Band 
Zweyter Theil [4].
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Vernet.

vernee (Fany), Gattin von Carl vernet.In 1804. sah man von ihr in Kreidemanier: Mams-louclc, rsmaCsant sa Isnee avecson sabre; einBlatt, welches für Genauheit und Geist, womitsie dieß bekannte Bild ihres Mannes zu überliefernwußte, sehr gerühmt wurde. (Pr. 6 Fr.) IVo«v.ster IV. 3i2.

-(Horaz ) Sohn von Larlvernet, Schüler

seines Vaters und Vincents, erhielt 1809. (damals19 Jahre alt) einen Aufmunterungspceis der Ecolespeciale zu Paris . /em'/k. Auf dem Salon1816. sah man von ihm das artige Bild des In-nern eines Polnischen Stalles. Sehr glänzendaber erschien dieser junge Künstler vollends aufdem Salon von 1817. mit seiner, in 1212. gelie-ferten Schlacht zu Toloza, und erhaltenem Siegeder Spanier über die Mauren; ein Bild, welchesdas Ministerium des Königl. Hauses (?) bey ihmbestellt hatte; neben dem mit mehr Anderm in derGattung seines Vaters, wie z. B. dem Tod desPrinzen Poniatowsky, endlich auch mit ein Paarmännlichen Bildnissen.

(Jgnaz) In Mensel'- Mi-c.V. 55 . liest man, nach Anleitung des Journal deParis 1781. n 5 . die Anzeige eines Blattes:

Lrupciou <iu Vesuvs ü'apres Zürnet, pur Ver-rotter (Weirotter), mit der (irrigen) Bemerkung:Nicht nach dem berühmten Joseph vernet ,sondern nach einem jüngern Bruder und Schülerdesselben, Ignatz vernet, der zu Neapel gestor-ben ist und von dem wenigstens keinerley den erstembetreffende Nachrichten die mindeste Kunde geben.Auch die France litreraire eignet das Urbild jenesBlattes einem solchen Jgnaz zu, der (heißt esirgendwo) zu Neapel gestorben seyn, und nachwelchem auch Morghen (i75r.) einen Ausbruchdes Vesuvs gestochen haben soll.

* vernet (Joseph) geb. 1712. (a. li. 1714.)und gest. 1789 Die Anfangsgründe der Kunstlernte er, nach Einigen, schon von seinem, unsübrigens unbekannten Vater, dann aber bey demGeschichtsmaler A. Manglard.Bereits in seinemfünften Jahre" (?) (heißt es bey FioriUo III. 386.u. f.) »gab er die größten Hoffnungen von sich,und reiste in seinem achtzehnten Jahr nach Rom ,wo er unglücklicher Weise in die größte Dürftigkeitgerieth, und ums Brod für den geringsten Preisarbeiten mußte. Neben Anderm zierte er die Staats-kutschen und Sanften mit seinem Pinsel, aber someisterhaft, daß man sie in der Folge abnahm, inRahmen faßte und in Galerien aufbewahrte. Daer sich anfänglich auf die Geschichtsmalerey gelegthatte, so kam ihm die Kenntniß derselben bey sei-nen Landschaften und Seestücken sehr zu statten;nur verfiel er zuweilen in den Fehler, daß er seineFiguren in Verhältniß des Orts, worin sie sichbefinden, etwas zu groß darstellte. Nachdem erdie reizenden Gegenden Roms und die unmuthigenKüsten von Neapel besucht und kopirt hatte, unter-nahm er einige kleine Seereisen, um mit dem An-blick des Oceans bekannt zu werden, und ihn inallen seinen Gestalten schildern zu lernen. Bey einerdieser Seereisen wurde sein Schiff plötzlich voneinem Winde überfallen, der sich nach und nachin einen Sturm verwandelte. Dem »»erachtetdachte er an keine Gefahr, sondern kopirte die ver-gänglichen Phänomene der Wellen, und bat sogareinen Matrosen, ihn mit einem Seil an den Gipfeldes Mastbaums zu binden, um eine größere Aus-sicht zu genießen. Kaum war dieß geschehen, alsder Orkan mit der größten Wuth losbrach, die

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Wellen über das Schiff rollten , und die Matrosenihrem Untergang entgegen sahen, vernet bliebjedoch dem Eindruck ganz überlassen, den dieserAnblick auf ihn machte, und stand verloren in diefurchtbaren Schönheiten der Natur. Das Tobender Wellen, die Wetterstrahlen, die das dunkleGewölle zerrissen, und das Heulen des Sturmsergriffen seine Seele so tief, daß sein Gefühl inAndacht übergieng und er voll Bewunderung aus-rief: Großer Gott, welche Herrlichkeit erblick' ichhier! Von diesem Augenblick an entschloß er sichauch , die furchtbare Natur des Meers, und dessenmannigfaltiges Spiel ernstlich zu studieren. Wäh-rend seines zwanzigjährigen Aufenthalts in Italien bereicherte er die großen Galerien zu Genua undNeapel, vorzüglich aber zu Rom mit seinen Wer-ken. Die köstlichsten dortigen Bilder von ihm befin-den sich im Pallast Rondanini, welche sich etwasdem Charackter des Salvator Rosa nähern; dannin der Borghesischen Galerie und im Pallast Co-lonna. Hier sieht man von ihm in einem Saalvier große Stücke, die er für fünfzig Ducaten ver-fertigt hatte, ob er gleich selbst ein paar Jahrehernach 3»»o Thaler, aber vergebens, dafür an-bot*). Nach seiner Rückkehr wurde er im Jahr1752. unter die Akademiker aufgenommen, und er-hob sich durch ein Gemälde, das sich gegenwärtigim Königlichen Museum befindet, zu einem Lieb-ling der Kenner. Es stellt einen Seehafen dar,gehört aber nicht zu seinen Meisterstücken, weil erdamahls noch an die falschen Maximen der Fran-zösischen Schule hieng. Allein diese Arbeit ver-schaffte ihm im folgenden Jahr den Auftrag, diegroße Sammlung der Französischen Seehäfen zuverfertigen, worin er das ganze Vermögen seinesGeistes offenbarte. Dergleichen giebt es i 5 vonihm; 9 andere that späterhin Hue hinzu. IhreGesammtzahl belauft sich auf vier und zwanzig,welche seiner Zeit im Pallast des Senats zu Paris aufbewahrt worden, und eine in ihrer Art einzigeGalerie ausmachen.**) Wiewohl vernet ausdieser Arbeit keinen großen Geldgewinn zog, in-dem ihm jedes Stück nur mit 2000 Thaler bezahltwurde, und er die Reisekosten selbst tragen mußte,so verbreitete sich dennoch sein Ruhm so sehr,daß man ihn zum Rath der Akademie ernannte.Er reiste hierauf durch die Schweiz , wo ihm dieNatur so neu, aber auch so fremdartig vorkam,daß er es nie wagte, sie nachzuahmen. Die Na-tur, pflegte er zu sagen, erscheint in dieser Erdge-gend so schauerlich erhaben, so mannigfaltig in ihrenErzeugnissen, und so gränzenlos, daß zu ihrerVorstellung keine Kunst hinreicht. Er führte daherauch von den Zeichnungen, die er in der Schweiz entwarf, nur eine einzige ins Große mit Farbenaus, welche unter dem Namen la bürgere äes^lpss bekannt ist, und heut zu Tage im Franzö-sischen Museum gewiesen wird. Als er von derSchweiz zurückkam, blieb er eine Zeitlang in Avig-non, wo man ihn mit Ehrenbezeugungen über-häufte, was ihn um so mehr freuen mußte, da erin früher Jugend sein Brod daselbst durch Lapeten-mahlereyen, vorzüglich durch Zjerarchen, welcheman auf vergoldetes Leder trug , verdienen mußte.Er arbeitete bis an das Ende seiner Tage mit un-verwelktcr Geisteskraft und starb in seinem fünfund siebenzigsten Jahre, im Jahr , 789. vernersArbeiten sind durch Italien, Spanien , Englanduud Rußland zerstreut; allein die schönsten befindensich in Frankreich. Das Französische Museumkann allein 39 Stücke^von ihm ausweisen, dieschon erwähnten Seehäfen nicht gezahlt. SeineKuiistcharackteristik betreffend, heißt es dann (I. 0.

» Zwey andere Bilder, welche er zu Rom für ->o Scudi verkauft hatte, wurden späterhin, nach des BesitzersTod, für 1000 Scudi erstanden.

^) Nachdem Vernet den Hafen von Marseille gemahlt hatte, drängte sich eine große Menge von Zuschauernherbey. Unter andern arbeitete sich auch ein Matrose durch das Gewühl, rief aber, nachdem er das Bild ge-sehen hatte, sehr naiv aus: »Setllir dien is peiuo lte me laut ,,i el7e., je ll'avsi, he' s resrer «ur lepolt, c'erc rours lu ineoae cliore!" Diese Anekdote erscheint, durch versehen, unten im Tert noch einmal!

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