Band 
Zweyter Theil [4].
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2024
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so 2-4 Ucedo.

kleinerung der Figuren genauer. Auch kamen dieVerkürzungen mehr in Gebrauch: Uccello unter-nahm. sie auf einen vorher noch nie gesehenenGrad darzustellen, wie man aus einem Gemäldein S. Maria Novell« sieht, das den betrunkenenNoah vorstellt. Auch ertheilt ihm vasari dasLob, er sey der erste gewesen, der es verstanden aufLandschaften Bäume zu malen (?) und sie gehörignach den Entfernungen zu verkleinern; Laldi-nucci fügt hinzu, die allgemeine Sage nenne ihnals den Erfinder jener vom Winde hin und herbewegten Tücher, welche die Maler Svolazzinennen". Lauzi dann (Lei. ter^.) l. 57. dervon Paul ungefehr das Nämliche, was Fiorilloerzählt, giebt demselben in der Perspektive denberühmten Mathematiker I. Manetti zum Lehrer,an dessen Unterricht er sich hierin so sehr hielt,daß er sich in nichts Anderm mehr gefiel, unddarüber in den übrigen Theilen der Kunst mittel-mäßig blieb. Bey jedem neuen Werke zeigte ersich in jener Wissenschaft wieder neu, in Bautenund Colonnaden, die er in kleinem Raum alsgroß darzustellen wußte, oder in Figuren durchVerkürzungen, die den ältern Malern unbekanntwaren. So im Kloster St. Maria Novell « (woer begraben liegt) in seinen Geschichten von Adamund Noah *), voll Bizarrerieen jener Gattung,aber dabey mit einer landschaftlichen Skaffirungund Thieren, so daß man den Künstler wohl denBassano seiner Zeit nennen könnte **). In sei-nem Haus hielt er sich eine Menge Vögel, dieer beständig abzeichnete, und daher seinen Na-men erhielt (da er sonst, wie es scheint, eigent-lich Mazzoechi hieß). Im Dome zu Floren;findet sich von ihm das colossale Bild von Ioh.Aguto zu Pferde, in grüner Erde (wie wir'sverstehen, al Fresko gemalt), und ähnliche Gi-gantenbildcr im Hause Vital! zu Padua ***).In der Großhcrzoglichen Galerie befinden sichkleine Bilder von ihm, welche die Triumphe desPetrarca darstellen, und Kenner wenigstens fürseine Arbeit halten. Von ihm besaß noch 1811.jener Italiener, der die Betrachtungen überdie Malerey in Italien vor Raphael schrieb,ein Bild von Märtyrern, deren Seelen davonfliegen (1' 5 " 4 ", br. 10" 3 ", hoch). S. untenauch den Art. veciello.

Ucedo (Herzog von). So heißt irgendwo einvornehmer Spanischer Kunstdilettanke, der aberwirklich zu Venedig die Malerkunst unter I. Pe-ter Belotti studirt haben soll.

* Ucheerberger (Michael Angclus) s. Un-rerberger.

* Uchrervelt, auch, irrig, Gchrervelr(Johann). Gestochen oder geschabt nach ihmkennt man allerley Gattungsstücke von A. Roma-net, P. Schenk, P. Tanjs und N- Verkoste;von Tanje namentlich: Das kleine Conzert, woder Maler durch Irrthum Heugreveld heißt.

Uchroinski ( ) ein Kupferstecher unserer

Tage zu St. Petersburg , Schüler der dasigenAkademie. Nach der Zeichnung von Tilesius hater an den Kupfer» zu dem Prachtwerke der Kru-sensternschen Reise um die Welt gearbeitet,

* Üben (Johann van), welcher im Lex. indem Art. des Nachfolgenden als dessen Bruder undSchüler erscheint, ist ohne Zweifel derselbe, denRamdohr, im Katalog von Söder, Uden den

U d e n.

jüngern nennt, und von ihm unter diesem Na-men eine sganz vortreffliche Landschaft ( 3 ' 8fr"hoch, 5 ' br.) anführt, die R. selbst abereher für eine Arbeit des Lucas hält.

* Ud-en (Lucas van). Daß Rubens die frühernArbeiten des Jünglings mit artigen Figurenzierte, brachte den Ruf des letzter» wohl vor-nehmlich in Schwung. Seine ersten öffentlichenArbeiten waren für die Kapellen der HauptkircheSt. Bavon zu Gc'.t, die man überdies zu sei-nem Beßren zählt. Von seinen Werken für Parti-kularen nennt Descainps 1 . 409-10. bey demGrafen von Vcnce, und bey H. Blondel deGagrny, zu Paris ; bey letzter», namentlich einenWinter; dann zu Gent bey H. I. B- Dubois,und bey H. Deyne, H. von Lievergen, eine großeLandschaft mit Figuren von D. Teniers . SeinenTod setzen Einige schon in ,660. 6a«ste//rur. InDeutschen Galerien finden sich von ihm: In derKais. zu Wien ein holländischer Prospekt mitländlichen Figuren und Vieh; in derjenigen vonLichrenstein ein kleiner Mondschein. Zu Mün­ chen eine kleine Landschaft, und zu Schleisheinr,nebst einem kleinen Mondschein, eine größere;in letzterer sitzen die Götter bey einem Wasserfallzu Tische. In Dresden fünfe, darunter einegroße (10' 2" br. 5 ' 8" hoch), mit einer Bauern-hochzeit, die aus der Kirche kömmt, staffirt, dieFiguren von Teniers . Galzrhalun einst vol-lends sechse, alle klein; Donnnersfelden, eben-falls ein kleines Bild. Die Galerie im Gödecein zweifelhaftes, weil (sagt der H. von Aam-dohr) das Bild weder in der Composition, nochim Baumschlage, noch im Kolorits keine Aehnrlichkeit mit dem Style von Rubens hat, übri-gens eine weite liebliche Aussicht, nur daß imHintergrund eine sehr blaue Farbe vorherrschendsey. Von ihm kennt man mehrere geätzte Blätter,welche in ihrer Art nicht minder Lob verdienen,als seine Gemälde. »Die Nadel" (sagt RostV. 352 .) »hat nichts Zärteres, Geistreicheresund Reißenderes hervorgebracht, als, es dieseBlätter, zumal in Behandlung der Bäume undBlätter sind". Barrsch dann (V. ,4.) urtheiltdavon im Allgemeinen:Dieselben haben alle dieEigenschaften seiner gemalten Bilder, in wieweitsolche in Etzarbeicen anzubringen sind". Dannaber unterscheidet.er seine ersten Jugendversuchevon den späther gefertigten, und bemerkt, daßeinige derselben schwer von denjenigen Ludwigsde vadder zu unterscheiden seyen ^). Hierauffolgt die wirkliche Litteratur der Udenschen Blät-ter, die er bis auf 5 g. bringt, da sonst auch diereichsten Sammlungen höchstens an die 3 o. zäh-len. Darunter fünf Folgen, eine von 12. eineandere von 8. und dreye von 6. nummervtirtenBlättern. Die übrigen 21. Blätter gehören zuden einzelnen, und sind, fast ohne Ausnahme,alle von größerm Maaß als jene in den fünfFolgen. Zwey der Folgen von 6. Blättern scheintH. Bartsch unter die bessern, die dritte (v" br.4" 24'" hoch) unter die geringsten zu zählen.Von den einzelnen nennen wir hier: Eine Land-schaft mit St. Jstdor, als Hirte (mit der Glorie)staffirt, als eines der vorzüglichsten, so wie dreyandere (7" 1012"' br. 5 " 3 "' hoch)-' Weit-schichtige Landschaft mit zwey Männern, dieStöcke auf der Schulter, und einer Frau, dieden einen Mann begleitet; eine zweyte ähnliche,mit einem Hirten und einem Mann, der denRücken kehrt; eine dritte, mit einer vom Rücken

») Den betrunkenen Noah, von welchem oben Fiorillo spricht, s. nachgebildet in: Lwurin pini-we, D. XIV.

*K) Der Almanach aus Rom von >8". der in s. Calender s. -o. Dez. die Blüthezeit dieses Künstlers in»420. sehr, nennt ihn den ersten bekannten sehr geschickten Lhiermaler uns Lanoschafcer.

*i">) Nicht recht verstehen wir LanzL's Bemerkung darüber: ka guesm korse ia prima voll», cl,e la pittur»

»ins moto, e no» parvs v!i<lr lroppo.

-j-) Wahrscheinlich eben die frühern, da Bartsch (I. c. 59.) den Blättern von vadder (s. oben den Art.Leilewen) nur ein mäßiges Loh beylegt.