Band 
Zweyter Theil [4].
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1915
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Tome.

geltend zu machen , daß ihn das Capitel der Ca-ihedrale zum Architekt ernannte. Nachdem er seinKunstwerk vollendet hatte, wollte das Capitelder Kathedrale von Leo» ebenfalls ei» Productdieses Ehrenmannes ausweisen, und ersuchte dasCapitel zu Toledo , ihm seinen rIarciso auf einekurze Zeit zu schicken. Dies geschah; und nunzerstörte man mit Bewilligung des Erzbischofsund Cardinals Infamen den Hauptaltar, undwarf die kostbaren alten Malereien zu Boden,auf deren Trümmer im I. 1728. ei» ähnlichesTransparent emporstieg, das von einem Anver-wandten des Tome, Namens Simon TomeGalivan, vollendet wurde. Sie sind sich ziem-lich gleich, und beyde Produkte eines verschro-benen Kopfes".

Tome (Simon Galivan), Spanischer Ar-chitekt und Bildhauer, folgte, wie wir so ebengesehen, den Fußstapfen des zIarciso, und ließsich, wie er, zahllose Sünden wider den gutenGeschmack zu Schulden kommen. Fiorillo IV. 585 .

Tsmeau ( ), ein Französischer Architekt,

aber ganz sicher mit dem an seinem Ort ange-führten Tbomon derselbe, lebte in Rußland imI. »8. . Von ihm wurde das Innere des 178 s.erbauten großen steinernen Theaters zu Ek. Pe-tersburg ganz verändert und schön dekorirt. Daßdie ebenfalls von ihm erbaute Börse nachwärtseinstürzte, wirft keinen geringen Schatten, nichtauf seine theoretischen, wohl aber auf seine prak-tischen Kennrniße. Er st. zu St. Petersburg inoder um 181a. etwa 5 o. I. alt. Mec.

Tomik, Hofmaler des Herzogs (a. l>. desKöniges) Sobieslavs von Böhmen , welcher 1129.die Wischchrader Kirche St. Perec zn Prag aus-malte. treuere Abband!, der Böhmisch . Ge-sellsch. d. wissensch. B. III. Prag 1798. S.112. Im Hussitenkriege gingen diese Malereienzugrunde, Redel's sehensrvürdiges Prag nennt ihn Toznick-

Tomkins oder Tompkins (B-). Ein sol-cher hat gemeinschaftlich mit F. Iucke's iM.eine Folge von vier Landschaften mit Bauern-hütten , schön in Aqualinta, in Kl. Fol. gelie-fert. Rost IX. 07L. Hinwieder theilt der Ka-talog von Brandes diese vier Blätter dem nach-folgenden T- Tomkins (den er ausdrücklich Carlnennt) als Maler, und F. Iukcs ausschließendals Stecher zu.

(Carl), ein beliebter Englischer Land-schaftsmaler neuerer Zeit. Von ihm kennt man,nebe» Anderm, viele Bilder, welche die schönstenGegenden der Insel Whigt darstellen, die er,wie es scheint, selbst in Aquarinta in einemWerke geetzt hat, das zum Titel führt: ^ I'our1o Isl« ok VVigbt, illustratecl evitli 80. Visvvsllrs^vn and enAiaved in TIgua tinta C/rar-kcL Z o»rLr»5, 2. Vol. 90. ^6. Dann rührenauch die Zeichnungen zu einem Bande von So-netten: ?etrarca, a collectlon ok Louetts. 8^.8 n 5 . von ihm her, die der Herzogin von De-vonshire gewiedmct sind. Fiorillo V. 8ZZ. Undist er ohne Zweifel Einer und derselbe mit dem-jenigen

(C), von welchem in obigem Art.B. Tomkins die Rede ist. Noch nennt RostI X. Z78. ein Aquatinta - Blatt, das dieser E.Tomkins (dies nun ausdrücklich) gemeinschaft-lich mit F. Jukes geliefert habe, welches dieApprochen der schwimmenden Batterie vor Gib­ raltar (1782.) nach einem Gemälde von I. Cli-vely darstellt.

Eben so ist mit allen obigen Dreyen EinePerson derjenige Carl Tomkins, welchen Be-»ard's Katalog vonPaignon-Dijonval einen Land-

Tommaso. 1915

fchafts-Zeichner um 1785. nennt, und von ihmeine von W. Ellis gestochene große Ansicht vonLondon anfuhrt.

* Tomkins (P. Wilhelm, auch bloß Wilhelm),Zeichner und Stecher in Punktirinanier, geb. inEngland um 1720., und blühend zu London1780-91., einer der beßten Schüler von Barto-lozzi, und überhaupt einer der vorzüglichstenK ünstler in der von ihm gewählten Manier. Vonihm führt Rost IX. 55152. ein 2«. Blätternach C- Ansell, N. Bigg, Bretherton, 5 ). W.Bunsbury, S. Harding, A> Kaufmann, W.Lawranson und I. S. Saünders an, welchemeist von 178Z87. datirt sind, und allerleytheils Gefchlchtll'ches, theils Romantisches nachShakespearn u. s. f. darstellen. Diesen fügt einDerzeichniß meines sei. Vaters noch andere, nachBartolozzi (Zuneigung und Unschuld), Miß Drax(Celia im Sonnentempel), H. Füßli (die Shake-spearschen Hexen), W. Hamilwn (Rosalinde,Oliver und Celia), H. Ramberg (bavinia an<1Notker), H. Romanelli (die Dichtkunst), I.Rußet (Mutterliebe), I. Kendal und Stothard(uns Unbekanntes) bey. Noch neuere Notiz;«»ein Blatt nach R. Smirke aus Shakespeare's rWie es Euch gefällt. Als zwey schöne Blättervon ihm nennt der W.mklersche Katalog diePendants von Convcrsationen zweyer Engländer,und hinwieder zweyer Franzosen, jene mit zweyEnglischen , diese mit zwey Französischen Damen;und Fiorillo V. 8222Z. ein'anniiikhiges Spielder Phantasie und des Witzes, unter dem Titel:Die birtk and triumpk ok Lnpid, welches un-ser Tomkins in 2g. Bl. nach den Zeichnungender Königl. Prinzessin Elisabeth gestochen habe.Hinwieder nennt eine andere unserer Quellen alsnach ihm sechs Ansichten von Windsor-Park vonMorris"), und allerhand schlechte Blatter (viel-leicht nur Kopien nach den (einige») von Venzo.S. auch den gleich ff. Art-

(Thomas), ein Schreibemeister znLondon . Man kennt von ihm ein Werk wasAchtung verdient, und alle Schönheiten derSchreibekunst seiner Zeit vor Augen legt. Es istbetitelt: ll'Iis bsautres ok Writin^. Lxemplr-ßed in a variet)^ ok plala and ornamentalpenmansbip etc. bonclon 1777. und enthält (,u.Bl. in qu. Fol. von P. Ellis meisterhaft gestochen.Breitkopfs Gesch. der Schreibet, her-ausgegeb. v. R 0 ch. S. (,9.

( ). Ein solcher (wohl aber keinAnderer, als der vorhergehnde O. Wilhelm)erhielt, unter dem Titel eines Königl. HistorischenKupferstechers in 1796. den Befehl, die Trauungs-Ceremonie des H. Prinzen von Wales mit derPrinzessin von Braunschweig zu ^stechen.

( ). Welcher endlich von alle»diesen Tomkins (wohl ebenfalls der P. Wil-helm?) es sey, der, nebst mehrern Andern, um1802. oder 180Z. die sieben Menschenalter vonShakespeare , nach Smirke gestochen habe, istuns unbekannt.

* Tommasi oder Tommassi (Joseph).Nach ihm hat Barch, de Peteis den H. AndreasCacciola in Kl. Folis schleckt geetzt.

(Tommaso) di Oierrs Santa, einMaler der Florentinischen Schule, würdiger Schü-ler der Gebrüder Mciani von Pisa , den Lanzi(Lcl. seo.) l. Igä. ein äußerst fruchtbares Genienennt, von welchem man die Sfondi (?) in derSt. Iohanns-Kicche zu Livorno nicht genug be-wundern könne.

Tommaso (Gcisello), s. oben den v?icl. daTagli.

2 ) Diese waren die einzigen, welche unsern Tomkins, dem Ler. zufolge, zum Perspcktirmaler eignen.

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