V anvitelli.
Werke; abwechselnd im Geschmacke, wie so Viele,halte er Einheit und Uebereinstimmung nicht im-mer vor Augen, zumal in den untergeordnetenProfililen, wo doch die gemeinsten Gesetze derOptik es nicht vertragen wollen, daß das Nahedeswegen plump, und das Entfernte allzu zarterscheine. In dem Benedmen gegen seine Bau-keuche war er äußerst gefällig und milde. Kurzvor seinem zu Rom erfolgten Tode, erlebte ernoch die Unannehmlichkeit, daß da die zur Re-paratur einer Wasserleitung der Acqua Feiice vonihm u. A. auf ungefehr 200«. Scudi berechnetenUnkosten sich aufs zehnfache belaufen hatten, er,'n 5 ooo. Skudi Entschädigung verfallt wurde;und zwar Er allein unter Mehrern, welche angleicher Mißrechnung Schuld trügen. Er hin-terließ, nebst dem oben angeführten BaumeisterCarl, einen zweyten Sohn Caspar, der sich derRcchtsgelehrsamkeit wiedmete. Nach Ludwighak I. Vasi, auf 5 Blattern, den Hafen unddas Lazareth von Ancona gestochen. Er selbstsoll 0 . Dl. nach Zeichnungen von Guercino geetzthaben. *).
* vanvrtelli ( ), der Kupferstecher,
welcher nach Guercino arbeitete, und im Lex.am Schlüsse des Art. Carl Vanvirelli erscheint,soll, wie einer unserer Freunde glaubt, mit dem-selben Eine Person seyn. S. auch den gleichvorstehndcn Art. am Schlüsse.
vanulli (Hieronymus ) ein guter Maler vonModena ; lernte bey Joseph Maria Crespi, ge-nannt Spagnnolo. Er arbeitete in seinem Va-terlande mit Franz vaccari und Joseph Car-bonari, zween Ornamentmalern.
* vanzon oder vanzoon, s. oben und imLex. Svens, Gon, und in letzter,» (vielleichtauch unken) Zon oder Zoom
vapatJ.), ein Maier, von welchem ver-schiedene Bilder in der Universitats-Kirche zuHelmstädt gesehen werden. Unter einem Christusstehet: (wohl: me) fso. i 58 i.
* vaprio (Constantin oder Augusiin) Lanzi
(Llci. tor^.) IV. i/i. macht zwey« aus ihnen.Von dem Constannn habe er indessen keine Ar-beit ausfindig gemacht; wohl aber bey den Ser-vilen zu Pavia eine (schon im Lex. angedeutete)Madonna mit verschiedenen Heiligen in mehrernAbtheilungen, welche mit: äe/^rprro
pinxit 1498. unterzeichnet sey.
* varbach (Jonas), ein verschriebener Namefür Jonas Umbach.
vacchi (Denedict), von Florenz , i 5 ns.geb. nnd i 566 . daselbst gestorben; ein berühmterGeschichtschreiber. Er schrieb verschiedene Ab-handlungen von der Malerkunst, die sehr seltenju finden sind; hielt auch nach dem Tode Mi-chel Angelos, ihm eine öffentliche Lob- und Lei-chenrede. Moehsen Medaillons, ir Th> S.in. und Ioecher.
* Varege ( ). In Deutschland besitzt
von ihm, unsers Wissens, die einzige Galerie zubchleisheim eine kleine Landschaft mit Ruinen:Pan tanzt mit einer Nymphe; andere Wald-götter beyderley Geschlechts sitzen und liegenumher auf Holz. Dann ein größeres Bild:Diana, von Akreon im Bad überrascht, halbeFiguren, auf Kupfer 3 " hoch, 9" br.)
vareinkin ( ), ein Russischer Architekt
neuerer Zeit, baute die berühmte Kirche U. L. Frauen von Casan, zu St. Petersburg . S. die-selbe gestochen in den Vues er IVIouumen8 cle
Varelst. 2009
8t. ?etersbourg. Xa/«,rc>io«Le cie ss/oiuar/,hsrls 808.
* varela (Franz). Dieser Spanische Land-schaftsmaler in der ersten Hälfte des XVIl. Jahr-hunderts folgte dem Styl seines Lehrers, underwarb sich, außer einer richtigen Zeichnung,das gefällige Colorit der Venezianischen Schule.Die besten Arbeiten von ihm sieht Mais nur inseiner Vaterstadt de Villa. Fiorillo lV. 210.
varelst (Cornelius), Sohn des nachfolgen-den Hermann. Von ihm ist uns nichts Anderesbekannt, als daß er sich auf die Miniatur gelegthabe. Fr'orrllo V. 4Z9.
— — (Hermann) des nachfolgenden Si-mon'« Bruder. Derselbe malte theils Geschichte,theils Blumen und Früchte. Zu Wien lebte erbis zur Belagerung der Türken in 1684. und st.zu London 1700. Fiorillo V. 4^9.
— — (Simon), ein Niederländischer Maler,der in der zweyten Hälfte des XVH. Jahrhun-derts mit hohem Ruhm in England arbeitete,den das Lex. nicht kannte, und von dem unshingegen der einzige Walpole (S. 302 — 4.)schätzbare Nachrichten aufbehalten hat. DasJahr seiner Ankunft in England ist unbekannt;allein seine Werke, Blumen und Fruchrstücke,fanden gleich viele Bewunderer, und wurden mitungeheuern Preisen bezahlt. Der Herzog vonBuckingham war sein Gönner, der ihn zwarreichlich belohnte, aber auch manchen Scher; mitihm trieb. Unter andern rechte er ihn einst,Bildnisse zu malen, und da varelst seinem Pin-sel selbst das Unmögliche zmrunie, so malte erein Bildniß des Herzogs, aber so reichlich mitBlumen, vorzüglich mit Sonnenblumen verziert,daß das Porträt des Herzogs ganz versteckt wurde,und der König das Gemälde für ein Blumen«stück hielt. Indessen ließ sich varelst nicht ab-schrecken , sondern legte sich mit so großem Eiferauf die Bildnisse, daß er, der anfänglich aus-gelacht wurde, späterhin Lely verdunkelte, dersich nach Kew zurückzog, während Er nur für einKniestück 110 Pf. St. erhielt. Der Unsrigemalie nämlich seine Bildnisse mit dem größtenAufwand von Geduld und Fleiß, und ahmtedas geringste Detail mit nicht minderer Sorgfaltals bey einer Blume nach. Blumen brachte erfreylich noch stets bey seinen Köpfen an, und dadiese einen so ungemeinen Beyfall fanden, sonahm sein Stolz und Eigendünkel täglich zu.Als sich der Lordkanzler Shaftsbury von ihmwollte malen lassen, empfing ihn der KünstlerMit bedecktem Haupt. „Kennt ihr mich nicht"?fragte der Pair: „Ja! antwortete varelst, Ihrseyd Lordkanzlcr; ich aber bin varelst: der Kö-nig kann wen er will zu einem Locdkanzler ma-chen, aber Niemand kann einen Varelst machen".Eine solche Antwort mußte natürlich den Lordbeleidigen, der wegging und sich oon Greenhillmalen ließ. In i 08 u. ging varelst mit seinenBrüdern, Hermann, Heinrich und einem ge-wissen Parmentier, die sämmtlich Maler waren,nach Paris , blieb aber nicht lange daselbst, son-dern kehrte noch vor dem Jahr i(i8ä. zurück.Seit dieser Zeit verwandelte sich sein Stolz inWahnsinn. Er nannte sich König der Malereyund Gott der Blumen, und stellte ein Bild aus,woran er, wie er sagte, zwanzig Jahre gearbei-tet habe, und das alle Vorzüge von Raphael,Tizian , Rubens und van Dyck in sich vereinigensollte. In seiner Selbstbcwunderung ging er einesTages nach Whitehaü, um den König auf— zweyStunden zu sprechen. Als man ihn nicht zuließ,
) Er war gelehrt und beredt. Der Herausgeber gegenwärtiger Supplemente hörte ihn ore rownü», wieeinen Cicero sprechen. Ungeachtet er keine Zeile für den Druck schrieb, genoß er weit und breit desRufes, vaß er es klassisch tbun könnte, so daß berühmte Schriftsteller ihre Arbeiten, namentlich rei-ner Sprache wegen, seiner Censur unterwarfen.
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