Band 
Zweyter Theil [4].
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2028
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202g Vecellio.

Tochter, Torneliä, die mit einem Cornelius Sar<cinello verheirathct, und aber keine Künstlerin war.

vecellio (Lorenz Tizian de). Zeichner zuWien . S- oben Titran.

* (Marc) Tizians nicht Enkel, son-dern Seikenverwandter, hauptsächlich aber dessenSchüler, und sehr von ihm geliebt; daher seinBeyname: di TiZiano *). In einfacher Compo-fition und im Mechanismus der Kunst, war erein guter Nachahmer desselben; aber seine Figurenwußte er nicht wie dieser zu beleben, und für sieInteresse zu erwecken. Immerhin findet sich aller-ley Gutes (zumal Heiligenbilder) von ihm in denRathssälen zu Venedig **); dann Allarblätter,sowohl dort, als zu Trevigo, und im Friaul ,besonders aber ein sehr großes und schönes in ei-ner Kirche zu Pieve di Cadore , welches in dreyAbtheilungen den Gekreuzigten in der Mitte, undzu beyden Seiten die Disputa der H. Catharinasowohl als ihren Martertod vorstellt.

(Pomponius), Tizians Sohn, über-lebte Vater und Bruder, war nicht Maler, undbesaß dafür die lose Kunst, das von demselbenererbte Vermögen zu verprassen.

(Thomas), ein späterer Agnate vonTizian geb. zu Venedig um i 5 /o. Von ihm siehtman in der Pfarrkirche zu Lotto eine Verkündi-gung , und ein Abendmal, das bey von Renal-dis gerühmt wird. Er st. 162». oder (wir glau-ben richtiger) 1629. zu Venedig . Lernn L<l. terr.lll. n 5 Nach Ticozzi S. 29/. und ff. hin-gegen wäre Toinmaso's einzig noch übriggeblie-benes Werk ein jetzt im Stadthause zu Cadoreaufgestelltes Bild in lebensgroßen Halbfiguren,dessen eigentlicher Gegenstand dort nicht erwähnt,sondern nur die Hauptfigur des Heilandes daringerühmt wird, und das vielleicht mit dem vonRenaldis gepriesenen Abeudmal Eines und das-selbe ist.

* (Tizian ). Dieses große Kunstlicht,geb. zu Pieve, dem Hauptorte der sieben Gemein-den von Cadore, auf den Gränzen von Friaul ,erhielt, nach dem Willen seines Vaters (nichtKünstlers) eine gelehrte Erziehung, und nament-lich von dem berühmten I. B- Egnatius Unter-richt in der lateinischen und griechischen Sprache.Allein sehr bald offenbarte sich seine vorwaltendeAnlage für die Malerey ***), so daß sein Vaterihn schon im zehnten Jahre nach Venedig in dieSchule der Gebrüder Genkilis und Johann Bel-lj»i sandte. Von diesen erlernte er die Anfangs-

Vecellio.

gründe der Kunst, blieb aber nicht lange bey ihnen,sondern fing an, für sich allein verschiedene Al-tarblätter zu fertigen, worin er, nach der dama-ligen Weise, die Bildnisse lebender Personen an-zubringen wußte. Daß er großen Vortheil ausdem Studium der Werke von Giorgione gezogenhabe, ist wohl gewiß; aber vasari'« Irrthumdaß er Barbarella's wirklicher Schüler war, hatschon Ridolsi gerüget. Des Unsrigen strebenderGeist hob' sich mit schnellem Uebergangt vomNachahmer zum selbstständigen Meister; und alssolcher schuf er sich jenen Styl, welcher den Zweckder Malerey so gut als erschöpfte, wenn es näm-lich wahr ist, daß dieser in der wahren und wohl-gefälligen Darstellung aller sichtbaren Gegenständein Formen und Farben besteht. Eine der erstenArbeiten, die ihm ausgebreiteten Ruhm verschaff-te, waren einige Frescoarbeiten am Waarenlagerzu Venedig , wo Giorgione früher die Fa^adegegen den Kanal gefertigt hatte ^). Die Mei-sten glaubten daher, die neue Geile sey ebenfallsdas Werk dieses letzter», der sich nun selbst über-troffen hätte. Ein solches Lob kränkte Barbarellanicht wenig, da es eigentlich Tizian galt, undwurde ein Grund von jenes Abneigung gegendiesen, die sich nur mit des erster» (frühem) Todendigte. Noch früher indessen soll Tizian ein an-deres lobwürdiges Bild: Tobias mit dem EngelRaphael gemalt haben, wie vasari, ausdes Künstlers eigenem Mund zu erzählen scheint.Jtzt begab sich derselbe nach Padua , und arbei-tete in Gemeinschaft mit Andern in der Kirchedes dasigen Schutzheiligen, was ihm einen immerentschiedener» Ruf erwarb. Nach seiner Rückkehrnach Venedig vollendete er viele Werke, die Gior-gione unausgeführt gelassen hatte; darunter be-sonders ei» historisches Bild, das den Kaiser Frie-derich l. zu den Füßen Alexander III. darstellte.Kurz hernach ging Tizian nach Ferrara , wo erfür den Herzog Alfons I. Mannigfaltiges, beson-ders aber sehr schöne Bacchanalien malte; undum dieselbe Zeit jenes vortreffliche Bild: Christusdem der Zinsgrosche gezeigt wird, welches unterdem Namen der Moneta bekannt ist, und gegen-wärtig eine der Hauptzierden der Dresdner-Gal-lerie ausmacht ss-f-j-). Während seines Aufent-halts zu Ferrara stiftete der Unsrige eine genaueFreundschaft mit Ariosto , den er mehrmals abbil-dete *), wogegen der Dichter den Künstler in sei-nen Versen verherrlichte. Für den Marchese vonMantua malte er die Bildnisse der eilf erstenKaiser **), welche aber in 16Z0. bey der Plün-derung von Mantua zu Grund giengcn ***);

") Daß er Tizian nach Deutschland begleitet habe, ist ein Irrthum. AIs dieser das letztem«! dahin ging,war Marc nicht über 5. I. alt. Er st. nämlich > 6 n. «n. 66 .

-:!N) Locht» III. 10. II. nennt in der Sala Vecchia de' Pregadi: Die Wabl eines Patriarchen, und einen Pla-fond, der die Münze vorstellt, und heißt letztere kurzziemlich schlecht.".

Wohl aus Vedeutenderm, als was d'Argensville I. 20?.. bemerkt: Daß der Knabe, als er kaumlesenkonnte, mit Kräutersast eine Madonna auf die Mauer malte. Wie diele Lappalien alle zusammenhängen,ist uns unverständlich.

's) Einen Gegenstand aus der Geschichte der Judith.

-s-f) Jetzt in der Dresdner-Galerie.

-fff) Kopien dieses berühmten Bildes finden sich in Italien mehrere; in St. Severino zu Rimini eine. welcheman gewöhnlich für eine Wiederholung des Meisters selber hält, und dann die vvrtrefiiche des Flamin!»Tvrre, eben auch in der Dresdner-Galerie.

Ein solches sehr schönes Bildniß befand sich zu Ridolfi's Zeiten zu Venedig im Besitze des Malers N.Rcnieri. Gestochen hat eines derselben R. Persinius.

n'-) Den zwölften (Domitian ) that Camps hinzu.

Andere sagen bey den innerlichen Unruhen in England 1648. Kopieen davon giebt es viele; einen der Ori-ginalköpfe will indessen Gcaramuccia noch 167;. gesehen haben. S. dessen b'ine?2k> <W' peneM imU->nix. I IY. Alle zwölfe hat E. Sadeler meisterhaft gestochen, und die zwölf Kaiserinnen hinzugefügt. Füßll III.65 bemerkt: Diele Köpfe seyen meistens mit Zurarhziehung der zu Tizian '« Zeiten bekannten Antikenbüsten,folglich znm Tbeil kennbar vorgestellt, und geistreich charakterifirt. Carl I- zalte für jeden dieser Köpfeic>». Pf. Sterling, und ließ (wi's es bey Fiorills V. Z29. heißt) den zwölften fehlenden Kopf (des Vitellius)von Vandpck hinzusetzen, und den von Galba durch Ebendenselben restauriren (für bevdes wurde» ihm 25.Pf. Sterl. bezahlt). Nach walpolc's Angabe dann (S. »--.) wurden sie bey der Versteigerung der Äunst-verlassenschaft des Englichen Monarchen, von dem damaligen Spanischen Gesandten für «einen König umr-oo. Pf. Sterl. gekauft, kamen aber höchst wahrscheinlich nicht »ach Spanien . Nach Descamps II.