2vr6 Veccharigi.
veccharigi ( ). Nach der Zeichnung
eines solchen soll I. El. Haid ein Bildniß vonI. I. Rousseau geschabt haben.
* vecchi (Johann de). Einige setzen seinenTod zwar gleich dein Lex. in i 6 i- 4 - sein Alteraber auf 78. I. Zu Rom wurde er unter mehrrern Florentinern u. a. Fremden, die dort arbei-teten, vorzüglich geachtet, und stand bey demHaus Farnese sehr in Gunsten. Bagiioni zahltseine zahlreichen Werke auf. Zu seinem Bestienscheint zu gehören, was er, im Wettstreite mitLhadd. Zucchero, zu Caprarola , und dann dieGeschichten von St. Loren;, die er in der Kirchedieses Heiligen in Damaso genannt, malte.Lanzi Lcl. ters. I. 220. u. II. 128.
vecchia (Caspar), ein Künstler zu Venedig um 1688. In: /»»mr n Orx>oi-ko 5NDesaririone clella re^ntts «olenne clispostn inVene^l» a Lerstinnnsto terxo prencipe sti Nos-cann. In Venerüa kol. findet sich nach seinerZeichnung von Alex. della Via gestochen ein BlattXllll.) in gr. qu. fol. was eine feyerlicheSchiffarth auf dem Kanal zu Venedig darstellt.Derselbe ist zu unterscheiden von dem Casparde vecchi (unter Joh. de vecchi im Lex.)welcher früher blühte.
* — — (Peter). Im Ouicln 61 stovlxowird er, als aus dem Geschlechte Muttoni ent-sprungen , genannt. Seinen Tod seyen Einigeerst in die letzten Jahre des XVII. Sakulums.Nach Lanzi (L«l. rer-:. III. 217—18.) hatte erin der Schule des Padovanino (Varotari) seinegroße Hochachtung für die altern Künstler der Ve-nezianischen Schule geschöpft, und durch fleißigesKopiren ihrer Werke es so weit gebracht, daßman einige seiner Bilder für Arbeiten des Gior-gione, Licinio oder Tizian hielt. Hinwiederhatte sein amsiges Studium nach alten, nachge-dunkelten Bildern *), seinem eigenen Koloriteeine merkliche Düsternheit verliehen. Sein Beßteswaren Staffcleybilder, mit Darstellungen kriege-rischer Jugend, bewaffnet, mit Federbüschen ge-ziert, nach Giorgione's beliebter Weise, undnicht selten etwas carrikaturirt. Der SenatorNezzonico zu Rom besaß von ihm einen Sterndeu-ter der den Soldaten wahrsagt; und dergl. u. a.Komisches brachte er oft auch, ganz zur Unzeit,in seine Darstellungen ernster und heiliger Ge-genstände. Beyspiele davon sehe man in derAllerheiligen-Kirche zu Venedig '*), und in derGalerie Bcvilacqna zu Verona . Uebrigens warsein Styl nicht so fast unmuthig als kräftig undschattenreich. Sein Nacktes sowohl als Drap-pirccs war gut gezeichnet. Auf der Akademiepflegte er das dort Gezeichnete zugleich zu kolo-riren, daher war seine Carnatio» wie lebendig;seine Lichteffekte überdacht und neu; sein Ge-schmack überhaupt ganz manierlos, und so, daßman denken sollte, er hatte ein Paar Jahrhun-derte früher gelebt. Auf das Reinigen und Aus-bessern alter Gemälde (seiner Lieblinge) soll ersich besonders wohl verstanden, und (nach Eini-gen) daher seinen Namen vecchia erworben ha-ben, da er früherhin, wie wir schon oben be-merkt, einen ganz andern trug. In Deutschland besitzen von ihm die einzigen Gallerien zu wie,»
Vecci oder Vecellio.
das Bildniß eines schwarzbärtigen Mannes, dcrmit heftiger Gebehrde einen Dolch zieht, starklebensgroße Halbfigur, und Dresden (g- br.8< 6" hoch) einen emblematischen Gegenstand,der die Geheimnisse des N. Bundes in Ueberein-stimmung mit dem A. Bunde zeigen soll: Chri-stus, der aus dem Limbus emporsteigt, und Ma-donna, mit Patriarchen, Propheten, u. s. f.umgeben, zu seinen Füßen. Lehninger (wohlaufs Gerathewohl hin) meint, dieser Künstlerhabe zuerst Guido's, dann aber Caravaggio'sStyl befolgt. Gestochen nach ihm kennen wirdas Bildniß eines Manns mit dem Schwerdtin der Hand (wahrscheinlich das oben erwähntezu Wien ) von P. Vorstcrmann, und von Eben-demselben eine Frauensperson mit einem Kind(glaublich, gleich jenem, ursprünglich aus derBrüßler-Galerie); dann, von Prinz Robert ge-schabt, einen von Kopf bis auf den Fuß bepan-zerten Soldaten; von P. Monaco Tobias mitdem Engel, und endlich von Carl Pechwill (1768.)ein Gattungsblatt: le rnnltors, ou la Nsreen colere, der K. Maria Theresia (an ihremNamensfest?) zugeeignet; so daß man denkensollte, daß auch dieses Bild sich zu Wien be-fände.
* vecchiettl oder vecchierra (Lorenz).Unter den von ihm geübten Künsten war er inder Malerei am wenigsten erfahren, und seinStyl hart, wie aus den noch zu Siena übriggebliebenen Bildern erhellet. Eines dergleichen,mit 1457. datirt, wurde in neuern Tagen fürdie Großherzogliche Galerie angekauft. In Pienza (wahrscheinlich seinem eigenen Geburtsorte) fin-det sich nichts mehr von ihm. Lanzi (Lll. terr:.)1 . Z27. Dort wird er Loren;» di Pierre(wohl Peters Sohn) mit dem Beynamen ilvecchietro rubrizirt. Von vasari wird ihm einmelancholisches Temperament zugeschrieben.
vecchio (Bosco). In des F. Rudolphi:6otlm Oiplomatloa l. c. II. 202. werden folgendeals berühmte Maler genannt, die mit an denBildnissen der Sächsischen Fürsten, die zu Gokhain der Kunstkammer befindlich sind, gearbeitethätten: Lucas Branacken (Kranach), AlbertDürr (Dürer), Antoni von Duck (van Dyk),Lorca/^ecc/no, Mons. Rüben (Monsieur Ru-bens), Peter Brögel (Breugel), Johann Huek(van Hock), und Zachar. Hökel.
* — — (il) di Sr. Bernardo. S.im Lex. und oben in diesen Zusätzen, nicht bloßvincen; Civerchio, sondern auch ^ran; Min-zocchio, welche beyde jenen Beynamen trugen.
vecci oder vecellio (Cäsar), gewöhnlichTizians jüngerer Bruder genannt. Lanzi (Lll.tsr?.) lll. 114 —iö. laßt ihn hingegen richtigeraus einem andern Zweige der Familie vecelli,von einem Hekror entspringen ***), und machtihn zum Bruder des nachfolgenden Fabrizius.Der unsrige war nicht (nach Rost III. 210—11.)geb. zu Venedig, sondern zu Pieve di Cadore ,um i 5 Zo. und dort gest. nach iboo. Zu Linliati,Vigo , Candide und Padola sollen sich noch ge-malte Bilder von ihm befinden. Indessen ist erdoch mehr als Kupfecetzer und Formschneider
") Welckes (hört, hört!) der einsichtige üanzi jungen Künstlern niemals empfehlen möchte, wenn sie sich nichtvorerst an ein Helles, fröhliches Colorir gewöhnt hätten.
'"') «kochn, lll. <5. 51. 60. -öl. nennt von ihm zu Venedig in der Nonnenkrrcbe St. Anna die Orgelstügel«ziemlich schwach, zwey abschneidende flache Masten, doch etwas Gutes im Farbentou (?)"; bester ein OpferNoä in St. Antonio , «ziemlich wahr gezeichnet; guter und fester Farbeuton, ziemlich sinnreiche Composition,nur allzu zerstreute Lichter"; im neuen Refektorium von St. Johann und Paul die Enwauvtuna dieser bey-de» Heiligen, «voll Feuer und von großem Charakter, schön gefärbt, aber sehr nachgedunkelt"; endlich inNcdemtvre eine Madonna mit dem Kinde und St. Feiir, «in breiter Manier, aber übrigens scbwach"!Seltsame Kunstrichter-Sprünge!
»»») Der mit Tizian '« Vater, Gregorio, an dem Advokaten Antonio einen gemeinschaftlichen Großvater,alto mit Tizian selber einen gemeinschaftlichen Ahnherrn hatte.