Waeger.
waeger sJ. W.) So heißt im Hainbur,g,scheu Adreßbuch von ,8o6 ganz ohne Wei-lers ein damals sich dort befindlicher Kunst (?)-maler.
— — s. auch unten weeger und Weger.
Waegmann oder Wegmann (Hans),Sravtbau - und Wägermeister zu Memmingen ,wo er ,627. durch einen Unglücksfall ums Lebenkam. C. Schörer Memminger - Cbronik.Ulm itibo. 4° S. , 32 .
*Waegmann (Heinrich). Sein religiöser Ei-fer muß groß gewesen seyn, da er, als Sohn einerangesehenen Magistratsperson von Zürich , sein pro-testantisches Glaubensbekenntniß, und zwar langenach der bekannten Kirchenkrennung in der Schweiz ,zu ändern sich bewogen fühlte. Conrad Meyer,sein Anverwandter, der in Sandrart's Akademiesein Bildniß, aber sonst keinerley Nachrichten vonihm giebt, sagt von ihm einzig, daß er nicht nur«in berühmter Maler, sondern auch ein guter Meß-künstler gewesen sey. Füßli, der Verfasser derSchweizerischen Kunstgeschichte, besaß von ihm dieHandzeichnung einer Grablegung auf zwey Bogen,die Figuren bis an die Kniee, mit der Feder herz-haftumzogen, braun getuscht; dieErfindung fremdund trefflich geordnet, die Zeichnung stark undsehr schon, das morgenlanvische Costüm genaubeobachtet. Auf dem Umschlage steht, von seinereignen Hand (?): „Hans Heinrich Wagmann ,Maler zu kucern, jedoch gebürtig, oder (als ober sich des gebürtig schämte) Herkommens vonZürich ." Füßlt I. 5 ,— 53 . Der Unsrige ist üb-rigens wohl der nämliche mit
* — — (Johann Heinrich), nach welchemK- van Sichem die Maria mit dem Kinde in einerGlorie, für eignen Verlag in 4° gestochen hat; und,wie wir irgendwo finde», Crispin van Paas znColln, einen heil. Michael, der die Eitelkeiten die-ser Welt, gegen und mit dem Seelenheil des Men-schen abwiegt, in Fol.
Wachner (Christian), s. oben Joh. GeorgSeirenmacher.
waehne«, s. unten Wahne«.
* Wael (Cornelius de), Sohn des nachfol-genden Job-Baptist des altern, oder, wie ihndas Lex. kürzer bloß Johann nennt. DescampsI. (,07. will von seinem gewöhnlichen Aufenthalts-orte in den Niederlanden nichts wissen; doch scheinter auch noch in spätern Tagen einige Zeit dort zu-gebracht zu haben. Wohl ist es hingegen zuver-laßig, daß er zu Genua 1662. gestorben sey*). Vonihm als Maler besitzen in Deutschland , unsers Wis,sens, einzig die Gallerie zu Wien : Den Durch-gang der Israelitin durchs Rothe Meer, auf Holzgemalt (Z' 9" br. 2^ 2" hoch), und diejenige zuLustheim eine kleine Feldschlacht. — Mit einersehr geistreichen Nadel dann hat derselbe mehrereBlätter nach eigner Erfindung geetzk. Es sindkleine Bambochaden und andere Gaktungs-Blät-ter von 2" hohen Figuren, welche (zum Theil)Adel und Ausdruck haben, und dabey richtig ge-zeichnet sind. Von diesen nennt Rost V. Z5o— 5 i.eine dem Rechtsgelehrken W. van der Stralen
Wael. 406z
(s. h. Giraten) zugeeignete Folge (mit dem Ti-telblatt 7 B>): Halte einer Jagd vor dem WirthsrHause; Bauern welche einen Esel mißhandeln; Char-letan in seiner — Amtsverrichtung; Bauernstreik;Mann, der auf einem Esel herumgeführt wird;vornehme Gesellschaft beyderley Geschlechts. —Dann noch mehrere ähnliche Folgen: Eine voniZ kleinen Dl welche den bedauernswerthen Zu-stand der Blinden darstellt, H. Müllmann (pau-perum sudlevstori) 162g. (s. b. 161g.) zugeeig-net; so wie eine andere von 16 Bl. allerley Hand-werke darstellend, einem Herrn P. H. Pallavicini.Auf dem Titelblatt spendet das Glück, wie es sichgebührt mit — verbundenen Augen seine mannig-fachen Gaben aus. Wieder eine von 12 Bl. einemI. B. Cachopin be Laredo zugeeignet, welche dieverschiedenen Sklavendienstc (wohl nicht alle!) zumGegenstand hat. Dann ebendieselbe Folge mit ei-nigen Veränderungen, einem H. d'Erasso zugeeig-net, und (wir wissen nicht warum?) mit:
kec. et exc. ikjg. signirt**). Endlichvier Gesellschaftsblätter, darunter ein zu Pferdsteigender Kavalier und eine vom Pferd steigendeDame. Was Joh. Bapr. de wael der jün-gere nach dem Unsrigen gestochen, s. unten denArt. des erstem. Dann kennt man ferners nachCornelius vier Blatter, mit seinem inv. und 4 !ex.Voer exc. bezeichnet: Gesicht, Gehör, Geschmackund Gefühl (der Geruch mangelt***); weiter zwcyLandschaften, mit: 60-». cie ecinv. vv. liollsr keo. , 65 a. signirt. An die 25Handzeichnungen von ihm (die mannigfaltigstenGegenstände) besaß 1810. noch das Kabinet s)aig-non - Dijonval zu Paris ; darunter mehrere große,wie z. B. ein Schiffsgefecht (20" br. 14" hoch) mitder Feder und ausgetuscht.
Noch erhalten wir vor Kurzem von einem unse-rer Kunstfreunde über unsern Künstler ff. Zusätze.
»Nach Houbracken arbeitete er zu Rom um16V2. und nach Sopran, soll er (ohne Angabeder Zeit) auch dort gestorben seyn." Von seineneignen Blättern kennt unser Freund: Ein Bauern-stück (inv. et sc. komse); ein lüderliches Hausmit sich balgenden Leuten; 2» Bl. mit Carnevals,gesellschaften u. dgl.; dann eben auch die vier Jahrs-zelten, und die (fünf) Sinne, nebst Andern, schonangeführten. Das Leben der Blinden wird hurals die Arbeit eines Anonymus, nach dem Misti-gen, genannt. Eine Landschaft endlich wäre,ohne Weiteres, mit: c. 4 e Inventar. be-zeichnet. — Hauptsächlich aber erhalten wir hiernoch die dankcnswerthe Kunde: „Der Churfürstvon Cassel besitzt zwey Gemälde von ihm; näm-lich einen Marktschreyer, der zu vielen Menschenspricht (hoch i F. 7 br. 2 F. 4 A Z.) und zweymit Zuschauern umgebene sich raufende Kinder,hinten perspektivische Architektur (hoch 2 F. , k» 3 -,br. , F. 7 Z ), beyde auf Leinwand. Eben dieserFürst besitzt auch die Bildnisse des Cornel. undseines Bruders Lucas, beyde zusammen auf ei-ner hölzernen Tafel (hoch 10 A I-, br. 9 Z.) vonAnt. v. Dyk gemalt. Dieses letztre Gemälde istin 1646. von Wenz. Hollar geetzt, und dann eineKopie dieses Blattes von Gaywood gefertigt wor-den. In der Winklerschen Sammlung in Leipzig fand sich ein Gemälde von Cornelius (wo Fremde
*) Sovrant sagt bloß, daß er mit seinem Bruder lluca» nach Genua gekommen sey, sich dort mehrere Jahreausgehalten, und mit allgemeinem Beyfall gemalt habe. llonk. Fiortklo (Deutschland ) n. 507- wo hinzugefügtwird: «Lr war mehrmals in Rom , konnte aber das dortige Clima nicht vertragen. Dieser Künstler warsehr liebreich gegen alle diejenigen, welche sich der Kunst mit Ernst wiedmeren, und hatte mehrere Schüler,unter welchen Johann Howard, sein Mitbürger, sich auszeichnete, und ihm bey seinen Arbeiten in Genua be-helfen war." Von seinem dortigen Aufenthalt spricht auch stanzt (u<i. rerr. v. z,z.) kurz, aber mitRuhm.
* 2 ) Wohl eine Copie der Arbeit des Unsrige» mit eigenmächtigen Veränderungen dieses uns übrigens ganz un-bekannten M. Schaev; was denn wirklich einer unserer Freunde behauptet, und diest r- (kleinen -Blauer genauer: Das Leben der Gefangenen ln der Barbarey rubrizirt.
nr-») Der Katalog Paignsn-Dijonval nennt dafür: 1«- gu»»« 8»l-on-.