4o44 VoJesky.
Vourt.
votöskj» (Michael), zeichnete zu dem grossenWiener-Schrämbl'schen Atlas, nach Thom. Lopez,«ine Karte von Portugal und Spanien , die K.Ponheimer gestochen hat. Man trifft in diesemAtlas noch mehrere andere Karten von feinerZeichnung an. M§c.
Vovert, Vovertus, auch Worvert(Johann), Goldschmied, Zeichner und Kupferste-cher im XVII. Jahrhundert. Seine Blatter,hauptsächlich zum Gebrauche für Goldschmied«und Künstler in eingelegter Arbeit (einige mit1602. datirt), bestanden in artigen Frisen undZierathen, in Th. de Bry's Geschmacke, unge-mein fein und reinlich mit dem Grabstichel gear,Leitet. Einige sind mir seinem Namen, anderemit einem verschlungenen undW. und obendarauf ein V. bezeichnet, welches Monogrammeher auf die Aussprache Woverr zu zielen scheint.
* von er (Albin und Claudius), des nachfol-genden Simons Bruder, deren im Lex. im Art.dieses letztem gedacht wird, wurden unter seinerLeitung gebildet, Fiorillo III. 1Z0. nennt von demerster» (der, nach Fellbien, 46 0 . Ii. 42) I. a!tverstorben seyn soll), neben der großen Maitafelfür die Goldschmiede in Notre-Dame von 16Z2.im Allgemeinen noch ein zweytes Bild mit -6Z9. da-tirt. Die Gegenstände aller jener Votivbilder fürdie Goldschmiede find in einem eigenen Eatalogverzeichnet, und Tardieu, der Sohn, soll siesämmtlich in kleinem Formate gestochen haben.Nach Gaulr de St. Germain S. 44 - fändesich auch Arbeit von ihm in der Kapelle von St.Germain en kaye, und in dem Kloster der altenFeuillanten in der St. Honorö-Straße zu Paris .Blätter nach ihm, unsunbekanntenJnhaltes,fertig,len I. Couvay, und M. Lasne einen David,der das Haupt Goliaths bey den Haaren hält.Dieses letztere Blatt soll auch ein Unbekannteren Contrepartie, mit der Jnnschrift: voor IUer-curius u. s. f. copirt haben.
* — — (Lorenz), s. im Lex. den Art. seinesfolgenden Sohns.
-(Simon), geb. zuParis i 58 o. u, gest. 1641.
(nicht 1649. wie das Lex. sagt), wohl aber, wie esbort heißt, 5 g J.alt. Früher, als nach Constantinopel,ging er schon mit vielen Kenntnissen ausgerüstet nachEngland wo er Mancherley, vorzüglich Bildnisse mal-te. Das kenntliche Achmet I. malte er erst bey sei-ner Rückkehr nach Paris aus dem Gedächtnisse,da er denselben nur einmal, bey der ersten Au-dienz des Französischen Gesandten, gesehen hatte.Ein Aufenthalt, wo die Gesetze die Ausübungder Kunst erschweren, konnte ihm nicht lange be-hagen ; und so entschloß er sich, in sein Vater-land über Venedig zurückzureisen, wo Tizian ,Tintorett und P. Deronese, auf seinen für dasGroße und Reine sehr empfänglichen Geist dengrößten Eindruck machten, und er vorzüglich seinColorit durch das Studium des letzter,, verbes-serte. „In 1614. salso bereits als ein Vier undSechziger, ging er nach Rom und machte sich hiermit der Antike, den Werken Raphaels und Mi-chel Angelos innig vertraut; er malte jedoch im-mer Bildnisse, die sein Pinsel recht wahr nnd
6) Nicht in das Jahr 16>9. wie Sopran! «„giebt.
brav darzustellen wußte. Ein besonders Schönes,das er um diese Zeit ausführte, ist dasjenigeder Prinzeß!» von Piombino , Donna JsabellaAppiana, welches für den Herzog von Dracciano,Don Paolo Orsini, bestimmt war. D>eser hatteunsern Künstler nach Genua gesandt, um daselbstdie Prinzeßin, welche mit ihm versprochen war,abzubilden. Wahrend seines dortigen Aufenthal-tes, der, wie man aus zwey Briefen sieht, in dasJahr 1621. fällt *), malte er auch mancherleyBildnisse für das Haus Dona, und nach seinerZurückkauft in Rom ein Altarblait, das ihm voneinem Herren Giacomo Reggio zu Genua aufge-tragen war. Es stellt Christus, wie er am Kreuzmit dem Tode ringt, die Marien und den H.Johannes vor, und ist ein vortreffliches Werk,das viele Wirkung thut. In einem andern fürdie Kirche St. Franzeöco a Ripa zu Rom ge-fertigten Gemälde näherte er sich, durch feinedreiste Behandlungsart und Disposition starkerSchatten- und Lichtmassen, etwas der damalsherrschenden Manier des Carravaggio. Seinegroßen Arbeiten, worunter wir besonders die Ca-pelle in der Vatikanischen Basilike nicht überge,hen dürfen, erwarben ihm auch immer mehr undmehr Ansehen, und verschafften ihm zuletzt im I.1624. das Direktorat der Akademie des H. Lucasin Rom **). Da er in Rom nicht allein vondem Pabst Urban VIII., sondern auch von demganzen Publikum geliebt war, und sich daselbstmit einer geschickten Künstlerin Virginia devezzo **2) aus Rom vermählt haete, so zwei-felte er lange, ob er der Einladung Ludwigs XIII.folgen, und die ihm durch den Französischen Ge-sandten angetragene Hofmalerstelle mit einer Be-soldung von 40a Liv. annehmen sollte 's-). Alleindie Liebe zu seinem Daterlande, und der Wunsch,in die Dienste des Königs zu treten, bewogen ihnendlich , im I. 1627. nach Paris zu gehen, woihn auch der König auf das Liebevollste empfieng,und ihn als seinen Lehrer im Pastrümalen an-nahm 4 " 4 ). Er gab ihm außerdem die verspro-chene Stelle des ersten Hofmalers und eine Woh-nung in der Gallerie des Louvre. In Paris be-reicherte er den Königlichen Pallas! auf Befehldes Kardinals Richelieu mit mehrern Stücken,und zierte vorzüglich eine Gallerie mit den Bild-nissen aller Personen, welche sich in der Franzö sischen Geschichte hervorgethan haben Die
Reihe derselben fangt daher mit dem Abt Suger von St. Denis an, und geht bis auf Catharinavon Medicis herab. Es führte uns zu weit,wenn wir die sämmtlichen Gemälde vouer's zuParis hier durchgehen wollten. Die bedeutend-sten sind: Eine Versuchung des H. Antonius fürdie Congregation der Philippiner (prötres <ieI'Oratoirs); ein H. Franziscus, verein todtesKind ins Leben zurückbringt, in einer Kapelleder Minimen; und die Marter des H. Eusiachiusin der ihm geweiheten Kirche. Andere köstlicheWerke wurden zu St. Merri, St. Nicolas desChampS, bey den ehemaligen Carmeiitern und invielen Pallästen, Klöstern u. s. f. bewundert. Fürden Grvßkanzler von Frankreich , Pierre Seguier ,malte er eine Galerie in dessen Pallast, und fürdie Kapelle ein großes Blatt über den Hauptal-tar, das Christus am Kreuze darstellt, und vonle Brun sehr geschätzt wurde. In dem Noviziate
Diese Würde erhielt er mit dir Bewilligung des Pabstes, nachdem man seinen Vorgänger Antiveduto dellaGrammatica mehrerer Ursachen wegen abgesetzt hatte-
«,i„) Man sehe ihr artiges Bilduiß von Mellan.
4) 2» Italien soll er, im Ganzen, sich 14 . I. aufgehalten haben.
44) Was auch (sagt watetet irgendwo) dem Schüler leidentlich gelang. Gault -e St. Germain S.ben^ gewußt ' ^"bl verstandene Politik habe er sich die ganze Gunst dieses Monarchen zu crmer-
444) Nicht vouet allein, sondern neben ihm auch ph. Lhampagnr. Iul. »'Ikgmonk. und poerson ; undzwar machte er es nicht so gut, wie diese, welche ihre Vilvnisse nach den bewahrteiken Urbildern malten, erhingegen die mehrern derselben aus der bloßen Idee. S. Tübing. Morgeubl. igio. S. — 74 .