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lauscht. „Die Wirkung des Helldunkels darinsey musterhaft". Nach übergehen wir von ihmAnderes, das sich in dem ehemalige» Pallastedes Prinzen Heinrich zu Berlin , und in Privat-sammlungen daselbst befindet. In 1770. (->. b.1772.) ging vanloo nach Paris zurück. Dortstellte er, neben Anderm, ein Bild mit allegori-schen Figuren von Lugenden aus. Zu demselbenhatte ein anderer Künstler ein Glas geschliffen,durch welches beschauet, jene Figuren ein ähnli-ches Bildniß von — Ludwig XV. bildeten *).Auch Gaulr de Sr. Germain (S. 241.) nenntvon ihm, als auf dem Salon zu Paris 1777-ausgestellt: Aurora und Cephalus, als ein vondem Könige befohlenes Bild, und auf demjeni-gen von 178Z. Zephyr und Flora. Sein Todes-jahr ist unbekannt. Zuverlaßig setzt (aus demgleich Vorerwähnten zu schliessen) Aicolai sol-ches irrig in 1776. Und nach einer andern un-serer Notizzen lebte er wenigstens noch 1782. zuParis , als Professor der Königl. Akademie.Nach ihm hat B. B. Henriquez ein (wahrschein-lich schlüpfriges) Blatt: Eschec und Matt!und Langlois (u. b. nach ssarl Andreas) dasBildniß Friedrich II. gestochen. S- auch dengleich vorhergehenden Art. Von dem Unsrigenbesaß (1810.) das Cabinet Paignon-Dijonvalzu Paris noch drey Federzeichnungen mit Bi-ster ausgetuscht: Die im Tempel ermordetenPriester Israels ; und einen Jüngling, welcher derauf dem Throne sitzenden Arhalia einen Schleyerüberreicht (?); dann den H. Sebastian am Baumgeheftet, den, mitten unter seinen Henkern, einheidnischer Priester, noch zur Verlaugnung seinesGlaubens — freundernstlich bereden will.
* vanloo (Carl Andreas) des nachfolgendenEudrvigs jüngerer Sohn, geb. 1705. (».!>. 1706.)Sein unten folgender Bruder, Job. Baptist,nahm ihn mit sich nach Rom . Anfangs schiensein Hang zwischen Sculptur und Malerey zuschwanken, und der in 1719. erfolgte Tod seinesLehrers le Gros ihn für die letztere bestimmt undin die Schule von B. Lutti zurückgebracht zuhaben. Indessen hatte er kaum sein Fünfzehnteserreicht, als er nach Frankreich zurückkehrte, unddie Königl. Akademie, wegen seines unverkenn-baren Fleißes, bereits in 1728. ihm einen Preisertheilte, auch mit seinem oberwähnten Bruderdie Ausbesserung der Galerie zu Fontainebleau ihm aufgetragen wurde. Der Einfluß der thea-tralischen Dekorationen, welche er eine Zeitlangfür dw große Oper malte, zeigt sich uns beyeiner nähern Prüfung seiner ersten Werke. Alleiner verließ bald diese Beschäftigung, und betratvon Neuem seine erste Bahn **), wodurch ersich auch in 1724. den großen Preis erwarb,und auf die damit verbundene Königliche Unter-stützung Anspruch machen konnte, welche ihm aber
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durch die Cabalen seiner Feinde entzogen wurde.Er entschloß sich daher, mit seinem Pinsel selbstso viel zu verdienen, um neuerdings nach Rom reisen zu können, und gewann sich dann wirklichhiefür durch eine Menge Bildnisse das hinläng-liche Reisegeld. Während seines Aufenthaltes da-selbst war er sehr fleißig, und erhielt einen Preisvon der dortigen Akademie St. Lukas; daherdann der damalige Französische Gesandte zu Rom ,Cardinal von Polignac, sich so sehr seiner an-nahm, daß er ihm nicht nur das gewohnte Jahr-geld, sondern auch eine Entschädigung ***) ver-schaffte. Der allgemeine Beyfall, der unsermKünstler zu Rom , Paris , und selbst aus Englandentgegen kam, bewirkte, daß ihn der Pabst (1729.)zum Ritter schuf, und der König von Sardinien ihn nach Turin berief, einige Bilder für ihn zufertigen, deren Gegenstand aus Tasso's befreytemJerusalem entlehnt war ss-). Um diese Zeit ver-mählte er sich mit der Tochter des berühmtenTonkünstlers Sonnini, die durch den Reitz ihrerStimme die vornehmsten Pariser-Zirkel erheiterteund in der Mustek eine bedeutende Veränderungin dem Französischen Geschmack hervorbrachte -j-ss-).Nach seiner Rückkehr in Frankreich (1724.) ge-langte er bekanntlich bald in die Akademie, undübergab derselben als Aufnahms - Bild seinenApoll und Marsias , was unstreitig zu seinenbeßten Arbeiten gehört. Auch malle er Vieles,theils für den Hof, theils für die Kirchen ss-ss-ss);In 1748. erhielt er die Aufsicht über eine König-liche Schule, welche die Aufmunterung der bilden-den Künste zum Augenmerk hatte *). Nachdemer auch in 1761. von dem Monarchen mit demSt. Michaels-Orden beehrt worden, ernannteihn die Akademie zu ihrem Rectvr; die Stelledes ersten Hofmalers aber, welche Carl AnronCoypel bis 1762. bekleidet hakte, und die zehnJahre lang unbesetzt blieb, wurde ihm erst 1782.(s. k>. wohl richtiger 176b. also vollends erst inseinem Todesjahr) durch die Vermittelung des H.von Marigny zu Theil. In der Zwischenzeit hatteFriedrich II. durch den Marquis d'Argens , derunsern Künstler zu Rom persönlich kennen gelernthatte, demselben den Antrag gemacht, mit einemJahrgelde von 00,10. Rthlr. (nebst dem Verspre-chen, jede seiner Arbeiten noch besonders zu be-zahlen) nach Berlin zu kommen; allein Vanloolehnte mit einem ächt Französisch.zugespitzten,aber immerhin edeln Worte **) den Antrag ab,welchen hierauf sein Neffe, von dem wir untenreden werden, annahm. Indessen malte er (1755.)für den gemeldten Monarchen ein großes Bild:Das Opfer der Jphigenia, welches er im Louvreöffentlich ausstellte, und das ihm den ausgebrei-teisten Beyfall verschaffte. »Der Gegenstand"(heißt es bey Fiorillo III. 817.) »scheint aberdie Kräfte des Künstlers überstiegen zu haben;denn das Bild hat viele Fehler, selbst wider
") Dieser optischen Spielerey hat — llalanöe eine ausführliche Zuschrift an la Place gewiedmet. S. NeueDibl. d. Sch. Wiffensch. IX. Z 05 . x. ,g 6 .
Was Diderot (kssays sur la keinturs p. 159 .) also ausdrückt: «Wenn jene elende Gattung ihn ane-ckelle, so geschah es nur, um sich einer noch elender», der — Zeichnung kleiner Bildnisse zu wiedmen."Freylich ein etwas hartes Urtheil, wenn man den gleich nachstehenden Zweck.betrachtet.
Fssr bisherige Hintansetzung?
4) Deren Graziöses llaiizi (17.6. tera.) VI. zgg. ungemein rühmt. Auch Cochiu I- ' 4 - sagt davon: »DieStärke und Blüthe des Colorits daran, so wie die Grazie der Zeichnung, besonders in den Frauen - undKinderköpfen ist vortrefflich, und die Ausführung köstlich. Sie stehen in einem Spiegelzimmer des König-lichen Palastes an dem Pikaster» und über die Thüren. Ein anderes schönes al Frcsco von ihm: Dianamit ihren Nymphen, befindet sich im Lustschloffe Stupim'gi I. c. Zl.
44) Naäame (sagt auch d'Andrs Bnrdon) est I» xr<-miers, gu> alt kalt xouter »ux pranzals la blu-
siges Italien »? , iorsgu'elle vint ä karis en >734- avec son illustre spoux.
444) Richt bloß ZU Paris , sondern auch in den Provinzen. So r. V. zu Lyon (-729 ) Besannen, Dijon , zuSieunes in Bretagne , u. s. f.
') Sie führte den Namen: k.cole Regals äes bllsvss xrotsgss par le K 07 .
»Mein Herr"! schrieb er an den Marquis, »ehe man sein Geburtsland verläßt, muß man sein Lebeiilan-es überlegen!"