Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1944
JPEG-Download
 

1944 Trippel.

trag, ein Denkmal für den Dichter Eeßner zuverfertige». Trippel wollte ihn anfangs alsStaatsmann vorstellen, der mit Lictorcn umgebenauf dem Altar des Vaterlandes opfert, und konnteur mit Mühe belehrt werde», daß es nicht demRathsherrn sondern dem Dichter Geßncr gelte.Man forderte ihn auf, den Gegenstand aus Geßrncrs Werken selbst zu wählen, und so verfiel er,sonderbar genug, auf die Idylle Daphnis undMvcon, die eigentlich eine ^Eatyre gegen allemarmornen Denkmäler enthält*). Indessen istdie Ausführung des Werks höchst vortrestich ge-lungen, wie Jedermann sich hierdurch den Augen-schein überzeugen kann. Schade, daß dieses kost-bare Kunstwerk durch den Frost so sehr gelittenhat, daß es, ohne zu Grunde zu gehen, nichtmehr an seiner alten schönen Stelle bleiben konnte.Weiter ist uns kein Werk von Trippel bekannt,das irgendwo öffentlich aufgestellt Ware, ungeach-tet er noch viele Arbeiten, besonders Brustbilder,aber nur für Privatpersonen verfertigt hat. Erstarb i/gZ. äll Jahr alt, an einem Fieber, in-dem, wie es sich aus dem Krankenberichte seinesArztes crgiebt, seine Natur nicht stark genug war,zugleich der Krankheit und der verkehrten Heil-methode zu widerstehen. Sonst hatte er immereine dauerhafte Gesundheit genossen, ausgenom-men , daß er bisweilen über Schmerze» in denAugen klagte**). Er war von allen, die unterder rauhen ausser» Schaale den edeln Kern zuentdecken wußten, geachtet und geliebt. Mankann ihn unter den Wiede, her stellen» des bessernGeschmacks in der Sculptur mit Recht anführen.Seine Formen sind edel und schön, und habeneinen richtigen Ausdruck; die glückliche Nachah-mung der beßken Werke des Alterthums ist überallan ihnen sichtbar, und der vollendete Fleiß inder Ausführung musterhaft. Er hat die Kunstselbst im Ernste geliebt, und überall nach deinHöchsten getrachtet. Den praktischen Theil der,selben, die Anatomie und die richtigen Verhält-nisse hatte er vollkommen inne, und war daherauch strenge in der Beurtheilung der Werke An-derer. Seine Offenherzigkeit in diesem Punktehat ihm ohne Zweifel viel geschadet, so daß erbey weitem nicht »ach Verdienen beschäftigt undbelohnt wurde. Hätte er das Glück gehabt inseiner Jugend bessern Unterricht zugemessen, hätteer nicht lange mit Hunger und Armuth kämpfenmüßen, so würde er sich wohl noch auf einehöhere Stufe der Kunst und des Ruhmö empor-geschwungen haben". So lautet der schöne Bio-graphische Nekrolog unsers Künstlers, der sich,von dem Pros. Hörner verfaßt, in einem dersogenannten Nerijahrsblatker der Künstlergesell-schaft zu Zürich für's I. 1808. (als Titelblattsein Milon, von F. Hegi in punktirter Manier,als Vignette sein Bildniß von H. Lips gestochen)befindet. Die Schrift: winkelnranir u. seinJahrhundert dann, nennt unser» Künstler, nebstdem Schweden Sergel, gegen 1780. als die bey-den damals geschicktesten Bildhauer in Rom , diesich beyde nach den Antiken gebildet hätten, undurtheilt namentlich von dem unsrigen noch besonderswie folgt: »Trippeln" (heißt es dort, S- 35 i.)^dessen sittlicher Charakter ernst, derb und kurzgeschlossen war, gelange», da er viel anatomischeKenntnisse besaß, Figuren von kräftig ausgespro-chenem Charakter und Handlung am besten; des-sen ungeachtet hat er, der immer allgemeiner wer-

Trips.

denden Forderung des Naiven und Gefälligennachgebend, meist zarte jugendliche Gestalten ge-bildet. Gewöhnlich stnd seine Formen völlig undedel, zuweilen vorzüglich schön; im Anfange warer häufigen Falten günstig, und gieng dann erstspäter zu breitem, weicher gebrochenen über. Inder Erfindung zeigte er sich dem Allegorischenmehr als dem Symbolischen geneigt; auch trifftihn der Vorwurf, einigemal dem Contrast in derAnordnung das Ungezwungene in den Stellungender Figuren aufgeopfert zu haben". Unter seinevorzüglichsten Arbeiten wird hier eine kleine Grup-pe, Diana vom Amor geneckt***), und ein sitzen-der Apoll, die Flöte in der Hand, gezählt. Meursei II. (1789.) nennt noch einen Apollo undAmor, unter der Allegorie: Liebe zur Kunst. InGchloezers Briefrv. HIX. 271. wird unserKünstler (vielleicht von des erster» geistvoller Toch-ter) charakterisirt, wie folgt: »Mit dem hohenFluge einer schöpferischen Einbildungskraft ver-band er erhabene griechische Einfalt; so wie mitder wirksamsten Bestimmtheit des Ausdrucks dasgenaueste Ebenmaaß in den Umrißen und die zar-teste Behandlung des Marmors in dem Nacken-den. Gestochen nach ihm kennen wir einzig sei-nen Entwurf des Basrelifs auf den Teschncr-Frieden von I. C. Krüger****), und eine Gruppe:Den Deutschen Fürstenbund, von zwey Seiten ge-nommen, von D. Berger. Sein Bildniß hat auchSchulze nach einer Zeichnung von Element (die-ser vielleicht nach einer Büste von ihm selber) ge-liefert.

Trippel (Carl Friedrich Wilhelm) Steinmetz-meister zu Berlin , in 1804. är I- alt, wird imTaschenb f. Frexmaurer auf i 8 o 3 . Cöthen, S.432. genannt. Er lebte noch zu Berlin i 8 i 3 .

^ * (Johann . So hieß Alexanders

älterer Bruder, dessen das Lex. im Art. diesesletztem ohne Taufnamen gedenkt.

(Johann Heinrich) geb. zu Schaff-hausen ; malte kleine Sachen mit Verstand undaußerordentlichem Fleiße. Seine beßte Arbeit kaman den Kaiserlichen Hof nach Wien . Auch in derPerspektiv und Meßkunst war er sehr geschickt,starb aber schon im fünf und zwanzigsten Jahrseines Alters 1708. Füßli III. 74.

(Leonhard), von Schaffhausen , einsehr geschickter Zeichner und Stecher in kolorir-ter Gattung, Schüler von Schütze. In Men-sel'« rJ Miscell. ll. 195. (1796.) wird der-selbe »seit einigen Jahren todt" genannt. Vonihm kennt man, neben Anderm, ein ungefähr

br. und 12" hohes, glänzendes Blatt vomRheinfälle bey Schasshausen, in des Künstlerseignem Verlage, entweder mit Tusch und Bisteroder auch in Farben (oft allzugrell) ausgemalt,alle gleich um den Preiß von 2 N.THl.

(Ludwig David, oder Ludwig) einSteinmetzmeister zu Potsdam um 1785. In 1798.war er nicht mehr am Leben; seine Geschäfte ließaber die Wittwe weiter besorgen. Mrc.

Trips (Friedrich) des Landgrafen von Hessen -Caffcl Hofgartnec zu Hai,au und Philippsnih

I8v2.

«-) Eine höchst seltsame Critik dieses Denkmals, von dem sel. Lavater , s. in Mensel'» N. Mis«celt. II. 200.

*'-) Eine Erzählung von der Fever seines Vegräbnlßes auf dem protestantischen Kirchhofe bey der Pyramide desC. Ccstius, und wie sich die albernen Römer bey solchen Änläßen zu gebehrden Pflegen, s. IN Mensel'»N. Mus. S. -2Z. -

«»*) Bey Mensel ll. heißt es: »Diana, welcher Amor die Fackel geraubt hat, nm ihr Liebe gegen den Adouiseinzuflößen (?).

»r-»!i) Eine Beschreibung des Urbildes s. in Mrusrl's Miscell. xr. ,-s.