Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
3027
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Auszug einer am 6. Okt. desselben Jahrs im Na-tional-Institut zu Paris abgelesenen Abhandlungvon F,. Vl'en: Des läösg ^enernles sur 1apeinture et les ^rts ä'Imitstlon begleitet, wovon,sowie von demjenigen, was jene Nokitz, noch überdas bishin Erzählte, Bemerkenswerkhes enthalt,bald unten folgen wird. Gestorben war diesermerkwürdige Mann 1809. und zwar (wie es beiLandon XVII. i2i Xot. ausdrücklich heißt) 99Jahr alt, wonach somit das Schwankende derAnfangs angegebenen Daten seines Geburtsjahres,auf 1810. zn berichtigen ist*). Ein Nekrolog vonihm befand sich im sssjonkteur desselben Jahrs94. und im Dublizifie Ende Merz oder An-fang Apriüs. Ein dritter wurde bei Lands»(I. c.) für seine Annalen des Salons von 1810.und (nicht geleistet) dort wieder für diejenigendes Salons von 1812. verheißen, was aber hierneuerdings unterblieb. Zu seinem Art. im Lex.fetze man noch, da wo von seinen geazten Blat-tern die Rede ist, welche ein türkische Maskeradeder Französischen Künstler zu Rom von 1748.darstellen (einer Handschrift meines sei. Vaterszufolge): »Dieses Schauspiel wird seit der Zeitalljährlich im Earnaval zu Neapel aufgeführt**)".

Aus jenen Notitzcn im Dausamas Francois,verbunden mit denjenigen, welche wir bereitsoben aus Fiorillo geschöpft haben, ergiebt sichnunmehr ff. chronologische Reihen-Ordnung sei-ner Werke:

1. Die Pest der Jsraeliten unter David 1742.Preisgemald. Florillo 446 .

2. -6. Fünf z/ hohe Scizzen: Josua , der dieSonne aufhält. Die Erbauung der Arche. Moses schlagt den Fels. David tanzt vor der Bundes-lade. Oza fällt todt nieder. 1742. Preisbilder.PausanlKs I. c. 45 not.

7. Um dieselbe Zeit so Vieles, zur Verzierungdes Hauses eines Moufle (trösoriör cksI'extrsorstingire äs guerres ), daß er einen Theildes Aufgetragenen einigen Freunden zu fertigenüberlassen mußte. Ihm selber diente das dabeyVerdiente trefflich zu seiner bevorstehende» Reise»ach Italien , welche, wie wir denken, um 1744.erfolgen mochte.

8 —12. Zu Rom , von seiner dortigen Ankunftan bis 1748. Mannigfaltiges Bestelltes; wie z. B.

Ein H. Franz von Gates, wie er die Frau vonChantal unter den Schutz St. Vincent's de Paulastellt, fein erstes großes Gemälde, welches erfür den Procureur von St. Lazare um Zoo Livr. zufertige» übernahm; und für die Kapuziner zu Ta-rascon acht große Bilder, (Geschichte der tz.Martha) das Stück für 100 Livr.

Einen Johannes, großes Alkargemald für Mont-pellier .

Hebe, die dem Jupiter ^ Cabinetsstücke fürNektar darbietet. ^ uns unbekannte

Loth und seine Töchter, i Partikularen l. c.

Sufanna und die Alten. ^ 4 /- not.

iZ. Nach dem Dausamas Francais I. 0. 48 —4 g. war die türkische Maskerade (Caravanne nachMekka ) 1748. die wirkliche Erfindung des Unsri-gen; und die künstlerische Frucht derselben, dievon ihm gefertigten 3 o geetzken Blatter.

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14 Die HH. Martha, Maria Magdalena ,ihr Bruder Lazarus und St. Maximin, von denRömern aus Jerusalem vertrieben, scheinen unge-fehr in dieselbe Zeit zu fallen. Fiorrllo 447 .Wo sich dasselbe befindet, ist uns unbekannt.

1 5 . Der schlafende Eremit 1750. Fiorillo 447.Anmerk. pausanias 5 o. An letzterm Ort wirdbemerkt: „Der Eremit war ein Venezianer, der,nachdem er einen Nebenbuhler umgebracht hatte,weniger aus Gewissensbissen, als, um sich derJustitz zu entziehen, zum Alles deckenden Eremi-ten-Rockiseine Zuflucht nahm ". Hierauf wird hinzu-gefügt: „Dieses Bild erhalt sich durch seine Wahr-heit, Naiveeat und Färbung neben den Meister-stücken des Rubens, Titian , Champagne undDavid." Eine nähere Beschreibung und Nachbil-dung desselben im Umrisse findet sich bey Lands»XI. 18. Dort wenigstens sieht unser Einsiedlereinem abscheulichen alten Wohllüstling gleich, undund der Contrast der Geige, die er im Einschlum-mern aus der Hand fallen läßt, mit dem nebenihm liegenden Todtenkopf könnte nicht widerlicherseyn Dieses Bild stand ci8o6.) in der Gallertein Luxemburg .

16. Wieder eine St. Martha, auf welches hiner als Agreeirter in die Akademie gelangte (17hl.)Dausamas I. 0.

17. Dadalus und Jcarus (17hl). Sein Auf-nahmsbild, als wirkliches Mitglied der Akademie.FioriUo 448 — 49 > Pausanias 5 1—62. Hierheißt es: „Dieses Bild ähnelte im Colvrit nochder Schule seiner Zeit; aber die Composition warverständig, der Styl größer und reiner als deraller seiner damaligen Kunstgenossen. Man be-merkte darin nicht jene Toccirung durch Carl Van«loosche Pinselhiebe, die man noch einen schonenPinsel nannte, obgleich dieNatur keine dergleichenmacht, ebensowenig in der Zeichnung jene abge-stoßenen Umrisse, jene anatomischen Verflösse,und jenes Flackernde (Vlambovant), welchesdamals das große Künsilerverdienst ausmachte".

18. —20. Um dieselbe Zeit drey Bilder, welchedie Metze Pompadour für die — Pfarrkirche zuErecp fertigen ließ:

Heimsuchung. I

St. Johann Baptist. > pausanias 5 i.

St. Elvi. ^

21.—sZ. Drey andere für das Hotel Lambert,das damals dem Fermier General de la Haye zu-gehörte. Der Graf von Caylus hatte ihm dieBestellung verschaft. Der Inhalt wird nicht be-merkt und eben so wenig, wo sich solche dermalbefinden. 1. c.

24. Ein St. Germanus, für die Kirche diesesNamens. (In 1806. stand solches im Museumzu Versailles ). I. c.

26. St. Thomas, der den Indianern predigt,und St. Francisc Lavier, zwey Devotionsbildrrfür den König. Wo sich solche gegenwärtig be-finden, wird nicht bemerkt, l. 0.

Alle diese Bilder 18.—26. erhielten den Beyfallder Akademie und des Hofes — oder auch desHofes und der Akademie l

") Im T ü b i n g e r - Morgenbkatt -zog. i. 555. heißt es freilich 93 Jahr alt, und I. <-. S. 4" wird seinGeburtsjahr eben so ausdrücklich in 1716. gesekt. Dort befindet sich auch eine historische Notitz über ihn,worinn es, neben Anderm heißt: „Schon iu seinem vierten Jahre schnitt er Bildnisse aus, nnd im Zehntencopirte er mit der Feder die Zeichnungen großer Meister". Dann: „Ein Maler aus la Foße's Schule gabihm, gegen den Willen seiner Eltern, Unterricht im Malen". Hierauf (etwas albern): „In ,744. erhielter den großen Preis; und zwar hatte die Akademie zum erstenmal eine ganze Figur (?) als Gegen-stand aufgegeben". Von seinen Studien zu Rom : „Die Bologneser-Meister waren Anfangs sein Studium;dann Rophael, da Vinci und Michael Angelo ; und wenn er gleich nicht in ihr Heilig.hum eingedrungeu ist,W >ar er doch das Verdienst gehabt, die Französischen Maler anf den wahren Weg zu führen".

Diese letztere ig, nach dem pausanias Franoais S. 49 dahin zn berichtigen l Jenes Schauspielhabe so großen Eindruck gemacht, daß man nach 27 Jahren noch sich desselben erinnerte, nnd nämlich -77b.der Komg von Neapel solches wieder dort aufführen lleß, und selbst dabey die Hauptrolle spielte.

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