Vecellio.
bekannt °"), und glaubt man, daß er alle dieBlatter in Holz geschnitten habe, die man sonstTizian selbst zuzuschreiben gewohnt war. Wiedein immer seyn mag, so kennt man von demllnsrigen eine Folge von Oktavblattern, miteiner geistreichen Nadel, nach Tizians Zeichnunggeetzt , welche zuerst in 1690 . zu Venedig un-ter dem Titel: lle^ii T^blti nmioüi e morlerincii diverse parti 6el monllo, libri 6ne fstti6 a ^ceiiio ***) und bald hundert Jahre
spathcr (ivvs.) in einer zweyten Ausgabe, unterff. erschien: ilaecolta 6Y 1'ixure delineate 6sl^ran 7'rLiano, e 6a Lerare ^ecel/ro, suo ?ra-rellc, , cieil^entsmsnte inta^llate , was danneben Lanzi für den Betrug erklärt, aus welchemder Wahn entsprungen sey, der Cäsars zumBruder von Tizian macht. Dann aber giebt ge-dachter Schriftsteller Casarn noch ein zweytes, heutzu Tags äusserst selten gefundenes Werk, unterder Rubrik: OZni sorta 6 i mostrs 6 l punti tnZ-liati, pnntl in aria etc. >fi).
* vecellio (Caspar) s. Tizians (Caspar di)im Lex. und besonders die Berichtigung in gegen-wärtigen Zusätzen.
— — (Fabricius). Lange wußte man von die-sem Künstler, einem Bruder des obigen Cäsar's,nichts, als daß er zu Cadore geboren sey. Alleinin neuern Tagen gedenkt Renaldis desselben inseinem 8 aA^ic> istorico 6 ells pittura firiulans8 °. V 6 ins 796 . et/p°. 798 .), giebt sein Todesjahrin >58o. -j-fi) an, und nennt von ihm ein schönesBild, der Gerechtigkeit, Wahrheit und Barmher-zigkeit 'j-f-fi), welches er für den Rakhssaal vonPieve gemalt habe, und das ihm mit id. Gold-dukaten (damals ein hoher Preiß) bezahlt wurde.
(L 6 . terrr. 111 . 112 .)
— — (Franz), Tizians Bruder, und lerntezu Venedig , gleich diesem, bey den Bellini. S.die unten in den Anmerk. angeführte Schrift vonTicozzi. Von des^ ersiern Eifersucht über ihn,deren das Lex. erwähnt, spricht auch Lanzi (L 6 .ter 2 .) III. aiZ., und nennt das Bild, welchessolches veranläßet *), nämlich, in St. Vito zuCadore, den dortigen Dorfheiligen im Soldaten-gewand; dann noch verschiedenes Anderes in St.Salvator zu Venedig (die Orgelpforten); eine
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schöne Magdalena, zu des erstandenen HeilandsFüßen, zu Oriago gu der Brcnta, und eine nochschönere Geburt, bey St. Joseph zu Belluno ,welche man lange für des Bruders Arbeit hielt,bis ein Monsign Doglioni, aus authentischenSchriften, den Unsriaen als Urheber entdeckte **).Als Milikair halte Franz in jüngern Jahren fürsein Vaterland Venedig gegen die Ligue von Cam-brai gestritten, und in einer bey seinem Tode ***)gehaltenen Leichenrede -j-) wird von ihn, gerühmt:Daß er mit der Uebung der Waffen das Studiumder Wissenschaften und Künste verbunden, undseine Talente für die Malerey namentlich zuerstden Geist seines Bruders für diese Kunst erweckthaben. Fiorillo II. , 07 . Anm. m). In Deutsch land befinden sich von ihm: In der Gallerte zuWien ein von i5Z8. datirtes anonymes männli-ches Bildniß, und in Dresden vollends ein 6 ^hohes, 8 " br. Ecce Homo.
vecellio (Franz), ein Venetianer und Ordens-geistlicher von der Congregazion Somasca, derum i(>5o. lebte. Er erbaute die Kirche seinesOrdens, S- Croce zu Padua . A-aucko/e-s ?i»turs 6i kaäova p. nZ. Z»5.
* — — (Hieronymus ), eigentlich Hiero-nymus di Tizians (als dessen Gehülfe bey ge-ringern Arbeiten genannt), s. Hier. Dame, wel-ches sein eigentlicher Name war.
* — — (Horaz ), Tizians Sohn. Lanzi(L 6 . terrr.) III. nZ. nennt ihn einen so gutenBildnißmaler, daß er in dieser Gattung biswei-len mit seinem Vater wetteifern durfte. Auchein historisches, doch von Tizian ritoccirtes Bildvon ihm soll sich einst im Palazzo publico zu Ve nedig befunden haben, bey einem Brand aber zu-grundgegaugen seyn -s-fi). -
* vecellio (Johanna) s. im Lex. den Schluß
des Art. ihres vermeinten Vaters Tizian . Aber,auf alle Falle, nicht nach ihr, sondern ihr Bildniß»ach ihremVater, hatW. Hollar (ibSu.) gestochen.Auf demselben heißt sie: ?ic-
tressa , silie prima 6a ?VLiano. Indessen scheintüberhaupt diese vermeinte Kunde von einer Jo-hanna vesella, Tizians Tochter, und Malerin,ganz irrig zu seyn. Wohl hatte er eine (einzige)
Nacb Ticozzi's unten angeführtem Werke ist dies ein Irrthum, da er den llnsrigen weit mehr als Maleraufführt, und namentlich von ihm eine Marter St. Stephans in der Hauptkirche zu Belluno , und ein Abend-mal in der Kirche seines Geburtsorts nicht genug rühmen kann.
vs) - 1 . k. in Holz geschnitten.
222) von Murr (lZibüotk. II. 578.) rubrizirt es: -Zbit! LNticlü s inoäerni äi tuttli il monäo, esistentl in500 (n. II. 415.) ti^nrs üiversamelits vest'lts cii T'r'rrano > e s^ccellr, suo srstsUn, Irsl. et l.at.
Vb,iL2. >2yo. dann 8 vo 598. und 4to 66 ). (a. II. 675.) und giebt somit allen diesen Ausgaben (wohlungenau) völlig denselben Titel.
-f) Aus Ticozzi's unten angeführtem Werke erklärt sich dieser seltsame Titel, da es uns nämlich sagt, daßsolches aus mehr als -o». Näh- und Spitzmustern bestand, weiß schraffirt auf schwarzem Grund. EinCremplar davon sah er bey dem Abbate Tommaso de Lncca.
-f-f) Nach neuerer richtigerer Angabe, in dem unten vorkommenden Werke des Ticozzi, starb er, kaum 50.1.alt, schon um -560.
Mit der sinnigen Unterschrift: ./ürtrira sins ms () injustitin, magis impugnati» lucesco.A/»r>'iooiäia sins ms chluitas, iuveuM sum invicta.
2) Allein die ganze Geschichte findet sich ziemlich siegreich widerlegt in Ticozzi's Vlls äei xlttori Verein (8v°hlilano 8>7- p- 258—60. AlIM. 1.)
22) Mehr anderes von ihm zu Venedig und anderiverts s. bey Ticozzi 1. c. angeführt.
2»2) Er lebte noch 1531. st. aber vor Tizian . Nach neuern von Ticozzi (I. c.) berichtigten Daten aber 1559.oder 60.
-s) Diese hielt einer seiner Verwandten Vincenz Vecellio in lateinischer Sprache. Dieselbe findet sich beyTicozzi (l. c.) im Anhange.
tl) Nach Ticozzi's (1. c. p. -66. er ?eq.) begleitete er seinen Vater nach Rom -515. dann an den Hof CackV., erhielt dort Spanisckes Landrecht und ein Jahrgehalt, und st. in dem vom Ler. benannten Jahr gleichseinem Vater an der Pest, 6,. I. alt. Also nickt, wie es dort heißt, in buchenden Jahren Auch dasdaselbst von seiner Lüderlickkeit Erzählte, ist züm Theil irrig, und geht weit mehr seinen Bruder, denunten angeführten Pomponius an. Seines Vaters Gut konnte er nicht mit der Alchymie aufzehren , daer denselben nickt überlebte. Das im Tert erwähnte Bild hatte ein unter den Mauern von Rom zwischenden dortige» Einwohnern und der Armee Kaiser Friedrichs vorgefallenes Treffen zum Gegenstand.