Verroechio.
* verrscchio (Thomas del), welcher imLex. unter dem Art. des obigen Andreas v er,scheint. Einer unsrer Freunde bemerkt: „Mansoll von oder nach einem verrochio einen Ku,pferstich haben mit einer Decoration für die Ver,mählungsfeyer der Prinzessin Christine von Loth,ringen zu Florenz 1689. Obwohl Marolles sol,ches auf den Andreas (v.) bezieht, so starb dochdieser schon um ein Jahrhundert früher; woheres eher unsern Thomas betreffen mag.
verrosten (E- T), ein geschickter Hollen,bischer Steinschneider, befand sich unter den Kunst,lern, welche Areed Fokke (einem gelehrten Kunst,kenner) zu seiner von 1795—1806. herausgegebe,nen: VollsstiAe Lesclir^winA vsn alls Xonstsn,^mbackten, Hanllvvsrksn U. s. f. behalfen wa,ren. Geffenel. r^achr.
verraten (Jakob Wilhelm), geboren 1699.zu Harlem , erlernte zu Hamburg 16Z6. die Kriegs,baukunst, gab auch eine Kriegsmathematik rc.heraus, s. Jöcher.
verschaffelt (Maximilian von), des nach,folgenden perers Sohn zweyter Ehe, war eben,falls in der Bildhauerkunst sehr geschickt; daherihn der Churfürst Carl Theodor nach München berief, und ihn zum Oberbaudirektor ernannte.Don ihm kennt man ein mit aller Sachkenntnißund Geschicklichfeit verfertigtes Modell zu einemTheater für gedachte Residenz. Allein in 1800.verließ unser Künstler die Baierschen Dienste, undbegab sich in dieienigen des Kaisers von Oester,reich. Liporvsky. Neueres haben wir nichtsvon ihm vernommen, und wird z. B- in BerruchsReisebemerkungen über Wien seiner nicht die ge,ringste Erwähnung gethan. Allerdings ist dieserMaximilian der nämliche Sohn perers, den ei,ner unsrer Freunde in 1781. zu Rom sah, wo erdamals als Zeichner und Architekt siudirle, undTalente von nicht gemeiner Art verrieth.
* — — (Peter von), welcher im Lex. theilsunter diesem Namen, theils unter vanschefeld,gedoppelt erscheint, geboren zu Gent 1710. vonbürgerlichen Eltern. Arm an Vermögen, aberreich an Talenten, fühlte er einen unwiderstehli,chen Hang zu Kunst. Sein Fleiß überstieg jedesHinderniß. Bey seinem Großvater, einem sehrmittelmäßigen Zierrathen, Schnitzler, wurde erbis-in das neunte Jahr seiner Kindheit erzogen.Nach dem Tode seines Großvaters kam er zuseinen Aeltern zurück, und sollte ein Handwerklernen; allein des Knaben Neigung entschied fürdie Bildhauerkunst, und so wurde er der Leitungdes zwar geschickten aber kränkelnden BildhauersMinilius übergeben. Nach verflossenen Lehrjah,ren verließ er seine Vaterstadt und arbeitete sechsMonate lang zu Amiens in der Piccardie, um diefranzösische Sprache zu erlernen und sich nachParis zu begeben. Dahin gieng er auch wirklich,und kam zu dem berühmten Verbreck (?) in Arbeit,bey dem er fünf Jahre blieb und den ersten Preisan der Akademie zu Paris , die er nebenbei) be,suchte, erhielt. Zu eben dieser Zeit hatte der Kö ,nig den berühmten Bildhauer Bouchardon vonRom berufen, welcher unter andern vielen Arbei-ten die Verfertigung der zwölf Apostel für dieKirche des H. Sulpitz unternommen hatte, undverschaffelt fand Gelegenheit, in dessen Werk-stätte, gegen Bezahlung von täglich 25 Sols,aufgenommen zu werden. Hier verfertigte er zurvollen Zufriedenheit dieses Künstlers einen Apo,stel, und erhielt einen größer» Tagelohn (?). Nacheinem zehnjährigen Aufenthalte in Paris reisteVerschaffelt nach Rom , wozu ihn hundert ersparteLouisd'or in Stand setzten, um dort nach Antikenund andern Werken großer Künstler seine Fähig,
Verschaffelt. Zooz
feiten zur Vollkommenheit zu bringen. Er mo,Leite hier anfangs den Kopf eines zehnjährigenMädchens nach der Natur, und erwarb sich hie-mit großen Beyfall. Benedikt XIV . gab ihmArbeit. Auf dessen Befehl verfertigte er: 2) Aufdie Fa<;ade della Santa Croce in Jerusalem das14 Palmen hohe Bild des H. Johann des Evan,gellsten, nebst vier großen Basreliefs, Engel vor,stellend, welche die Marterwerkzeuge des LeidensChristi tragen; b) Pabst Benedikt XI V. in Lebens,größe von weißem Marmor, für den Benedikti ner , Orden auf dem Monte Caffino bey Neapel ;c) den H. Paul von sZ Palmen auf die Peters,kirche zu Bologna ; <i) das Modell für den inBronze gegossenen Engel auf der Engelsburg inRom ; e) zwey Kinder, eine Guirlande haltend,auf dem Fronton zu St. Maria Magdalena (viel,leicht Maggiore); I) das Brustbild des H. Nor,berts an dem Portale der Norbertskirche zu Rom ;6 ) das große Brustbild dieses Pabstes für daSKapitol zu Rom ; K)^ einen 5 Palmen großen Ge,nius, welcher die päbstlichen Attribute hält, füxdie Äomkirche zu Ancona . Diese Arbeiten fandenallen Beyfall, und die Röyier nannten ihn pie-tro il bmriunAo. verschaffelt faßte nun denEntschluß, in Rom immer zu bleiben, daher ersich dort mit einer gewissen Chinchinieri verheira,thete. Ihr früher Tod beachte ihn aber auf an,dere Gesinnungen, und er verließ Rom , um demRufe des Prinzen von Wales nach London zu fol,gen. Aber dort verweilte er nur neun Monate,indem der Tod dieses Fürsten seine Aussichtentrübte. Er verfertigte wahrend dieser Zeit in Lon don einen Triton, einen Bacchus und verschie,dene Köpfe nach Alterthümern. Aber nun beriefihn Karl Theodor , Churfürst von der Pfalz , nachMannheim , um eines Theils die Plane diesesFürsten für die Beförderung der Künste zu voll,ziehen, andern Theils die für die dortige Jesui,tenkirche und den Schloßgarten zu Schwejingenbestimmten Meisterstücke der Bildhauerkunst znverfertigen. Er kam den n. Septbr. 1762. znMannheim an, und wurde mit einem ansehnlichenGehalle als Zeichnungs, Akademie, Direktor underster Bildhauer angestellt. Seine dort verfertig,ten merkwürdigsten Arbeiten und ewigen Denk,mäler seiner Kunst bestehen in folgenden. In Mann,heim: ») Die 5 Säulen an der Fa^ade der Je,suitenkirche; b) Auf dem hohen Altare in derselbendie schöne Gruppe des H. Jgnaz, wie er demnach Indien reisenden Apostel Taver den Segenertheilt rc.; c) Die beyden Engel am Kreuzalkare;6) Die marmornen Basreliefs an den Seiienal,tären und die Weihwasserschalen; e) Die beydenBildsäulen von Marmor, den Churfürsten unddie Churfürstin vorstellend, in dem Rittersaale deSSchlosses; 5 ) Die beyden Büsten der Landesherr,schaft in der Churfürst!. Bibliothek, und dasschöne große Basrelief in dem Fronton dieses Ge,bäudes; §) Das schöne Grabmal seiner Tochter,der Gräfin v. St. Martin, in der Nonnenkirche;K) Johann der Täufer, sehr niedlich (?) gemacht, ineiner Nische des Hauses, Carlsberg genannt, ander Seite der Kapuzinerstraße. Im Schwetzin,ger Schloßgarten: i) Im Apollotempel die Bild-säule des Apollo *) ; die beyden Najaden vonvortrefflicher Proportion und gutem Geschmacke;K) Die Donau und der Rhein , zwey kolossalischeBildsäulen an dem großen Kanal ; l) Die vierpersonificirten Elemente; m) Zwey große Hirsche,von Hunden gejagt, an dem großen Wasserbe,Halter; 0) Vier Sphinxe bey dem Apollotempel;0) Im Badehause die vier Jahrszeiten von ge-brannter Erde; p. Verschiedene marmorne Brust-bilder, Vasen und Urnen. Nach seinem Tode,der den Z. April 1790. erfolgte, fand man in sei,ner Wcrkstätte unter andern: Einen Cupido von
'-) Man tadelte an dem Apollo, daß Verschaffelt dem Gotte die Lira in die rechte Hand gab, und ihn mitder linken spielen ließ; allein mit der ihm gewöhnlichen Laune antwortete er: ^oiioo seroic uu- xiioxsb-
I« llivinire, s'il a» jsvoir jouer ü« üsuL w»tus.
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