nicht mekr als <> Fr. kostete.