Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
4067
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Wagenseil.

N. S. So eben erhalten wir noch über unsernKünstler von einem unserer Freunde ff. dankens-werthe Berichtigung: Bey Mensel I. wird er ir-rig Franz von Fahrenschon (in einem WienerAdreßkalender auch irrig Wageuschein) genannt/geb. zu Commothau in Böhmen 1726; ohne daßdie Fortsetzungen II. und III. eine Berichtigunghierüber beybringen; also fälschlich ist er auch inunsre Supplemente übergewandert. Bey MenselII. erscheint er dann auch unter seinem obigenrichtigen Namen, doch heißt es hier geb. zu Litischin Böhmen 1726.; Mensel III. endlich zeigt sei-nen Tod, aber nicht sein Todesjahr an. Ein Gant-katalog von 1792., giebt seine Geburt (ohne Ort)in 1729. und setzt ihn unter die Verstorbenen. DesA- Darksch Latalo^us rsisonnö lies ciessins ori-Alnaux «in Lablnet len le krincs Lliarlestls Higne. Vienns 17 ,4. 8 °. P- 180. besagt,Laß er zu Prag -726. geb. und zu Wien 1790.gestorb. sey. In dieser Sammlung fand sich vonihm eine leicht mit der Feder entworfene, getuschteZeichnung, die den Arlequin darstellt wie er dieColombine abkonterfait, hinter der noch ein andrerBuffon sich zeigt, wageuschön hat auch meh-reres radirt. Irgendwo nennt man davon eineKreuzabnahme, und den Leichnam Jesu in Ma-riens Schooße ruhend, beyde von 1771- und inFo>.; Venus mit dem Neptun 1784. Fol.; vierBlatter mit Fabeln in kl. Fol.; alles dies nacheianer Erfindung dann zehn Blätter verschiede-ner Köpfe nach Rubens und van Dyk in 8°. Nachihm selbst, soll Fritzsch ein Bildniß des Erzher-zogs Joseph von Oestreich gestochen haben.

Wagenseil (Johann Christoph). DieserRechtsgclehrke und Orientalist oder Polyhistorwenn man will verstand und üble die Zeichen-kunst. Er war der Sohn eines Handelsmanns zuNürnberg , geb. i 65 Z. und gest. als Professor zuAlldorf 170 ,. Man hat sein Bildniß zweymalvon Mich. Fennitzer in Fol. geschabt, das eincmalmit einer, das andremal ganz ohne Hand; dannvon I. I Halb exc. H. V. in 4° zu DruckersEhrentempel geschabt; weiter von W-P. Kilianjn 8°; und endlich von I. Sandrart 1680. in 4°.

Waggons v( ). So heißt bey FiorilloV. 458 . ein Englischer Maler aus per zweytenHälfte des XVIl. Jahrhunderts, von geringerBedeutung.

Wagler (Johann Georg). Nach feiner Zeich-nung von 1778. hat C. G. Langwagen zwey An-sichten der Chursächsischen Stadt Mitweida schlechtgenug radirt. Adelung's Derzeichniß der Land-karten und topographischen Blätter Sachsen'sS- rst 5 . benennt auch zwey Ansichten des Schlos-ses Freudenstein zu Freyberg in 4°, die Waglerselbst, ohne sich redoch zu nennen, in Kupfer ge-bracht hätte.

Wagner. Unter den ff. Künstlern dieses Ge-schlechts sind auch alle wagener enthalten.

Wagner (Abraham), Buchdrucker in Bern .Demselben gebührt die Ehre, die Gattung der co-korirten Blätter von charakteristischen Ansichten derSchweizerischen Gebirgsnatur, wo nicht erfun-den, doch merklich gefördert zu haben. Es mochtegegen Ende des siebenten Dezenniums des XVII.Jahrhunderts seyn, wo eine von ihm angelegteGallerte von Oelbildern des unten ff CasparWolfs von Muri *), welche lauter dergleichenzum Gegenstand hatten, ihn auf den Gedankeneines solchen Unternehmens führte. Das Werksollte Heftweise (jedes Heft zu 10 Bl.) in Groß-und Klein-Foliv erscheinen; jenes colvrirt zu 12,dieses schwarz zu 9 Franz. Livres das Heft, undmit einem Texte von dem gelehrten BernerschenNaturforscher, Joh. Sam. Wyttenbach begleitet.

Wagner. 406^

Geetzt wurden diese Blatter einsweilen von Schel-lenberg und Eichler, Das erste um 1776. erschie-nene Heft enthielt: 1) Die Breitlauwine gegenden Breithorngletscher. 2) Das Lauterbrunnenthalznit dem Staubbach gegen die Gletscher. 3 ) Schild-waldbqch gegen dem Staubbach, ein Winterstück.4 ) Erster und oberer Fall des Staubbachs. 5 ) Zwey-ter Fall des Staubbachs im Sommer yon der lin-ken Seite. 6) Eben derselbe im Winter von derrechten Seite. 7) Her Breithorngletscher gegenAbend. 8) Der Mürrenbach, im nämlichen Thale .9) Aussicht vorn Breithorngletscher gegen das Lau-terbrunnenthal, io) Das Herren-Dächlein im Lau-terbrunnenthal, ein Winterstück. Kenner wollten(ob mit Grund?) die schwarzen Drücke vorziehen,und fanden nämlich die gefärbten »zu unnatürlichund zu krell." Mensel I. 0. wo zugleich vonden Wölfischen Urbildern (sehr unbillig) allzu weg-werfend gesprochen wird. Immerhin mochte Wag-ner selbst mit der Ausführung nicht ganz zufrie-den seyn, Da seine ganze Sammlung der Wöl-fischen u, q. Originale,die" (heißt es jetzt l. c.XX. 126.) »von den besten Künstlern (eine Ar-beit zehnjähriger mühesamer Reisen) an Ort undStelle genau gezeichnet worden", in -5o Bildernbestand, von welchen er 56 zur Herausgabe be-stimmte, so gieng er eigens nach Paris , um, manweiß nicht recht, ob eine Umarbeitung auch jenesersten Heftes, immerhin eine Fortsetzung desselben,nach einer neuen Manier zu besorgen, und näm-lich die Blatter »in natürlicher Oelfarbe" (sie!)abdrucken zu lassen. Dafür sollte der in dieserKunst »rühmlich bekannte" Janinet (nicht Jami-nel I. 0.), unter Vernet's Aufsicht gebrauchtwerden. Jetzt war von sieben Heften (zu achtBlättern) die Rede, deren jedes die Subskriben-ten 48, spätere Käufer 72 Livres kosten sollte-Auch drey Hefte dieser neuen Gattung (darunterwohl eben das umgearbeitete frühere) waren um178284. mit französischer und deutscher Beschrei-bung des schon erwähnten H. Wyttenbach, undeiner Vorrede von Albrecht von Haller bereits er-schienen (l. c. und X. 2Z7.), als durch H. Wag-ners Tod das Unternehmen unterbrochen, undsodann durch H. Rudolf chenz, (s. oben dessenArt.) fortgesetzt wurde. Lonf. über das frühereWerk von Waller's Bibl. der Schrveizer-Geschichre I. 4142.

Wagner (Adam), eigentlich wagener. Wirhaben denselben in einem alten Skammbuche vor-gefunden , in welches er sich als Golbschmiedsge-selle von Draunschweig zu Riga 1642. eingeschrie-ben, und zugleich eine schlecht gerathene Zeichnungmit der Feder dabey entworfen hatte, die einenHerrn und eine Dame in einer Landschaft vor-stellt.

1- (Adrian Jacob), erscheint in demssbursächsi scheu Sraarskalender von 1760bis 53 . als Hofgoldschmied zu Dresden .

(Ascanius Christian), Baumeister; ar-beitete bis 1706. an dem Schloßbaue zu Berlin un-ter Schlüter. LJlcolai.

(Asmus). So nennt man irgendwo ei-nen Münzmeister in Erfurt , der vermuthlich imAnfange des XVII. Jahrhunderts lebte.

(Bartholomäus). Nach einem solchenMaler der etwa zu Anfang des XVII. Jahrhun-derts lebte, soll Luc. Kilian das Bildniß des Ma-thematikers Georg Galgenmair's gestochen haben.

(Christian Andreas), wird 1800. alsWaradein bey der alten Münze zu Berlin ge-nannt. S. auch unten den Münzwaradein Wag-ner zu Breslau ohne Taufnamen.

2 ) Nicht vo» Solothurn , wie be? Neu sei (Nircrkl- I. 27-) irrig heißt.

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